Moin Enno,
Es scheint, daß durch das Betonen,
das Offensichtliche eine andere Qualität gewinnt. Wie ist das
psychologisch zu erklären ? Mich würden auch Hinweise auf
ähnliche Phänomene interessieren.
Die meinsten Raucher setzen Rauchen vermutlich erstmal mit Genuß gleich. Sicher wissen die meisten Raucher auch um die Gefahren, die mit Zigarettenkonsum verbunden sind, aber gerade, wenn man sich ansonsten gesund und munter fühlt, denkt man vielleicht nicht unbedingt, dass diese Gefahren etwas mit einem selbst zutun haben. Das Wissen um die Gefahren wird also verdrängt.
Andererseits setzen sich die meisten Menschen hin und wieder mal mit dem Tod auseinander, sei es, weil ein Familienmitglied, ein Nachbar oder Bekannter stirbt oder weil das Thema grad mal wieder „dran“ ist. Auch dieser Gedanke, wird jedoch häufig verdrängt.
Durch die Kombination von „Rauchen“ und „tödlich“ werden somit zwei Gedanken aus dem Hintergrund angeregt, einmal die Gesundheitsgefährdung des Rauchens, zum anderen das Wissen um die eigene Sterblichkeit. Diese beiden Gedanken gekoppelt verstärken einander, insbesondere dann, wenn man grade dabei ist, eine Zigarette zu rauchen.
Bei gesunden fitten Menschen, mag das immer noch nicht ausreichen und nicht wirklich ins Bewusstsein vordringen (oder veralbert werden, wie bei den Jugendlichen) aber bei anderen Menschen, kann noch ein dritter verstärkender Gedanke dazukommen, nämlich bei Menschen, die nicht ganz so gesund sind und wissen, dass sie eigentlich eh nicht rauchen sollten (und sei es „nur“ wegen der Pille z.B.). Hat man ein ernstes Gesundheitsproblem, ist der Gedanke an den Tod vielleicht eh präsenter. Da könnte ich mir vorstellen, dass der Hinweis vielleicht doch zumindest ein mulmiges Gefühl auslöst.
Ähnlich funktioniert das auch bei der Werbung. Man versucht Aussagen miteinander in Verbindung zu bringen und dies an eine persönliche Erfahrung oder Erlebniswelt des Konsumenten zu koppeln. Dies natürlich dann auf eine positive Art und Weise. Fiktives Beispiel für ein Erfrischungsgetränk: „Dynamozisch macht fit“ als Angebot an Sporttreibende (Sport = fit als persönliches Erleben).
Gruss
Marion