Guten Tag!
Die Mathematik hat erstmal überhaupt nichts mit der Realität zu tun
Jede Wissenschaft kennt Richtungen, Schulen, Ideologische Akzentuierungen und Vorgaben eines herrschenden Gesellschaftssystems, d.h. es gibt weder die Einheitswissenschaft noch die Einheitsmathematik.
Mathematische Sätze gehen von Axiomen aus, die einen Wahrheitsanspruch haben, da das aussagenlogische Kalkül immer als Anfangsaussage etwas Wahres benötigt, um sinnvoll folgern zu können. Als Beispiel gründet sich die euklidsche Geometrie u.a. auf dem Parallelen-Axiom, wonach sich zwei Geraden im Unendlichen schneiden. Dieses ist nicht nur an die optische Sinneswahrnehmung von parallelen Geraden Richtung Horizont geknüpft, sondern trägt auch der Realbedingung Rechnung, dass es keine absolute Parallelität gibt und sich somit Parallelen irgendwo kreuzen.
Die Mathematik hat einen Nützlichkeitsanspruch und prägt als weltweites Unterrichtsfach Bewusstsein und Denken der Bevölkerung. Da gibt es keine lockere Spielwiese ohne Realitätsbezug - hier sollte dann eine andere Mathematik gemacht werden - z.B. phantastische oder kreative Mathematik.
folglich haben reele
Zahlrn nichts mit Rechnern, Längen, Massen etc. zu tun.
Sie haben etwas mit der Zahlbildungsfähigkeit zu tun, d.h. es wird Mengen mit realen Elementen die Zahleigenschaft der Mächtigkeit zugeordnet. Ohne den Zahlbegriff der konkreten Umwelt gäbe es keine Zahlenmengen. Zahlen müssen irgendwo gespeichert werden, zumindest im neuronalen Netzwerk des Gehirns, d.h. irgendwelche „Rechner“ sind notwendig. Zur Bildung eines Zahlenbegriffs sind Bezüge notwendig.
Selbst wenn es im Universum nur einen einzigen Zustsand gäbe,
das würde nicht daran hindern, ein mathematisches Konstrukt
aufzustellen, wie z.B. die reelen Zaheln, dass in sich logisch
ist (vielleicht mit der Einschränkung, dass in einem Universum
mit nur einem Zustand nicht genug Information vorhanden sein
könnte, um diese Theorie zu enthalten - man bräuchte
vermutlich also mehrere 100 Zustände). Ok, es ist dann wenig
geeinget für die Praxis, aber das spielt ja keine Rolle.
Es gibt kaum eine mathematische Richtung ohne Anwendungsbezug, d.h. die mathematischen Methoden wurden für Nutzanwendungen entwickelt. Spielerisch locker könnte Mathematik behandelt werden, wenn niemand sie lernen bräuchte für Handwerk, Technik und Handel.
MfG Gerhard Kemme