Regelkunde Fußball

Hallo zusammen!
Also, ich hab da mal ne kleine Regelfrage an die Experten (bis gestern dachte ich, ich wäre selbst einer). Bei unserem Hallenturnier ging es im Halbfinale ins 9-Meter schießen. Dabei kam es zu einer kuriosen Situation. Unser Spieler schießt, der Torwart pariert. Soweit so gut. Allerdings sprang der Ball nach vorne ab, setzte ewat 1 Meter vor dem Torwart mit Effett auf dem Boden auf und rollte langsam ins Tor, da der Torwart die Situation schon abgehakt hatte. Leider hatte auch der Schiedsrichter die Situation schon abgehakt und war bereits dabei auf seinem Zettelchen Notiz zu machen. Als wir ihn darauf aufmerksam machten, kam nur die schiedsrichtertypische Arroganz. „Gehen sie weg, es geht weiter“. Also, hat er richtig entschieden oder hätte das Tor zählen müssen?

Hallo zusammen!

Ein Strafstoß während des laufenden Spieles oder in der für
seine Ausführung oder Wiederholung verlängerten Spielzeit gilt
auch dann als verwandelt, wenn der Ball, bevor er die Torlinie
zwischen den Pfosten und unter der Querlatte überschritten hat,

  • einen oder beide Pfosten und/oder die Querlatte und/oder den
    Torwart berührt hat.

[Quelle: http://www.dfb.de/dfb-info/regeln/fussballregeln/, Regel 14]

Bin jetzt nicht sicher, ob das auch fuer Hallenfussball und
dabei auch fuer das abschliessende Elfmeterschiessen gilt.

Sieht aber so aus:
http://www.dfb.de/dfb-info/regeln/hallenregeln/ (Regel 12)

Gruss, Patrick

Bin jetzt nicht sicher, ob das auch fuer Hallenfussball und
dabei auch fuer das abschliessende Elfmeterschiessen gilt.

Genau das war auch mein problem. dann gibt es in diesen regeln noch das kapitel „Vorgehensweisen zur Ermittlung eines siegers“. darin steht dann nur das die schüsse von der straftstossmarke den regeln des International football association board entsprechen. und da hört es dann irgendwo auf mit meiner recherche.

Bin jetzt nicht sicher, ob das auch fuer Hallenfussball und
dabei auch fuer das abschliessende Elfmeterschiessen gilt.

Genau das war auch mein problem. dann gibt es in diesen
regeln noch das kapitel „Vorgehensweisen zur Ermittlung eines
siegers“. darin steht dann nur das die schüsse von der

Ich glaube, dass jeder einzelne Elfmeter beim Elfmeterschiessen
Regel 14 des DFB unterliegt. Somit muesste der Treffer zaehlen.
Allerdings stellt sich noch die Frage in welchen Zeitrahmen der
Ball die Torlinie ueberqueren muss nachdem er den Torwart beruehrt
hat. (Stichwort „rollte langsam ins Tor“)
Vielleicht stellst du deine Frage einfach mal direkt dem DFB
oder einem Schiedsrichterverband (gibt es in Deutschland sowas
wie die AIA in Italien?).

Gruss, Patrick

Danke erstmal für deine Mühen, hatte gehofft, das hier vielleicht irgendwelche schiedsrichter sind, die es definitiv wissen, aber wahrscheinlich fühlen die sich von mir schon wieder beleidigt :wink:

Vielleicht stellst du deine Frage einfach mal direkt dem DFB

hab ich jetzt gemacht, bin mal gespannt, ob und wann die antworten

Hallo zusammen!

Hallo auseinander.

schiedsrichtertypische Arroganz. „Gehen sie weg, es geht weiter“.

Mach mal halblang - Antworten aktiver Schiedsrichter wirst Du so wohl kaum bekommen, jedenfalls keine zielführenden. Wenn man sich nämlich beim Turnier schon ggf. über Stunden hinweg die diversen Freundlichkeiten hat anhören müssen, kann das durchaus eine gewisse „Arroganz“ auslösen … das aber nur am Rande.

Also, hat er richtig entschieden oder hätte das Tor zählen müssen?

Als Informatiker antworte ich Dir mit Ja und habe immer recht :wink:

Als ehemaliger Schiedsrichter kann ich mich dumpf entsinnen, dass ein Tor nur dann gegeben werden soll, wenn der Schiedsrichter davon überzeugt ist, dass der Ball die Torlinie ganz … blablabla, also zu Deutsch, er hat gesehen , die Murmel war drin, und zwar regelgerecht.

Das hat er wohl im vorliegenden Falle genauso wenig gesehen wie der Torwart, der ja, wie Du schrubst, auch schon im Begriff war, aus dem Kreis zu gehen, als die Pille noch reineierte. Aus seiner Sicht war also kein Tor gefallen - Tatsachenentscheidung, bumm, aus. Dann hat er im entscheidenden Moment einfach nicht hingeguckt … dumm gelaufen.

Anders wäre die Sachlage, wenn er die abgewehrte Murmel an den Dez bekommen und diese danach ins Tor gegangen wäre, er aber das Tor wegen der Berührung nicht gegeben hätte. Das wäre dann ein anfechtbarer Regelverstoß gewesen … aber wenn meine Oma Räder hätte, wäre sie ein Omnibus.

Mich würde noch interessieren, wie sich die Turnierleitung im von Dir geschilderten Fall geäußert hat, wenn überhaupt. Ich denke aber, dass die Tatsachenentscheidung in jedem Falle gestanden hätte.

Gruß Eillicht zu Vensre

Nur ein unqualifizierter Kommentar
Hi!

Ich habe gerade mit dem Lebensgefährten meiner Schwiegermutter geplaudert - der war mal Schiedsrichter auch in höheren Ligen.

Er sagt, er hätte den Elfer gegeben, weil es ja so ähnlich wäre, als hätte der Torhüter den Ball unter sich begraben, und selbiger wäre doch noch durchgerutscht.
Ausnahme: Der Ball wurde abgewehrt, ist mit etwas Effet nach vorne abgesprungen und kullerte dann nach 30 Sekunden oder so ins Tor.
Noch eine Ausnahme: Ihm wäre die Brille von der Nase gerutscht (oder aus anderen Gründen hätte er das Tor nicht gesehen).

Ganz ohne Quellen und nicht fundiert, aber eine Meinung…

LG
Guido

Mach mal halblang - Antworten aktiver Schiedsrichter wirst Du
so wohl kaum bekommen, jedenfalls keine zielführenden.

hab ich ja selbst schon bemerkt, aber ich konnte mir diesen kommentar einfach nicht verkneifen. eigentlich können wir ja dankbar sein das sich immer noch leute finden, die diesen job gerade in den amateurligen überhaupt noch machen.

Mich würde noch interessieren, wie sich die Turnierleitung im
von Dir geschilderten Fall geäußert hat, wenn überhaupt.

die haben auf den schiedsrichter verwiesen

hier übrigens mal die offizielle antwort von dfb:

Hallo,
wenn ein unmittelbarer zeitlicher Zusammenhang besteht, ist auf Tor zu
entscheiden.
Wenn der Schiedsrichter das allerdings nicht sieht, gilt die
Tatsachenentscheidung.

also, wieso vieles im regelwerk des dfb, nichts anderes als auslegungssache. zeitnah kann nun wirklich alles bedeuten. aber egal, das 9-meterschießen hätte wir sowieso verloren

Hallo Katsche.

Wie hast du denn den DFB kontaktiert um eine so schnelle Antwort zu bekommen? Ich habe in der Hinrunde auch eine Frage geschickt aber bis heute keine Antwort erhalten.

Es ging um folgende Anekdote:
Mein Gegenspieler in einem Meisterschaftsspiel der Kreisliga wollte, als ich mich zur kurzen Ecke anbot, die Manndeckung nicht aufgeben und stand ca. 3m vom Ball entfernt.
Natürlich machte ich den Schiedsrichter darauf aufwerksam. Jedoch erwiederte der nur, ich solle weiterspielen weil sich der Gegenspieler ja weiter als 2m vom Ball entfernt befindet.

Wie soll man sich denn in einem solchen Fall verhalten?

Wie hast du denn den DFB kontaktiert um eine so schnelle
Antwort zu bekommen?

[email protected] hat höchstens zwei stunden gedauert, hat mich auch überrascht

Mein Gegenspieler in einem Meisterschaftsspiel der Kreisliga
wollte, als ich mich zur kurzen Ecke anbot, die Manndeckung
nicht aufgeben und stand ca. 3m vom Ball entfernt.
Natürlich machte ich den Schiedsrichter darauf aufwerksam.
Jedoch erwiederte der nur, ich solle weiterspielen weil sich
der Gegenspieler ja weiter als 2m vom Ball entfernt befindet.

Wie soll man sich denn in einem solchen Fall verhalten?

Bleibt einem wohl nichts anderes über als das zu akzeptieren.

also, wieso vieles im regelwerk des dfb, nichts anderes als
auslegungssache. zeitnah kann nun wirklich alles bedeuten.
aber egal, das 9-meterschießen hätte wir sowieso verloren

Noch mal Hallo.

Den entscheidenden Fehler hat der Schiedsrichter begangen, als er die Situation als erledigt ansah, nachdem der Ball abgewehrt wurde, aber bevor der Ball aus dem Spiel war. Solange sich die Murmel noch innerhalb des Spielfeldes bewegte, hätte der „unmittelbare zeitliche Zusamenhang“ nämlich noch bestanden. Auf dem Feld kann es z.B. passieren, dass der Wind (oder die Strömung *g*) den Ball noch ins Tor weht, nachdem die Pille zur Ruhe kam. Der zeitliche Zusammenhang würde dann nicht mehr bestehen.

Und was die Auslegungssache angeht : Hier wirst Du immer eine Restunschärfe in Kauf nehmen müssen. Denk an den nicht gegebenen Treffer im Elfmeterschießen Lautern-Mainz; der Ball war drin und sprang wieder raus. Eigentlich müsste ein Ball, der von der Latte hinter die Torlinie prallt, oben im Netz einschlagen. Tut er aber manchmal nicht … weil genau am Aufschlagpunkt ein Grasbüschel steht, oder weil Effet im Spiel ist, oderoderoder. Wie soll eine Regel aussehen, die alle solchen Eventualitäten zweifelsfrei berücksichtigt? Und wer würde noch Fußball spielen / gucken wollen, wenn man ein Soziologiestudium braucht, um die Regeln zu verstehen, bzw. eine Heavy-Duty-Sackkarre, um sie zu transportieren?

Also falsche Tatsachenentscheidung ist da m.E. noch eher zu verkraften als hinter jedem Pfiff oder Nichtpfiff eine himmellange Diskussion anzuhängen, die eh zu nichts führt. Bis zum Erbrechen bei unseren Fußballreportern zu bewundern …

Pfalz irgendjemanden meine Einschätzung interessiert : Ich bin der asozialen Randgruppe zugehörig, die der Meinung ist, der dritte Treffer in Wembley sei ein reguläres Tor gewesen - und zwar, weil der englische Stürmer, der nach dem Schuss am nächsten zum Ball stand (Hunt hieß er, glaube ich), sofort jubelnd abdrehte. Beim allergeringsten Zweifel hätte er das Ding nämlich ins Netz gehauen, dass die Heide wackelte. Der hat, vielleicht als einziger Mensch auf Erden, tatsächlich gesehen, dass das Ding drin war. Und was hat diese Szene nicht schon alles ausgelöst - darüber sind Doktorarbeiten geschrieben worden in Sportwissenschaft, Soziologie und Physik; „Beweise“ und Gegen"beweise" wurden geführt; Simulationen vor- und rückwärts und so weiter und so audi. Was hat’s gebracht? Nix und wieder nix. Ist halt Fußball.

Gruß Eillicht zu Vensre

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