Religion angeboren?

Hallo!

Der Titel klingt merkwürdig.

Was ich damit sagen bzw. erfragen möchte: Ist das Bedürfnis des Menschen, an transzendente Dinge zu glauben, angeboren oder erworben? Gibt es dazu irgendwelche Untersuchungen?

(Ich bin durch eine Diskussion im Reli-Brett drauf gestoßen. Dort wurde mir zu Unrecht unterstellt, ich würde glauben, dass die Kinder schon von sich aus einen Hang zum Glauben an einen Gott haben. Tatsächlich habe ich gar keine eigene Meinung zu diesem Thema. Aber vielleicht weiß ja jemand was).

Michael

PS: Nur zur Klarstellung: Mit „angeboren“ meine ich nicht „unumkehrbar“.

Ich glaube so ohne weiteres kann man das nicht von der normalen Entwicklung trennen.

Kinder sind genetisch bedingt schlechter in der Lage kritisch zu hinterfragen bzw. zu erkennen ob etwas wahr sein kann oder nicht. Deswegen ist in der Welt der Kinder viel mehr übernatürliches als in der Welt der Erwachsenen. Deswegen sind Kinder viel eher bereit Geschichten aller Art zu glauben. Das heisst grundsätzlich sind Kinder ‚anfälliger‘ für Religion als Erwachsene.

Das Bedürfnis nach Religion ist, meiner Meinung nach, aber abhängig von den persönlichen Lebensumständen. Religion spendet Sicherheit. Religion spendet Trost. Religion gibt das Gefühl von Zugehörigkeit. Je größer das Bedürfnis nach solchen Dingen, weil die Familie und Umfeld aus irgendwelchen Gründen nicht genügend Sicherheit/Trost spenden können, desto größer wohl auch das Bedürfnis nach Religion.

Ich glaube aber, das Bedürfnis an transzendente Dinge zu glauben ist vom Alter unabhängig und weder anerzogen noch angeboren. Die Religion kann aber ein angeborenes Bedürfnis stillen.

Es gibt eine Theorie, dass der Wunsch nach einem Gott in der Psyche des Menschen steckt. Angeblich erschaffen sich viele Kinder einen imaginären Freund. Dieser hat Vorteile gegenüber echten Freunden: Er ist immer und überall verfügbar; man kann über ihn bestimmen; er tut immer das was man will; man hat immer jemanden zum reden und er versteht alles.
Ein Gott, so wie sich ihn viele Christen vorstellen, hat ganz ähnliche Eigenschaften: er ist immer verfügbar; er gibt auf einen acht; man kann immer mit ihm reden (beten); er versteht/weiss alles; er liebt einen.

Es liegt in der menschlichen Psyche verwurzelt, dass der Mensch Gesellschaft/Freunde braucht. Es ist ein tiefes Bedürfnis geliebt zu werden. Reale Freunde erfüllen diese Bedürfnisse nicht immer oder nur unzureichend. Ein Gott/imaginärer Freund ist dafür perfekt geeignet.

Fast ausnahmslos haben/hatten alle Kulturen einen Schöpfungsmythos sowie einen oder mehrere Götter (wahrscheinlich die einzige bekannte Ausnahme sind die Pirahã-Indianer). Diese Götter lieferten Erklärungen für grundlegende Fragen: „Woher komme ich, wo gehe ich hin?“, „Was ist der Sinn?“ usw.
Es gibt Fragen auf die kein Mensch eine Antwort hat. Es ist aber ein Grundlegendes Bedürfnis des Menschen Dinge zu hinterfragen. Religionen bieten auch hier oft Abhilfe.

Er ist immer und überall verfügbar; man kann über ihn bestimmen; er tut immer das was man will; man hat immer jemanden zum reden und er versteht alles.

Das heisst das Kind erschafft sich in seiner Phantasie genau das, was die reale Mutter hätte für ihr Baby erfüllen sollen!

Danke für diese Erkenntnis.

Zum Teil
… das Triumvirat:

  • Relgiös/Kultisch/Mitmachen, was die Gruppe macht
  • Obrigkeitshörigkeit
  • Konservativismus

schein tatsächlich vererbt zu werden. Zumindest findet sich eine signifikante Korrelation.

Der Begriff „Transzendenz“ heisst einfach nur „über sich selbst hinaus“ und kann auch auf „grünes Denken“ oder anderes bewusste Nachdenken über die Folgen eigenen Handelns auf „den Rest der Welt“ angesehen werden. Das mein nicht nur Animismus/Geisterglaube.

Gruß

Stefan

Tiefenpsychologie Ansatz
Hallo Michael,

ich habe aus derselben Fragestellung heraus mal hier mal nach einem Dokument gesucht, und wurde geholfen.

Der Text ist nicht unumstritten. Christa-Rohde-Dachser

Interessant fand ich allerdings nur den ersten Teil, der eben genau dieses Thema behandelt.

Zusammenfassung:
Die Autorin zeigt, wie sich mit Hilfe von Freuds Erkenntnissen über das Unbewusste und Matte-Blancos Theorie des bi-logischen Denkens auch Vorstellungen von Gott, Tod und Unsterblichkeit neu denken lassen. […]

Dann entfernt sich der Text zunehmend von diesem Thema und den Rest fand ich ehrlich gesagt dann schon sehr abgehoben, den ersten Teil allerdings spannend.

Es gibt also tiefenpsychologische Ansätze dazu, das ist bisher der konkreteste Text, den ich zum Thema gefunden habe.

Grüße
fliegerbaer

Hoimar von Dithfurt hat unsere „Gottessucht“ durch unsere Eigenschaft als Rudeltiere erklärt.

Wir brauchen dringend einen Leitaffen, der uns in kritischen Situationen, immer dann, wenn wir allein nicht mehr weiter wissen, sagt, wo es lang geht.

Es entstehen ja, durch den „Genuss der Frucht vom Baum der Erkenntnis“, also durch unser unnütz großes Gehirn, Fragen, die sich keiner anderen Tierart stellen. Diese verlangen dringend nach Antwort und so erschaffen wir uns eben ein Wesen, das die Antwort auf all diese Fragen weiß, dessen Reaktionen aber nicht immer durchschaubar sind.

mfg

Moin, Michael,

Ist das Bedürfnis des Menschen, an transzendente Dinge
zu glauben, angeboren oder erworben?

ich weiß nicht einmal, ob es so ein Bedürfnis überhaupt gibt. Was es ganz sicher gibt, ist die Sehnsucht, Verantwortung abzuwälzen oder zumindest Unerklärliches durch eine höhere Instanz zu erklären. Beides wird durch Religionen jedwelcher Art vortrefflich bedient. Wobei der Aberglaube jedwelcher Art natürlich die gleichen Bedürfnisse befriedigt.

Gibt es dazu irgendwelche Untersuchungen?

Das wollen wir doch hoffen; ich habe noch nicht danach gesucht :wink:

Gruß Ralf

Hallo Michael,

zuerst bitte ich, mir den ausholenden Text zu verzeihen. Ich weiß auch nicht, ob es Untersuchungen darüber gibt. Mich interessiert aber diese Frage ebenfalls sehr.

Eine Theorie wurde vom Psychoanalytiker Erik H. Erikson formuliert. Dieser faßte die individuelle Entwicklung von der Kindheit bis zum Alter als Abfolge von acht Stufen auf (die psychosoziale Entwicklung). Die ersten fünf dieser Stufen fallen in die Kindheit und Jugend und entsprechen in ihrem zeitlichen Verlauf den Phasen der psychosexuellen Entwicklung nach Freud. Erikson faßt jede dieser Stufen als eine Entwicklungsaufgabe auf, welche das Kind und später der erwachsene Mensch mehr oder weniger gut erfüllt. Die allererste Stufe ist die der frühersten Kindheit (1. Lj.), Erikson benannte sie mit dem Gegensatz „Vertrauen gegen Urmißtrauen“, das Kind ist zu dieser Zeit völlig von seiner ersten Bezugsperson (der Mutter) abhängig. Diese ist aber nicht immer da - die Entwicklungsaufgabe besteht darin, auch wenn die Mutter gerade nicht im selben Raum ist, Vertrauen zu entwickeln, daß sie wiederkommt und das Kind versorgt. Dies gelingt mehr oder weniger gut, je nach den vorhandenen Bedingungen. Im späteren Leben ist das Urvertrauen eine Art grundlegender Optimismus, eine Zuversicht, daß sich die Dinge schon günstig entwickeln und irgendwie gut ausgehen werden, auch wenn es vielleicht im Moment nicht so aussieht.

Erikson stellt jede Stufe zu einer Institution in Beziehung, und zwar die erste Stufe zur Religion. Es gilt die Entsprechung: Glaube = Urvertrauen, und das Urmißtrauen wird mit dem Teufel in Beziehung gesetzt. Die Religiosität wäre zu verstehen als ein Nachhall aus frühester Kindheit, und ich denke, die Erikson’sche Theorie kann die kindlich anmutende Religiosität mancher Menschen gut erklären, die sich einen Gott vorstellen wie ein überhöhtes Elternbild: strafend oder gütig.

Ein anderer Ansatz (der aber nicht unabhängig ist vom obigen) ergibt sich aus der Tatsache, daß ein Mensch, der auf sich allein gestellt ist, kaum eine Chance hat, zu überleben (natürlich in früherer Zeit, ohne eine moderne Infrastruktur zur Verfügung zu haben). Viele wichtige Aufgaben können wir nur zusammen lösen, in Gruppen. Wir sind kollektive Wesen und wollen uns in Gruppen sicher und geborgen fühlen, dort eine für uns sinnvolle Rolle spielen und anerkannt sein. Die Religion (zumindest die christliche) zielt auch auf solche Bedürfnisse ab: in einen größeren und sinnvollen Zusammenhang eingebettet zu sein. Eine Gruppe braucht Symbole zu ihrer Kennzeichnung und Definition, und die Menschen in ihr brauchen diese Symbole, um sich mit ihr zu identifizieren. Die Religionen liefern solche Symbole.

Ich denke, daß das Bedürfnis nach Religiosität bei vielen Menschen sehr stark ist, denn es wurde und wird anscheinend oft mißbraucht. Ich wundere mich darüber, wenn manche Menschen, die vielleicht sogar eine naturwissenschaftliche Ausbildung haben, trotzdem versuchen, die Bibel wörtlich zu nehmen und frage mich, wie die ihren Intellekt so verbiegen können.

Aus den beiden Ansätzen ergibt sich für mich: die Religiosität muß nicht als etwas Eigenständiges angeboren sein, das Bedürfnis nach Religiosität ist vielleicht nur Ausdruck der Tatsache, daß wir als Menschen besonders angewiesen sind auf größere Organisationsformen, als Kinder auf eine versorgende und schützende Familie, und später, Teil von Gruppen unterschiedlicher Art und Größe zu sein - in höherem Maß als jedes Tier.

Grüße,

I.

Hallo.

Ich wundere mich darüber, wenn manche
Menschen, die vielleicht sogar eine naturwissenschaftliche
Ausbildung haben, trotzdem versuchen, die Bibel wörtlich zu
nehmen und frage mich, wie die ihren Intellekt so verbiegen
können.

Das frage ich mich schon seit ich angefangen habe über Religion nachzudenken. :smile:

Aus den beiden Ansätzen ergibt sich für mich: die Religiosität
muß nicht als etwas Eigenständiges angeboren sein, das
Bedürfnis nach Religiosität ist vielleicht nur Ausdruck der
Tatsache, daß wir als Menschen besonders angewiesen sind auf
größere Organisationsformen, als Kinder auf eine versorgende
und schützende Familie, und später, Teil von Gruppen
unterschiedlicher Art und Größe zu sein - in höherem Maß als
jedes Tier.

Nichts für Ungut, aber:

Was du da beschreibst, ist nichts anderes, als die Leitaffen-Theorie Hoimar von Dithfurt’s. Eine wundervolle Bestätigung. Er hat es nur einfacher ausgedrückt.

Es zeigt wieder einmal, wie lächerlich die Psychoanalyse ist.

Na ja, ist natürlich nur meine Meinung.

mfg

Hallo!

Beides wird durch Religionen jedwelcher
Art vortrefflich bedient. Wobei der Aberglaube jedwelcher Art
natürlich die gleichen Bedürfnisse befriedigt.

Religion und Aberglaube - gibt’s einen Unterschied?

Gruß
Wolfgang

Moin, Wolfgang,

Religion und Aberglaube - gibt’s einen Unterschied?

Aberglaube gibbet ohne Kirchensteuer und ohne Bürokratie :wink:

Gruß Ralf

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Werbevideos
Ich hab 2 „Werbevideos“ gefunden bei denen Konvertiten erzählen warum sie konvertiert bzw warum sie einer Religion beigetreten sind.
Man kann da glaube ich heraus hören, dass es um die Suche nach Wahrheit geht. Aber es geht wohl auch um Sicherheit; man braucht eine Anleitung für das Leben. Die Suche nach dem Sinn des Lebens. Manche sagen, sie seien vorher nicht komplett gewesen, usw.

Bei den folgenden Videos geht es um zwei vollkommen verschiedene Religionen, aber Aussagen sind sehr ähnlich:

http://www.youtube.com/watch?v=XLMVOQU_sbc&feature=r…

http://www.youtube.com/watch?v=X1y1SQXW-ag

Bewustsein und Wissbegier angebohren?
Hallo!

Ist das Bedürfnis des Menschen, an transzendente
Dinge zu glauben, angeboren oder erworben?

Ja nu, ist das Bewustsein bzw. Selbstbewußtsein des
Menschen angeboren oder erworben?
In evolutionären Sinne ist es erworben, aber das
meist du wohl eher nicht.

Dass unser Bewußtsein und Wissbegierde aber bald
in Konflikt mit Grenzen der Erkenntnis gerät,
ist sicher einzusehen.

Dass Religionen auch evolutionär einen gewissen
Vorteil zu haben scheine, bestätigt nur die These,
dass wir grundsätzlich einen Hang zu Religösen
Modellen und Transzendenz haben.

Dort wurde mir zu Unrecht unterstellt, ich würde
glauben, dass die Kinder schon von sich aus einen
Hang zum Glauben an einen Gott haben.

Was ich allerdings auch für Blödsinn halte.
Wenn es um die konkrete Ausformung von Weltbildern
geht, so hat wohl die Erziehung das Primat.

Kindergedanken scheinen mir in dem Zusammenhang
eh nicht sehr relevant, weil persönliche Weltbilder
sich erst in der späteren Entwicklung (Pupertät)
herauskristallisieren.
Gruß Uwi

Wohl schwierig…
Warum ich das so sage:
Man müsste also eine größere Gruppe von Menschen nur mit belegten Fakten aufwachsen lassen. Diesen dann zur „reifen Zeit“ den „Glauben“ erklären und über den Sinn entscheiden lassen.

Problematisch sehe ich: Belegte Fakten sind wie sicher? Wenn ich mich recht erinnere habe ich deine Beiträge schon im Physik-Teil gelesen. Als Laie lese ich immer gerne von neuen Theorien und Fakten in den naturwissenschaftlichen Bereichen. Dort gibt es doch häufiger was neues…

Wenn man alles ganz neutral hinbekommen würde, dürfte das ganze also nur eine Momentaufnahme werden.

Vieleicht ist das eigenlich nur eine Weltanschauung! Und das Problem ist nicht die Sache an sich, sondern die bekloppten Fanclubs… egal ob von Schalke oder aus dem Vatikan… (nur Beispiele, nicht persöhnlich nehmen!).

Ansonsten hätte ich folgenden Vorschlag: Das Bewustsein redet sich doch alles schön um Abends einschlafen zu können. Sonst würde es z.B. sowas wie „dem Volke verpflichtete Politiker“ oder „Subventionen“ gar nicht geben. Also würden fürs erste nicht begreifliche Dinge irgendwie „naheliegend erklärt“, bis diese „geklärt“ sind, wobei machtbesessene Gruppen das „naheliegend erklärte“ gerne für ihr Gesetz/Doktrin ausgeben.
Dies könnte eine grundlegende Natur des Menschen sein.
(doof und machtbessessen!?, na super…)

Das ist meine derzeitige Meinung. Ich habe mit den Kindern viel hinzu gelernt… wer weiß was da noch alles zu kommt!
Mir wurde Religion (ev.) schwach eingeimpft… inzwischen lehne ich jegliche indoktrination von Heranwachenden ab.

Anmerkung: Wenn in ein paar Jahrhunderten, nach einer großen Katastrophe, irgendwelche Leute die FilmBücher/VHS/DVD/BlueRay von „Star Wars“ finden… wird dann den Kindern eingeimpft das Darth Vader vom bösen Lord verführt wurde und Luke unser Erlöser ist?

Da ist nix angeboren! Das wird von machhungrigen Leuten schamlos ausgenutzt!

Das ist jetzt meine, nicht unumstößliche, Meinung. Habe weder Theologie noch sonst irgendwas studiert/gelesen… habe nur gelernt!

(Faszinierend wie lange mich dieser Beitrag gefesselt hat! Danke)

Das Gottes-Gen
Hallo Michael,

es gibt die Theorie, dass die Sehnsucht nach Transzendenz genetisch bedingt sei: http://www.welt.de/print-wams/article118710/Gibt-es-…

Grüße

=^…^=

Vielen Dank!

Das ist zumindest mal ein Ansatz. Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen: Das ist doch was handfesteres, als die doch eher persönlichen Meinungen und Geschmäcker, die von den meisten anderen gepostet wurden. Danke und Sternchen!

(Leider hört der Artikel genau an der Stelle auf, wo er anfängt, spannend zu werden …)

Michael

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Hi!

Das ist zumindest mal ein Ansatz. Ohne jemandem zu nahe treten
zu wollen: Das ist doch was handfesteres, als die doch eher
persönlichen Meinungen und Geschmäcker, die von den meisten
anderen gepostet wurden. Danke und Sternchen!

Das das „was handfesteres“ sein soll, ist aber auch nur deine persönliche Meinung :wink:

http://www.zeit.de/zeit-wissen/2008/01/Titel-Kasten-…

Gruß
Tyll

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Hallo,

es handelt sich dabei um zwei unterschiedliche Dinge; in dem von dir verlinkten Artikel geht es um Versuche mit Magnetfeldern, in dem von mir verlinkten um Genetik.

Der darin genannte Forscher ist ein bekannter Genetiker: http://en.wikipedia.org/wiki/Dean_Hamer

Grüße

=^…^=

Hallo!

Das das „was handfesteres“ sein soll, ist aber auch nur deine
persönliche Meinung :wink:

Mit „handfester“ meinte ich nicht den Inhalt, den man durchaus skeptisch sehen kann, sondern die Quellenlage. Bei fast allem, was sonst so in diesem Thread gepostet wurde ging es mehr so um: „Ich denke mal, dass ich mir das soundso zusammengereimt habe, …“

http://www.zeit.de/zeit-wissen/2008/01/Titel-Kasten-…

Auch das ist interessant, wobei - wie bereits KamikazeKatze angemerkt hat - in dem Zeit-Artikel um die Auslösung von Visionen durch Magnetfelder geht, während ich eher nach den genetischen und entwicklungsphysiologischen Ursachen dafür gefragt hatte.

Mir geht es auch nicht so sehr um die Frage: Warum ist der eine religiös und der andere nicht? Sondern vielmehr: Warum hat die Art Homo sapiens die Neigung, sich mit transzendenten Dingen zu beschäftigen? Ist es eine Tradition, die irgendwann zufällig entstanden ist und von Kindern erst durch Prägung und Nachahmung gelernt werden muss, oder ist es vielmehr ein angeborener „Trieb“, der bei nicht-religiösen Menschen im Laufe der Entwicklugn verloren ging.

Wäre ein Caspar Hauser von sich aus religiös? (Natürlich wird niemand von sich aus zum Christen oder zum Moslem, aber würde er von sich aus einen Glauben an eine jenseitige Wirklichkeit im weitesten Sinne entwickeln?)

Michael