hallo
wie schon erwähnt: eine grundannahme der relativitätstheorie ist, dass nichts schneller sein kann als licht. methoden der relativitätstheorie nun auf zustände anzuwenden, die von eben dieser theorie „verboten“ (besser: undefiniert) sind, hat wenig sinn. erst musst du eine theorie schaffen, die diese zustände erlaubt - dann kannst du deren regeln für die vorhersage der effekte heranziehen.
davon abgesehen: selbst wenn wir verbotenerweise die formeln der relativitätstheorie für überlichtschnelle objekte heranziehen, ergibt sich eine imaginäre zeit, keine negative. da es keine reale entsprechung für imaginäre zahlen gibt, ist jede interpretation dieser werte reine spekulation - wenn meine putzfrau aus dem kaffeesud liest, hat deren aussage zu dem thema in etwa die selbe praxisrelevanz.
weiters: angenommen, ich darf trotzdem unter bestimmten voraussetzungen die relativitätstheorie verletzen und dabei gleichzeitig deren regeln anwenden, bewege mich also mit überlichtgeschwindigikeit und die zeit wird nicht imaginär sondern negativ - was genau bedeutet das? wohlgemerkt, wie sind jetzt in der metaphysischen spinnerphase, weitab von jeglicher wissenschaftlichkeit! für einen aussenstehenden beobachter müsste sich die zeit innerhalb des zu ihm relativ bewegenden inertialsystems rückwärts bewegen. umgekehrt: solange sich das objekt gleichförmig bewegt, kann es sich selbst als stillstehend bezeichnen und alles um sich herum als relativ bewegt ansehen - sprich, der raumfahrer meint, die welt um ihm herum bewegt sich in der zeit zurück. sobald er aber „abbremst“, also das inertialsystem wechselt, ist er wieder in der „normalzeit“ (zwillingsparadoxon). er kann also nicht in die vergangenheit zurückreisen. er hat lediglich eine strecke on einer lichtsekunde in weniger als einer sekunde zurückgelegt - sonst nichts. interessant ist lediglich, ob der raumfahrer nun biologisch jünger ist als zum zeitpunkt, als er seine reise begonnen hat. hier gibts dann etliche kausalitätsverletzungen: er raumfahrer müsste aus seiner sicht seine reise ja beenden, bevor er sie begonnen hat. spätestens hier sollte man eine ziemlich klare vorstellung davon haben, was zeit nun eigentlich genau ist und wie sie funktioniert.
meine vorstellung dazu: bewegt sich die zeit rückwärts, müssten sich auch sämtliche prozesse (egal ob physikalisch, chemisch, sonstwie) rückwärts bewegen. damit auch meine denkprozesse (die ja nichts weiter als chemisch-elektrische prozesse sind). mein bewusstsein „stoppt“ also an dem moment, an dem die zeitrichtung sich umkehrt und ich mache alle meine aktionen genau in umgekehrter reihenfolge nochmal.
müsste aber auch für maschinen gelten - egal ob mechanisch, elektrisch, chemisch oder sonstwie betrieben. wenn ich also z.b. eine bombe habe, die gerade explodiert, und ich drehe die zeit zurück, müsste sich das expandierende gas wieder zum ursprungsmatieral verfestigen und alle teile, die weggeschleudert wurden, wieder in den urzustand zurückbewegen.
und ein raumschiff, das gerade beschleunigt, müsste ebenfalls die beschleunigung stoppen und rückgängig machen. ist also der antrieb des raumschiffs innerhalb des inertialsystems, kann er also das raumschiff gar nicht in den „negativen zeitbereich“ beschleunigen, da er ganz knapp davor einfach stehenbleibt.
aber wie gesagt: wir sind hier in der wissenschaftsfreihen spinnerzone - ob das eben alles bullshit war oder nicht ist irrelevant, weil mit mitteln der bekannten theorien weder belegbar noch widerlegbar. und solange niemand mit einer schlauen theorie daherkommt, die auch mit überlichtschnellen bewegungen klar kommt, wird das auch so bleiben.
lg
erwin