gerade lief in Report ein Bericht, über einen Fall, der mich schon vor einigen Jahren aufregte.
Es ging hierbei um ein Ehepaar, welches einen Prozeß gegen die Ärztin führte, welche die Frau bei einer Schwangerschaft betreute. Die Ärztin riet damals den Ehepaar von vordiagnostischen Methoden ab. Es kam ein schwerbehindertes Kind auf die Welt (keine Arme, Stummelbeine).
Vor mehreren Gerichten wurde die Ärztin zu Schadensersatz wegen eines Kunstfehlers verurteilt. (Im Bericht ging es um die Haftpflichtversicherung, die sich vor dem Zahlen drückt, aber das ist ein anderes Thema.)
Wäre die Behinderung rechtzeitig diagnostiziert worden, hätte das Kind abgetrieben werden können. Formal ist das Gerichtsurteil korrekt.
Im Bericht betonte die Mutter immer wieder, wie sehr sie ihr Kind liebt. Auch die Reporter stellten auch das Leid da, welches der Familie (inkl. dem Kind) angetan wurde. Bei einer früheren Bericht wurde dann das lachende Kleinkind gezeigt, welches noch nicht sein Elend verstand.
Was mich so erzürnt ist die Tatsache, dass niemand klar aussprach was es bedeutet: Das Kind hätte getötet werden müssen, solange noch die juristisch legale Möglichkeit besteht.
Und wenn die gleiche Mutter, die klagt, weil sie keine Möglichkeit zur Abtreibung hatte, behauptet, dass sie ihr Kind ja so liebt, wird mir übel.
töten, weil mir jemand mit seinen Fehlern nicht passt? Also ich bitte dich. Egal ob vor der Geburt oder nachher: ab dem ersten Tag ist der Mensch ein Mensch. Dann würde ich wegen Mordschlags oder Tötung vor Gericht gehen.
Oder wäre es dir lieb, wenn ich zu dir sage, dass ich dich töten würde, bloß weil mir deine Meinung nicht passt.
Töten ist NIE legal - auch wenn es vielleicht gesetzlich erlaubt ist. Gesetze sind von Menschen, aber es gibt noch größere Gesetze.
Außerdem: woher willst du vorher wissen, ob das Kind behindert ist/wird oder nicht? Ich kenne eine Familie, wo die Ärztin zur Abtreibung geraten hat, weil sie gesehen hat, dass das Kind sehr schwer behindert ist. Die Familie hat diesen Schritt nicht getan - und ein kerngesundes Baby zur Welt gebracht.
Wer will da richtig urteilen? Und wenn wir so weitermachen - können wir gleich wieder Buchenwald aufmachen.
Was mich so erzürnt ist die Tatsache, dass niemand klar
aussprach was es bedeutet: Das Kind hätte getötet werden
müssen, solange noch die juristisch legale Möglichkeit
besteht.
Und wenn die gleiche Mutter, die klagt, weil sie keine
Möglichkeit zur Abtreibung hatte, behauptet, dass sie ihr Kind
ja so liebt, wird mir übel.
Wie denkt ihr darüber?
Natürlich kann man ihr abnehmen, dass sie ihr Kind liebt. Wieso denn auch nicht? Nur weil ich der Meinung bin, dass es für jemanden „besser“ wäre zu sterben als weiter zu leben, muss dass nicht heissen dass ich ihn nicht respektiere/liebe oder wie auch immer. Müsste sie aber gar nicht. Sie hat nun ein Kind in die Welt gesetzt, wodurch sie nun die Verantwortung für es trägt. Wenn diese nun durch das Versagen der Ärztin unplanbar kostenintensiv wurde, hat deren Versicherung zu zahlen.
Darüber ob Abtreiben nun gar böse ist oder nicht zu diskutieren ist eigentlich überflüssig, wenn du es wissen willst frage doch deinen Gott, wenn du Glück hast hat er dieselben Ansichten wie die Leute deren Meinung du übernommen hast.
Ich hänge jedenfalls der alten kein Hirnstrom ->kein Leben -Theorie an.
Ich hänge jedenfalls der alten kein Hirnstrom ->kein Leben
-Theorie an.
Die Bemerkung verstehe ich in diesem Zusammenhang nicht. Bei dem vorliegenden Fall handelt es sich meines Wissens um ein normalintelligentes Kind, nicht um ein Hirntodes.
Vor mehreren Gerichten wurde die Ärztin zu Schadensersatz
wegen eines Kunstfehlers verurteilt. (Im Bericht ging es um
die Haftpflichtversicherung, die sich vor dem Zahlen drückt,
aber das ist ein anderes Thema.)
Wäre die Behinderung rechtzeitig diagnostiziert worden, hätte
das Kind abgetrieben werden können. Formal ist das
Gerichtsurteil korrekt.
Allein in diesem Zusammenhang von "Schaden"sersatz zu sprechen halte ich für eine Unverschämtheit.
Was mich so erzürnt ist die Tatsache, dass niemand klar
aussprach was es bedeutet: Das Kind hätte getötet werden
müssen, solange noch die juristisch legale Möglichkeit
besteht.
Und wenn die gleiche Mutter, die klagt, weil sie keine
Möglichkeit zur Abtreibung hatte, behauptet, dass sie ihr Kind
ja so liebt, wird mir übel.
Wie denkt ihr darüber?
Abtreibung ist falsch. Es mag in einzelnen Staaten gesetzliche Regelungen zur legalen Abtreibung geben, dieses ändert aber für mich nichts an der Tatsache, dass es falsch ist.
Trotzdem bin ich gegen eine Bestrafung oder Verurteilung von Frauen, die dies tun. Vielmehr muss in der Gesellschaft das Bewustsein für das Thema Abtreibung geändert werden.
Zu der Frau.
Ich kann sie verstehen. Ein behindertes Kind zu haben bringt auch große finazielle Opfer mit sich. Sie versucht aus der Situation Geld zu bekommen und das ist legitim.
Im übrigen glaube ich sehr wohl, dass sie dieses Kind liebt.
(Im Bericht ging es um
die Haftpflichtversicherung, die sich vor dem Zahlen drückt,
aber das ist ein anderes Thema.)
nein, das ist DAS thema. darum geht es. in naher zukunft, wenn praenatale diagnostik routine sein wird, wird die gesellschaft nicht mehr bereit sein, fuer behindert geborene menschen irgendwas zu zahlen. es wird erwartet werden, dass diese im vorfeld ausselektiert werden. wer es nicht tut, kriegt eben keine unterstuetzung mehr. der besagte fall geht ja bereits in diese richtung.
wenn man drueber nachdenkt, wird es einem schlecht. es ist dasselbe denken, das die nazimassenmorde an geistig und koerperlich behinderten moeglich machte. wegraeumen von genetischem abfall, loswerden von nutzlosen essern, das nateurliche aussterben der nichtangepassten, survival of the fittest. darwinismus eben, aber diesmal von menschenhand gelenkt…
ich fuerchte aber, dass sich das nicht aufhalten laesst. irgendwann wird sich keiner mehr daran erinnern, was „damals“ passiert ist. die „auschwittzkeule“ wird nicht mehr wirken und alle behinderten werden abgetrieben werden *muessen*, wenn die mutter sich nicht in den hungertod begeben will.
auf der anderen seite kann man es auch rational betrachten: es ist legal, ein voellig gesundes embryo ohne jeden grund zu toeten. warum sollte es dann weniger legal sein, ein schwerbehindertes mit „gutem grund“ zu toeten?
gerade lief in Report ein Bericht, über einen Fall, der mich
schon vor einigen Jahren aufregte.
Was mich daran wundert ist, daß die Eltern auf den Rat der Ärztin
gehört haben. Ganz ehrlich, sie hat einen Rat erteilt, dass ist doch kein Gesetz, welches man einhalten muß.
Meine pers. Meinung zum Thema Abtreibung lass ich hier weg, aber
bin so ehrlich zu sagen, wenn ich selbst auf dem Ultraschall-Monitor sehen würde,daß erhebliche Behinderungen (offner Rücken, keine Arme, Beine, was auch immer) zu s e h e n sind, ich mich auch für eine Abtreibung entscheiden würde, vielleicht ist das ja auch ein Zeichen von Liebe, denn im Normalfall bedeutet dies finanzielle Armut, Unakzeptanz des „Behinderten“ in der Gesellschaft, Ungewissheit was aus meinem Kind wird, wenn ich nicht mehr bin und vieles mehr.
Das ist eher ein politisches, als emotionales Problem…
ich fuerchte aber, dass sich das nicht aufhalten laesst.
irgendwann wird sich keiner mehr daran erinnern, was „damals“
passiert ist. die „auschwittzkeule“ wird nicht mehr wirken und
alle behinderten werden abgetrieben werden *muessen*, wenn die
mutter sich nicht in den hungertod begeben will.
auf der anderen seite kann man es auch rational betrachten: es
ist legal, ein voellig gesundes embryo ohne jeden grund zu
toeten. warum sollte es dann weniger legal sein, ein
schwerbehindertes mit „gutem grund“ zu toeten?
ich teile fast alle Deine Bedenken. Und wenn ich einmal (nur kurz) ganzganz katholisch sein darf: das ist der Preis, den die Gesellschaft zahlen dafür zahlen muss, dass sie sich auf die herrschende Abtreibungspraxis eingelassen hat.
Ob es sich nicht mehr aufhalten lässt? Flächendeckende Selektion würde voraussetzen, dass die In-Vitro-Fertilisation zum mainstream in der Reproduktion unserer Spezies wird. Das kann man für unwahrscheinlich halten - die meisten Kinder werden ganz non-intentional unter der Bettdecke gezeugt. Gut so. Wenn aber künstliche Befruchtung zum Standard wird, und Abtreibung im Gegenzug zur gebräuchlichsten Verhütungsmethode, dann sieht’s düster aus.
Ich hänge jedenfalls der alten kein Hirnstrom ->kein Leben
-Theorie an.
Die Bemerkung verstehe ich in diesem Zusammenhang nicht. Bei
dem vorliegenden Fall handelt es sich meines Wissens um ein
normalintelligentes Kind, nicht um ein Hirntodes.
Normalfall bedeutet dies finanzielle Armut, Unakzeptanz des
„Behinderten“ in der Gesellschaft, Ungewissheit was aus meinem
Kind wird, wenn ich nicht mehr bin und vieles mehr.
Das ist eher ein politisches, als emotionales Problem…
Es ist meiner Meinung eher ein soziales als ein politisches Problem. Wenn der Behinderte in einer Familie oder eine Großfamilie integriert ist, findet sich Nahrung, Unterkunft und Betreuung.
In den letzten Jahrzehnten sind in unserern Kulturkreis die materiellen Ansprüche und die Ansprüche an die Leistungsfähigkeit der Menschen gestiegen.
Was in diesem Land als Armut betrachtet wird, ist im Vergleich zu dem, was in anderen Ländern Armut bedeutet, ein Hohn.
Egal ob vor der Geburt oder nachher: ab dem
ersten Tag ist der Mensch ein Mensch.
Genau das ist das gesamte Problem bei der Abtreibungsdebatte, wenn man da mal in die Tiefe geht. Dieser Satz ist nämlich alles andere als unstrittig. Für den einen ist ein Mensch ein Mensch ab dem Moment der befruchteten Eizelle, für den nächsten ab der Abnabelung, für einen dritten irgendwo dazwischen.
Es ist meiner Meinung eher ein soziales als ein politisches
Problem.
Ja das kommt noch dazu.
Wenn der Behinderte in einer Familie oder eine
Großfamilie integriert ist, findet sich Nahrung, Unterkunft
und Betreuung.
Und wenn Du eine solche nicht hast? Leider ist es ja in vielen
„Familien“ so.
Was in diesem Land als Armut betrachtet wird, ist im Vergleich
zu dem, was in anderen Ländern Armut bedeutet, ein Hohn.
Ach komm, so gesehen stimmt es schon, aber die Armut hierzulande
ist nicht gering, was ich umso schlimmer empfinde, wenn man bedenkt…
aber das wär wieder ein politisches Problem.
das ist der Preis, den
die Gesellschaft zahlen dafür zahlen muss, dass sie sich auf
die herrschende Abtreibungspraxis eingelassen hat.
wie auch immer man zu abtreibung theoretisch-ethisch stehen mag, sie ist und bleibt politisch gesehen eine praktische angelegenheit. hier müssen zwei übel gegeneinander abgewogen werden: abtreibungen oder tote frauen durch schwarze abtreibungen im wohnzimmer? hier ist für mich der fall klar: sie darf nicht illegal sein. das leben der frau hat auf jeden fall vorrang. zu dumm nur, daß grade das ein sehr gutes argument für selektive abtreibungen ist. aber das verbot von abtreibungen kann trotzdem keine lösung sein.
Ob es sich nicht mehr aufhalten lässt? Flächendeckende
Selektion würde voraussetzen, dass die In-Vitro-Fertilisation
zum mainstream in der Reproduktion unserer Spezies wird.
nein wieso. egal wie das kind gezeugt wurde, die pränatale diagnostik ist doch immer möglich, oder nicht?
Meine pers. Meinung zum Thema Abtreibung lass ich hier weg,
aber
bin so ehrlich zu sagen, wenn ich selbst auf dem
Ultraschall-Monitor sehen würde,daß erhebliche Behinderungen
(offner Rücken, keine Arme, Beine, was auch immer) zu s e h e
n sind, ich mich auch für eine Abtreibung entscheiden würde,
vielleicht ist das ja auch ein Zeichen von Liebe,
ein „Zeichen von Liebe“?
Also ich weiß nicht.
Ich habe eine Freundin, die mit offenem Rücken geboren wurde und schon immer auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Abgesehen davon ist sie ein Mensch wie du und ich. Ich bin mir sicher, daß weder sie noch ihr Mann noch ihre Freunde eine Abtreibung aus diesem Grund als „Zeichen von Liebe“ ansehen würden.
Tut mir leid, wenn das jetzt etwas agressiv klingt, aber diese Formulierung klingt für mich in höchstem Maße zynisch.
im Normalfall bedeutet dies finanzielle Armut, Unakzeptanz des
„Behinderten“ in der Gesellschaft,
daran müssen wir „Normalen“ aber was ändern, die Behinderten zu „entfrenen“ ist keine Lösung.
Wie schon unten erwähnt, ist man mit dieser Argumentation schnell bei „lebensunwertem Leben“.
Ungewissheit was aus meinem
Kind wird, wenn ich nicht mehr bin und vieles mehr.
Deswegen kannst du Menschen mit Behinderung aber nicht da Recht auf Leben absprechen.
Das ist eher ein politisches, als emotionales Problem…
Politisch? Vielleicht mit der Frage: Ist unsere Gesellschaft bereit, auch schwächere mit zu tragen?
Wenn die Antwort hierauf ungewiss ist, dann sind wir alle in der Pflicht.
Ich bin nicht bereit eine Abtreibungsdiskussion zu führen.
Es wurde danach gefragt, was andere davon halten und ich
hab nur ehrlich meine Meinung dazu beantwortet.
das war jetzt nicht bös oder agressiv gemeint. Auch ich hab keine Lust auf eine Abtreibungsdiskussion.
Mir ist nur deine Formulierung (Zeichen von Liebe) quer gekommen.
Ich hab zu dem Thema eigentlich gar nichts schreiben wollen, da sich bei mir da schnell alle Stachel aufstellen, vor allem, wenn ich an meine Freundin denke, die einem ganz normalen Beruf nachgeht, verheiratet ist, vorher auch allein gewohnt hat, wie viele andere auch und nur einfach ein bißchen mehr Toleranz und Gedult braucht.
Aber lassen wir das.
Ich wollte dich nicht angreifen oder hier eine Grundatzdiskussion vom Zaum brechen.
Hallo Zusammen!
Was mich immer stuzig macht, ist diese Vorverurteilung. Wie kann man denn im voraus sagen wer zum Problemfall wird? Wenn ich mir ansehe, was behinderte Menschen alles zu leisten imstande sind:
Nur vielleicht zwei willkürlich herausgegriffen, Michel Petruchiani oder Stephen Hawkins! Es liegt doch wirklich nicht an Beinen oder Armen, ob ein Leben „wertvoll“ ist, sondern an dem, was man draus macht. Wobei das natürlich jetzt kein Kriterium sein soll.
Wenn man sich dann dagegen Amokläufer, Attentäter, Kinderschänder usw. betrachtet, bei denen nie die Überlegung einer Abtreibung getan wurde.
Das Gesetz, lieber Carlos, wird es nie schaffen, allen Varianten und individuellen Situationen gerecht zu werden. Und was das Gesetz nicht reglementiert, das regelt das Leben. Selbst das perfekte Gesetz, wird Eltern niemals die emotionale Bürde, sprich Gewissen oder Schuldgefühl nehmen können. Deshalb sollte man das imho den Leuten selbst überlassen. Natürlich gibt es gewissenlose Menschen, aber diese schrecken auch vor Mord, Vergewaltigung…usw. trotz entsprechenden Gesetzen nicht zurück. Das eigentliche Problem, besteht darin, lebenswerte Bedingungen, Möglichkeiten und Variationen zu schaffen, dann regelten sich viele Zweifel von selbst.
Wenn man sich dann dagegen Amokläufer, Attentäter,
Kinderschänder usw. betrachtet, bei denen nie die Überlegung
einer Abtreibung getan wurde.
solange man keine genetisch bedingte Anlage für Amokläufer, Attentäter oder Kinderschänder findet, kann man die auch nicht vor der Geburt abtreiben. Ausser Du kannst hellsehen
solange man keine genetisch bedingte Anlage für Amokläufer,
Attentäter oder Kinderschänder findet, kann man die auch nicht
vor der Geburt abtreiben. Ausser Du kannst hellsehen
Was du nicht sagst!
Darum gehts ja! Du kannst aber auch nicht ausschließen, daß du einen potentiellen Nobelpreisträger abtreibst, bloß weil er keine Beine hat!
Kinder sind ja immer so etwas wie Wundertüten, man weiß nie so recht was dabei rauskommt und hinterher wundert man sich!