Was glaubt ihr, liebe Deutschophilen, hat sich ein Journalist (hier einer der FTD) gedacht, als er formulierte:
„Jetzt ist er (Joschka Fischer) für sechs Wochen Wahlkämpfer mit Stumpf und Stiel!“ ?
fragt sich seit heut früh
Fritz
Was glaubt ihr, liebe Deutschophilen, hat sich ein Journalist (hier einer der FTD) gedacht, als er formulierte:
„Jetzt ist er (Joschka Fischer) für sechs Wochen Wahlkämpfer mit Stumpf und Stiel!“ ?
fragt sich seit heut früh
Fritz
Was glaubt ihr, liebe Deutschophilen, hat sich ein Journalist
(hier einer der FTD) gedacht, als er formulierte:„Jetzt ist er (Joschka Fischer) für sechs Wochen Wahlkämpfer
mit Stumpf und Stiel!“ ?
Was ist an diesem Satz falsch? „Mit Stumpf und Stiel“ ist AFAIK ein Bibelzitat (Jesaja 10), und wird idR in negativer Absicht gebraucht, im Sinne von „bis in die letzte Wurzel ausrotten/vergiften/etc.“.
Entweder soll der negative Klang dieser Formulierung auf Herrn Fischer übertragen werden, oder aber es soll „nur“ ausgedrückt werden, daß er bis in die letzte Faser Wahlkämpfer ist.
In beiden Fällen halte ich die Formulierung für unglücklich und hätte eine andere gewählt - aber falsch?
Gruß,
Malte
Hallo Malte,
ja, tatsächlich falsch. Mit Stumpf und Stiel wird ausschließlich im Zusammenhang ausreißen, vernichten, ausrotten und dergleichen benutzt. Alles andere passt auch nicht zu der Metapher - vgl. Baumstumpf.
Der Schreiber meinte vielleicht „Leib und Seele“ und wollte dann aus welchemgrundauchimmer dem Kryptokatholiken JS keine Seele verpassen. Eventuell stand alles übrige schon, als er zurückgepfiffen wurde, und auf die Schnelle ließ sich der Rest nicht ändern.
Beiläufig wäre auch „Wahlkämpfer mit Herz und Nieren“ falsch, obwohl es im Zusammenhang einer Untersuchung oder Überprüfung auch „gänzlich“ bedeutet.
Schöne Grüße
MM
Lieber Malte,
Was ist an diesem Satz falsch? „Mit Stumpf und Stiel“ ist
AFAIK ein Bibelzitat (Jesaja 10), und wird idR in negativer
Absicht gebraucht, im Sinne von „bis in die letzte Wurzel
ausrotten/vergiften/etc.“.
Du hast Recht: das Zitat stammr aus Jesaja 10; es wird aber NUR in dem Zusammenhang des Vertilgens und Ausrottens benutzt.
Wenn also der Journalist dieses Bild gebraucht, stellt er einen Zusammenhang her, der nicht paßt. Das macht seinen Satz falsch.
Es mag sich zwar begeben, daß jemand eine alte, gewohnte Formulierung in einem neuen Zusammenhang gebraucht und ihr einen neuen Sinn gibt, doch dieser neue Sinn wird einen in der Regel sofort anspringen, ein verblüfftes Lächeln auf sein Gesicht zaubern oder ihn dazu bringen, daß er vor Vergnügen mit der Hand auf das Lesepult schlägt. Aber das alles tritt hier ja nicht ein. Der Satz ist schief, das Bild falsch, der Erkenntniswert geht gegen null.
Gruß - Rolf
Hi Rolf,
Was ist an diesem Satz falsch? „Mit Stumpf und Stiel“ ist
AFAIK ein Bibelzitat (Jesaja 10), und wird idR in negativer
Absicht gebraucht, im Sinne von „bis in die letzte Wurzel
ausrotten/vergiften/etc.“.Du hast Recht: das Zitat stammr aus Jesaja 10; es wird aber
NUR in dem Zusammenhang des Vertilgens und Ausrottens benutzt.
Wenn also der Journalist dieses Bild gebraucht, stellt er
einen Zusammenhang her, der nicht paßt. Das macht seinen Satz
falsch.
Dann frag ich mich, wer das festlegt. Ich meine, in dem Moment, in dem der Autor das mit Absicht macht, so schief diese auch sein mag, ist es nicht mehr gerechtfertigt von „falsch“ zu reden. Grammatikalisch ist der Satz korrekt, orthographisch auch. Bleibt noch der Sinn übrig, und naja, wie gesagt, „schief“ gerne, aber falsch… Ich weiß nicht. Ich mag mich mit diesem Urteil nicht so recht anfreunden - Sprache lebt von Kreativität, finde ich. Muß man sich nur entscheiden, ob man den Schreiberlig kreativ oder doof findet 
Gruß,
Malte
falsche Redewendung in richtigem Satz
Was glaubt ihr, liebe Deutschophilen, hat sich ein Journalist
(hier einer der FTD) gedacht, als er formulierte:„Jetzt ist er (Joschka Fischer) für sechs Wochen Wahlkämpfer
mit Stumpf und Stiel!“ ?
Möglichkeit 1: er ist kein deutscher Muttersprachler und hat versehentlich zwei Phrasen verwechselt —> gemeint war: „mit Haut und Haaren“.
Möglichkeit 2: wie Möglichkeit 1, aber er ist deutscher Muttersprachler und kennt die wahre Bedeutung von „mit Stumpf und Stiel“ nicht.
Möglichkeit 3: er hat gegoogelt.
Möglichkeit 4: ein bißchen von allem der Möglichkeiten 1 bis 3.
Hast Du schon gemailt und gefragt, was er sich dabei gedacht hat? 
Dein Betreff läßt auch ein bißchen zu wünschen übrig.
Gibt’s dafür nicht auch einen Spruch? Irgendwas mit Glashaus oder so …?
SCNR 
Gruß Gudrun
Hast Du schon gemailt und gefragt, was er sich dabei gedacht
hat?
Ja! Ich schrieb einen Leserbrief an die FTD; per Email.
Ich schick dir den Artikel, samt der Anschrift für einen eigenen Leserbrief.
Fritz
Hallo,
zu den bisher vorgeschlagenen Varianten
Wahlkämpfer
mit „Leib und Seele“
„mit Haut und Haaren“ (so wird jemand gefressen!),
mit Herz und Nieren",
die mir alle noch nicht so recht zu passen scheinen, kann ich noch nennen:
Ein Wahlkämpfer
„aus Lust und Liebe“,
„aus echtem Schrot und Korn“,
„ohne Furcht und Tadel“,
„ohne Rücksicht auf Verluste“,
oder:
„ein rechter Wahlkämpfer vor dem Herrn“
„einen besseren finds du nicht“,
„wie man ihn sich wünscht“.
Und mit diesen bin ich auch nicht wirklich zufrieden.
Fritz
Hallo Fritz,
zu den bisher vorgeschlagenen Varianten
Wahlkämpfer
„mit Haut und Haaren“ (so wird jemand gefressen!),
guck bitte hier:
http://www.sonntagsblatt-bayern.de/03/2003_25_08_01.php
wie das „Sonntagsblatt“ den Ausdruck verwendet (Überschrift und letzter Satz des Artikels).
Nix „gefressen“, sondern ausschließlich positiv, im Sinne von
„mit allen Fasern seines Herzens“ (—> bisher noch nicht genannt).
Jaja, auch nur eine Zeitung und auch bloß ergoogelt! 
Vielleicht sollte man/frau aber auch nicht über einen einzelnen Satz aus einer Zeitung diskutieren, wenn man/frau nicht den Tenor des ganzen Artikels kennt - oder zumindest nicht den Satz zuvor und den danach!
Gruß Gudrun
Hi!
Vielleicht sollte man/frau aber auch nicht über einen
einzelnen Satz aus einer Zeitung diskutieren, wenn man/frau
nicht den Tenor des ganzen Artikels kennt - oder zumindest
nicht den Satz zuvor und den danach!
Man hat frau schon vor zwanzig Minuten den Artikel gemailt. s. o.
Fritz
Hallo Fritz,
Vielleicht sollte man/frau aber auch nicht über einen
einzelnen Satz aus einer Zeitung diskutieren, wenn man/frau
nicht den Tenor des ganzen Artikels kennt - oder zumindest
nicht den Satz zuvor und den danach!Man hat frau schon vor zwanzig Minuten den Artikel gemailt. s.
o.
stimmt! Ich sollte meine Mails vielleicht häufiger abrufen.
Während ich hier unten im Baum schrieb und nach einem gescheiten Link suchte und dann zu allem Überfluß beim Abschicken meines Artikels auch noch damit konfrontiert wurde, daß Du Deinen zwischenzeitlich gelöscht hattest *grrrrrr*, habe ich nicht mitbekommen, daß oben im Baum noch ein Artikel von Dir hinzugekommen ist.
Danke für den Zeitungs-Artikel.
Der „Journalist“ ist in meinen Augen bloß ein Schreiberling. :-[
Wenn ich einen Leserbrief schriebe, dann empörte ich mich darüber:
„Keile zwischen den Gegner und seine Truppen treiben - das ist das Prinzip. Fischer kämpft wie die Rote Armee bei Stalingrad.“
Das ist m.E. in diesem Zusammenhang aufreißerisches Dahergerede und ein völlig unangemessener Vergleich - unabhängig davon, ob er von Fischer spricht oder von sonst jemanden.
Ich wußte gar nicht, daß die FTD so nah an der BLÖD-Zeitung dran ist.
Gruß Gudrun
Hi Malte,
Sprache lebt von Kreativität, finde ich.
mit der Begründung hätte er auch sagen können „wie Kraut und Rüben“. Vom Rhythmus her passt’s.
Gruß Ralf
Das ist m.E. in diesem Zusammenhang aufreißerisches Dahergerede und ein völlig unangemessener Vergleich - unabhängig davon, ob er von Fischer spricht oder von sonst jemanden.
So gings mir beim Lesen auch.
Ich wußte gar nicht, daß die FTD so nah an der BLÖD-Zeitung dran ist.
Ich auch nicht. Ich habe grad ein Probeabo für vier Wochen, das ich sicher nicht verlängern werde.
Nicht nur solcher Artikel wegen.
Fritz
‚Mit Putz und Stingel‘…
…käm schon eher hin
meint Euer
J.
Sollte das zu Österreichisch sein, so erbitte ich
die Deutsche Übersetzung für
„Den Apfel samt Kerngehäuse und Holz daran
verzehren“
Grüße
J.
Hi,
falsch verwendete Redewendungen hört man zumindest in der Umgangssprache häufiger. Letztens hörte ich jemanden in der S-Bahn sagen: „Guck mal, es schüttet wie am Spieß!“ - Auch der Zwiebelfisch hatte diesem „Phänomen“ kürzlich einen Artikel gewidmet (dürfte inzwischen aber schon ins €-Archiv des Spiegel gewandert sein).
Gruß,
Stefan
Hi,
falsch verwendete Redewendungen hört man zumindest in der
Umgangssprache häufiger.
Ischoklar, Stefan,
das hier aber schien mir besonders markant.
Ich habe erst kürzlich Frau Schwarzer im TV sagen hören:
„… die Gesundheitsministerin Ulla Schmidt hat die Ärmel gekrempelt …“
Aber das sind Versehen und Versprecher. Der Wahlkämpfer mit Stumpf und Stiel aber scheint mir ein echter „Griff ins Klo“ zu sein.
Gruß Fritz
‚Mit Putz und Stingel‘…
Moin, J.,
die Deutsche Übersetzung für „Den Apfel samt Kerngehäuse und Holz daran verzehren“
mir scheint, da gibt es keine passende Redensart. Mit Haut und Haaren verfällt der Anhänger seinem Sujet, niemand frisst etwas mit Haut und Haaren. Mit Stumpf und Stiel wird ein Gewächs ausgerottet, aber kein Apfel gegessen. Sinngemäß passt noch am ehesten die Mär vom Appnzällr, der frisst da Chäs mitsamts 'm Tällr.
Gruß Ralf
Vielleicht wärt ihr so nett …
Hallo!
… mir mitzuteilen wo vor man sich hüten muss: WAS ZUM TEUFEL IST FTD???
Gruß A.B.
TEUFEL IST FTD???
Finacial Times Deutschland!
FR
zu 'mit Haut und Haaren
Moin, Ralf,
guggmalda:
http://www.redensarten-index.de/suche.php?suchbegrif…
_mit Haut und Haaren
völlig; ganz; vollständig; der ganze Mensch / Körper
„Bernie verfällt ihr mit Haut und Haaren, doch sie wirkt meist ziemlich unnahbar“;
„Mandoki ist Musiker mit Haut und Haaren“; „Viel Arbeit, die mich mit Haut und Haaren in Anspruch nimmt“;
„Ich werde mich nie mein ganzes Leben lang mit Haut und Haaren dem Dienst an der Gemeinschaft unterwerfen und mich vollständig der Öffentlichkeit verschreiben“;
„Sie liebt Dich ganz und gar, mit Haut und Haaren“;
„Nyback hat sich dem Roadshow-Kino mit Haut und Haaren verschrieben“;
„Die erbeuteten Tiere werden hierbei mit Haut und Haaren vertilgt“_
Fritz