ich gehe sehr gerne joggen, habe mir daher vor kurzem eine Pulsuhr gekauft um mein Training zu überprüfen. Bei der Uhr kann man verschiedene Schwierigkeitsstuffen wählen, immer wenn man seinen gewählten Bereich über oder unter schreitet fängt die Uhr an zu piepsen.
Ich habe die Uhr angezogen meinen Bereich eingestellt und bin einfach mal los gejoggt. Nach ein paar Sekunden fängt die Uhr schon an zu piepsen => Bereich überschritten! Ok, dann lauf ich halt etwas langsamer => Bereich unterschritten! Gut dann halt ein gleichmässiges Tempo => Bereich immer noch unterschritten (und ich bin schon fast gerannt!!)
Also letztlich bin ich so gut wie überhaupt nicht gejoggt sondern habe mehr mit der Uhr zu tun gehappt.
Wie geht man so etwas den richtig an? Wie kann man in seinem gewählten Bereicht (Bei mir waren glaube ich 130-160) bleiben?
ich selbst bin von der Pulsuhr ziemlich weggekommen und verlasse mich vermehrt auf mein Gefühl (das was ich früher abgelehnt habe). Dazwischen benutze ich sie mal zur Kontrolle, rein zur Information. Ansonsten ist sie normale Armbanduhr.
Ansonsten variiert der Puls sowieso je nach Trainingszustand, Schlaf(!), Ernährung usw…
Ich selber trainiere am Heimtrainer und achte darauf, daß mein Puls die 130-140 nicht ÜBERSCHREITET. Alles andere macht beim Sport keinen Sinn! Dabei benutze ich den Pulsmesser nur in Abständen, nicht permanent. Ist mein Puls zu hoch, reduziere ich die Anstrengung, und er ist wieder im grünen Bereich. Mit der Selbst-Kontrolle klappt es also.
Wenn Du aber 130 als Minimum einstellst, bist Du damit ja schon ÜBER dem Normalpuls - kein Wunder, daß das Ding ständig pipst.
Wenn Du ruhig laufen möchtest, wähle als Minimum einen Wert im normalen Bereich, z.B. 100.
Ich würde aber nicht zu einem Training bei erhöhtem Pulsschlag empfehlen, da die Sauerstoffsättigung im Blut mit steigender Belastung des Kreislauf sinkt.
Da noch kein Meister vom Himmel gefallen ist, tröste Dich: es ist mit regelmäßigem Training durchaus Möglich, eine Strecke mit hoher Geschwindigkeit zu laufen bei Normalpuls, bei der man 3 Monate zuvor bereits im kritischen Bereich lag.
Und noch etwas: Sport sollte auch einen sinnvollen Dialog zwischen sich und seinem Körper darstellen, denn der weiß am besten (besser als jede Pulsuhr), was gut für Ihn ist. Um es frei nach Loriot zu sagen: „Ich lasse mir von einer Pulsuhr nicht sagen, wie schnell ich zu laufen habe!“
Ich würde aber nicht zu einem Training bei erhöhtem Pulsschlag
empfehlen, da die Sauerstoffsättigung im Blut mit steigender
Belastung des Kreislauf sinkt.
Durch erhöhte Aktivität wird der Stoffwechsel angeregt, da der Körper ja für die Entstehung von Bewegung Energie benötigt.
Energie wird im Körper in den Muskeln durch „Verbrennung“ erzeugt; hierzu wird Sauerstoff benötigt, welchen der Körper über die Atmung bezieht.
Bei erhöhter Körperlicher Aktivität steigt gleichzeitig der Energiebedarf, aber es nimmt auch die Sauerstoffaufnahme ab, da der Körper zwar
-vermehrt Sauerstoff aufnehmen möchte/muss
-er dadurch aber die Atmung beschleunigt (hecheln, keuchen), so daß die Luft nicht mehr so tief in die Lungen aufgenommen werden kann und auch nicht mehr lange genug zur Aufnahme von Sauerstoff in den Lungen verweilt.
bitte alles als konstruktive kritik verstehen:
so wie die aussage in deinem ersten posting stand ist das schon sehr weit gegriffen.
wenn du deinen körper nur auf langsame belastung trainierst dann wird er auch irgendwann nichts mehr anderes können-hat er ja schliesslich nie machen müssen.
warum jetzt ein sauerstoffdefizit schlecht sein soll hab ich immer noch nicht verstanden. der körper wird dadurch schliesslich angeregt seine sauerstoffausnutzung zu verbessern, d.h. er wird effizienter.
ausserdem wird sein puffersystem für laktat auch nur verbessert wenn man ihm laktat zuführt, d.h. durch anaerobes training.
die quellen die du angegeben hast sind ausserdem immer etwas „populärwissenschaftlich“ geschrieben. das ist schön und gut-aber da wird sehr viel zu stark vereinfacht.
ja sicher verstehe ich Deinen Beitrag als (sehr) konstruktive Kritik.
Mein Wissen auf diesem Bereich ist auch eher das eines interessierten Laien, ich bin in erster Linie Geistes- und Gesellschaftswissenschaftlich fundiert, bin aber stets um einen ganzheitlichen Ansatz bemüht (das mit dem gesunden Körper und dem gesunden Geist - die gesunde Gesellschaft käme dann schon von alleine).
Danke für das Lob für meine ernährungswissenschaftlichen Hinweise, dies ist für mich ein sehr spannendes Thema (man ist, was man isst).
Ich wollte auch gar nicht auf den „Ultra-Light-Lauf“ a’la Fitness-Papst Struck hinaus (jemand der so haarstreubende Ernährungstips auftischt und auch noch „Fitness“-Weingummis vertreibt, ist nicht wirklich erstzunehmen und seine Motivation für seine Publikationen ist fraglich). Zudem ist mir auch klar, daß gerade die von mir genannten Quellen welche sind, die aufgrund der jüngeren Fitness-Welle auch dazu geneigt waren, die von Struck genannten Tipps zu zitieren.
Aber worauf ich eigentlich hinaus wollte, ist, daß ein Training im Pulsbereich von min. 130 und max. 160 nicht besonders sinnvoll scheint. Zwar kommt er in die Vorteile der anaeroben Trainingseinheiten, nicht aber in die der aeroben.
Das Intervalltraining halte ich für sinnvoll, dadurch z.B. den Körper gelegentlich auf maximale Belastbarkeit zu bringen, aber nicht nur.
Polarisierungen entsprechen zwar der Menschlichen Natur, nicht aber der Natur im allgemeinen
Ok, der Idee mit der Pulsuhr liegt folgende Annahme zu Grunde:
Bei geringer Trainingsintensität werden Fette abgebaut und verbrannt (und auch Zucker). Ist gut zum abnehmen, und gut um den Körper an langfristige Nutzung der Ressourcen zu gewöhnen. Also Ausdauertraining.
Bei hoher Trainingsintensität ist der Energiebedarf zu hoch, der langsame Fettabbau kommt nicht nach, folglich muss die Energie aus der schnelleren Verbrennung der vorhandenen Zucker kommen. Trainiert werden Kraft und in hohem Masse der Kreislauf (wegen der starken Anregung).
Die Trainingsintensität hängt direkt mit der Pulsfrequenz zusammen. Individuelle Unterschiede in der Pulsfrequenz werden dadurch ausgeglichen, dass die Ziel-Frequenz in % von der individuellen maximal erreichbaren Herzfrequenz angegeben wird.
So, jetzt kannst Du Dir das gewünschte Training aussuchen. Fettverbrennendes Ausdauertraining zum Beispiel. Dazu brauchst Du eine Pulsfrequenz von 60 min. Mischtraining bei 70-80% der HFmax ist gut zum Anfangen, den mit max zu joggen ist für viele nicht auf Anhieb möglich.
Am besten schaltest Du am Anfang das Piepen aus (es nervt) und kontrollierst einfach hie und da, ob Du einigermassen im richtigen Bereich bist. Du gewöhnst Dir automatisch einen regelmässigen Laufstil an (Bio-Feedback) und kannst nach einiger Zeit das Piepen wieder einschalten. Das braucht nur ein wenig Gewöhnung, bringt Dir dann aber den Vorteil, dass Du sehr zielgenau trainieren kannst und Dir einen regelmässigen (und ökonomischeren) Laufstil angewöhnst. Nach einigen Monaten wirst Du wahrscheinlich auch ohne Pulsuhr, einfach nach Gefühl Deine Wunsch-HF halten können, so sehr gewöhnt man sich daran. So hast Du auch nicht das Gefühl, eine Geisel der Uhr zu sein.
Einfach nicht verzagen, und wenn das piepen nervt - ausschalten.
N.B.: Profis verwenden anstelle von tiefe/hohe Intensität eine feine Abstufung der Intensitäten und Trainingseffekte von ca. 10-20 Hz. Ausserdem kontrollieren sie den Lactatspiegel im Blut und eichen HF- und Lactat-WErte mit Hilfe von Leistungsstufentests auf dem Laufband mit Atemluftkontrolle und Blutanalysen.
Ein HF-Messgerät ist keine Fessel! Und nur weil sie tausend Funktionen hat, brauchst Du die nicht alle zu benutzen. Hab auch ein Bisschen Spass beim Joggen, sonst joggst Du eh nicht lange
polar hat übrigens, glaub ich eine Website zum Thema.