Feindbilder und Streitkultur
Hallo Rainer!
Unsinn! Ich zahle für meine Kinder einen bestimmten Betrag bei
meiner Privatversicherung und der ist durchaus überschaubar.
Jedenfalls geringer, als das Kindergeld. Wo ist das Problem?
Das Problem liegt darin, daß Fixbeträge mit hohen Einkommen
leicht zu verkraften sind, mit Niedrigen nicht. Bei Deinem
Modell können die Krankenkassenbeiträge leicht das Einkommen
übersteigen. Das funktioniert nicht.
Nein, das ist überhaupt nicht möglich. Was soll denn eine solche Behauptung? Kennst Du überhaupt die Beitragshöhe für Kinder bei einer privaten Krankenversicherung? Sie liegen unterhalb des Kindergeldes! Solange Kinder gesellschaftlich gewünscht sind, muß m.E. auch das Kindergeld erhöht werden. Trotzdem ist es unmöglich, daß die Beiträge höher sind, als das Einkommen. Daß der prozentuale Anteil der Versicherungen bei niedrigen Einkommen höher ist, ist doch völlig logisch. Auch die Ausgaben für lebensmittel sind prozentual höher. Sollen deshalb Menschen mit höheren Einkommen mehr für eine Rolle Klopapier zahlen? Oder sollen alle Einkommen gleich sein = Kommunismus = Mangelversorgung = Schlange stehen für eine Rolle Klopapier?
Wie wäre es dann, wenn Du Dir einen anderen Job suchst?
Wenn ich Arbeitslos werden sollte und sofort wieder einen Job
bokommen würde, würde ich ja auch kein Arbeitslosengeld
beziehen. Das Arbeitslosengeld ist ja für den Fall da, daß ich
keinen neuen Job finde. Leider ist das die Realität.
Das würde keine Realität mehr sein, wenn es dieses Geld nicht mehr gibt. Dann lebst Du von Deinen Ersparnissen oder arbeitest solange, bis Du Deinen Traumjob hast. Es geht mir auch nicht darum, was schöner ist, sondern darum, was sich diese Gesellschaft noch leisten kann. Kennst Du die Weissagungen der Twix-Indianer? „Wenn der letzte Unternehmer in ein anderes Land abgezogen ist, wird man vielleicht verstehen, daß man linke Romantik nicht essen kann“
??? Da bist Du bei den Arbeitgebern falsch. Die senken die
Löhne höchstens.
Stimmt, so soll es sein. Das Entgelt für Deine Arbeit handelst
Du ganz persönlich mit Deinem Arbeitgeber aus. Dabei hängt die
Höhe alleine davon ab, wie wichtig Deine Arbeit für Deinen
Arbeitgeber ist.
Falsch! Um mein Leben zu sichern muß ich für jeden Lohn
arbeiten. ich bin erpressbar! Das wird ausgenutzt.
Das tut mir leid für Dich. Ich muß nicht für jeden Lohn arbeiten, um mein Leben zu sichern. Ich kann mir meinen Arbeitgeber aussuchen. Was mache ich jetzt anders als Du? Wie sieht die Erpressung denn aus und wie wirst Du ausgenutzt? Das klingt mehr nach einem persönlichen Schicksal, als daß es eine Allgemeingültigkeit hat.
Es geht nicht um Verhandlungen zwischen zwei gleich starken Partnern,
sondern der AG kann auf zusätzlichen Gewinn verzichten, der AN
kann auf seinen Lebensunterhalt nicht verzichten.
Du kennst AG die keine Menschen brauchen, um die Maschinen zu bedienen, um die Produkte auszufahren, um Produkte zu verkaufen, Materialien einzukaufen? Du kennst AG, die auf zusätzliche Gewinne verzichten, nur um Deinen Lebensunterhalt so hart wie möglich zu machen? Dich erspressen und ausnutzen? Eine solches Unternehmen wird sehr schnell pleite gehen. Erfolgreiche Unternehmen pflegen ihre Mitarbeiter!
Diesen Vorschlag lehne ich ab.
Ja, den werden viele ablehnen. Ein Übergangsgeld braucht kein
Mensch, wenn er schnell einen neuen Job sucht.
Nicht sucht, sondern findet! Gesucht werden die schon, nur
nicht angeboten.
Und um genau das zu verhindern, habe ich hier meine Thesen angenagelt. Ist Dir mal aufgefallen, daß es von Kriegsende bis in die 70er Jahre Arbeitskräftemangel gab? Ist Dir aufgefallen, daß die Arbeitslosigkeit noch nie so hoch war? Ist Dir klar, daß ohne eine drastische Reform der Sozialsysteme die Arbeitslosigkeit noch weiter ansteigen wird? Hast Du das ganz aktuelle Herbstgutachten studiert?
Hier liegt
übrigens das höchste Einsparpotential. Was hindert Dich an der
Arbeit? Nur eine Brufsunfähigkeit!
Im Moment gar nichts, ich arbeite ja.
Wäre das nicht so,
dann würde mich die Tatsache daran hindern, daß ich zu alt
bin. Hier werden nur Leute eingestellt, die maximal 35 Jahre
alt sind. Andere Bewerbungen werden gar nicht erst gelesen.
Wo ist „hier“? Teenager können als Computerspezialisten Chef-Gehälter bekommen und 70jährige verdienen mit Beraterverträgen kleine Vermögen. Es liegt nicht am Alter, sondern immer daran, was man für einen anderen bringt.
Gegenvorschlag:
Wie wär’s denn noch mal mit dem Gedanken ‚Bürgergeld‘? 
JEDER Einwohner bekommt einen festen Betrag. Ohne Antrag, ohne
jede Formalität, einfach so.
Weil man kein Bürgergeld braucht. Es gibt Lohn, Gehalt,
Zu wenig.
Ist das eine persönliche Einschätzung oder eine allgemeine Feststellung?
Provisionen, Zinsen, Renditen, Mieten, uvm.
Ja für Dich! Immer schom Wasser predigen und Wein trinken.
Woher willst Du das denn wissen?
Dieses Geld
bekommt man, weil man selbst etwas erwirtschaften oder dies
für andere tut und dafür bezahlt wird! Kann man nicht
arbeiten, gibt es Sozialhilfe, jetzt alles klar?
Die Sozialhilfe wäre dann überflüssig und der demütigende
Nachweis der Bedürftigkeit’ auch. Zudem lägen alle einkommen
aus Arbeit zwangsläufig höher.
Mein Vorschlag bleibt effektiver!
Lafontaine hat keine Ahnung, das sollte sich inzwischen
rumgesprochen haben!
Aber rechnen kann er noch. 
Dazu hat exc schon etwas geschreiben. Ich will es nicht wiederholen.
Die Alternativen habe ich bereits
genannnt. Der Staat ist nicht dazu da, um Gelder an das Volk
zu verteilen, die er dem Volk vorher genommen hat.
Das macht er jetzt auch. Nur die Art würde sich ändern und der
Verwaltungsaufwand weg fallen.
Effekt: Arbeit würde sich IN JEDEM FALL lohnen.
Nicht ausreichend!
Das ist Ansichtssache, ich bin anderer Meinung. Es wäre
‚durchsichtiger‘.
Nein, es wäre Unsinn. Aus den genannten Gründen: Allokation und Distribution. Das Problem ist nicht die Leistungsverteilung, sondern die leistungserstellung. Die wird nicht berücksichtig, also ist der Vorschlag unnötig und packt die Probleme nicht bei der Wurzel!
Die Medizinische Grundversorgung sollte nach meiner Meinung
aus Steuern finanziert werden. Private Zusatzversicherungen
kann dann abschließen, wer es für nötig hält. Die paritätische
finanzierung wäre damit auch sicher gestellt, nur der
Verwaltungsaufwand würde sinken, weil die GKV überflüssig
wäre.
Gerne, aber nur dann, wenn die Grundversorgung max. 20 % der
ärztlichen Leistungen ausmacht und 80 % aus privater Quelle
stammt. Nicht umgekehrt, wie heute!
??? Wie soll ich diese 20% verstehen? Soll ich ne
Herzoperation zu 80% selbst bezahlen? Muß ich das so
verstehen, daß wer nicht arbeiten kann nicht gebraucht wird.
Wer sich den Arzt nicht leisten kann, hat Pech gehabt?
Quark, es geht um den Anteil des Staates an einer solchen Grundversorgung. Eine Herz-OP wird gemacht, wenn sie notwendig ist. Es sollten aber 80 % aller OPs privat finanziert sein und nur 20 % durch den Staat. Wenn sowas wie eine Grundversorgung überhaupt notwendig ist. Aber ich finde meinen Ansatz besser: Wer eine Herzoperation braucht, wird sie auch weiter bekommen. Wer nicht versichert ist, zahlt sie selbst, wer privat versichert ist, bei dem zahlt sie die private Versicherung, wer berufsunfähig ist, der ist durch den Sozialträger privat versichert. Also wird die ärztliche Leistung zu 100 % privat finanziert und nicht wie heute zu 80% aus staatlicher Umverteilung. Damit könnte man endlich mit dieser blöden Zweiklassen-Medizin aufhören. Die Grundversorgung für Kassenpatienten und die bessere Medizin für Privatpatienten.
Aber jetzt mal was Grundsätzliches zur Diskussion:
Willst Du mich in einer bestimmten Ecke haben? Ein Feindbild pflegen? Ich möchte mit meinen Thesen, daß alle am Ende mehr haben: Die Reichen sollen reicher werden, die Armen weniger arm und wir alle, die wir wohl zum Mittelstand gehören, sollen mehr Netto, sichere Arbeitsplätze und ein wenig mehr Freude an der eigenen Arbeit haben. Laß uns doch vernünftig über die Vorschläge diskutieren!
Gruß
Klaus