Hallo Tinchen,
wie würdet ihr reagieren wenn ihr im Zimmer eurer 11-jährigen
(fast 12) Tochter eine angefangene Schachtel Zigaretten finden
würdet?
Erstmal bei mir selber bleiben, also dem Kind sagen, was diese Entdeckung mit MIR macht: Schreck, Enttäuschung, Angst, Wut, Hilflosigkeit… Sowas beeindruckt Kids oft mehr als Verbote oder Drohungen (bzw. Krankheiten), weil es ganz unmittelbar und echt ist.
Ich würde dem Kind auch klarmachen, dass ich zwar (noch) die Verantwortung trage, aber nicht mehr so viel Einfluss auf bzw. Kontolle über das Kind habe, so dass es nun selbst einen Teil der Verantwortung für sich übernehmen muss. Dies betrifft auch das Rauchen. Ich werde es nicht verhindern können, sondern muss darauf vertrauen, dass das Kind gut und verantwortungsvoll mit sich umgeht. So fühlt das Kind sich ernst genommen und nicht nur gemaßregelt, was es vielleicht offener für das weitere Gespräch macht.
Dabei kann ich natürlich Hilfestellungen anbieten und geeignete Maßnahmen vorschlagen, wie man in Zukunft mit dem Rauchen umgehen könnte. Möglicherweise hat das Kind auch selbst konstruktive Vorschläge dazu.
Ob und wie so ein Gespräch stattfinden kann, liegt natürlich sehr an der Art, wie ihr üblicherweise miteinander umgeht und in einer Phase des offenen Streits wird es auch nicht funktionieren. Aber wichtig finde ich vor allem, dem Kind eure eigenen Gefühle dazu mitzuteilen, denn die sind da und machen was in euch.
Viel Erfolg
Ulla
Eine passende Vorgeschichte vor ca. 1 1/2 Jahren in der 4.
Klasse gab es auch schon. Damals wurde die Dame mit der
mitqualmenden Freundin ruckzuck zum Aussenseiter in der Klasse
die das Verhalten ebenso daneben fanden wie die Eltern.
Ich nehme nicht an, dass Zigarettenverbot, Hausarrest,
Taschengeldkürzung etc. wirkungsvoll sein würden. Ausserdem:
pädagogisch wertvoll???
Ratlose Grüße,
Tinchen