nein, Eltern-Arbeit
Hallo Alex,
Ich halte - zumal bei unserem Juengeren, der zu un-
ueberlegten, waghalsigen Aktionen neigt - die Gefahr,
dass er sich mit etwas Motorisiertem mal hinlegt (ums
salopp auszudruecken) fuer relativ gross. Je laenger
ich diese Kombination von Sohn+Motor hinauszoegern kann,
je wohler fuehle ich mich. Die Fuehrerscheinregelung
gilt uebrigens auch noch darueber hinaus: wir zahlen nur
den Autofuehrerschein, wenn sie den Motorradfuehrerschein
erstmal nicht machen
Also DAS in verbindung mit den „waghalsigen aktionen“… tsts.
Warum kein mofa? So lernt man auch verantwortung im
straßenverkehr…
Verstehe ich das richtig, daß du ein auto für sicherer hälst,
mit betonung auf „FÜR IHN SELBST“???
Du uebersiehst einiges:
- Mofas (allerdings auch Fahrraeder) und Mopeds und
Motorraeder haben keine Knautschzone. Die Verletzungs-
gefahr fuer den Fahrer sind ungleich groesser.
- Mofas und Mopeds werden von unter-18-jaehrigen gefahren.
Die Chancen steigen jaehrlich, dass er mit zunehmendem
Alter vernuenftiger wird.
- Motorraeder reizen zu einer anderen Fahrweise (auch
bei den ueber-18-jaehrigen) wie kleine, moppelige
Autos. Einen Porsche wuerde er von uns auch nicht
kriegen (selbst wenn wir uns das leisten koennten).
Es geht mir auch nicht darum, es zu belohnen, wenn er keinen
mist baut, sondern ihn auch ruhig mal zu betrafen, wenn er es
doch tut.
Wo hab ich das geschrieben, dass wir das nicht tun?
Darum ging es in meinem Posting nicht. Es ging um
den zusaetzlichen Anreiz den Fuehrerschein bezahlt zu
bekommen.
DAS fällt mir hier irgendwie unter den tisch.
Vielleicht in diesem Posting (hab ich erklaert)
und vielleicht weil du das gerne so sehen willst, denn
es ist nicht das erste Posting, in dem du in diese
Kerbe haust.
Ich moechte aber zu bedenken geben, dass wir nach
Methoden suchen, die wirken. Wenn die Methoden nicht
wirken, muss man zurueckpaddeln und was anderes
probiern. Nur Strafen fordern ist nicht sehr
hilfreich (was nun aber ueberhaupt nichts darueber
aussagt, ob wir unseren Kindern Grenzen setzen
und sie - wenn noetig - bestrafen, bzw. wie das
geschieht).
Was das Rauchen betrifft- und davon war ja eigentlich
die Rede - ist meine Erfahrung die gleiche wie die
vieler anderer: Strafen (allein) nuetzen gar nichts.
Wenn Erziehung so einfach waere:
Untat --> Strafen --> gebessertes Verhalten
dann wuerden, glaube ich, nicht so viele Eltern um
Rat und Hilfe bitten.
Wie soll man da eine entwicklung beeinflussen?
Er hat seine schäflein schonmal im trockenen und weiß so, daß
er nichts tun kann, was seinen „zugesicherten“ führerschein
noch gefährden könnte…
Quatsch. Immerhin muss er vier Jahre lang zusehen,
wie seine Freunde alle mit Mofa durch die Gegend eiern,
waehrend er sich mit Bus und Fahrrad ‚abplagt‘.
Na, dann viel glück noch
Weisst du, diese ironische Art kannst du dir
hier wirklich sparen. Wenn hier jemand schreibt,
dass er ein Problem mit der rauchenden, 11-jaehrigen
Tochter hat, dann kannst du dir sicher sein, dass
das nicht das einzige Problem ist. Kinder sind naemlich
niemals problemfrei. Und Probleme existieren nicht
in Isolation. Es ist nur das Problem, dass zur Zeit
auf den Naegeln brennt und zu dem man gerne Meinungen
hoeren wuerde. Bei uns ist z.Zt. Rauchen auch ein
Thema, neben:
Schulmotivation / Umzug in ein anderes Land/andere Sprache/
anderes Schulsystem / Selbstwertgefuehlen / Problem: wie
finde ich (die richtigen) Freunde? / wieviel Freiheit darf
ich als 14jaehriger haben? / wie dekoriere ich mein Zimmer? /
was darf ich am Internet? / warum muss ich morgens fruehstuecken? /
muss man wirklich Zaehne putzen? / meine Pickel gehen nicht weg /
mein Bartwuchs kommt nicht / ich moechte gerne Karate lernen? /
ich will nicht zur Nachhilfe / das Maedchen, in das ich verknallt
bin, interessiert sich nicht fuer mich / ich hab das Busticket
verloren und wurde kontrolliert / die anderen haben alle
ein Handy / soll ich mich konfirmieren lassen? / mein
Bruder geht mir auf die Nerven …
Ich koennte noch seitenweise weiter machen.
Was ich damit zeigen wollte, war dass die Trockenschwimmuebungen
in Bezug auf Erziehung von Schreibern wie dir zur Kenntnis
genommen, aber nicht unbedingt ernstgenommen werden.
Erziehungsarbeit ist wesentlich komplexer.
Gruesse
Elke