Raumtemperatur im Winter

Warum kommen einem im Winter 20 Grad in den Räumen kälter vor als 20 Grad im Sommer im Freien.


[Verschoben: SozialwissenschaftenPhysik - Mod Kreszentia]

Das kommt nur, weil Deine gewöhnliche Wohntemperatur wahrscheinlich deutlich wärmer ist. Mir kommen 20 Grad warm vor, weil ich normalerweise in der Wohnung 18 Grad habe.
Es ist also immer eine Frage der Gewohnheit

Interessant, mir kommen 20°C im Sommer im Freien kälter vor als 20° im Winter in der Bude; also genau umgekehrt …
:thinking:

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Ein Teil solch einer Empfindung kann sich aus dem fehlenden Anteil infraroter Wärmeabstrahlung von naheliegenden Objekten gegenüber der reinen Lufttemperatur erklären .
Luft am sich nimmt eigentlich nur sehr ungern Wärmeenergie auf und speichert sie auch nur in geringem Maße .

Den Effekt der ( infraroten ) Wärmeabstrahlung von Objekten spürst Du sehr deutlich , wenn Du Dich mal einem heißen Heizkörper oder einem gut vorgeheizten Backofen von der Seite her näherst . Ab einem bestimmten Abstand merkst Du zunehmend deutlich ein Wärmegefühl auf der dem heißen Objekt zugewandten Seite Deines Körpers .

Das ist die Infrarotstrahlung vom heissen Objekt , welche sich in ihrer Abstrahlung und Ausbreitung ähnlich wie sichtbares Licht verhält . Im Winter bei (sehr) niedrigen Außentemperaturen fehlt den Wänden , Decken und Böden des Raumes dieser Temperaturüberschuss gegenüber der Raumluft .
Von daher fällt dann auch der infrarote Strahlungsanteil der Objekte weg , sondern ganz im Gegenteil baut sich ein zunehmend größeres Energiegefälle zwischen Körper , Raumluft und der Gebäudestruktur auf .

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hier gibt es auch noch gescheite Antworten… wow

So weit bin ich bei Dir, @Kratzluft

AAaaaber: mein Phänomen, bei dem ich keine Erklärung habe: im Sommer kann ich komplett kalt duschen (nach dem Aufstehen), im Winter brauche ich es warm (geht kalt duschen mal gar nicht) - Und im Sommer haben wir ja auch Nächte, die bei 10-12 Grad liegen… (offenes Fenster) Im Winter ist’s im Schlafzimmer dank Fußbodenheizung von dem unter mir eher wärmer… Bad sowieso roundabout 20 Grad…

Im Winter ist das Wasser aus der Wasserversorgung naturgemäß meist auch kälter als im Sommer . Je nach Art der Trinkwasseranzapfung und Aufbereitung kann der Temperaturunterschied dabei teils beträchtlich sein .

Die Sache mit dem Infraroteffekt durch die Gebäudestruktur innerhalb geschlossener Räume habe ich Dir bereits erklärt . Irgendwann im zeitlichen Verlauf des Jahres entsteht ein negatives Temperatur- / und Energiegefälle mit einem Energietransfer von innen nach außen über grundsätzlich kühleres Gemäuer .

In den Sommermonaten kann das Gemäuer teils > 10 Grad im Kern wärmer als die kühle Nachtbrise sein . Auch Wind und etwaiger Durchzug , genau wie die relative Luftfeuchte spielen dann noch mit ein ins Empfinden . Je weiter das Mauerwerk in seiner Struktur von außen nach innen auskühlt und damit ein thermisches Energieleitgefälle ausprägt , umso weniger Infrarotabstrahlung wird im inneren des Raumes an seiner Transferierung durch die Materie des Bauwerkes am Abtransport gehemmt .

Deswegen kühlen die Räume eines einmal strukturell aufgeheizten Gebäudes im Sommer bei leichtem Durchzug unter identischen Bedingungen zur nächtlichen Durchlüftung bei weitem nicht so schnell aus , als es bei stets niedrigeren Temperaturen im Winter der Fall wäre .

Es fehlt dann schlicht der thermale Stauungseffekt des Mauerwerks durch den Temperaturgefällewechsel in der Bausubstanz von innen nach außen .

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@Kratzluft Du sagst es seufz

Wie vielen Kundinnen habe ich schon versucht zu erklären, dass ein Thermostat kein Drehschalter ist, und die Kerntemperatur der Bausubstanz ganz wichtig.
Auf Wohlfühl - Temperatur einstellen und vergessen.
Dann halten sich auch auf Dauer die Heizkosten in Grenzen und das Mauerwerk bleibt trocken.
Aber Nöö…
Hab’s aufgegeben.

Mir ist kalt! Voll aufdrehen
Mir ist heiss! Ganz zurück, Fenster auf

So heizt man nur die Raumluft und züchtet Schimmel.

Und dann jammern, wegen der hohen Rechnung und Feuchtigkeit…

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Weil die Temperatursensorik des Menschen so was von lausig ist…
Eigentlich kennt die Haut nicht Temperatur sondern Energieaufnahme & -abgabe.
Daher sind 20°C im Sommer mit ein bisschen Sonnenstrahlung auf der Haut (vllt. auch nur an den Wänden des Zimmers gespiegelt) was ganz anderes als 20°C im Winter mit viel weniger Strahlungsintensität der Sonne.
Mein Grund-Ofen (mit Strahlungswärme) ist da das beste Lehrstück: Oberflächentemp. 80-120°C strahlt er ins Zimmer (und erwärmt einen wie die Sonne oder ein Lagerfeuer) und man kann die Unterarme auflegen ohne sich zu verbrennen. Sprich nicht die Temperatur ist das entscheidende sondern die Energieübertragung.

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In einem geschlossenen Raum ist man körperlich inaktiv, sitzt rum. Da regelt der Kreislauf schnell den Stoffwechsel auf Sparflamme. Im Freien sorgt schon der wechselnde Wind für unterschiedliche Wärme/Kältereize der Haut und man ist insgesamt körperlich aktiver. Das ist ein großer Unterschied.
Udo Becker

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Hallo!
Dazu hätte ich eine Folgefrage:
Wenn ich aus Gründen ein Stockwerk nur bei 12 Grad halten will, dann kühlt auch die Mauer entsprechend aus.
Einziges Anliegen in diesem Szenario ist es, Feuchtigkeit zu vermeiden.
Wird schon lange kontrolliert durch Hygrometer, gelüftet wird nach Taupunkt innen und Aussemtemperatur.
Zeigt nun bei 12 Grad Soll- und Istwert das Hygrometer konstant unter 60 % Luftfeuchtigkeit an (tat es im letzten Winter, als aus Gründen dort die Heizung gedimmt worden war), kann man dann annehmen, dass auch die Mauern trocken bleiben?

Grüße

Das kann man ausrechnen - wenn die Mauertemperatur bekannt wäre.
Bei 12°C Luft mit 60% rel. Feuchtigkeit liegt die Taupunkttemperatur bei knapp 5°C. Wenn die Wand wärmer ist, dann kondensiert da nichts.

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Hallo,
wie kann man denn in der Praxis die Mauertemperatur messen?
Bzw., wenn man sie nicht genau weiss, hilft regelmäßiges Lüften bei erheblich kälteren (als es innen die Mauer sein kann) Aussentemperaturen?
Bzw, wie wahrscheinlich ist es, dass die Mauer innen in einem gut isolierten Haus (Bj 2000) unter die Raumtemperatur fällt?

Das ist aber eine eher ungewöhnliche Konstellation - erst recht für eine bewohnte Wohnung. Wenn man die übliche Raumluft mit 22 Grad und 50% rel. Feuchte auf 12 Grad herunterkühlt, dann liegt die relative Feuchte bei knapp 90%. Von draußen bekommt man auch nichts rein, was die Sache viel besser macht. Derzeit liegt die relative Feuchte bei 11 Grad Außentemperatur bei etwas über 80%.

Aber von drinnen heraus.
Wenn nach kalten Nächten morgens das Fenster so lange geöffnet sind, wie die rel. Feuchte, ablesbar am Hygrometer, sinkt. Dauert nicht einmal lange, wenn es aussen recht kalt ist.

Messungen hier vom letzten März/April: 12 Grad (dabei jeden Tag f*** Putin gemurmelt) und Hygrometer zeigte 50 %. Es war aber auch aussen wirklich kühl genug zum effizienten Lüften morgens.

Und dann sinkt in der Wohnung der Luftdruck? Lüften bedeutet den Austausch von Innen- und Außenluft, d.h. es kommt zwangsläufig etwas herein. Wenn Du heute in Westdeutschland bei 12 Grad Innentemperatur das Fenster öffnest, kommt deutlich feuchtere mit einer ähnlichen Temperatur herein.

Na ja, so von@987 aber beschrieben (genauer gesagt, schrieb er konstant unter 60% rel. Feuchte), so dass ich (worst case und so) mal den Taupunkt für 12°C bei 60% abgelesen habe. Tabelle aus der Wikipedia - ich hoffe die stimmt halbwegs).

Ja, tatsächlich. Ich muss dazu sagen, dass ich mittlerweile hier auch nicht mehr jeden Beitrag von jedem lese, so dass ich das einfach überlesen habe. Ich will natürlich nicht behaupten, dass die Angaben nicht stimmen, aber wie man diese Werte über einen Winter ohne Klimatisierung halten will, ist mir ein Rätsel.

Insbesondere halt, wenn sich in den fraglichen Räumen Menschen aufhalten, die das Atmen noch nicht völlig eingestellt haben. Selbst ohne kochen, waschen, duschen usw. atmet man über eine Nacht hinweg genug Wasserdampf aus, um in einem durchschnittlich großen Schlafzimmer bei 12 Grad die Luftfeuchtigkeit von 50 auf an die 70% hochzutreiben. Mal abgesehen eben davon, dass das Lüften z.B. bei den heutigen Verhältnissen zu einer Erhöhung und nicht zu einer Reduzierung der rel. Feuchte führt.

Bei kalter Aussentemperatur unter Taupunkt innen geht Feuchtigkeit hinaus.
Das habe ich alles beschrieben.

Ich habe nicht behauptet, gar nicht zu heizen.

Ich habe auch nicht behauptet, dass in den Räumen jemand lange atmet.
Genau das ist nämlich durchaus klar.
Obwohl man auch dem mit Lüften begegnen könnte, muss dann aber mehr heizen.

Du bist zu sehr auf die heutigen Verhältnisse fixiert.
Hier sind innen noch 18 Grad, heutige Verhältnisse.
Vor ein paar Tagen hatte es nachts 3 Grad und es wurde morgens auf 48% Luftfeuchte runter gelüftet.
Es sind immer noch 60% jetzt und Mittwoch werden es 5 Grad nachts, dann wird wieder runter gelüftet.

Es geht aber in meiner 12 Grad- Mauerfrage um den Winter.
12 Grad innen kriege ich doch momentan gar nicht hin.