RASTET MAMA AUS ? (lang)

sonntagmorgen 8.15 uhr…
ich bin mit meinen nerven schon wieder vollkommen unten…
würde am liebsten wegrennen…zum glück ist morgen wieder kindergarten…noch 24 stunden…dann kehrt wieder ruhe ein!

doch nun zur vorgeschichte:
-kind (5) wird wach
-kind spielt in seinem zimmer (ca. 5 min)
-kind sucht im chaos seines zimmers ein spielzeug (muß es auch das kleinste püppchen sein?)
-kind kommt zu mama gerannt und brüllt: „mama, such das jetzt. sofort!“

  • mama sagt: „gutenmorgen mein schatz. komm, wir kuscheln noch ein viertelstündchen und stehen dann auf.“
    RUUUMMMMSSSS - BRÜLLLLL - SCHREI
    kind: „du gemeine mama - JEEEEHHHEEETZT!!!“
    (mama weiß, was jetzt kommt und schließt vorsorglich die fenster)
    das gebrülle des kindes nimmt an lautstärke und intensität zu. es ist ihm ruhig nicht mehr beizukommen. die lage schaukelt sich hoch. mama wird auch laut, so nach dem motto: „jeden tag dieser zirkus mit dir! ich mache das bald nicht mehr mit! wenn du wieder leiser bist, werde ich wieder mit dir reden, aber so nicht!“ KLATSCH, schon hat mama die flache hand des kindes im gesicht. kind brüllt: „so, das hast du jetzt davon, du böse gemeine mama!“ und geht hocherhobenen hauptes in sein zimmer. (woher er das hat? - keine ahnung, geschlagen wurde er noch nie.) mama wird auch wütend, geht hinterher und sagt laut: „das war nicht lieb von dir! du legst dich jetzt in dein bett, bis du wieder normal bist!“ jetzt eskaliert die situation gänzlich. das kind ist nur noch am brüllen, traut sich aber nicht aus dem bett raus. kind brüllt 45 (!) minuten lang und schleudert mama gemeinheiten entgegen. mama reagiert nicht, mama ist auch nur ein mensch! dann folgen 5 min ruhe. dann kommt das kind und sagt: „aber auf den rummelplatz gehst du heute mit mir! hast es gestern gesagt!“ mama weiß nicht, wie sie reagieren soll und antwortet: " so, wie du dich verhältst??? nein, da muß sich erst was ändern!"
    dieses kleine beispiel steht stellvertretend für so viele situationen, die ich fast täglich 2 - 3x mit meinem sohn erlebe. es ist schlimm aber ich frage mich, ob ich versagt habe / versage!!! das verhalten des kindes bringt mich mittlerweile so auf die palme, daß ich angst habe, auszurasten. der kleine ist einzelkind und trennungskind. er ist für sein alter (5) sehr selbstbewußt, kann sich auch bei älteren kindern durchsetzen und ist sehr intelligent.
    mittlerweile habe ich angst, mit ihm auf den spielplatz zu gehen, einzukaufen oder sonst etwas, weil er, sobald es nicht nach seinem kopf geht, wieder ausrastet und brüllt.
    sooft sehe ich andere mütter mit kindern, die etwas gemeinsam unternehmen, einfach spaß haben. das ist bei uns kaum möglich, weil das kind nicht hört und die situation eskaliert. bin ich eine schlechte mutter? habe ich einfach nur ein „bockiges“ kind? ich wünsche mir nichts mehr, als ein normales verhältnis zu meinem kind zu haben! aber ich hätte mich früher nicht getraut, meine mutter anzubrüllen, zu hauen, geschweige denn anzuspucken! eine frage des respekts?
    liebe www-ler: ich erwarte keine hilfe oder ratschläge, die bekomme ich von meist kinderlosen zur genüge. :smile:
    ich wollte einfach nur mal meinem unmut luft machen…obwohl, vielleicht gibts es ja mamas oder papas, die ähnliches erlebt haben. eure erfahrungen würden mich natürlich interessieren. es ist wirklich ein problem für mich, aber irgendwie sollte es einem doch gelingen, so einem kleinen rotzfrechen gör beizukommen.
    wenn ihr hintergrundinfos braucht, werde ich sie euch bei bedarf gerne geben.

l.

das nenn ich selbstbewußt
Hallo Lena,
nein, du hast nix falsch gemacht. Ist leider so. Bin schon so weit, dass ich, wenn meine Minizicken (12 und 13 Jahre) wieder austicken, meine Ohren auf Durchzug stell (Compi machts möglich). Außerdem zähl ich manchmal auch die Jahre rückwärts, die ich noch durchhalten muß, bis die beiden erwachsen sind.
tipp: wenns extrem wird, mach anderen Leuten in deinem Umfeld mal klar, dass du auch nur ein Mensch bist (irgendwann klappst du zusammen und dann?).
Kopf hoch…
*mitfühl* *starke-nerven-wünsch*
Gruß *wink* Daggi

Hallo, Lena,
ich bin auch wie meine Vorrednerin er Meinung, dass Du alles richtig machst.
Klar kostet das Nerven, aber Konsequenz ist das einzige, das ein Ende dieses Terrors verspricht.
Der Kurze geht in den Kindergarten und sieht natürlich auch, dass andere Kinder auf diese Tour bei weniger nervenstarken Eltern Erfolg haben. Was Deiner lernen muß (und wird) ist „Mit mir nicht!“

In diesem Alter merken Kinder zum ersten Mal, dass sie einen eigenen Willen haben und auch etwas damit bewirken können. Nun muß diese neue Fähigkeit natürlich ausprobiert werden. Funktioniert das immer? Mit allen Leuten? oder in manchen Situationen vielleicht nicht? Erziehung bedeutet Grenzen setzen. Aber auch die Grenzen so weit stecken, dass das Kind sich zu einem sozialen Wesen entwickeln kann. Das ist ein ständiger Anpassungsprozeß.
Ein Kind, dass es in diesem Alter mit den liebenden Eltern nicht lernt, den eigenen Willen im Zaum zu halten, wird es dann im späteren Leben anhand anderer - dann aber nicht immer liebevoller - Mitmenschen lernen müssen.
Also, ich wünsche Dir gute Nerven, und üblicherweise ist dies Phase in einiger Zeit vorbei.

Grüße
Eckard.

Hallo Lena,
erstmal: du bist nicht allein. Ich hab auch so ein Monster. Inzwischen ist er 10. Es wird nicht unbedingt besser, nur anders…
Aber besonders den fruehen Morgen, den du so beschreibst, der kam mir sehr bekannt vor. Bei uns war das sehr aehnlich, bis ich irgendwann mitgekriegt habe, dass der Kerl fast sofort nach der ersten Nahrungsaufnahme wieder menschliche Zuege annahm. Ich hab’s dann getestet: tatsaechlich: nach dem Aufwachen ohne Essen = Monster, 1/2 Flasche Milch = [fast] ein Engelchen. Nach dieser Beobachtung haben wir drauf geachtet, richtig, wenn er nicht genug zu essen hatte, rastete er ganz leicht aus. Wir haben ihn dann sogar auf Diabetes testen lassen (negativ zum Glueck), aber er scheint sehr unter schwankendem Blutzucker zu leiden und extrem darauf zu reagieren. Inzwischen sagt er manchmal selbst: Mama, red nicht mit mir, ich bin beinahe am Platzen, ich ess erstmal was (ich nehme an, in ein paar Jahren frage ich die Experten hier nach Diaetrezepten :wink: – Spass beiseite, seit wir darauf achten, dass er genug trinkt und nie zulange ohne Essen auskommt, ist es viel besser geworden.
Aber ich kann vor allen Dingen deinen Wunsch nach einem normalen Verhaeltnis nachvollziehen. Manchmal fuehle ich mich genauso wie du das beschreibst: am Ende. Und die Frage ob ICH etwas falsch gemacht habe/mache, stell ich mir auch oft genug. Ich hab schon ganze Kissen verbissen. Ausser oben habe ich nur einen Tipp: Geduld. Und ja, ich glaube, manche Kinder sind einfach trotziger, bockiger. Wichtig fuer uns finde ich vor allen Dingen: nicht nachtragend sein, immer wieder neu, d.h. ‚frisch‘ auf das Kind zugehen, damit sich keine Waende aufbauen. Und vor allen Dingen aufpassen, nicht immer in die selben Verhaltensschemas verfallen. Z.B. mal ganz anders reagieren: wenn das Kind bruellt: Ich hasse dich. Dann sagen: Und ich hab dich lieb. Oder aufstehen,im Nachthemd aus dem Haus gehen. Bei beiden Malen: Reaktion, Schock und „einrasten“ (statt ausrasten). Funktioniert aber bei Wiederholung immer seltener.

Also, viel Hilfe war das wohl nicht: aber immerhin weisst du vielleicht, dass nicht bei allen die perfekte Familie herrscht.

Viel Geduld und alles Gute
Elke

Hallo Lena,

wenn Du jetzt mal tatsächlich ausrasten würdest, was würde dann geschehen?

Gruß,

Wolfgang Berger

Hallo Lena

doch nun zur vorgeschichte:
-kind (5) wird wach
-kind spielt in seinem zimmer (ca. 5 min)
-kind sucht im chaos seines zimmers ein spielzeug (muß es auch
das kleinste püppchen sein?)
-kind kommt zu mama gerannt und brüllt: „mama, such das jetzt.
sofort!“

  • mama sagt: „gutenmorgen mein schatz. komm, wir kuscheln noch
    ein viertelstündchen und stehen dann auf.“
    RUUUMMMMSSSS - BRÜLLLLL - SCHREI
    kind: „du gemeine mama - JEEEEHHHEEETZT!!!“
    (mama weiß, was jetzt kommt und schließt vorsorglich die
    fenster)
    das gebrülle des kindes nimmt an lautstärke und intensität zu.
    es ist ihm ruhig nicht mehr beizukommen. die lage schaukelt
    sich hoch. mama wird auch laut, so nach dem motto: "jeden tag
    dieser zirkus mit dir! ich mache das bald nicht mehr mit!

Du machst es ja doch mit, jeden Tag

wenn

du wieder leiser bist, werde ich wieder mit dir reden, aber so
nicht!" KLATSCH, schon hat mama die flache hand des kindes im
gesicht. kind brüllt: „so, das hast du jetzt davon, du böse
gemeine mama!“

auch wenn ich jetzt gelyncht werde, mein Sohn hätte noch nicht wieder seine Hand aus meinem Gesicht und er hätte meine Hnad in seinem gesicht.

und geht hocherhobenen hauptes in sein zimmer.

(woher er das hat? - keine ahnung, geschlagen wurde er noch
nie.) mama wird auch wütend,

gut

geht hinterher und sagt laut:

„das war nicht lieb von dir! du legst dich jetzt in dein bett,
bis du wieder normal bist!“ jetzt eskaliert die situation
gänzlich. das kind ist nur noch am brüllen, traut sich aber
nicht aus dem bett raus. kind brüllt 45 (!) minuten lang und
schleudert mama gemeinheiten entgegen. mama reagiert nicht,
mama ist auch nur ein mensch!

richtig

dann folgen 5 min ruhe. dann

kommt das kind und sagt: „aber auf den rummelplatz gehst du
heute mit mir! hast es gestern gesagt!“ mama weiß nicht, wie
sie reagieren soll und antwortet: " so, wie du dich
verhältst??? nein, da muß sich erst was ändern!"

was?

dieses kleine beispiel steht stellvertretend für so viele
situationen, die ich fast täglich 2 - 3x mit meinem sohn
erlebe. es ist schlimm aber ich frage mich, ob ich versagt
habe / versage!!!

NEIN

das verhalten des kindes bringt mich

mittlerweile so auf die palme, daß ich angst habe,
auszurasten.

normal

der kleine ist einzelkind und trennungskind.

Das ist aber kein Grund, ihn in Watte zu packen. So wie sich mir das darstellt, versucht er seine Grenzen auszuloten. Du bist der Meinung(vielleicht liege ich auch falsch), dass er ja schon eine Menge mitgemacht hat und du ihn mit viel Liebe heilen kannst. Liebe bedeutet aber auch nein zu sagen konsequent. Es kann nicht sein, dass dein Sohn dich schlägt und anschreit und du setzt nichts dagegen. wenn du sagst, das war aber nicht lieb, ist das keine Reaktion.

er

ist für sein alter (5) sehr selbstbewußt, kann sich auch bei
älteren kindern durchsetzen und ist sehr intelligent.

Genau, gerade weil er sio intelligent ist, hat er das Spiel mit dir lang drin.

mittlerweile habe ich angst, mit ihm auf den spielplatz zu
gehen, einzukaufen oder sonst etwas, weil er, sobald es nicht
nach seinem kopf geht, wieder ausrastet und brüllt.

Kann man verstehen

sooft sehe ich andere mütter mit kindern, die etwas gemeinsam
unternehmen, einfach spaß haben. das ist bei uns kaum möglich,
weil das kind nicht hört und die situation eskaliert. bin ich
eine schlechte mutter?

NEIN!

habe ich einfach nur ein „bockiges“

kind? ich wünsche mir nichts mehr, als ein normales verhältnis
zu meinem kind zu haben! aber ich hätte mich früher nicht
getraut, meine mutter anzubrüllen, zu hauen, geschweige denn
anzuspucken!

Genau, warum lässt du es dir gefallen? Weil er schon so viel mitgemacht hat?

eine frage des respekts?

Ja

liebe www-ler: ich erwarte keine hilfe oder ratschläge, die
bekomme ich von meist kinderlosen zur genüge. :smile:

Jaja, kenn ich

ich wollte einfach nur mal meinem unmut luft machen…obwohl,
vielleicht gibts es ja mamas oder papas, die ähnliches erlebt
haben. eure erfahrungen würden mich natürlich interessieren.
es ist wirklich ein problem für mich, aber irgendwie sollte es
einem doch gelingen, so einem kleinen rotzfrechen gör
beizukommen.

Ja, setze ihm eindeutige Grenzen. Ist einfach gesagt, kostet aber viel Kraft. Stell dir aber bitte vor, wie es in zehn Jahren bei euch aussieht. Jetzt hast du noch die Chance, etwas zu verändern. Zeige ihm, dass du ihn lieb hast, aber lass ihm solche Sachen, wie oben beschrieben nicht durchgehen. Und noch was. Kinder lernen aus den unmittelbaren Folgen. Wenn also das Zimmer nicht aufgeräumt ist, kann er nicht spielen usw.

wenn ihr hintergrundinfos braucht, werde ich sie euch bei
bedarf gerne geben.

l.

Ich wünsche dir viel Kraft

Ordnazo

Hallo lena (süßer Nick, übrigens :smile:

eigentlich hast Du ja keine blöden Ratschläge von kinderlosen haben wollen, darum nur kurz das Zitat von nem Lehrer, das mir bei Deiner Geschichte spontan eingefallen ist: „Erstmal austesten wo die Grenzen sind - und dann nix wie ran an die Grenzen“ Wobei mein Bauch ja ganz doll bei dem Gedanken „Mama hauen“ und „Mama anspucken“ grummelt. Nur kann ich Dir mangels Erfahrung nicht sagen, wie da meine Reaktion ausfallen würde, aber ich fürchte da wäre’s Essig mit Jahrmarkt für den Tag…

Liebe Grüße

Petzi

Trennungsprobleme
Hallo Lena,
Du sagst Dein Sohn ist ein Trennungskind? Wie alt war er denn, als Ihr Euch getrennt habt und wenn die Frage erlaubt ist, gab es seid dem andere Männer, die er kennengelernt hat / kennenlernen mußte?
Ich finde die Ursache liegt darin, daß er die Trennung nicht richtig verkraftet hat und Du zu dem Zeitpunkt (warscheinlich aus Rücksicht ihm gegenüber) zugelassen hast, daß er die Grenzen weiter ziehen konnte, als es Dir recht ist.
Ein Kind, welches kommt und sagt „… such mir das SOFORT …“ hat ein sehr großes Problem und Du mit Ihm erst recht. Wenn dann noch die von Dir geschilderten Schläge und das Spucken dazukommen muß ich Dir leider sagen, auch wenn es weh tut, da hast Du grundlegende Fehler gemacht.
Jetzt wird es schwer das wieder in die Bahnen zu lenken, die Du Dir wünschst.
Eine Möglichkeit ist der sanfte Weg. Bring Verständnis für Ihn auf und versuch das direkte Gespräch zu finden. Du sagst selbst er ist sehr intelligent, frag Ihn nach seinen Problemen.

Ich persönlich würde zwar die harte Tour vorziehen, aber ich bin auch keien Mutter und ehe ich hier von den anderen gelüncht wreden - nach dem Motto, das Kind kann doch nichts dafür - nehme ich mich etwas zurück und plädiere für den sanften weg. Trotzdem würde ich im Moment solcher Ausraster hart bleiben. Also Rummel wäre für diese Woche gestorben.
Gruß Dobbs

Hallo Lena,

das hört sich für mich ja alles sehr traurig an. Da hat sich wohl eine Entwicklung eingependelt, die sich irgendwann, wenn nichts Grundlegendes passiert, zu einem wirklichen Drama hochschaukeln kann. Und wer will das schon?

Aus Deinen Beispielen lese ich auch heraus, dass Du selbst doch sehr unzufrieden bist. Kinder haben da ein sehr feines Näschen für. Nur leider gibt es wohl keine Patentrezepte, um derlei abzustellen. Aber vielleicht kann ich Dir doch irgendwie helfen, da ich Ähnliches auch erlebt habe.

Ich finde, es ist wichtig, dass Du diese „bösen Vorahnungen“ irgendwie schaffst, abzustellen. Also, dass Du schon weißt, wie es früh morgens ablaufen wird. Das kannst Du probieren, indem Du eben zu einer Zeit aufstehst, von der Du weißt, dass der Junge da noch schläft. Dann könntest Du ein gemeinsames Frühstück vorbereiten, den Kleinen wecken, und ihr esst zusammen in aller Ruhe… Und so weiter!

Ich habe die Erfahrung gemacht, zumindest bei meinem Sohn, dass ein sehr geregelter Tagesablauf, also die zu Recht viel gepriesenen Rituale, Spannungen nehmen und das Kind ruhiger werden lassen.

Nun zu den Überreaktionen: Wenn mich mein Kind schlägt oder anspuckt, dann ist für mich eine Grenze erreicht worden, die ich als Mutter sowieso aber auch als Mensch im Allgemeinen so nicht tolerieren kann. Das soll nicht bedeuten, dass Du zur Schlägerin werden sollst. Das kann es ja dann auch nicht sein. Aber was passiert wohl, wenn Dein Kind in der Kita ein anderes so behandelt? Ich gebe Dir Brief und Siegel darauf, dass dieses andere Kind sich entsprechend revanchieren wird. Spuckt Dich Dein Sohn an, dann spuck doch einfach mal zurück. Und ziehe Dich dann zurück, sei offen traurig, zeige, wie sehr Dich diese Handlung verletzt hat. Bestrafungen wie ins Bett stecken oder derlei provozieren nur noch mehr Bockigkeit. Mit echten Gefühlen kommst Du da vielleicht weiter. Schließlich muss jeder Mensch lernen, dass eine Handlung immer auch eine Reaktion hervorrufen wird.

Ich wünsche Dir mehr Ruhe und Ausgeglichenheit. Denn diese werden dann auch auf die Gemütsverfassung Deines Kindes überspringen. Davon bin ich überzeugt!

Viele liebe Grüße
Jana

Hallo Lena,

ist er schon immer so ein cholerischer Typ gewesen oder erst neuerdings ? Es gibt Kinder, die kommen schon zornig zur Welt. Aber ich hab nicht den Eindruck, als seist du so ein Verhalten gewohnt, oder ?

Ich hab eine, die auch schnell mal „auf dem Teller dreht“ . Speziell für sie hab ich eine Strategie entwickelt. Vielleicht hilft sie dir ja auch (manchmal).
Sobald ich merk, sie schaukelt sich wieder hoch, lass ich innerlich eine Klappe fallen. Dann guck ich schon mal ziemlich entschlossen und streng und spreche betont ruhig und leise. Von diesem Punkt an gibt es kein Abwiegeln meinerseits mehr. Ich stell mir vor, ich bin ein Fels.

Manchesmal macht sie dann, unter größter Anstrengung, einen Rückzieher.

Wenn nicht, gilt : ich nehm es mir nicht zu Herzen. Ruhig bleiben, leise bleiben, entschlossen bleiben. Vorher wissen, was ich tu , wenn.
Jemand, der austickt, geht in sein Zimmer, bis er wieder in der Lage ist, sich zu verständigen. Notfalls trag ich sie in ihr Zimmer. Dann brüllt sie und stampft und heult. Wenn es wieder gut ist, darf sie wieder raus kommen und dann wird das besprochen. Nicht das Thema des Streits, sondern die Art der Auseinandersetzung. Über das eigentliche Thema sprechen wir, " Wenn ich nicht mehr sauer bin". (Auch wenn ich’s gar nicht bin, aber das muß sie ja nicht wissen.)
Zu Anfang ist sie dann dreimal hintereinander ausgerastet. Aber das hat sie sich, schlau wie sie ist, bald abgewöhnt.
Das gilt übrigens auch für unterwegs. Wenn es „wieder soweit ist“, brechen wir ab, was immer wir gerade tun und gehen. Omas und Tanten, Verkäufer und Passanten ( das reimt sich sogar) finden das zumeist unmöglich, aber meine Lise weiß, daß anderer Leute Meinung mich selten beeindruckt. Mittlerweile macht sie’s eigentlich nur noch zu Hause und sehr selten.

Probier’s, wenn du kannst. Betrachte den wütenden Troll als interessantes Forschungsobjekt. Manchmal geht es nur mit Distanz. Nicht Kälte, nicht Lieblosigkeit. Nur einen Schritt zurücktreten und standhalten . Du zeigst, dass du dir sicher bist und dich nicht manipulieren läßt. Und vielleicht ist es genau das, was so ein Kind braucht.

Grüsse

Heike

Hallo…

Ich schreibe Dir jetzt mal um etwas aus meinen eigenen Erfahrungen zu sagen… Wobei ich gestehen muß, daß ich die anderen Antworten nur überflogen habe und gelesen habe „für mich ist dann die Grenze erreicht“, „Du machst alles richtig“, „Die Trennung ist schuld“…

Ich möchte das ganze mal allgemeiner angehen…

Ich denke, daß man durchaus sagen kann, daß Trennungskinder ihren Altersgenossen aufgrund ihrer Lebensumstände ein wenig voraus sind. Du hast geschrieben, daß Dein Kind intelligent wäre. Wir stoßen hier schonmal auf eine Problematik, die Dich als Mutter (die Intelligenz Deines Kindes) sicherlich sehr stolz macht, auf der anderen Seite aber auch für das Kind eine sehr große emotionale Belastung darstellen kann. Die Alarmglocken da sollten schrillen, wenn das Kind sich entweder zurückzieht oder stark aggresiv gegenüber Altersgenossen auftritt. Dann ist es vielleicht an der Zeit etwas zu ändern. Hierbei können Dir verschiedene Beratungsstellen eventuell Auskunft geben.

Ausserdem halten und krallen sich Kinder immer an gewohnten Abläufen fest - wenn sich entwas im Leben eines Kindes verändert (zumindest in diesem Alter) hat das einen direkten Einfluß auf sein Verhalten. Ich denke mal, daß Dein Kind selbst nicht weiß, warum es sich manchmal so „aufführt“. Kinder sind nicht in der Lage so wie wir während oder bevor wir Handeln die Konsequenzen ihres Handelns abzuschätzen. Sie handeln sehr emotional und intiuitiv… Ich würde mal nachforschen, ob Dein Kind in seinem sozialen Umfeld unter Gleichaltrigen vielleicht ausgegrenzt wird und daher dieses erhöhte Aggressionspotential aufkommt.

Ich habe mit sowas auch selbst persönliche Erfahrungen gemacht (meine Tochter ist inzwischen 6 und hat diese „Phasen“ zum größten Teil hinter sich) - falls es Dich interessieren sollte, kannst Du mir ja gerne eine Mail schicken. Aber beachte bitte, daß es für die Lösungen von Problemen nie ein allgemeingültiges Rezept gibt.

Viel Glück…

Hai, Lena,

zum ersten: Du bist keine schlechte Mutter!!!
(ich hab sogar eher den Verdacht, Du bist eine „zu gute“ Mutter)

Zur Erklärung: ich hab zwar selbst keine Kinder, hab aber bei 'ner Freundin genau diesen Effekt beobachten können und ihr und ihrem Sohn da raushelfen können (und krieg seit dem öfters sogenannte Problemkinder „auf’s Auge gedrückt“ :wink: )
Nun zu den Ratschlägen meinerseits:
ich habe den Verdacht, daß Du Dich seit der Trennung alleine um Dein Kind kümmerst, also ohne Pause und Zeit für Dich. Daraus resultiert natürlich eine hohe Grundspannung Deiner Nerven und Kinder kriegen das ratzfatz mit und spielen auf Deinen Nerven wie auf einer Harfe. Mögliche Lösung: liefer das Teil für ein Wochenende bei einer Tante/Freundin/Oma/Onkel/Freund/Opa ab. Natürlich nicht mit so Sprüchen wie „Du bist gemein, ich geb Dich jetzt weg“, sondern eben mal zu Besuch. Du hast dann mal Zeit für Dich und kannst Luftholen und Deine Kröte sieht, daß es auch andere Menschen gibt (die sich vielleicht nicht so ohne weiteres beeinflussen lassen).
Zum konkreten Fall:
Laß eine gesunde Portion Egoismus walten - Du bist die Mutter und nicht die Sklavin Deines Kindes. D. h. Dein Kind ist alt genug, um Dich Sonntags-morgens in Ruhe zu lassen, kommt’s doch an, dann: „Laß mich in Ruhe“, Tür zu.
Dein Kind ist alt genug, um zu verstehen, daß es sein Zeug alleine ordnen muß (auch, wenn „Kinder-Ordnung“ nicht unbedingt das selbe ist wie „Erwachsenen-Ordnung“ :wink: ), wenn im Kinderzimmer das Chaos so zugenommen hat, daß Du die Spielsachen Deines Klein-Monsters suchen musst (wieso tust Du das eigentlich?), dann muß eben aufgeräumt werden. Hier hilft gelegentlich die Drohung des blauen Müllsacks - alles, was beim Finden stört, muß eben in den Müll…
Dein Kind haut Dich: würdest Du Dir das von irgendjemand anders gefallen lassen? Warum dann von Deinem Kind? Haut’s Dich, haust Du zurück (natürlich nicht den Kopf von den Schultern schlagen) aber gleich und ohne jede weitere Diskussion; ebenso beim Spucken - Du bist nicht der Prügelknabe für Dein Gör!
Zu den Tobe-Anfällen: laß ihn doch schreien - einfach ignorieren (wobei das „einfach“ natürlich leicht gesagt ist), jegliche Reaktion Deinerseits auf dieses Verhalten bestätigt und verstärkt es nur.
Nochmal zusammengefasst: versuch, Dir ein paar Tage „Urlaub“ zu verschaffen.
Leg Dir eine gesunde Portion Egoismus zu, nur so kann Dein Sohn lernen, daß auch Du eine eigene Person bist und nicht Leibdiener eines verzogenen Balges…

Alles Gute und gute Nerven
Sibylle

Hallo Lena,

kann sich auch bei
älteren kindern durchsetzen und ist sehr intelligent.

Was verstehst Du darunter? Ich meine, geht das zu Lasten anderer Kinder? Setzt er sich gegen jüngere und ältere Kinder durch, so kann er sehr einsam sein, unangepasst, schlecht integriert…?

Ist mir nur so eingefallen.

Vielleicht möchte er richtige, liebevolle Zuwendung und ruft aber mit seinem Verhalten das Gegenteil hervor (auch bei Dir, trotz Deiner Bemühungen, die vermutlich verkrampft sind (in Erwartung der nächsten Krise))?
Meinst du, er fühlt sich geliebt, angenommen, so wie er ist (mit seinen Wutanfällen)?

Viele Grüsse,
Deborah (1 Kind)

sonntagmorgen 8.15 uhr…

Hi lena,

meiner armen Schwester ergeht das ähnlich mit ihrem Sohn. Komischerweise macht das Kind mit mir nicht solche Zicken. Na ja.

Da habe ich doch eine Geschäftsidee: Mütter geben ihre Kinder nach der Geburt bei mir ab. Nach achtzehn Jahren erhalten sie die Krampen dann sozialisiert zurück, wenn sie wollen. (lol)

Im Ernst. Das Kind kennt seine Grenzen nicht. Lese mal Piaget.

Gruß

Zusatzinfos!!!
hallo,
zunächst vielen dank für eure statements, sie haben mich z.T. wieder „runtergeholt“.
hier nun folgendes als direkte antworten:

@ deborah:
daß er sich durchsetzen kann, auch gegenüber älteren kindern, liegt an seinem sehr ausgeprägten selbstbewußtsein. er IST voll integriert (z.b. kiga), hat viele freunde und kommt im allgemeines gut zurecht. liebevolle zuwendung bekommt er, keine frage. von mir, seinem papa, omas, opas,…usw.
ich WEISS, daß er sich trotz seiner wutanfälle angenommen fühlt, er sagt oft: „mama, ich weiß auch nicht, warum ich manchmal so böse bin, ich will das eigentlich gar nicht!“

@ dobbs und sibylle:
thema „trennung“. nein, daran liegt es definitiv nicht. er verhält sich genauso wie früher. sein vater und ich verstehen uns ganz gut, sprechen miteinander, soweit das möglich ist und wir verfolgen „erziehungstechnisch“ ein gemeinsames ziel.

@ wolfgang:
…das weiß ich nicht und will es, ehrlich gesagt, auch gar nicht wissen!

@ all:
vielleicht bin ich zu nachsichtig, da könnt ihr recht haben. verkrampft bin ich nicht, das kind ist auch nicht unterfordert, wie oft angenommen wurde.
vielleicht bin ich wirklich urlaubsreif und werde mir ein paar tage ruhe gönnen. schließlich überträgt sich die befindung der mutter auf das kind.

grüße
lena

Guter Tipp!
Danke, Heike,
mit meiner Fünfjährigen habe ich teilweise ähnliche Probleme (auch ohne Trennung) und fahre eine ähnliche Strategie und bin jetzt sehr dankbar für die ergänzenden Tipps und die Ermutigung.

Vor allem schick ich sie erstmal nachdrücklich auf ihr Zimmer, und da ich einen BAndscheibenvorfall fürchte und eine mit Gewalt strampelnde Fünfjährige keine leichte Last ist, packe ich sie im Verweigerungsfall ziemlich fest an. Hat auch den Vorteil, dass ich mich so erstmal selbst beruhigen kann, während sie sich in ihrem Zimmer „ausschreit“. Wenn sie wieder da ist, üben wir, wie sie höflich mit mir reden kann: nicht weinerlich und nicht nuschelig usw. In vielen Fällen ist auch eine Entschuldigung fällig. Finde es wichtig, dass das Kind weiß, wie es mit mir reden kann und wie nicht.

Noch für Lena:

Bei uns gibts ein festes Ritual Sonntagmorgen, auch wenns phantasielos ist: Fernsehen. Dafür verzichten wir tagsüber fast ganz drauf. Aber gerade Sonntagmorgens ist nach meinen Recherchen in vielen Familien extreme Problemzone und wir wollen alle noch Mensch bleiben. Wenn du dir die Fernsehprogramme Sonntag morgens ansiehst: die Sender sind genau dadrauf eingestellt. Danach lecker Brötchenholen.

Wenn ihr etwas Sonntags vorhabt, es schon „besprochen und verkündet“ ist, nur in extremen Notfällen wegen Fehlverhalten „streichen“. Ausnahme: Wenn vorher klar ist, dass diese Sache als Belohnung für z. B. „einen Morgen lang nur höflich reden“ gedacht ist. Denn erstens: Die Kinder sollen vorher möglichst genau wissen, welches Verhalten welche Strafe nach sich zieht. Wenn irgendetwas als schrecklich Empfundenes für irgendetwas unwichtig Erscheinendes eintritt, ist es schwer, Maßstäbe zu entwickeln. Die Folgen des Verhaltens sollten kalkulierbar sein. Und zweitens: bestraft bist du, denn du musst dann den ganzen Sonntag lang ein übelgelauntes Monster ertragen.

Allerdings kannst du ruhig mit dem Jungen besprechen, warum du nicht gern was mit ihm unternimmst. Am besten ihr unterhaltet euch einmal, was passiert, wenn er zum Beispiel auf einem Spielplatz ausrastet. Sag ihm dann: Wir gehen dahin, aber wenn du Sachen herumwirfst oder schreist oder auch nur so tust, als würdest du jemanden schlagen, dann gehen wir sofort nach Hause.
Und dann vielleicht die Attraktivität der Ziele langsam steigern: Hat ja geklappt auf dem Spielplatz, nächstes Mal können wir vielleicht ja sogar auf den ganz großen Spielplatz gehen und ein richtiges Picknick mitnehmen. Und wenn das funktioniert, könnten wir in den Zoo gehen…
Grüße
Juliane

Hallo Lena,

ist er schon immer so ein cholerischer Typ gewesen oder erst
neuerdings ? Es gibt Kinder, die kommen schon zornig zur Welt.
Aber ich hab nicht den Eindruck, als seist du so ein Verhalten
gewohnt, oder ?

Ich hab eine, die auch schnell mal „auf dem Teller dreht“ .
Speziell für sie hab ich eine Strategie entwickelt. Vielleicht
hilft sie dir ja auch (manchmal).
Sobald ich merk, sie schaukelt sich wieder hoch, lass ich
innerlich eine Klappe fallen. Dann guck ich schon mal ziemlich
entschlossen und streng und spreche betont ruhig und leise.
Von diesem Punkt an gibt es kein Abwiegeln meinerseits mehr.
Ich stell mir vor, ich bin ein Fels.

Manchesmal macht sie dann, unter größter Anstrengung, einen
Rückzieher.

Wenn nicht, gilt : ich nehm es mir nicht zu Herzen. Ruhig
bleiben, leise bleiben, entschlossen bleiben. Vorher wissen,
was ich tu , wenn.
Jemand, der austickt, geht in sein Zimmer, bis er wieder in
der Lage ist, sich zu verständigen. Notfalls trag ich sie in
ihr Zimmer. Dann brüllt sie und stampft und heult. Wenn es
wieder gut ist, darf sie wieder raus kommen und dann wird das
besprochen. Nicht das Thema des Streits, sondern die Art der
Auseinandersetzung. Über das eigentliche Thema sprechen wir, "
Wenn ich nicht mehr sauer bin". (Auch wenn ich’s gar nicht
bin, aber das muß sie ja nicht wissen.)
Zu Anfang ist sie dann dreimal hintereinander ausgerastet.
Aber das hat sie sich, schlau wie sie ist, bald abgewöhnt.
Das gilt übrigens auch für unterwegs. Wenn es „wieder soweit
ist“, brechen wir ab, was immer wir gerade tun und gehen.
Omas und Tanten, Verkäufer und Passanten ( das reimt sich
sogar) finden das zumeist unmöglich, aber meine Lise weiß, daß
anderer Leute Meinung mich selten beeindruckt. Mittlerweile
macht sie’s eigentlich nur noch zu Hause und sehr selten.

Probier’s, wenn du kannst. Betrachte den wütenden Troll als
interessantes Forschungsobjekt. Manchmal geht es nur mit
Distanz. Nicht Kälte, nicht Lieblosigkeit. Nur einen Schritt
zurücktreten und standhalten . Du zeigst, dass du dir sicher
bist und dich nicht manipulieren läßt. Und vielleicht ist es
genau das, was so ein Kind braucht.

Grüsse

Heike

2 „Gefällt mir“

Hallo Caspar,

ulkigerweise können meine drei Kinder sich „woanders“ auch immer sehr zivilisiert benehmen. Sie sagen „Bitte“ und „Danke“ und „Darf ich“ und können aufmerksam zuhören. Abgeschlagene Wünsche werden hingenommen und dergleichen mehr. Daß sie das können, zeugt ja nicht gerade von schlechter Erziehung, oder ?
Ihre Krallen und Zähne wetzen sie zu Hause, nicht beim interessanten, kurzweiligen Onkel. Mit fremden Kindern hab ich ja auch keinen Streß …

Grüsse

Heike

1 „Gefällt mir“

Hallo,
diese Verhalten kennen sicher viele Eltern (und dann der Kommentar z.-B. der Grosseltern: Ich weiss gar nicht, was Ihr habt, das Kind ist doch lieb und brav!" *?!$§?!*

Liegt es nicht daran, dass die Kinder bei ihren Eltern, mit denen sie am meisten zusammen sind, natürlich auch am ehesten /zuerst die Grenzen austesten? Und als Eltern ist man dann in dieser Mühle drin. Bei „Fremden“ dauert es länger, bis sie es versuchen. Deswegen auch als Eltern lernen: hart bleiben, Grenzen setzen, - was schwer fällt! Deswegen kommt es ja zu dem Verhalten!

Viele Grüsse,
Deborah *mitkindintrotzphasenpause-aufholzlopf*

Hallo Lena,

ich möchte jetzt nicht alle Antworten durchlesen, weiß deshalb nicht, ob die folgenden Rat schon mal bekamst:

bei unserem jüngsten (mittlerweile ist er 17) ging ich damals wie folgt vor:

Klemm dir das Kind zwischen die beine und halte entweder mit den Armen den ganzen Oberkörper oder die handgelenke umklammert. und zwar so lange, bis er sich beruhigt. Sag ihm dabei immer wieder, dass du ihn liebst, dass alles in ordnung ist und du ihn los lässt, sobald er wieder runter kommt.

überleg dir aber vorher, ob du die kraft dazu hast, ihn möglicherweise eine stunde (!!!) so festzuhalten. er wird sich mit einer unglaublichen kraft dir zur wehr setzen. solltest du dir das nicht zutrauen, lass es lieber gleich bleiben, denn dann hat er wieder gewonnen.

bei meinem sohn war diese „tortur“ vielleicht 5 - 6 mal notwendig.

zufällig habe ich am sonntag mit meiner tochter darüber gesprochen. meine Tochter ist Erzieherin. Sie erklärte mir, dass dies - was ich damals nicht wusste - eine anerkannte Erziehungsmethode sei, sich aggressiv verhaltende Kinder „runter zu bringen“.

"s klappt tatsächlich.

Gerne kannst du dich per eMail bei mir melden.

Gruß
Gisela

Hallo Hieke und andere,

Ihre Krallen und Zähne wetzen sie zu Hause, nicht beim
interessanten, kurzweiligen Onkel. Mit fremden Kindern hab ich
ja auch keinen Streß …

Ich glaube nicht, dass es der kurzweilige Onkel ist. Für mich ist es auch ein Stück des Vertrauens: „Bei meinen Eltern darf ich so sein, ohne dass sie mir ihre Liebe aufkündigen.“

Ich habe zumindestens alle Widerborstigkeit meiner Tochter, die aber glücklicherweise nicht so weit ging wie bei lena, damit auch ein wenig leichter ertragen können, dass es ein Zeichen des Vertrauens meines Kindes in die Sicherheit ist, die ich ihr biete.

Gruß, Karin

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