Hi,
Mit was für einem Auto fährt er denn?
200km/h bedeutet nicht zwingend „rasen“.
Mit einem Mercedes. Ich halte allerdings den Wagentyp nicht
unbedingt für einen besonderen Schutz.
Die Marke allein nicht. Ein größeres, teureres und neures Auto ist aber defintiv ein besserer Schutz als eine alte Klapperkiste (bei gleicher Geschwindigkeit).
Da gibt’s nix zu halten, das sind schlichte technische Fakten.
Und für mich ist eine solche Geschwindigkeit Raserei, immer.
Oh, für Dich. Für mich zum Beispiel nicht. Ich hatte mal ne C-Klasse als Leihwagen, also ein kleineres Mercedes-Modell, und die fand ich bei 200 recht schmusig. Mein Peugeot 205 allerdings fängt bei 160 an, Angst zu machen
Desweiteren macht da die Fahrerfahrung auch unglaublich viel aus.
Worauf ich hinaus will: Dein Empfinden ist durchaus zulässig, aber es ist total subjektiv.
Inwiefern empfindest Du das als verantwortungslos?
Ich gehe davon aus, dass bei solchen Geschwindigkeiten
Fahrfehler verherrende Auswirkungen haben. Nun erzähle mir
bitte nicht, dass es keinen Unterschied macht, ob er nun 120
oder 200 fährt. Ich selbst fahre durchaus auch gerne schnell,
aber bei einem Tempo von 200 muß ich mich ungeheur
konzentrieren und Fehler sind m.M. nach kaum zu korrigieren.
DU musst Dich ungeheur konzentrieren. Ich möchte dir nicht zu nahe treten, und kenne Dich ja auch nicht, aber für einen wirklich erfahrenen Fahrer ist das vielleicht erheblich weniger anstrengend, bei gleicher Aufmerksamkeit. Und ob jemand 170 oder 200 fährt, macht nun wirklich nicht so einen wahnsinns Unterschied, und 170 auch als Rasen zu bezeichnen, fänd ich albern.
Haben die Kinder denn Angst, wenn er so schnell fährt?
Nein, die finden das natürlich ganz super toll. Aber ich habe
Angst, weil ich Gefahren wahrscheinlich besser einschätzen
kann.
Denkst Du. Besser als die Kinder? Mit Sicherheit, ja.
Aber ist Deine Einschätzung realistisch, wenn allein die Zahl 200 in dir schon Bilder von Leichenwagen erzeugt? Meine Frage zielte außerdem darauf, daß im Falle, daß die Kinder Angst hätten, für mich definitiv eine Grenze überschritten wäre - aber das scheint ja nicht der Fall zu sein.
Ansprechen kannst Du ihn ja soviel Du willst, die Frage ist,
was Du bezwecken möchtest.
Ganz einfach, ich möchte, dass er seinen Fahrstil bzw. seine
Geschwindigkeit anpasst, wenn er mit den Kindern unterwegs
ist.
Vielleicht tut er das ja.
Das käme auf das Auto an und auf den (objektiv betrachteten!)
Fahrstil.
Hält ein Mercedes bei einem Unfall mehr aus als ein anderes
Auto? Ist man in so einem Auto besser geschützt?
Ja, das ist technische Realität. Zudem kann man in solchen Autos Unfälle leichter vermeiden. Nur mal zum Vergleich: Mein Peugeot hat KEIN ABS, KEINEN Airbag, KEIN Anti-Schlupf, schlechtere Bremsen, geringere Knautschzone, liegt nicht so gut auf der Strasse, hat KEINE Servolenkung…
Und auf das Verhältnis zwischen Euch beiden sowie zwischen
Vater und Kindern.
Wie sieht das denn so aus?
Das Verhältnis zwischen dem Vater und den Kindern ist gut, er
kümmert sich regelmäßig um sie und es gibt keine Probleme. Das
Verhältnis zwischen meinem Exmann und mir beschränkt sich
hauptsächlich auf die Anliegen der Kinder, dieses aber in
durchaus freundschaftlicher Weise.
Das ist ja schonmal positiv, weil zum einen wahrscheinlich ist, daß er Angstbekundungen der kinder ernstnehmen würde, und zum anderen gibt DIR das die Möglichkeit - um konkret zu werden und nicht nur „gegen Dich“ zu reden - ihm Deine Ängste nahezubringen. Siehe unten.
Wie gesagt, einerseits möchte ich mich gar nicht einmischen,
was seinen Umgang mit den Kindern betrifft, aber ich habe
einfach Angst, denn dass bei hohen Geschwindigkeiten eher was
passiert als bei, zumindest für mich, vernünftiger Fahrweise,
kann wohl kaum jemand bestreiten.
Wo willst Du denn da die Grenze ziehen? Wenn man gar nicht fährt, passiert garantiert nix im Auto, aber dafür vielleicht woanders…
Mein Rat ist, daß Du noch vor dem Urlaub versuchst, mal eine ruhige Minute mit ihm zu finden - face to face und ohne die Kids in der Nähe.
Erzähl ihm genau den letzten Absatz hier von Dir, bekräftige, daß Du ihm in dieser Hinsicht zwar vertraust, daß das aber leider nicht gegen Deine Ängste hilft, und Du viel besser schlafen könntest, wenn Du wüsstest, daß er einen Tick „softer“ fährt. Nur ein wenig. 180 statt 200 würden Dir schon reichen (tun sie natürlich nicht, aber dagegen kann er kaum was einwenden
), und von der Zeit her würden DIE 20 km/h ja nicht viel ausmachen.
Räume ein, daß Du Dir womöglich ein wenig zuviel Sorgen machst, aber er könne ja sicher verstehen, daß Du die nicht wegschnipsen kannst. Verlange kein Versprechen und keine „Kontrolle“, formuliere es einfach nur als Bitte, und betone das.
Sag ihm, daß Du ihm das hoch anrechnen würdest und ihm sehr dankbar wärst (damit kriegt man Männer immer rum - „beweisen“ musst Du ihm das ja nicht mehr *ggg*).
Ich hab keine Erfahrung mit „rasenden Ex-Männern“, aber das ist so das, was ich spontan machen würde.
Wenn das klappt, solltest Du damit in Kombination mit den anderen Anmerkungen hier im Thread halbwegs schlafen können 
Gruß,
Malte.