Religion, Rechtfertigung zum Mord?

Hallo Leute,

vielleicht ist dieser Artikel ein wenig provokant, ist mir auch egal, Eure Meinung interessiert mich einfach.
Also an alle religiösen Menschen und jene, die sich angesprochen fühlen. Rechtfertigt Glauben den Mord an unschuldigen Menschen???
Ist Glaubenskrieg in irgendeiner Weise zu verantworten???
Als Beispiel vielleicht der nahe Osten, bei dem es auch um territoriale Streitigkeiten geht.
Also ich persönlich kann es nicht gutheissen, sich wegen irgendeinem Religionskram gegenseitig nieder zu metzeln. Wozu das viele Leid, die vielen toten Menschen (besonders die Kinder) für etwas, an das man nur glaubt, es aber nie gesehen, geschweige denn bewiesen hat???
In vielen religiösen Gruppierungen ist doch Fanatismus an der Tagesordnung, sog. religiöse Führer nutzen die Naivität ihrer Untergebenen aus um Selbstmordanschläge ausführen zu lassen, um Massenselbstmord zu befehlen oder, wenn sie Glück haben, ihnen nur das Geld aus der Tasche zu ziehen (siehe Scientology)…
Verblödung der Massen auf eine andere Art…

Was haltet Ihr davon, oder bin ich da alleine mit meiner Meinung???

Gruß INDY der selbst eher Realist ist…

Hallo Indy,

mal vorweg gesagt, ich kein Anhänger irgendeiner Religion.

So weit ich weiß, ruft vom Grundsatz und von ihren Wurzeln her keine der großen Religionen zum Mord auf. DA wird er eigentlich immer abgelehnt. Die Begründer der Religionen waren wohl eher friedliche Leute.
Etwas völlig anderes ist es, was im Laufe der Zeit hineininterpretiert wurde. Religiöse Führer, auch wenn sie es nicht zugeben, sind meist entweder Realpolitiker oder Fanatiker, da ist dann in beiden Fällen Mord und Krieg oft ein ligitimes Mittel. Übrigens hat sich da keine Religion was vorzuwerfen, da sind wohl alle gleichermaßen versaut. Schließlich hatte auch die deutsche Wehrmacht im 2. Weltkrieg ihre Divisionspfarrer und auch die Bundeswehr hat ihre Geistlichen, die im Ernstfall den staatlich sanktionierten Mord absegnen.

Äußerst kritisch ist allerdings die ganze Geschichte im jüdischen Selbstverständnis zu sehen. Das die Juden als auserwähltes Volk ja angeblich automatisch alleinigen Anspruch auf Israel haben, sind sie in dieser Beziehung schlicht weg in einer Zwangslage. Denn sie müssen dazu einen arabischen Staat verhindern und das paßt logischerweise den Arabern nicht, die seit 1000 und mehr Jahren dort wohnen. Sicherlich ließe sich auch hier eine Lösung finden, zumindest aus religiöser Sicht. Die Frage ist nur, ob das die Beteiligten wollen. Denn letztlich führt ein Nachgeben immer zu einem Verzicht an Macht und Reichtum, man müßte teilen.

Gernot Geyer

Hallo,

woher wusste ich vorher schon, um welches Thema es hier eigentlich gehen wird?

Als Beispiel vielleicht der nahe Osten, bei dem es auch um
territoriale Streitigkeiten geht.

Dieses Beispiel funktioniert leider nicht, da hier kein Religionskrieg stattfindet. Diese „Vereinfachung“ findet nur durch das Unverständnis in unseren Medien statt. Aber weder Barak noch Scharon noch Arafat sind religiöse Führer. Noch gibt es für die Religionen dieser Personen solche Führer, welche für alle Gläubigen solche Funktionen einnehmen könnten.

Im Gegensatz zu dieser beliebten Unterstellung haben sich Gläubiger aller beteiligten Religionen in diesem Konflikt gegen diesen Konflikt geäussert und sind für Massnahmen zur Beilegung eingetreten.

Hierzu nur ein kleines Beispiel: Tempelberg.
Hierzulande hat man immer das Gefühl das hier gläubige Juden und Moslems um diesen Hügel streiten. Dieses ist aber falsch. So haben beide sehr detailiert nachgewiesen, dass hierauf jeweils kein eigener Anspruch besteht. Im Gegensatz zu Scharon ist es sogar jedem frommen Juden verboten, diesen Hügel zu betreten.

Aber sprechen wir doch lieber über uns und unsere Geschichte, auch wenn es leicht ist mit dem Finger auf andere zu zeigen :wink:

Schalom,
Elimelech

etwas differenzieren
Hallo Gernot

So weit ich weiß, ruft vom Grundsatz und von ihren Wurzeln her
keine der großen Religionen zum Mord auf. DA wird er
eigentlich immer abgelehnt. Die Begründer der Religionen waren
wohl eher friedliche Leute.

zustimmung.

Etwas völlig anderes ist es, was im Laufe der Zeit
hineininterpretiert wurde. Religiöse Führer, auch wenn sie es
nicht zugeben, sind meist entweder Realpolitiker oder
Fanatiker, da ist dann in beiden Fällen Mord und Krieg oft ein
ligitimes Mittel. Übrigens hat sich da keine Religion was
vorzuwerfen, da sind wohl alle gleichermaßen versaut.
Schließlich hatte auch die deutsche Wehrmacht im 2. Weltkrieg
ihre Divisionspfarrer und auch die Bundeswehr hat ihre
Geistlichen, die im Ernstfall den staatlich sanktionierten
Mord absegnen.

Ich würde eher sagen jeder Religion hat ihre Zeitalter, in denen sie Schuld auf sich geladen hat, weil sie sich in den Dienst der Politik spannen lassen hat. Fuer das Christentum ist es grob gesagt v.a. das Mittelalter mit den Kreuzzügen, Hexenverbrennungen, Mission in Afrika mit Feuer und Schwert.
Im Christentum gibt es in der Neuzeit verschiedene Strömungen. So gab es im WKII auch die Bekennde Kirche (Barmer Theolog. Erklärung, Bonhoeffer), die sich gegen Naziideologie + Krieg gestellt haben. Auch andere Friedensbewegungen (v.a. Anfang des 20. Jh.) waren christlich motiviert.

Äußerst kritisch ist allerdings die ganze Geschichte im
jüdischen Selbstverständnis zu sehen. Das die Juden als
auserwähltes Volk ja angeblich automatisch alleinigen Anspruch
auf Israel haben, sind sie in dieser Beziehung schlicht weg in
einer Zwangslage. Denn sie müssen dazu einen arabischen Staat
verhindern und das paßt logischerweise den Arabern nicht, die
seit 1000 und mehr Jahren dort wohnen.

  1. Nicht alle Juden leben in Israel bzw. wollen dahin. Auch die Zionist. Bewegung (Israel als Staat der Juden) wird nicht von allen Juden unterstützt.
  2. Auch unter den israelischen Juden gibt es Unterschiede. Du beschreibst meines Erachtens v.a. die Position der orthodox-religiösen (vieleicht kann ja Elimech was dazu sagen). Es gibt auch nicht-orthodox-religiöse und liberale Juden in Israel. Es existiert meines Wissens auch eine israelische Friedensbewegung.

Sicherlich ließe sich
auch hier eine Lösung finden, zumindest aus religiöser Sicht.

auf jeden Fall (s Elimech)

Die Frage ist nur, ob das die Beteiligten wollen. Denn
letztlich führt ein Nachgeben immer zu einem Verzicht an Macht
und Reichtum, man müßte teilen.

Dort (im genuin menschlichen) liegt das Problem.

Tschuess Marco.

Hallo, Eli,
das ist zwar recht schön und logisch, was Du hier schreibst… doch die Fernsehbilder zeigen teilweise anderes.
Wenn ich Aufnahmen von diesen fanatischen Israeli sehe, kann ich Deine Erklärung nicht nachvollziehen. Genauso die andere Seite: auch hier teilweise religiös/fanatische Gruppen.
Sieh Dir mal den Likudblock an: da sind einige dabei, die wirklich keine Werbung für Israel sind! Trotzdem sind sie gewählt worden. Und das von recht vielen.
Um von Israel weg zu kommen: sieh Dir doch mal den Oranierorden in Irland an. Sieh Dir die politische Führung und deren Geforgsleute im Iran an. Gerade hier könnte man ganze Bände schreiben.
Eines allerdings dürfte stimmen: die oberste Spitze ist nie religiös! Sie benutzt Religion als Mittel zum Erfolg.
Grüße
Raimund

Hallo Marco,

klar muß man differenzieren.

Es gibt auch heute in allen relgiösen bewegungen (hoffentlich) mehr friedliche Leute als wie Scharfmacher.
Religiöse Grunde als Begründungen für Mord oder Krieg sind immer nur vorgeschoben und mit dem eigentlichen Anliegen der Religionen kaum vereinbar. Problematisch ist es aber immer, wenn solche Dinge dann auf uralte Traditionen und Begründungen zurückgehen, weil dann vieles vermischt wird.
Dann wird plötzlich der Kampf gegen Andersdenkende angeblich „gottgewollt“ und die Todesstrafe sowieso. Auslegungen lassen sich dann für alles und jedes finden, wenn man nur danach sucht.
Übrigens: Na klar sind auch heute religiöse Führer meist knallharte Realpolitiker. Schau doch nach Isarael, da mischen sie kräftig mit. Und im fundamentalistischen Islam genauso. Und letztlich ist auch die Anmaßung des Papstes, die katholische Kirche als allein richtige und wahre Kirche auszugeben nichts anderes als Realpolitik. Wenn es anders wäre, müßten sich konsequenterweise die Geistlichen aus der aktiven Politik zurückziehen und dann dürften auch die Kirchen keine staatlichen Aufgaben im Sozialwesen übernehmen, jedenfalls nicht dort, wo dafür staatliche Gelder bezogen werden.
Schau Dir den Schwindel doch an: Die Diakonie mach bei ihren Mitarbeiten die Zugehörigkeit zur Kirche zur Bedingung und trommelt feste damit rum. Aber bezajlt wird die Sozialarbeit aus Staatsmitteln am Ende.

Gernot Geyer

Hallo Gernot.

Übrigens: Na klar sind auch heute religiöse Führer meist
knallharte Realpolitiker. Schau doch nach Isarael, da mischen
sie kräftig mit…

Könntest du mir einen nennen?

Schalom,
Eli

Hallo Raimund,

der hinweis auf Israel ist in etwas so, als würde ich Parteimitglieder der CDU/CSU als religiöse Führer des Christentums bezeichnen :wink:

(Dabei bin ich noch nicht einmal auf das Problem eingegangen, wer überhaupt ein religiöser Führer für Juden sein soll?!)

Schalom,
Eli

Wozu?
Erstens sitzen dort ja wohl religiöse Parteien im Parlament. Und zweitens neehmen die ganzen orthodoxen Juden ja schon genug Einfluß. Wer schreit denn am lautesten gegen jeden Ausglaich mit dem Arabern? Ämter brauchen die ja nicht, die müssen ja nicht mal zur Armee. Das Sterben für die jüdische Sache haben sie ja vornehm den weltlich eingestellen Vetretern ihres Volkes überlassen.

Gernot Geyer

Hallo, Eli,
der Hinweis ging etwas danemben: die CDU hat so gut wie keine Pfaffen in Ihren Reihen - zumindest nicht als Politiker -, der Likudblock dagegen hat meines Wissen (bitte korrigiere mich, falls das nicht stimmt) sehr viel Rabbiner in der Knesset. Allerdings ist das nicht verwunderlich, denn bei Euch wird ja der Erstgeborene, wenn er geistig dazu fähig ist, Rabbi.
Bei uns kämpfen die Kirchen darum, Nachwuchs zu bekommen, bei Euch?
Aber ich wollte auch nicht auf Israel herumreiten und habe auch deswegen extra andere Gebiete genannt.
Grüße
Raimund

Rechtfertigung zum Mord???
Natürlich nicht! Na ja, da gibt es diesen unseligen Aufruf zur Ausrottung der Kanaanäer in der Bibel …
Im Nahen Osten aber geht es

  1. um Wasser,
  2. um Land (siehe Siedlungspolitik!).
    Das ist ganz einfach! Und so war’s wohl auch bei den Kanaanäern.
    Betrachtet man all das und auch Nordirland und und und, dann muss man wohl sagen, dass Religion zwar keine Rechtfertigung für Mord liefert, aber die sie tragenden Institutionen tun im praktischen Leben auch nicht immer allzu viel dagegen, um nicht zu sagen, bis Ausschwitz haben sie allesamt NIX dagegen getan.
    Gruss, Stucki

Hallo Gernot,

es ist schon erschreckend, mit welchen Vorwürfen hier immer wieder rücksichtslos gehandelt wird, obwohl nur ein ziemlich mageres Halbwissen zugrunde liegt.

Sie fragen:

Wozu? (auf die Frage von Elimelech, welchen konkreten religiösen Führer Sie nun meinen)

Eben dazu, dass wir alle wissen, auf welcher Basis Sie Ihre Vorwürfe erheben. Wenn ich eine Behauptung aufstelle, muss ich sie zumindest belegen können.

Erstens sitzen dort ja wohl religiöse Parteien im Parlament.
Und zweitens neehmen die ganzen orthodoxen Juden ja schon
genug Einfluß.

Wieviel Einfluss nehmen denn die orthodoxen Juden? 60% der israelischen Juden leben nicht religiös, die restlichen 40% teilen sich in orthodoxe, konservative, liberale und sonstige Richtungen auf. Selbst bei sehr hoch gerechneten Zahlen, komme ich auf nicht mehr als maximal 15% orthodoxe Juden.

Wer schreit denn am lautesten gegen jeden
Ausglaich mit dem Arabern?

Ja, wer? Können Sie mir das sagen? Die israelische Friedensbewegung ist es nicht!

Ämter brauchen die ja nicht, die
müssen ja nicht mal zur Armee. Das Sterben für die jüdische
Sache haben sie ja vornehm den weltlich eingestellen Vetretern
ihres Volkes überlassen.

Und dass diese sterben liegt an den orthodoxen Juden? Greifen sie denn die weltlichen Juden mit Steinen, Brandgeschossen, Bomben und Gewehren an? Ich glaube nicht, dass das so ist.

Äußerst kritisch ist allerdings die ganze Geschichte im jüdischen :Selbstverständnis zu sehen. Das die Juden als auserwähltes Volk ja :angeblich automatisch alleinigen Anspruch auf Israel haben, sind :sie in dieser Beziehung schlicht weg in einer Zwangslage.

Ich fürchte, Sie missdeuten den Begriff „auserwähltes Volk“. Auserwählt heißt nicht, dass die Juden mehr Rechte haben, als die anderen Völker, es heißt lediglich, dass sie sich an die Gebote der Torah zu halten haben. Der Bund G-ttes mit dem Volk Israel ist kein Privileg sondern eine verantwortungsvolle Pflicht.

Denn sie müssen dazu einen arabischen Staat verhindern

Das ist ein Irrtum, denn G-tt hat niemals verlangt, dass Israel keine andersgläubigen Menschen in seinen Toren wohnen lässt. Und es ist nicht das Ziel Israels, einen Staat Palästina zu verhindern. Die Palästinenser selbst haben es abgelehnt, einen autonomen Staat zu gründen, als unter britischem Mandat die Aufteilung des Landes stattfand, weil es für die Palästinenser einer Anerkennung des Staates Israel gleichgekommen wäre und das wollten sie unter allen Umständen verhindern.

und das paßt logischerweise den Arabern nicht, die seit 1000 und :mehr Jahren dort wohnen.

Ja, sie wohnen seit 1000 Jahren dort, genau wie die Juden. Dazu eine Zeittafel, die Ihnen die Rechtsansprüche verdeutlichen soll:

  • seit der Altsteinzeit besiedelt
    1. Jhtsd. v. Z.: Jericho besitzt städtischen Charakter mit
      Befestigungsanlagen.
  • Anfang 3. Jhrtsd. v. Z. viele Stadtstaaten in Palästina, Bewohner: semit. Einwanderer und nichtsemit. Bevölkerung
  • zw. 2000 und 1550 v. Z.: höchste Blüte kanaanitischer Stadtkultur
  • während des 2. Jhrtsd. v. Z. : Einflußnahme der Hethiter, Ägypter u.a.
  • zw. 14. und 12. Jh. v. Z.: Einwanderung der Juden ins Landesinnere und der Philister in die Küstengebiete
    1. Jh.: israelitisches Königtum entsteht
  • 926 v. Z.: Zerfall in die Teilstaaten Israel und Juda
  • 721 v. Z. Israel von den Assyrern erobert
  • 597 v. Z. Juda von den Babyloniern erobert
  • 63 v. Z.: Juda wird römische Provinz
  • 135 n. Z. nach dem Bar Kochba-Aufstand nennen die Römer ihre Provinz Judäa in Palästina um
  • nach der Teilung des Röm. Reichs gehört Palästina zum Byzantinischen Reich
  • 636 erobern die islamischen Araber das Land
  • 1099 gründen die Kreuzfahrer das Königreich Jerusalem
  • 1187 wird es von Saladin vernichtet
  • seit 1291 gehört Palästina zu Ägypten
  • seit 1517 gehört es zum Osmanischen Reich
  • das Land hatte immer arab.-islam. und jüdische Bewohner, erstere waren
    mehr
  • seit Ende 19. Jh.: organisierte Einwanderung von Juden nach Palästina
  • WW I: Großbritannien erobert Palästina
  • 1922 Palästina steht unter britischem Mandat

An dieser Zeittafel erkennt man, dass es niemals ein autonomes Palästina gab und dass es niemals nur von Nichtjuden besiedelt war, sondern beide Seiten eine Daseinsberechtigung im Land habe, da beide schon seit Menschengedenken dort leben.

Sicherlich ließe sich auch hier eine Lösung finden, zumindest aus :religiöser Sicht. Die Frage ist nur, ob das die Beteiligten wollen.

Die beteiligten Juden schon, bei den Palästinensern habe ich manchmal allerdings noch Zweifel.

Woher meine Zweifel kommen? Weil ich mich nicht auf die TV-Berichterstattung alleine verlasse, weil ich nicht mit Raimund Brendle konform gehe, und mir erzählen lasse, dass die armen Palästinenser von den bösen Israelis ja so gequält werden.

Wussten Sie, dass es der Palästinensichen Autonomiebehörde bekannt war, dass Sharon mit seinen Mannen den Gang zum Tempelberg machen wollte? Sie erhob keinen Einspruch dagegen. Als dann aber Sharon auf dem Weg war, da nahmen sie es als einen Affront, als bewusste Provokation von Seiten Israels.

Wussten Sie, dass die Bilder, die im TV zeigten, wie ein 14-jähriger palästinensischer Junge von einem Israeli getötet wurde, nicht zeigten, ja, es sogar bewusst ausblendeten, dass gleichzeitig mehrere Scharfschützen auf palästinensischer Seite auf den Israeli schossen? Nein, woher sollten Sie es wissen, Sie sehen ja nur „bereinigtes“ TV, nicht die Bilder, so wie sie wirklich sind. Um mir nicht die Finger wund zu schreiben, hier ein Link: http://www.juergen-elsaesser.de

Vielleicht werden Sie nach dem Artikel die Sache etwas differenzierter sehen.

Viele Grüße!
Inge

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Hallo Leute,

danke erst mal für die rege Teilnahme, allerdings ging es mir irgendwie um etwas anderes.
Es ging mir hauptsächlich darum, warum Menschen sich wegen religiösen gegenseitig umbringen. Ich denke mal, im 3ten Jahrtausend sollte die Menschheit reif genug sein, sich wegen solcher Belanglosigkeiten nicht mehr die Köpfe einzuschlagen!
Es soll hier jetzt nicht um Israel und Co. gehen, denkt globaler!!
Ich verstehe es ja, wenn man im Mittelalter Hexen verfolgt hat…weil man es ja nicht besser wusste! Aber in unserer heutigen Zeit???
Ich glaube nicht an Gott, soviel vielleicht dazu. Alleine die Tatsache, daß viele Völker früher sogar mehrere Götter hatten, zeigt doch genau, daß Götter Erfindungen von verzweifelten Menschen waren, die zu der Zeit einfach etwas wollten, an das sie glauben konnten.
Naja, auf jeden Fall sind schon zig Millionen Menschen direkt, oder indirekt durch Religion gestorben, das ist es für mich nicht wert!!!

Gruß INDY

Ach ja, vielleicht noch ein Beispiel: Schaut Ecuh doch mal die Protestanten und Katoliken in Irland, oder England (keine Ahnung) an!!

Hallo Inge,

ich bemühe mich eigentlich meistens um Fainess.

Was die unglückliche Geschichte mit dem Jungen angeht: Die isrelischen Soldaten haben nicht die Scharfschützen, sondern den palästinesischen Jungen erschossen. Das ist eine Tatsache.

Die Geschichte mit der Autonomie soll wohl ein Witz sein? Es geht um einen unabhängigen palästinensichen Staat im Endeffekt, nicht um ein Autonomiegebiet. Schließlich würden die Juden ja auch keine Autonomie in einem arabischen Israel akzeptieren.

Es geht auch gar nicht darum, wievile Tausend Jahre wer wo lebte. Es geht um die vertriebenen Palästinenser, die seit Jahrzehnten in Flüchtlingslagern hausen, weil sie aus ihrer heimat vertrieben wurden und es geht darum, daß immer noch durch neue israelische Siedlungen auch im Westjorganland Fakten geschaffen werden, die irgendwann eine Rückkehr der Palästinenser unmöglich machen sollen.

Ich gebe zu, ich habe Verständnisprobleme. Mir ist einfach eine Definintion der Volkszugehörigkeit über die Religion schwer verständlich. Ich habe auch keine endgültige Lösung für das Problem. Aber eins weiß ich: Die Palästinenser werden nicht damit einverstanden sein, anstelle eines Staates ein paar zerstückelte Brocken als Reservat zugegwiesen zu bekommen. Die Methode, denen ein bißchen Land für Frieden zuzuweisen, daß man ihnen erst 1967 geklaut hat, funktioniert so nicht.
Um das zu begreifen, muß ich keine Geschichte studiert haben. Das ergibt sich einfach aus der Tatsache, daß die vertreibung und Unterdrückung anderer Völker auf die Dauer nie auszahlen.

Gernot Geyer

Hallo Indy,

ich begreife es ja auch nicht…

Aber offensichtlich ist die Religion eben für viele Menschen doch nicht belanglos. Außerdem Indy, früher in der Antike war das so: Für die alten Römer war klar, daß für sie die römischen Götter zuständig waren. Das hat sie aber nicht gehindert, den anderen Völkern ihre eigenen Götter zuzubilligen. Für sie war das einfach. Ägypten war besetzt, also waren die römischen Götter stärker als doe ägyptischen. Sie erkannten aber die Existenz dieser Götter als solche an und auch die Tatsache, daß die Ägypter ihren Göttern treu blieben.
Schwierig wurde es erst mit Auftreten der „modernen“ Religionen. „DU sollst keine anderen Götter haben neben mir.“ -damit ist Gott der einzige und alle anderen sind Ungläubige und irren. Sie sind quasi Menschen zweiter Klasse. Darus läßt sich dann wunderbar eine Überlegenheit und ein recht auf Unfehlbarkeit konstruieren und alles, was sonst noch folgen kann. Das hat sich gehalten bis heute.

Gernot Geyer

Hallo Inge,

ich bemühe mich eigentlich meistens um Fainess.

Sehen Sie, den Eindruck habe ich gerade nicht. Sie scheinen das aus meinem Beitrag herauszulesen, was sie herauslesen wollen, nicht aber das, was ich geschrieben habe. Um zu verdeutlichen, was ich meine, nehme ich nur ein Beispiel:

Sie scheiben:

Die Geschichte mit der Autonomie soll wohl ein Witz sein? Es
geht um einen unabhängigen palästinensichen Staat im
Endeffekt, nicht um ein Autonomiegebiet. Schließlich würden
die Juden ja auch keine Autonomie in einem arabischen Israel
akzeptieren.

Ich schrieb aber, dass die Palästinenser einen autonomen STAAT lange Zeit ablehnten, es war also von meiner Seite nie die Rede von einem Autonomiegebiet.

Es macht nicht viel Sinn, wenn Sie mir die Worte, die ich eindeutig geschrieben habe, einfach verdrehen und anders darstellen. Das ist keine Diskussion.

Inge

Hallo,

er kann ja sein, daß ich die Geschichte falsch gelernt habe, daß weiß ich nicht.

Aber nach dem, was ich gelernt habe, gab es bereits bei der gründung Israels einen Krieg, den damals wohl die Araber angezettelt haben und in dessen Ergebnis Israel von Anfang an wesentlich größer war, als in den ursprünglichen Teilungspläner der briten vorgesehen war. Den traurigen Rest (der als eigenständigr Staat nie hätte existieren können) hat sich dann wohl hauptsächlich Jordanien unter den Nagel gerissen.
Damit war wohl die Gründung eines palastinensischen Staates erst einmal erledigt.
Und eins ist jedenfalls klar: Seit etwa 30 Jahren wollendie Palästinenser ihren Staat. Und Israel ist nicht bereit, das Westjordanland, daß es erst 1967 okkupiert und danach besiedelt hat einschließlich Ostjerusalem wieder herauszurücken. Auch nicht auf Grund entsprechender UN-Resolutionen. Es hat mit Gründung israelischer Dörfer in diesem Gebiet Tatsachen geschaffen, die wieder zu beseitigen es nicht bereit ist. Das geht Hitlers Versuchen im 2. Weltkrieg, in der Ukraine deutsche Bauern anzusiedeln, nichts aus dem Wege. Unrecht bleibt Unrecht, auch dann, wenn es von Juden begangen wird.

Gernot Geyer

Wozu?

Weil es hier um Mord geht und du einen Zusammenhang zu orhtodoxen Juden hergestellt hast, denn ich nicht teile und hier auch verurteile.

Ich verstehe nach wievor nicht, welche orhtodoxen ‚Führer‘ es gibt, welche zum Mord aufrufen und will Namen lesen! Stattdessen hast du nun deinen Vorwurf/Urteil auf alle orthodoxen Juden in Israel ausgeweitet. Ich möchte hierzu von dir die Zusammenhänge haben, ansonsten bleiben deine Vorwürfe unbegründet und ich stelle die Frage „wozu“? Was soll ich in Israel denn nun sehen?

Schalom,
Oli

Ich weiß nicht, was Du in Israel sehen sollst. Mich maacht so viel Gewalt einfach ratlos.

Ich frag mich, wie man unter solchen Bedingungen überhaupt noch zu einer akzeptablen Lösung kommen soll. Denn die Lage ist extrem, auf beiden Seiten.
Übrigens frage ich mich manchmal, was wohl in Deutschland passieren würde, wenn die Bundesregierung gegen steinewerfende Demonstranten die Bundeswehr mit scharfer munition einsetzen würde. Es gab 68 und danach z.B. bei Hausbesetzungen auch Straßenkämpfe in Deutschland.
Ich nehme an, das hätte keine Regierung überlebt.

In Israle aber ist das Ganze allgemein akzeptierte Realität. Es wird schwer sein, angesichts solcher Gewaltbereitschaft einen Ausweg zu finden.

Gernot Geyer

keine religion tut das
menschen töten und lassen töten. keine religionen.

schau dir allein die monotheistischen religionen an: christen, moslems, zionisten. alle sprechen von der liebe zum leben. in allen ist mord ein verbrechen. mord ist töten aus niedrigen beweggründen. und zumeist profitabel.

das töten im namen des herrn ist die rechtfertigung von verbrechern für ihr handeln. sie sind verbrecher, sie bleiben es. wer ihnen absolution erteilt, ist es ebenfalls.

du hast doch alles beisammen, hast dir die antworten schon selbst gegeben.

…unschuldigen Menschen
…territoriale Streitigkeiten
…Fanatismus
…nutzen die Naivität ihrer Untergebenen aus
…Geld aus der Tasche zu ziehen

gruß!
tino