Reform des Sozialsystems in D

Saar-Bandstahl GmbH und andere Verbrecher
Hallo Rainer!

nein, ich suche keine Feinde und vermute in Dir auch keinen.
Ich bin einfach nur der Meinúng, daß der Neoliberalismus ein
Fehler ist. Nicht jeder kann das Abi mit 1 abschließen, die
Menschen sind nunmal unterschiedlich.

Sollen deshalb alle Menschen gleich verdienen? Was erschreckt denn alle so bei dem Begriff „Neoliberalismus“. Sind wir blöder, als die Schweden, die erkannten, daß der Sozialstaat nicht unendlich ausbaufähig ist? Sind wir blöder als die Holländer, die erkannten, daß Lohnverzicht Arbeitsplätze schafft? Oder ist es einfach en vogue, so ein bißchen auf sozial zu machen und dabei den Karren in den Dreck zu ziehen?

Nein, ich rede nicht
immer nur von mir. beispielsweise habe ich ein Diplom im
Schrank. …
Kollegen von mir haben aber Probleme, ihren Namen richtig zu
schreiben. Die können sich dann nicht den AG einfach
aussuchen, weil sie durch jeden anderen ersetzbar sind. Andere
werden mit körperlichen Benachteiligungen geboren. (wieder
nicht ich) Nein ich meine nicht die, die gleich ganz
Arbeitsunfähig sind. Ein gutes Beispiel wären schlechte Augen
und deshalb kein Führerschein. Derjenige muß dann schon extrem
gut sein, um nen Job finden zu können. Die Leute haben alle
nicht die geringste Chance, wenn von allen erwartet wird, daß
sie den Körper von Schwarzenegger und den Geist von Einstein
haben.

Tja … diese Rede macht sicher Eindruck bei den Frauen, aber Du solltest mal weniger egoistisch sein. Alter Schwerenöter! :wink:)

Ich finde es toll für Dich, wenn Du auf Deinem Gebiet so gut
bist, daß Dein AG auf Dich nicht verzichten kann. Wieviele
gibt es davon in D? Werden es 10 000?

Meine Firma kann sehr gut auf mich verzichten. Trotzdem weiß ich, was ich wert bin. Also kann ich woanders anfangen! Trotzdem arbeite ich schon seit über 10 Jahren nicht mehr in Deutschland. Ich lebe hier nur und zahle meine Steuern und Abgaben mit zunehmendem Widerwillen.

Für ‚Arbeiter‘ gilt das fast in keinem Fall! Die sind fast
alle problemlos ersetzbar.
Einem unserer Kollegen wurde auf die Frage nach ner
Gehaltserhöhung geantwortet: ‚Versuchen Sie doch das Geld wo
anders zu bekommen, dann macht Ihren Job ein Arbeitsloser für
weniger Geld.‘
Das ist keine Erpressung? Ich denke schon.

Das ist ein Folge der falschen Wirtschaftspolitik unter der Mißachtung der Folgen, bei Nicht-Wartung der Sozialsystem und genau darauf möchte ich hinaus. Wann bemerkt eigentlich der erste Saarländer die falsche Politik? Wenn er wegen Arbeistplatzmangel nach Bayern auswandern muß?

Die Meinung, Waren würden billiger werden, wenn die Kosten
sinken geht davon aus, daß die Kosten den Preis bestimmen. Das
ist nicht so. Der Preis wird im Wesentlichen durch die Gewinne
der Unternehmer bestimmt.

Gröhl … das ist ja ein Ding! Ich bin um Aufklärung bemüht: Der Preis wird vom Markt bestimmt. Preise sind in Deutschland auf einem historische niedrigen Stand. Unternehmen müssen aufgrund der Marktpreise ihre Kosten anpassen. Das kann auch zu Entlassungen führen. Das sind die Tatsachen. Was Du da schreibst ist unhaltbar, also ehrlich!

Beispiel: Der Gewinn (vor Steuern) der Firma in der ich
arbeite betrug 2000 etwa das fünffache der Lohnkosten. (stetig
steigend) Inzwischen wird es wohl etwa das achtfache sein, die
aktuellen Zahlen habe ich mir noch nicht angesehen.

Die Saar-Bandstahl GmbH soll Gewinne machen, die das Fünffache der Lohnkosten ausmachen? Wenn dem so ist, fresse ich auf der Stelle einen Besen samt Stiel! Ich werde morgen mal eine D&B-Auskunft einholen. Das glaube ich nie und nimmer!

Als mögliche Gründe, die Löhne nicht zu erhöhen kommen da wohl
nur entweder habgier in Frage, oder die AN absichtlich klein
zu halten, damit sie weiterhin abhängig bleiben. Selbst ein
verdoppeln der Löhne würde den Gewinn nur unmaßgeblich
schmälern.

Rainer, sowas gibt es nicht. Nicht in diesem Land und nicht hier und heute. Niemals!

Ich glaube nicht daran, daß die geforderten Opfer gerade von
Geringverdienern objektiv erforderlich sind. Ich sehe zwar nur
die Zahlen in meiner Umgebung, aber die sagen, daß das alles
nur Zwecklügen der AG sind.

Ich kenne die Industrie und verschiedene Branchen sehr gut. Ich kenne kaum Unternehmen, denen es wirklich gut geht und ich kenne kein einziges Industrie-Unternehmen, deren Gewinne über den Lohnkosten lägen. Sorry, aber das ist übelste Verdrehung der Tatsachen. Nenne mir nur ein solches Unternehmen und ich werde Dir anhand aktueller Bilanzen das Gegenteil beweisen!

Gruß
Klaus

Hallo Klaus,

Bleibt alleine das Problem des Vertragsantritts.

da liegt - und ich will Dich damit nicht beleidigen - eine Gemeinsamkeit der Szenarien von Dir und Frank: Ihr beide vergeßt die Übergangsphase, die aber leider kommen muß. Ein - zugegebenermaßen entscheidender - Unterschied besteht darin, daß Dein Zielszenario attraktiv ist.

Gruß,
Christian

Gegenrede
Hier in Stichpunkten meine Vorschläge:

Patient zahlt für jeden Arztbesuch einen „Eintritt“ in Höhe eines Stundenlohnes oder Fixpreis, der nicht erstattungsfähig ist.
Zweck: Vermeidung von Kaffeekränzchen beim Arzt und reine Blaumachbesuche.

Der Patient erhält Kopie der „Rechnung“ des Arztes an die Krankenkasse und zwar in verständlichem Deutsch abgefaßt.
Zweck: Patient sieht einerseits, was er an Kosten verursacht, andererseits Kontrolle der Abrechnung.

Die Kassenärztlichen Vereinigung behalten lediglich ihre Funktion als Vertragsvermittler zwischen Ärzten und Versicherungen sowie eine Kontrollfunktion. Der Arzt rechnet direkt mit den Krankenkassen ab. Sowohl bei den KV als auch bei den Krankenkassen werden Auswertungen gefahren, welche Kosten jeweils Patient und Arzt im Quartal/Jahr verursachen. Hinweis auf Datenschutz des Patienten zählt nicht, jeder andere Versicherung legt sich auch Kunden- und Schadensprofile an.

Die Kassen übernehmen keine Behandlungs- und Medikamentenkosten bei Positionen unter 50 Euro bzw. erst wieder ab einem Gesamtjahresvolumen eines Monatsgehaltes des Patienten.
Zweck: Arztbesuche für den gelben Schein, bei Erkältung oder Langeweile gehen zurück, Patient erkennt, welche Kosten eine ohnehin nicht wirklich behandelbare Erkältung, Magenverstimmung usw. verursacht.

Patienten, die nicht zum Arzt gehen (zu definierende Vorsorgeuntersuchungen ausgenommen), erhalten nach Ablauf des Jahres eine Rückerstattung in Abhängigkeit von ihrem Beitrag.
Zweck: Es geht nur der zum Arzt, der auch wirklich was hat.

Diskussion bitte!

Gruß,
Christian

Hallo Christian,

Patient zahlt für jeden Arztbesuch einen „Eintritt“ in Höhe
eines Stundenlohnes oder Fixpreis, der nicht erstattungsfähig
ist.

Wer legt den fest?
Fixpreis - worauf - abhängig vom Zeitaufwand (schwierig)?

Zweck: Vermeidung von Kaffeekränzchen beim Arzt

einverstanden

und reine
Blaumachbesuche.

wann Blaumach - wann nicht?

Der Patient erhält Kopie der „Rechnung“ des Arztes an die
Krankenkasse und zwar in verständlichem Deutsch abgefaßt.
Zweck: Patient sieht einerseits, was er an Kosten verursacht,
andererseits Kontrolle der Abrechnung.

einverstanden

Sowohl bei den KV als auch
bei den Krankenkassen werden Auswertungen gefahren, welche
Kosten jeweils Patient und Arzt im Quartal/Jahr verursachen.
Hinweis auf Datenschutz des Patienten zählt nicht, jeder
andere Versicherung legt sich auch Kunden- und Schadensprofile
an.

Aber bei so sensiblen Daten? Missbrauch ausgeschlossen?
Bandscheibenschaden?
Chronische Arthritis?
Rheuma?
HIV positiv?
Hepatitis A/B/C?
usw.
-Versicherung wechseln?
-zukünftige Arbeitgeber?

Die Kassen übernehmen keine Behandlungs- und
Medikamentenkosten bei Positionen unter 50 Euro bzw. erst
wieder ab einem Gesamtjahresvolumen eines Monatsgehaltes des
Patienten.

Vermeintliche Bagatellerkrankung dann doch ernster?
chronische Erkrankungen feststellen?
Keine Krankschreibung mehr bei Grippe?

Patienten, die nicht zum Arzt gehen (zu definierende
Vorsorgeuntersuchungen ausgenommen), erhalten nach Ablauf des
Jahres eine Rückerstattung in Abhängigkeit von ihrem Beitrag.
Zweck: Es geht nur der zum Arzt, der auch wirklich was hat.

Wer legt wann fest, wann wer wirklich was hat?
Wenn der, der aber was hat, nicht zum Arzt gegangen ist, wird es u.U. teurer.

Diskussion bitte!

Okay!

Gruß,
Christian

Gruß
karin

Hallo Klaus,

Pro Seniore-Unternehmensgruppe?

Gruß
karin

Ich kenne die Industrie und verschiedene Branchen sehr gut.
Ich kenne kaum Unternehmen, denen es wirklich gut geht und ich
kenne kein einziges Industrie-Unternehmen, deren Gewinne über
den Lohnkosten lägen. Sorry, aber das ist übelste Verdrehung
der Tatsachen. Nenne mir nur ein solches Unternehmen und ich
werde Dir anhand aktueller Bilanzen das Gegenteil beweisen!

Gruß
Klaus

Pro Seniore Unternehmensgruppe
Hallo Karin,

Pro Seniore-Unternehmensgruppe?

Nein, die Pro-Seniore Unternehmensgruppe hat etwa 9.000 Mitarbeiter. Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Mitarbeiterkosten im Bereich der Altenpflege, dürften die Personalkosten bei ca. 225 Mio. EUR liegen. Vergleichszahlen anhand der Maternus AG, Marseille-Kliniken AG, Kursana Residenzen und Curanum AG. Die Gesamtleistung betrug 2002 etwa 420 Mio. EUR, der EBIT lag bei ca. 18 Mio. EUR, hier also nochmal:

Umsatz: 420 Mio.
Personalkosten: 225 Mio.
Gewinn: 18 Mio.

Sehr gesunde Zahlen, aber trotzdem bleibt es völliger Unsinn, daß die Gewinne irgendwo über den Personalkosten lägen. Das ist dumme Polemik.

Gruß
Klaus

Geht nicht weit genug!
Hallo Christian!

Patient zahlt für jeden Arztbesuch einen „Eintritt“ in Höhe
eines Stundenlohnes oder Fixpreis, der nicht erstattungsfähig
ist.
Zweck: Vermeidung von Kaffeekränzchen beim Arzt und reine
Blaumachbesuche.

Das ist sicher ein Vorschlag, der in die richtige Richtung geht. Eine stärkere Eigenbeteiligung ist unvermeidbar. Trotzdem sollte man, wenn auch meine revolutionären Thesen nicht durchsetzbar sind, die Beitragsbemessungsgrenzen drastisch senken, damit sich mehr Menschen privat versichern können.

Der Patient erhält Kopie der „Rechnung“ des Arztes an die
Krankenkasse und zwar in verständlichem Deutsch abgefaßt.
Zweck: Patient sieht einerseits, was er an Kosten verursacht,
andererseits Kontrolle der Abrechnung.

Das ist ein sehr guter Vorschlag und der Verwaltungsaufwand gering. Solche Abrechnungen werden ja erstellt und eine Kopie für den Kassenpatienten ist leicht zu machen.

Die Kassenärztlichen Vereinigung behalten lediglich ihre
Funktion als Vertragsvermittler zwischen Ärzten und
Versicherungen sowie eine Kontrollfunktion. Der Arzt rechnet
direkt mit den Krankenkassen ab. Sowohl bei den KV als auch
bei den Krankenkassen werden Auswertungen gefahren, welche
Kosten jeweils Patient und Arzt im Quartal/Jahr verursachen.
Hinweis auf Datenschutz des Patienten zählt nicht, jeder
andere Versicherung legt sich auch Kunden- und Schadensprofile
an.

Ich stimme zu. Das wäre eine wünschenswerte Praktik.

Die Kassen übernehmen keine Behandlungs- und
Medikamentenkosten bei Positionen unter 50 Euro bzw. erst
wieder ab einem Gesamtjahresvolumen eines Monatsgehaltes des
Patienten.
Zweck: Arztbesuche für den gelben Schein, bei Erkältung oder
Langeweile gehen zurück, Patient erkennt, welche Kosten eine
ohnehin nicht wirklich behandelbare Erkältung,
Magenverstimmung usw. verursacht.

Absolut korrekt. So arbeiten auch private Versicherungen. Ein Eigenanteil von EUR 600,-- p.a. ist vertretbar.

Patienten, die nicht zum Arzt gehen (zu definierende
Vorsorgeuntersuchungen ausgenommen), erhalten nach Ablauf des
Jahres eine Rückerstattung in Abhängigkeit von ihrem Beitrag.
Zweck: Es geht nur der zum Arzt, der auch wirklich was hat.

Das wäre unnötig, wenn es einen Eigenanteil von EUR 600,-- p.a. gibt. Über die Höhe dieses Anteils kann der Patienten frei bestimmen. So wird er vermutlich nicht für jeden Schnupfen zum Arzt laufen. Wenn aber eine ernsthafte Erkrankung vorliegt, werden alle Kosten über den Eigenanteil übernommen.

Diskussion bitte!

Die Vorschläge sind gut, gehen mir persönlich aber nicht weit genug. Was mich bei der Kassenlösung stört ist, daß die ärztliche Leistung, die nunmal einen Preis hat, überwiegend durch staatliche Umverteilung gezahlt wird und das noch nicht einmal gut. Es müssen daher Regelungen geschaffen werden, die eine höhere Bezahlung der ärztlichen Leistung aus privaten Quellen ermöglichen. Eigenbeteiligungen und mehr private Patienten sollten helfen, den Konkurs des Gesundheitssystems zu verhindern.

Stell Dir nur einmal vor, es gäbe für die Lebensmittelversorgung so etwas Analoges! Es werden Dir 23 % vom Lohn für Lebensmittel abgezogen, wobei der Arbeitgeber die Hälfte trägt. Dann gehst Du in einen Supermarkt und machst den Einkaufswagen voll. Der Supermarkt rechnet mit der Lebensmittelvereinigung ab. Kann man sich die daraus resultierende Lebensmittelverschwendung, Mangelversorgung und Ausnutzungstendenzen überhaupt vorstellen? Aber genauso läuft die ärztliche Versorgung und die Altersversorgung! Das ist anachronistisch! Wir müssen mehr Veränderung wagen …

Gruß,
Klaus

Hi,

ich hab die Zahlen nur grob im Kopf, aber der weltweit größte Hersteller von Computerviren und Spyware macht mit 9 Mrd. Umsatz 4 Mrd. Gewinn. Damit läge der Gewinn dieser restlos überteuerten Produkte tatsächlich über den Personalkosten. Sie dürften allerdings so ziemlich die einzigen sein.
Btw: auch wir haben ein Projekt, bei dem der return of invest bei ca. 2 Jahren liegt. Auf eine ganze Unternehmemsgruppe angewandt, kann das natürlich nicht mehr stimmen.

Gruß
Frank

„1993: Mit monatlichen Verlusten von bis zu 30 Millionen Mark muss die Saarstahl AG Konkurs anmelden. Die Belegschaft wird von 7200 auf 4500 Mitarbeiter verkleinert.“

Hat die irgendwas mit Saar-Bandstahl zu tun? Nachfolgefirma?
Der Branche kann es nicht sonderlich rosig gehen.

Gruß
Frank

Hi!

Der Patient erhält Kopie der „Rechnung“ des Arztes an die
Krankenkasse und zwar in verständlichem Deutsch abgefaßt.
Zweck: Patient sieht einerseits, was er an Kosten verursacht,
andererseits Kontrolle der Abrechnung.

Das gab es vor ein paar Monaten mal in Rheinland-Pfalz als Modellversuch. Die Erkenntnis aus diesem Versuch war erschreckend: Kaum ein Kassenpatient hatte irgendein Interesse an diesen Abrechnungen. Teilweise mussten die Arzthelferinnen den Patienten die Rechnung förmlich aufdrängen. Kontrolle oder gar Widerspruch gegen die abgerechneten Leistungen gab es nicht. Der Mensch verhält sich eben anders als in der idealtypischen Vorstellung.

Grüße
Heinrich

Hi!

das ist ein sehr sarkastischer Beitrag, der weh tut.

Nein, das ist nur konsequent zu Ende gedacht, was vielfach vorgeschlagen wird.

Nur ein Beispiel:
Abschaffung der staatlichen Rente und Einführung einer selbstfinanzierten Privatrente.

Im Moment haben wir etwa 20 Millionen Rentner, die ihre Bezüge durch das Umlageverfahren erhalten. Wo sollen 20 Millionen Rentner ad hoc das Geld hernehmen, um von der staatlichen auf eine private Rente zu wechseln? Geht also nicht.

Folglich müsste der Staat die Summe aufbringen, aus der die privaten Rentenversicherer dann 20 Millionen Rentner versorgen können. Nehme ich nur 100.000 Euro pro Rentner, ist eine Summe von 2 Billionen Euro zu erbringen. Woher nehmen?

Also müssen wieder die Jüngeren heran. Und das gleich doppelt. Einerseits müssen sie das Umlageverfahren finanzieren für die 20 Millionen Rentner, die es derzeit gibt, andererseits dürfen sie aber keine Umlagezahlungen erwarten, wenn sie selbst in Rente gehen. Die eigene private Rente ist selbst zu finanzieren. Statt Senkung der Belastung also eine Verdopplung.

Wenn ich also lese „staatlich gestützte Sozialversicherung gänzlich abschaffen und durch Eigeninitiative ersetzen“, dann ist das durchaus der Darwinismus pur. Denn wer zum Zeitpunkt der Umstellung alt ist, fällt hinten runter. Und will man sie nicht runterfallen lassen, dann erwischt es all jene, die derzeit im Berufsleben stehen und nicht darauf hoffen können, im Alter von der Gemeinschaft unterstützt zu werden.

Grüße
Heinrich

Hi!

Unsinn! Ich zahle für meine Kinder einen bestimmten Betrag bei
meiner Privatversicherung und der ist durchaus überschaubar.
Jedenfalls geringer, als das Kindergeld. Wo ist das Problem?

Das Problem liegt darin, daß Fixbeträge mit hohen Einkommen
leicht zu verkraften sind, mit Niedrigen nicht. Bei Deinem
Modell können die Krankenkassenbeiträge leicht das Einkommen
übersteigen. Das funktioniert nicht.

Nein, das ist überhaupt nicht möglich. Was soll denn eine
solche Behauptung? Kennst Du überhaupt die Beitragshöhe für
Kinder bei einer privaten Krankenversicherung? Sie liegen
unterhalb des Kindergeldes!

Auch das ist nicht konsequent zu Ende gedacht.
Warum werden Kinder in der PKV mit niedrigen Beitragssätzen berechnet? Weil die Masse der Kinder über die GKV abgedeckt wird.

Was aber würde mit der PKV passieren, wenn plötzlich alle Kinder darüber versichert würden? Die Kosten für die Behandlungen kranker Kinder würden das Kapital der privaten Krankenversicherer rasant auffressen. Eine drastische Anhebung der Beiträge für privat krankenversicherte Kinder wäre die Folge, denn schließlich berechnet die PKV ihre Beiträge nicht versichertenspezifisch, sonder jahrgangsgebunden.

Grüße
Heinrich

Hallöchen,

Wer legt den fest?
Fixpreis - worauf - abhängig vom Zeitaufwand (schwierig)?

mir geht es um ein Konzept, nicht um eine Bedienungsanleitung. :wink: Der Betrag wäre noch festzulegen.

Zweck: Vermeidung von Kaffeekränzchen beim Arzt

einverstanden

und reine
Blaumachbesuche.

wann Blaumach - wann nicht?

Ist ja egal: Wer krank ist, geht so oder so zum Arzt, wer nicht krank ist, wird sich das bei einer entsprechenden Gebühr überlegen. Und es komme mir keiner damit, daß dann jemand Krankheiten verschleppt: Das ist eine Typfrage.

Aber bei so sensiblen Daten? Missbrauch ausgeschlossen?
HIV positiv?
Hepatitis A/B/C?
usw.
-Versicherung wechseln?
-zukünftige Arbeitgeber?

Die Daten sind auch so an bestimmten Stellen verfügbar und können in falsche Hände geraten. Und auch andere Versicherungen speichern sensible Daten. Man liest jedoch selten darüber, daß durchgesickert ist, daß Politiker A oder hört stelen davon, daß Nachbar B in seiner Jugend 32 schwere Unfälle wegen Suff am Steuer hatte.

Außerdem ist es ja kein Problem, bestimmte Daten mit Sperrvermerken zu versehen.

Die Kassen übernehmen keine Behandlungs- und
Medikamentenkosten bei Positionen unter 50 Euro bzw. erst
wieder ab einem Gesamtjahresvolumen eines Monatsgehaltes des
Patienten.

Vermeintliche Bagatellerkrankung dann doch ernster?
chronische Erkrankungen feststellen?
Keine Krankschreibung mehr bei Grippe?

Ich verstehe den Zusammenhang nicht. Man kann doch krankgeschrieben sein und trotzdem 24,13 Euro für die Untersuchung und 15 Euro für die Medikamente bezahlen.

Patienten, die nicht zum Arzt gehen (zu definierende
Vorsorgeuntersuchungen ausgenommen), erhalten nach Ablauf des
Jahres eine Rückerstattung in Abhängigkeit von ihrem Beitrag.
Zweck: Es geht nur der zum Arzt, der auch wirklich was hat.

Wer legt wann fest, wann wer wirklich was hat?
Wenn der, der aber was hat, nicht zum Arzt gegangen ist, wird
es u.U. teurer.

Tja, von den Privatpatienten hört man das selten bis gar nicht und bei denen gibt es genau diese Konstruktionen.

Gruß,
Christian

Hallo,

Folglich müsste der Staat die Summe aufbringen, aus der die
privaten Rentenversicherer dann 20 Millionen Rentner versorgen
können. Nehme ich nur 100.000 Euro pro Rentner, ist eine Summe
von 2 Billionen Euro zu erbringen. Woher nehmen?

sehe ich auch so. Wir brauchen eine ca. 30 Jahre dauernde Übergangszeit, in der Rentner und Beitragszahler Kürzungen hinnehmen müssen: Zunehmende Pflichtbeiträge zu einer Privatrente, abnehmende Beiträge zur gesetzlichen (zusammen aber höher als heute) und abnehmende Leistungen und späteres Einsetzen der gesetzlichen Rente.

Wenn ich also lese „staatlich gestützte Sozialversicherung
gänzlich abschaffen und durch Eigeninitiative ersetzen“, dann
ist das durchaus der Darwinismus pur. Denn wer zum Zeitpunkt
der Umstellung alt ist, fällt hinten runter. Und will man sie
nicht runterfallen lassen, dann erwischt es all jene, die
derzeit im Berufsleben stehen und nicht darauf hoffen können,
im Alter von der Gemeinschaft unterstützt zu werden.

Ich erinnere mich an Zeiten, da verrotteten alte Menschen nicht in Alters- oder Pflege"heimen", sondern wohnten bei der Familie oder wurden zumindest von ihr versorgt.

Im Grundsatz finde ich den Gedanken gar nicht so schlecht.

Gruß,
Christian

„1993: Mit monatlichen Verlusten von bis zu 30 Millionen Mark
muss die Saarstahl AG Konkurs anmelden. Die Belegschaft wird
von 7200 auf 4500 Mitarbeiter verkleinert.“

Hat die irgendwas mit Saar-Bandstahl zu tun?

Das ist die Muttergesellschaft der Saar-Bandstahl.

Gruß,
Christian

Hallo Heinrich,

Das gab es vor ein paar Monaten mal in Rheinland-Pfalz als
Modellversuch. Die Erkenntnis aus diesem Versuch war
erschreckend: Kaum ein Kassenpatient hatte irgendein Interesse
an diesen Abrechnungen. Teilweise mussten die Arzthelferinnen
den Patienten die Rechnung förmlich aufdrängen. Kontrolle oder
gar Widerspruch gegen die abgerechneten Leistungen gab es
nicht. Der Mensch verhält sich eben anders als in der
idealtypischen Vorstellung.

mag sein. Allerdings geht es hier um langfristige Veränderungen und nicht um einen paar Monate laufenden Versuch. Daüber hinaus hat das ganze so oder so einen Effekt: Wie bei der Nennung von Referenzen, die im Zweifel nie abgerast werden, weiß auch der Arzt nicht, welcher Patient die Rechnung doch durchschaut. So wird zumindst mutwilliger Versicherungsbetrug tendenziell abgestellt.

Gruß,
Christian

Übergangsfristen
Hi!

das ist ein sehr sarkastischer Beitrag, der weh tut.

Nein, das ist nur konsequent zu Ende gedacht, was vielfach
vorgeschlagen wird.

Das kann ich überhaupot nicht so sehen. Aber bezogen auf Dein Beispiel:

Nur ein Beispiel:

Abschaffung der staatlichen Rente und Einführung einer
selbstfinanzierten Privatrente.
Im Moment haben wir etwa 20 Millionen Rentner, die ihre Bezüge
durch das Umlageverfahren erhalten. Wo sollen 20 Millionen
Rentner ad hoc das Geld hernehmen, um von der staatlichen auf
eine private Rente zu wechseln? Geht also nicht.
Folglich müsste der Staat die Summe aufbringen, aus der die
privaten Rentenversicherer dann 20 Millionen Rentner versorgen
können. Nehme ich nur 100.000 Euro pro Rentner, ist eine Summe
von 2 Billionen Euro zu erbringen. Woher nehmen?
Also müssen wieder die Jüngeren heran. Und das gleich doppelt.
Einerseits müssen sie das Umlageverfahren finanzieren für die
20 Millionen Rentner, die es derzeit gibt, andererseits dürfen
sie aber keine Umlagezahlungen erwarten, wenn sie selbst in
Rente gehen. Die eigene private Rente ist selbst zu
finanzieren. Statt Senkung der Belastung also eine
Verdopplung.

Das hat Du absolut Recht. Es gibt also das Problem der Übergangsfristen. Was wäre denn also falsch, wenn meine Thesen grundsätzlich richtig sind, dieser Weg konsequent eingeschlagen wird und für die Übergangslösung spezielle Modelle geschaffen würden?

Wenn ich also lese „staatlich gestützte Sozialversicherung
gänzlich abschaffen und durch Eigeninitiative ersetzen“, dann
ist das durchaus der Darwinismus pur. Denn wer zum Zeitpunkt
der Umstellung alt ist, fällt hinten runter. Und will man sie
nicht runterfallen lassen, dann erwischt es all jene, die
derzeit im Berufsleben stehen und nicht darauf hoffen können,
im Alter von der Gemeinschaft unterstützt zu werden.

Gut, wir haben das bereits geklärt. Es gibt keine Umstellung von jetzt auf gleich. Für Menschen, die zum Zeitpunkt der Umstellung alt sind, gibt es Sonderregelungen. Wäre dann der Effekt meiner Thesen nicht trotzdem mittelfristig richtig? Alles andere ist doch ebenso nicht praktizierbar. Wenn ich (jetzt 39) im Jahre 2030 Rentner werde, sollen dann die wenigen jungen Menschen meine Rente zahlen oder wäre es nicht besser, wenn ich schon heute selber dafür sorge? Wem bringt es was, wenn wir die Menschen weiter anlügen? Sicher, dem Politiker, denn er will ja wieder gewählt werden. Den Darwinismus verhindern und das Sozialsystem retten, kann man so jedenfalls nicht.

Gruß
Klaus

Gewinne mit Computerviren??
Hi Fremdwort-Frank!

ich hab die Zahlen nur grob im Kopf, aber der weltweit größte
Hersteller von Computerviren und Spyware macht mit 9 Mrd.
Umsatz 4 Mrd. Gewinn. Damit läge der Gewinn dieser restlos
überteuerten Produkte tatsächlich über den Personalkosten. Sie
dürften allerdings so ziemlich die einzigen sein.

Wie bitte? Es gibt ein Unternehmen, das mit Computer viren Gewinne macht? Bitte ein paar mehr Infos zu diesem Unternehmen.

Btw: auch wir haben ein Projekt, bei dem der return of invest
bei ca. 2 Jahren liegt. Auf eine ganze Unternehmemsgruppe
angewandt, kann das natürlich nicht mehr stimmen.

So ist es, Frank, so ist es!

Gruß
Klaus

Hi Fremdwort-Frank!

ich hab die Zahlen nur grob im Kopf, aber der weltweit größte
Hersteller von Computerviren und Spyware macht mit 9 Mrd.
Umsatz 4 Mrd. Gewinn. Damit läge der Gewinn dieser restlos
überteuerten Produkte tatsächlich über den Personalkosten. Sie
dürften allerdings so ziemlich die einzigen sein.

Wie bitte? Es gibt ein Unternehmen, das mit
Computer viren Gewinne macht? Bitte ein paar mehr Infos
zu diesem Unternehmen.

Ja klar, oder wie willst du windows sonst betiteln?
It´s not a bug, its microsoft.

Gruß
Frank

Microsoft Inc.
Hi Fremdwort-Frank!

ich hab die Zahlen nur grob im Kopf, aber der weltweit größte
Hersteller von Computerviren und Spyware macht mit 9 Mrd.
Umsatz 4 Mrd. Gewinn. Damit läge der Gewinn dieser restlos
überteuerten Produkte tatsächlich über den Personalkosten. Sie
dürften allerdings so ziemlich die einzigen sein.

Wie bitte? Es gibt ein Unternehmen, das mit
Computer viren Gewinne macht? Bitte ein paar mehr Infos
zu diesem Unternehmen.

Ja klar, oder wie willst du windows sonst betiteln?
It´s not a bug, its microsoft.

Nun, Du kannst hier wohl nur von Quartalszahlen sprechen! Der Jahresumsatz von Microsoft beläuft sich nicht auf $ 9 Mrd., sondern eher auf $ 30 Mrd.!

Das reine operative Ergebnis dürfte nicht höher als etwa $ 10 Mrd. betragen. Die Personalkosten kenne ich nicht, aber glaubst Du, die wären niedriger als $ 10 Mrd.? Bei über 50.000 zum großen Teil hochqualifizierten MA weltweit? Ich weiß nicht …

Gruß
Klaus