hallo jadzia,
nun, du siehst ja, ich schreibe durchgängig klein. deswegen bin ich auch schon reichlich angefeindet worden (meinetwegen) und andere lehnen es ab, meine postings überhaupt zu lesen (deren bier - nicht meins).
das kleinschreiben hatte sich in der technik (daher komme ich) zu zeiten eingebürgert, als man noch bernsteingelbe monitore hatte und seine programme selber schreiben mußte. damit bin ich „groß“ geworden - wenn auch nicht groß_schreibend_ *g*
als das internet mit seinen chats dazukam, in denen man so schnell zu tippen pflegte wie man normalerweise sprach, hat sich das spätestens manifestiert.
dennoch gehe ich nicht so weit wie meine freundin, eine rechtsanwältin, die sogar ihre klageschriften permanent kleinschreibt und auch so einreicht, sondern im alltag schreibe ich durchaus „normal“. daher leiste ich mir im privaten weiterhin meine kleinschreibung (zumal von mir wahrscheinlich mehr - digital oder auf papier - kursiert, als von den meisten andern hier - und zwar mit korrekter rechtschreibung!)
mich hat aber oft gestört, wenn leute mit (ich sage mal) „höherem“ bildungsniveau plötzlich vermehrt mitten im satz verben oder adjektive groß schreiben oder substantive klein.
daß diejenigen viele jahre zur schule gegangen sind, weiß man - aber wo waren die lehrer in der zeit?
diese beobachtung (lehrer, die nicht mehr auf rechtschreibung achten. oder nur seeeeehr lax) habe ich während der schulzeit meiner beiden söhne zur genüge feststellen dürfen. außer, wenn ein diktat geschrieben wurde, war es total nebensächlich und wurde noch nicht einmal vermerkt, wenn in dem geschriebenen fehler waren, die deutlich zeigten, daß die orthografischen gesetzmäßigkeiten einfach noch nicht verstanden worden waren. von den grammatikalischen mal ganz zu schweigen…
ich sagte „mich hat oft gestört“, weil mir neulich der gedanke kam, daß die falschschreibung vielleicht gar nicht - durch was auch immer - zugenommen hat, sondern erst jetzt durch internet u.a. sichtbar wird. oder anders ausgedrückt: wann hat denn früher ein durchschnittlicher erwachsener mensch je etwas geschrieben, was derart den augen der öffentlichkeit ausgesetzt war wie heute? na?
so was stört mich nun?
na z.b. wenn ein text durch weitestgehenden verzicht auf interpunktion und/oder absätze unleserlich wird. („bleiwüste“ nennt man das wohl noch immer unter textern.)
was mich aber überhaupt nicht stört, sind buchstabendreher, tastenpreller oder vertipper. die eghören zum leben 
warum allerdings über eine rechtschreib reform gestritten wird, ohne erst einmal die rechtschreibung selbst in den griff bekommen zu haben, bleibt mir ewig ein rätsel!
außerdem kommt es mir so vor, als wären wir deutschen mal wieder die einzigen, die ein solches buhei um formalien machen. (wenn wir ja wenigstens mit leuchtendem bleistift vorangingen…!)
in anderen sprachen ist einfach von vornherein klar, daß es die total korrekte rechtschreibung nicht gibt.
ich habe fertig.
schönes WE wünscht
ann