
Tja, weiß nicht. Ich habe das vage Gefühl, daß hier nicht 10%
der Bevölkerung damit beschäftigt ist, die restlichen 90% zu
bespitzeln.Also so war es ja auch wieder nicht.
Ich habe vielleicht mit 10% ein bißchen übertrieben, aber Zahlen von über 100.000 Stasi-Mitarbeitern sind mir noch sehr präsent. Dazu noch VoPo usw. Die Zustände zwischen hier und jetzt zu damals und dort sind doch sehr verschieden.
Hätte sich auch nicht
gelohnt, ich zumindest habe jedem meine nicht immer
systemkonforme Meinung deutlich ins Gesicht gesagt.
Rein interesserhalber und ernst gemeint: Hast Du Deine Stasi-Akten (so es denn welche gibt) schon eingesehen?
Ich war während der Wende bei der Fahne in der Nähe von Berlin
und bin mal nach Grenzöffnung rüber. Ich meine, da sah es
wesentlich üppiger aus als jetzt.
Ich bin ja nun wahrlich kein Deutschlandbummler, aber all die Innenstädte, die ich in den letzten Jahren mit älteren Eindrücken vergleichen konnte, haben sich sehr einheitlich in Richtung Konsumtempel orientiert. Teilweise sieht man zwischen den ganzen Galerien schon keinen Unterschied mehr, weil überall die gleichen Geschäfte sind.
Die cocom-Liste umfaßte sicher nicht Armbanduhren,
Lebensmittel oder Türklinken, sondern vielmehr Gegenstände aus
den Bereichen Rüstung, IT und sonstige Mikroelektronik.Das haben wir alles selber produziert. Es umfaßte wohl auch
Rohstoffe und anderes.
Das stimmt definitiv nicht. Auf der Cocom-Liste waren nur Produkte (militärisch und nicht-militärisch), die technisch besonders weit fortentwickelt waren und die Maschinen, die zu ihrer Herstellung eingesetzt werden konnten.
Btw: Ich erinnere mich daran, wie in der Zeitung stand, daß das zuständige DDR-Kombinat dem Staatsratsvorsitzenden stolz den Prototypen eines 256 KByte Chips vorführte, als ich in meinem Atari MEGA STE schon 2 MByte drin hatte.
Weil ganz einfach der damlige Warenwert herangezogen wurde.
Bedenke bitte, daß wir, wenn auch recht unproduktive,
Vollbeschäftigung hatten und somit wesentlich mehr hergestellt
wurde.
Mehr als was?
- Es gab einen Schwarzmarkt, über den sich durchaus eine
Umrechnung darstellen ließ.So kannst du das nicht sehen. Geld war noch Geld und hatte
nicht den Wert, den es jetzt hat. Damals brauchten wir uns
nicht gegenseitig um die Zahlungsmittel bescheißen und hatten
zu tun, daß wir es bis zum Monatsende alle bekamen - das ist
wohl heute andersrum.
Du sprichst in Rätseln.
Nein EXC, ich will lediglich versuchen, die Dinge aus meiner
Sicht darzulegen, dann ergibt es ein Gesamtbild. Ich will doch
nicht die Täteretä in den Himmel jauchzen. Versuch doch mal
die welt so zu betrachten, als wenn du dich herausstellst und
sie als Ameisenhaufen in ihrem geschichtlichen Wachstum
betrachtest.
Das brauche ich nicht zu versuchen, das mache ich ständig. Witzig, daß wir den gleichen Ansatz haben. Die gleichen oder doch zumindest ähnliche Überlegungen bzgl. Wirtschaftswelt usw. habe ich schon sehr früh angestellt, bin aber zu dem Schluß gekommen, und das auch ohne Studium, daß die meisten theoretisch sehr schönen und einfachen Ideen, oder besser: Gedankenspiele, unrealistisch bzw. unmöglich sind.
Wenn ich mir jedoch einige Uniseiten bei euch ansehe, frage
ich mich auch, ob die Professoren dort den ganzen Tag besoffen
sind.
Was bringt Dich dazu, das überhaupt zu bezweifeln? 
Gruß
Christian
