Hallihallo Ihr Lieben.
Ich hab mal wieder eine harte Nuss für euch! Vielleicht ist´s aber auch ganz einfach und ich zu dämlich! AAllssoo…
Mein Patient ist querschnittgelähmt, c2-c6 inkomplett durch Einblutung bzw. Quetschung. Unfall vor 5 Jahren. Der Kopf ist OK, im rechten Arm sind ein paar Muskeln ansteuerbar sodaß eine fast selbstständige Steuerung des Rolli möglich ist, solange die Hand auf dem Steurhebel bleibt.
Bei allen Physio-Maßnahmen und Übungen stelle ich in letzter Zeit fest, daß, wenn z.B. der linke oder rechte Arm gespannt und entspannt werden soll, der Patient das überhaupt nicht mit dem Arm macht (anfangs noch möglich), dafür aber werden die Lippen gespitzt oder breit gezogen. Er selbst glaubt, daß ihm das hilft.
Meine gelehrten Kollegen sind der Meinung, daß sei in Ordung so, denn P. sammele und konzentriere so seine Kräfte. Das Ergebnis spricht nicht für diese Theorie.
Ich denke eher, das eine Ersatzspannung aufgebaut wird, und zwar in einem für P. spürbaren Körperbereich, (eine Art Ersatzbefriedigung)der die Kraft aber von dem Muskel der eigentlich bewegt werden soll ableitet.
Habe ich mich verständlich ausgedrückt? Kann da was dran sein?
Hallo!
Bei allen Physio-Maßnahmen und Übungen stelle ich in letzter
Zeit fest, daß, wenn z.B. der linke oder rechte Arm gespannt
und entspannt werden soll, der Patient das überhaupt nicht
mit dem Arm macht (anfangs noch möglich), dafür aber werden
die Lippen gespitzt oder breit gezogen. Er selbst glaubt, daß
ihm das hilft.
So ungewöhnlich ist das nicht.
Wenn du mal die Gelegenheit hast Menschen beim schneiden mit einer Schere zuzuschauen wirst du sehen dass ein gewisser Prozentsatz nicht nur mit der Hand sondern gleichzeitig auch mit dem Mund mitschneidet.
Das könnte ein Überbleibsel aus unserer Entwicklungszeit sein. Die Theorie wird z.b. in diesem Buch gut ausgeführt: „From Hand to Mouth: The Origins of Language“, Michael C. Corballis.
Eine Alternative Erklärung würde ich noch in „fehlgeleiteter“ kortikaler Plastizität sehen: der Bereich für die Hand liegt in der Nähe des Bereiches für den Mund. Bei Amputationen breitet sich dann der Mundbereich aus und übernimmt die Areale der Hand. Diese Personen fühlen dann z.b. Berührungen an der Wange gleichzeitig an der nicht mehr vorhandenen Hand.
Tschüss
Matthias
???
Hallo Matthias.
Wenn du mal die Gelegenheit hast Menschen beim schneiden mit
einer Schere zuzuschauen wirst du sehen dass ein gewisser
Prozentsatz nicht nur mit der Hand sondern gleichzeitig auch
mit dem Mund mitschneidet.
Du meinst so wie beim Baby-Füttern, schon verstanden. Ich stelle halt fest, dass da wo vor 1 Jahr noch Bewegung möglich war, jetzt immer weniger möglich ist. Die Bewegungen waren zwar damals auch nur noch rudimentär, sprich nicht wirklich nutzbar aber das wird nun eben auch weniger.
Dafür kommt jetzt sozusagen als Ersatz die Lippenbewegung. Ich persönlich tendiere dazu, ihm das wieder abzugewöhnen. Ich glaube, dass die Signale so umgeleitet werden, um eine spürbare Anspannung im Körper als Ersatz für die unsensible Hand zu bilden, die das gehirn dann wiederum auf die Hand projeziert, sprich Erfolgserlebnis. Die tatsächlich möglichen Bewegungen der Hand werden gar nicht mehr ausgeführt, aber trotzdem gefühlt.
Ich halte das für kontraproduktiv???
Gruß
Hallo!
persönlich tendiere dazu, ihm das wieder abzugewöhnen. Ich
glaube, dass die Signale so umgeleitet werden, um eine
spürbare Anspannung im Körper als Ersatz für die unsensible
Hand zu bilden, die das gehirn dann wiederum auf die Hand
projeziert, sprich Erfolgserlebnis. Die tatsächlich möglichen
Bewegungen der Hand werden gar nicht mehr ausgeführt, aber
trotzdem gefühlt.
Ich halte das für kontraproduktiv???
Jetzt wird das Ganze klarer.
Halte ich für eine gute Hypothese. In dem Fall ist die Anspannung absolut kontraproduktiv und sollte unterbunden werden.
Mentales Training - also sich Bewegungen vorstellen oder z.b. auf einem Bildschirm beobachten ist auch gut geeignet um die richtige „Bahnung“ wieder zu trainieren.
Tschüss
Matthias