c) welche Gedanken Du selbst für die von Dir angegebenen
Punkte entwickelt hast
Diagnose: ich könnte mir denken, dass es im falle der
angststörung der klient ist, der sagt dass er große angst vor
etwas hat und daher die diagnose quasi selbst stellt. wenn
jetzt jemand aber schizophren ist, dann weiß er ja nicht so
genau, was mit ihm los ist.
Bleib mal bei der Angst und lass die Schizophrenie weg! Schon das Thema Angststörung an sich ist ausreichend umfangreich! Es gibt nämlich gar nicht DIE Angststörung, wie du als These in den Raum gestellt hast.
Du hast ein ganz bestimmtes Bild von Angst und Angststörung im Kopf, das aber nur einen kleinen Teil dessen ausmacht, was das Thema eigentlich umfasst. Wobei sich Angst eigentlich wirklich sehr gut eignet, um sich dem Themenkomplex psychische Störung und Therapie anzunähern.
Mal der Reihe nach.
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Was ist eigentlich Angst? Ist Angst per se schlecht?
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Wogegen richtet sich die Angst? Ist sie unspezifisch oder richtet sie sich gegen ein bestimmtes Objekt oder eine bestimmte Situation?
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Ist die Angst begründet? Ist das, wogegen sie sich richtet gefährlich? Gibt es sein auslösendes Ereignis, das direkt mit der Angst verknüpft ist?
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Wie zeigt sich die Angst? Zeigt sie sich direkt oder indirekt?*
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Ist die Angst pathologisch, d.h. hat sie überhaupt einen Krankheits- / Störungswert? Wenn ja, ist die Angst die Störung oder ist sie nur Begleiterscheinung einer anderen Krankheit?
wie klassifiziert jetzt der
therapeut das leiden des patienten, er deutet dann einfach die
symptome?
*Gerade hiervon hängt ab, wie sich der erste Kontakt zwischen Therapeut und Patient gestaltet, wie es überhaupt zur Diagnose kommt.
Der Patient, der Angst vor dem Fliegen hat, kommt in aller Regel wegen dieser konkreten Angst zum Therapeuten.
Bei einer generalisierten Angststörung dagegen kommen die Patienten häufig nicht wegen ihrer Ängste zum Therapeuten. Oftmals suchen die Betroffenen noch nicht einmal einen Therapeuten, sondern einen (oder mehrere) Arzt auf, weil sie eher verdrängen oder verleugnen, dass es sich um eine Angststörung bzw. ein psychisches Problem handelt. Im Vordergrund stehen da körperliche Symptome wie Schlaf- und / oder Konzentrationsstörungen, Herzrasen, Schwindel.
Wieder ein anderer Patient hat auch Angst vor dem Fliegen und meidet alles, was damit zu tun hat. Er leidet unter Schlafstörungen, Albträumen und chronischen Schmerzen. Ursache ist ein erlebter Flugzeugunfall. Hier ist die Angst Begleitsymptom einer anderen psychischen Störung (Anpassungsstörung, akute oder chronische Belastungsstörung) Auslöser für den Therapeutenbesuch kann hier bspw. auch der chronische Schmerz sein.
Der Therapeut bekommt die passende Störung also nicht unbedingt auf dem Silbertablett präsentiert 
So grundverschiedenen diese Störungsbilder sind, so verschieden sind auch die geeigneten Therapien. Bei Angststörungen wie der Flug- oder Höhenangst ist ein verhaltenstherapeutischer Ansatz mit Konfrontation zum Beispiel häufig der effizienteste. Dagegen kann bei einer Traumafolgestörung die tiefenpsychologische Richtung sinnvoller sein.