Religion=Wissenschaft?

salve,

ich habe mein abitur auf einer evangelischen schule gemacht und bin deshalb mit diskussionen, wie sie „unten“ geführt wurden, zum thema jungfräulichkeit der maria, bestens bekannt. auch ich habe in meiner schulzeit die kirchlich manifestierten grundlagen zur genüge eingetrichtert bekommen, dabei liegt die wahrheit doch so nahe, denke ich:

während meiner gesamten schulzeit habe ich nie einen zugang zum christentum gewinnen können, es war alles so theoretisch, abgehoben und elitär. aber ist nicht genau das etwas, was dem christlichen glauben entgegensteht?
ja: denn, versetzten wir uns doch mal, natürlich nur theoretisch, in die rolle eines gottes. ein, bzw. unser gott ist doch ein „etwas“, was unseren geistigen horizont übersteigt und eben zu weit mehr fassungsvermögen und wissen sowie macht als unser beschränktes bewusstsein sich vorstellen kann in der lage ist. eben nicht menschlich ist, weswegen man sich eben von gott kein bild machen kann.
nungut, dieses „göttliche“ will nun aber den menschen mitteilen, daß es ihn gibt und welche „grundregeln“ auf diesem unseren planeten gelten sollen!

wie kann man das machen? so wie es gemacht wurde, man muss die botschaft von einem GLEICHEN!, einem Menschen verkünden lassen, denn was wäre denn passiert, wenn gott nicht einen menschlichen sohn, sondern selbst gewirkt hätte? es hätte mord und totschlag gegeben. und wie übermittelt man eine höhere botschaft an möglichst viele menschen, die alle andere sprachen sprechen und und unter verschiedenen kulturellen einflüssen stehen?
ganz einfach: es könne alle verstehen, wenn man es VOR MACHT!!!
jesus hat uns vorgemacht, daß das leben mit dem tod nicht vorbei ist!!! für alles was man tut, muss man sich verantworten, es ist nicht egal! und die regeln sind einfach: matthäus 22, 36: du sollst dein gott lieben mit herzen, seele und verstand ( und damit anerkennen, daß es ihn gibt) und deinen nächsten lieben, wie dich selbst! dies ist die botschaft, mehr nicht!
alle „wissenschaftliche“, theologische analyse ist völlig unnötig, gar verfehlt, die botschaft soll der breiten masse offenbahrt werden, sie muss also kurz und prägnant sein, sie ist es! man muss es nur erkennen, und genau das könne wir, denn sie ist von mensch zu mensch verkündet worden.
wer das erkannt hat, allein dem werden die anderen von jesus verkündeten grundsätze offen. bis zum ende jesu haben die jünger an der göttlichen existenz gezweifelt, nachvollziehbar, ein mensch versucht anderen menschen seine göttliche macht nahezubringen, alle wollen beweise. dies allerdings war für jesus noch eine leichte aufgabe, verglichen mit dem aufwandt, den er bei neuer wiederkehr heutzutage aufbringen müsste, um alleine wahrgenommen zu werden. aber genau dies ist ja der urgedanke christlichen glaubens, an die existenz gottes und seiner regeln zu glauben ud sie zu befolgen, obwohl es eben nicht dem „Mainstream“ entspricht, es zu spüren, daß da etwas ist. auch das ziel ist klar bestimmt: matthäus 25, 34: das leben ist eine reifeprüfung, das reich ist das alleswissende, die unendliche liebe, der frieden, die kommunikationslose verbindung mit allen anderen wissenden individuen, den glauben an das gute. diesen wunderbaren, einmaligen test des verständnisses hat jesus petrus angeboten(meine lieblingstelle in der bibel), den beweis des verständnisses anzutreten, matthäus 16, 15-20. er gibt petrus, der sich am deutlichsten zu seiner göttlichen existenz bekennt eine „generalvollmacht“.er testet seinen glauben. er sagt den jüngern, anderen seine göttlichen fähigkeiten nicht zu verraten, alleine petrus kann, wenn er denn verstanden hat, „die schlüssel des himmelreiches geben“, ach wie gerne hätte ich mit ihm getauscht, er war der erste „echte“ mensch, dem die welt zu füßen lag. naja, leider hat er es nicht erkannt, wie in matthäus 16, 21-23 steht, er hat die aufgabe der göttlichkeit doch nicht durchschauen können.
ich bin vor 3 monaten aus der kirche ausgetreten, ich konnte die instrumentalisierung dieser unendlich wichtigen, elementaren und sich geradezu aufdrängenden wahrheit nicht mehr ertragen. zu jesus kann jeder mensch jederzeit sprechen, er antwortet immer, er ist der „erdenbeauftragte“. erstaunlicherweise allerdings habe ich festgestellt, daß die nähe, das spüren der unendlichen macht GOTTES, des vaters, in einer kirche leichter fällt, als anderswo, weswegen ich in unregelmäßigen abständen diese aufsuche. allerdings nur aus „abenteuerlust“, denn alleine die liebe und kraft, die man von jesus empfangen kann, ist mehr, als ein einzelner mensch fassen kann.

soviel zu meiner lebenseinstellung, ich denke, selbst mit meinen jungen jahren (27) die regeln und den sinn verstanden zu haben, es gibt nichts schöneres, als das göttliche zu spüren und zu wissen, daß die anstrengungen, „gut“, anderen gutes zu tun, zu sein nach dem ableben des materiellen unendlich belohnt werden.

wie seht ihr das?

soweit,

frank

Hi Frank
Religionswissenschaft ist von der Methodik und allem anderen auch eine Wissenschaft, auch die wissenschaftliche Theologie ist eine Wissenschaft, auch wenn man sich da drüber bis in die unendlichkeit streiten kann.

Die Religion an sich ist das Objekt der wissenschaftlichen Untersuchung…

während meiner gesamten schulzeit habe ich nie einen zugang
zum christentum gewinnen können, es war alles so theoretisch,
abgehoben und elitär. aber ist nicht genau das etwas, was dem
christlichen glauben entgegensteht?

Ach, Du auch *g*
Im übrigen sollte ein echter Wissenschaftler zumindest versuchen, sein Fachgebiet auch einem Laien klarzumachen…

ganz einfach: es könne alle verstehen, wenn man es VOR
MACHT!!!

Oh wie wahr!
Kleiner Kommentar zum Rest:
Du gehst von der Bibel als Grundlage deines Glaubens aus. Andere, sicherlich genauso Gläubige haben andere Bücher. in welchem steht nun DIE WAHRHEIT. Wie erkennt man diese mit der nötigen, absoluten Sicherheit, und zwar so, daß man es anderen auch klarmachen kann, das diese und NUR diese DIE WAHRHEIT ist.

Kurzfassung: ich Zweifle an der objektiven Fähigkeit des Menschen, Gott mit Sicherheit und total zu erkennen

Es ist sehr schön für dich, daß Du deinen Glauben an Gott gefunden hast. Ich persönlich bin der Auffassung, daß jeder Gotthöchsteswesenwasauchimmer dort findet, wo er ihn sucht. Und jeder findet nur einen Teilaspekt von Ihm.
das heisst, jeder hat seine eigene Wahrheit, die aber nicht über den Wahrheiten aller anderen steht.

Gruß
Mike

Hallo

Meine Sicht ist ganz einfach.

  • Gott hat dieses Universum geschaffen, also auch alle Regeln, nach denen es funktioniert. Also ist Wissenschaft nichts anderes als Gottesdienst.

  • Die Kirche ist ein von Menschen geschaffenes Gebilde, das von Menschen geführt wird, die seltener als sie selbst denken, von göttlicher Inspiration getroffen werden.
    Aber die Kirche ist auch ein von Gott gewolltes Gebilde, deshalb ist es nicht gut, sich zu isolieren und auszutreten. Drin bleiben und für Reformen kämpfen ist ein Weg. Die Menschen sehen, die so merkwürdig handeln, ist der andere Weg.

Mir war in der evangelischen Gemeinde, in der ich war, der Ausdruck des Glaubens immer viel zu schwach, aber was das soziale Engagement angeht, waren die Leute wirklich erstklassig.

Gruß
Thomas

hallo Frank,

… es gibt nichts schöneres, als das göttliche zu
spüren und zu wissen, daß die anstrengungen, „gut“, anderen
gutes zu tun, zu sein nach dem ableben des materiellen
unendlich belohnt werden.

Mit diesem Satz hast Du alles zunichte gemacht, was Du oben geschrieben hast.
Ich gebe Dir recht, dass es nicht schöneres gibt, als „gutes zu tun“ und „anderen helfen“. Doch bitte nicht mit dem Hintergedanken, dass ich dafür im Jenseits belohnt werde. Das ist die Tat zum kaufmännischem handel degtradiert.
Wie so wertvoller muss dann jemand sein, der nicht an ein jenseits glaubt und trotzdem gutes tut? Einfach, weil es nötig ist. Weil es dem Geholfenen hilft.
Man sollte sich selbst nicht so wichtig nehmen.
Grüße
Raimund

Und was ist eine Wissenschafft wert…?
Ave!

Was ist wenn es in Wirklichkeit gar keinen Gott gibt. Nur mal angenommen, es hat nie einen gegeben: Wie einfach ist es für eine Hand voll Menschen, einen zu „erschaffen“ und anderen davon zu verkünden. Wenn es etwas gibt auf all unsere Fragen und wir es mit einem Gotteswesen erklären können. Das würden sehr viele Leute für so fantastisch halten, daß sie daran glauben und es weiterverkünden. Der mnemonisch Effekt trägt zur weiten Verbreitung bei.

Vor allen Dingen kann man dann auch „seine“ Verhaltensweisen dadurch reflektieren lassen. Wie viele Menschen sind schon im Namen der Kirche oder einer Religion gestorben? Hat man es gefunden um seine Macht durchsetzen zu können? Ich sage, ja! Könige wurden wegen ihrer göttlichen Beziehung gekrönt. Der Papst gilt heute noch als unfehlbar. Jeder der daran zweifelt, zweifelt an Gott selbst.

Das ist doch ein hervorragendes Instrument der Macht. Oder nicht? Deswegen gibt es auch heute so viele Religionen, die ziemlich unterschiedlich sind. Von einem Gott bis hin zu mehreren Göttern. Mit Jesus und ohne Jesus. Wer hat Recht? Oder ist niemand in Recht und es hat ihn nie gegeben: diesen oder andere Götter?

Und da heißt es doch: „Du sollst keine anderen Götter haben neben mir!“ Da muß man jetzt ja mal entscheiden, wer der Richtige ist, denn in der Bibel wurden ja Leute gestraft, die doch einen anderen Gott hatten.

Dann ist es also in Ordnung, wenn man andere Kulturen niedermetzelt? Völlig legitim, wenn man dem Glauben schenkt.

Es ist schon erstaunlich, wenn man sich die Grundzüge der unterschiedlichen Kirchen und Sekten anschaut. Sie arbeiten alle gleich. Alle meinen, es gibt ein höheres Wesen. Alle meinen, dieses Wesen würde bestrafen, wenn man sich nicht der Religion entsprechend verhält. Z.B. kommt man in die Hölle, nicht in den Himmel. Jede Religion arbeitet mit Angst, wenn man sich nicht an vorgegebene Massstäbe hält und es wird einem Gutes wiederfahren, wenn man den Gott und die Religion annerkennt.

Es gibt in den Belangen und zahlreichen Anderen keine Unterschiede. Und wenn man genau hinschaut, erkennt man auch keine wirklich wesentlichen Unterschiede zwischen Scientology und der katholischen Kirche. Nur das es mehr Katholiken gibt als Scientologen? Beide erwirtschaften Geld. Und behalten es auch. Beide möchten überzeugen und Macht. Nur der Weg ist etwas unterschiedlich.

Womit beschäftigen sich Religionswissenschaftler? Gehen sie immer davon aus, dass es einen Gott gibt oder versuchen sie mal den anderen Weg? Bewerten sie das Verhalten des Papstes, der heute noch hunderttausende Menschen sterben läßt, weil er Kondome verbietet. Dürfen sie das überhaupt bewerten? Schließlich ist der Papst ja unfehlbar. Oder klebt an jedem Menschen der daran glaubt und es unterstützt Blut von Millionen von Menschen?

Und was ist eine Wissenschafft wert, wenn man nur einen annehmbaren Ausgangspunkt hat und ihn niemals in Frage stellt?

Bin gespannt auf Antworten

Hydron

Mit diesem Satz hast Du alles zunichte gemacht, was Du oben
geschrieben hast.
Ich gebe Dir recht, dass es nicht schöneres gibt, als „gutes
zu tun“ und „anderen helfen“. Doch bitte nicht mit dem
Hintergedanken, dass ich dafür im Jenseits belohnt werde. Das
ist die Tat zum kaufmännischem handel degtradiert.
Wie so wertvoller muss dann jemand sein, der nicht an ein
jenseits glaubt und trotzdem gutes tut? Einfach, weil es nötig
ist. Weil es dem Geholfenen hilft.
Man sollte sich selbst nicht so wichtig nehmen.
Grüße
Raimund

Ich kann Dir im großen und ganzen Zustimmen. Allerdings hat der Mensch schon Hintergedanken, wenn er irgend etwas tut. Also auch „Gutes“. Der Mensch ist von Natur aus ein Egoist. Wenn man jemanden hilft, glaubt man vielleicht, einem selbst wird auch geholfen. Selbst, wenn man sich dabei besser fühlt, hat man es wegen seiner eigenen Gefühle gemacht. Wer nichts dabei empfindet „Gutes“ zu tun, wird es auch nicht weiter machen.

So ist das!

Hydron

hallo Hydron,
es gibt auch die uneigenützige Hilfe.
Ich habe z.B. mit Freunden zusammen 1991/2 Hilfslieferungen nach Kroatien organisiert, Sammlungen gemacht. Ohne dabei eine Belohnung irgend einer Art zu erwarten. Mir ging es ganz einfach darum, diesen kriegsgeschädigten, bettelarmen Menschen zu helfen. Und nichts anderes. Denn ich glaube nicht an ein Paradies.
Ich habe auch keinen Dank erwartet… den ich trotzdem überreichlich bekam.
Klar tat es mir gut glänzende Kinderaugen zu sehen, oder Erwachsene, deren Dankbarkeit man an den augen sah.
Aber das war nicht der Grund für meine Sammlung.
Und trotzdem bin ich kein Heiliger!!!
Ich versuche nur zu helfen, das ist alles.
Grüße
Raimund

hallo raimund!

Ich gebe Dir recht, dass es nicht schöneres gibt, als „gutes
zu tun“ und „anderen helfen“. Doch bitte nicht mit dem
Hintergedanken, dass ich dafür im Jenseits belohnt werde. Das
ist die Tat zum kaufmännischem handel degtradiert.

stimmt.

aber überlege weiter: stell dir vor DU bist in einer mißlichen lage, und da kommt ein „frommer mensch“, der dir hilft, nur damit er einen guten stand beim allmächtigen hat.

spielt es da noch eine rolle, WARUM er dir hilft? hauptsache er HILFT, warum - das ist SEINE sache!

gruß!

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Ich kann Dir im großen und ganzen Zustimmen. Allerdings hat
der Mensch schon Hintergedanken, wenn er irgend etwas tut.

Hallo Hydron,

ja, diesen Hintergedanken nennt man Beweggrund - die URSACHE des Handelns.

Darum spricht ein Lao-Tse ja von einem Tun ohne Tun
Ein Buddha von Erwägungsfrei
Die Bibel von … keinen Lohn erwarten
Die Bhagavsd Gita von … auf die Früchte seiner Handlungen verzichten.

Das ist das Ziel, das nur SELTEN erreicht wird.

MfG,

Demetrius

Also auch „Gutes“. Der Mensch ist von Natur aus ein Egoist.
Wenn man jemanden hilft, glaubt man vielleicht, einem selbst
wird auch geholfen. Selbst, wenn man sich dabei besser fühlt,
hat man es wegen seiner eigenen Gefühle gemacht. Wer nichts
dabei empfindet „Gutes“ zu tun, wird es auch nicht weiter
machen.

So ist das!

Hydron

hallo lehitraot,
das ist richtig. Nur ging es hier um die Aussage, wenn jemand was gutes tut, wird er im Jenseits belohnt.
allein der Gedanke daran degradiert die Hilfe zum Handel mit dem gott, an den man glaubt: " Wenn ich das tue, belohnst Du mich dann?" Die weiterführende (logische) Schlussfolgerung wäre dann: „Wenn Du mich nicht belohnst, dann mache ich es auch nicht!“
Dass es dem Geholfenem Jacke wie Hose ist, ob der eine Belohnung bekommt oder nicht, ist klar.
Grüße
Raimund

hallo Demetrius,
das wäre das Idealziel… nur leider sind wir Menschen und keine Heiligen.
Wir schaffen dieses Ziel manchmal, nur leider nicht immer.
Doch erstrebenswert ist es allemal.
Grüße
Raimund

hi raimund,

„Wenn Du mich nicht belohnst, dann mache ich es
auch nicht!“

naja, wer weiß, menschen sind eben so. es gibt keine absoluten altruisten. sogar beim staatlichen gesetz wird ja mit belohnung und bestrafung gearbeitet, weil keiner freiwillig auf was verzichtet, und sei es auch nur die paar sekunden, eine plastikflasche umweltfreundlich zu entsorgen. also führt man ein pfand ein - belohnung und bestrafung! seh ich nicht mal so negativ.

gruß!

Schalom,

ich möchte Deinen Ausführungen im allgemeinen zustimmen.

Man braucht keine Kirche, um Gottes Willen zu tun. Aber eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten(Gläubigen) zwecks Gedankenaustausch, Ermutigung, etc. ist doch wertvoll.

Gruss Harald

Hallo, Raimund!

Aber Du fühlst Dich doch gut dabei, oder? Also ist es Egoismus!
Du hast es gemacht, weil Du Dich dann gut fühlst, weil Du helfen konntest.

Das ist eigentlich kein moralischer Aspekt, aber ich wollt es halt nur mal klar stellen.

Aber ist doch gut, daß wir mit sozialen Funktionen ausgestattet sind, die uns gut fühlen lassen, wenn wir anderen helfen!
Deswegen ist unsere Art noch nicht ausgestorben, weil wir auf Hilfe angewiesen sind, wie viele andere Tiere. Das nennt man Evolution. Und weil ich das weiß, brauch ich keinen Gott.

Cu

Hydron

hallo Hydron,
wir kommen zwar hier in die Psychologie rein…
Nein, ich habe es nicht gemacht, damit ich mich wohl fühle. Ich habe es gemacht, damit sich ein paar hundert Flüchtlinge wohl fühlen.
Dass ich anschließend ein gutes Gefühl hatte ist nicht geplant gewesen. Also die Hilfe auch nicht deswegen gemacht worden. Es ging ausschließlich um diese Flüchtlinge.
Aber lassen wir das.
Das Threma ist mir unangenehm. Ich will weiterhin helfen können, ohne an Lob und Dank zu denken.
Grüße
Raimund

Bei Religionen geht es doch wohl wesentlich mehr um das Glauben denn um das Wissen.
… oder habe ich da etwas falsch verstanden?

Was natürlich eine wissenschaftliche Erforschung der Religionsgeschichte, ~literatur, ~psychologie, ~soziologie … usw, usf. nicht ausschließt, aber das hat dann nur vom Thema, nicht vom Wesen her mit Religion zu tun.
Gruß Eckard.

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Glauben-Wissen-Problem (kurz)
Hallo Eckard,

Bei Religionen geht es doch wohl wesentlich mehr um das
Glauben denn um das Wissen.
… oder habe ich da etwas falsch verstanden?

das Problem besteht darin, dass viele, die sich in ihrem Glauben sehr fest wähnen, behaupten, sie wüssten - und zwar durch den Glauben. Diese Bedeutungsvermischung wird zudem oft als „Mystik“ verklärt. Ab diesem Punkt kann dann keine Überzeugungsarbeit mehr geleistet werden - und muss vielleicht auch nicht.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

hallo Hydron,
der Grund warum es verschiedene Religionen gibt, liegt in der Erfindung der Religionen durch den Menschen zur Disziplinierung (um nicht zu sagen zur Ausbeutung) der Menschen.
Und da kein Gehirn genauso denkt, wie das andere, gab und gibt es auch verschiedene Vorstellungen eines übergeordneten Geistes.
Der Unterschied zu früher: früher gab es nur die Möglichkeit, sich einer „Kirche“ anzuschließen. Wer ausserhalb dieser Gemeinschaft war, hatte keine Überlebenschance. Heute kann sich jeder seine eigene Religion zurechtzimmern. Ein gewaltiger Dorn im Auge der etablierten Kirchen: ihre Einkünfte, ihre Macht wird geschmälert.
Wenn Du hier im Religionsbrett aufmerksam die Postings ließt, wirst Du mindestens 20 verschiedene Ansichten von Religion finden. Teilweise schon eigenständige Religionen. Das war früher undenkbar. Da hatte die Kirche die allgewaltige Macht über Leben und Tod… und nützte sie auch aus. Da wurden Kritiker, selbst solche, die der Kirche nur helfen wollten, als Ketzer oder Hexen verbrannt, gevierteilt, gerädert…
Man erfand möglichst grausame Hinrichtungsmethoden, um jeden Abweichler abzuschrecken.
Heute geht das nur noch mit der Drohung der Hölle oder des Verlustes des ewigen Lebens.
Wobei die Religion sich voll auf die Denkweise der breiten Masse anpasst: Auferstehung des Fleisches. Dies haben nicht alle Religionen (hat es überhaubt eine andere als die jüdische und christliche?). Das ist eine typisch semitische Denkweise. Da wir die semitische Religion übernommen haben, haben wir uns auch diese Vorstellung zu Eigen gemacht.
Grüße
Raimund

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Hallo Thomas

Bei Religionen geht es doch wohl wesentlich mehr um das
Glauben denn um das Wissen.
… oder habe ich da etwas falsch verstanden?

das Problem besteht darin, dass viele, die sich in ihrem
Glauben sehr fest wähnen, behaupten, sie wüssten - und zwar
durch den Glauben. Diese Bedeutungsvermischung wird zudem oft
als „Mystik“ verklärt. Ab diesem Punkt kann dann keine
Überzeugungsarbeit mehr geleistet werden - und muss vielleicht
auch nicht.

Wenn ich mich an frühere Diskussionen hier erinnere, hatten wir herausgearbeitet, daß der problematische Begriff nicht der des Glaubens ist, sondern der des Wissens.

Wissen in absoluter Form gibt es gar nicht. Danach ist alles Glauben, lediglich die Fundierungen der Glaubensaussagen (die Axiome=nicht begründ- und beweisbare Grundaussagen, von denen ich ausgehe) unterscheiden sich.

Gruß
Thomas

Glauben-Wissen-Problem (diesmal etwas länger)
Hallo Thomas,

Wenn ich mich an frühere Diskussionen hier erinnere, hatten
wir herausgearbeitet, daß der problematische Begriff nicht der
des Glaubens ist, sondern der des Wissens.
Wissen in absoluter Form gibt es gar nicht. Danach ist alles
Glauben, lediglich die Fundierungen der Glaubensaussagen (die
Axiome=nicht begründ- und beweisbare Grundaussagen, von denen
ich ausgehe) unterscheiden sich.

ja, schon richtig, aber „problematisch“ ist hier in zweierlei Hinsicht zu verstehen: Wissen ist problematisch bezüglich seiner Fundierung, Glauben ist problematisch bezüglich seiner Verallgemeinerbarkeit.

Wissen hängt am Beweisen, d. h. das dass Wissen - um Wissen zu sein - nach logischen Bedingungen einsehbar sein muss, also daran, dass jeder, der sich der Logik bedient, die gemachten Behauptungen nachvollziehen kann. Deshalb kann man das Wissen auch auf den Glauben - in wissenschaftlichem Sinn - anwenden. Vielleicht ist es am ehesten verstehbar, was ich meine, wenn ich ein Beispiel gebe.

Wenn jemand sagt „Ich glaube an Gott!“, dann kann er das nur im Sinne eines „Meinens“ sagen, nicht aber im Sinne eines „Wissens“, denn dazu müsste er die Existenz beweisen können. Von einigen Ausnahmen abgesehen, werden heute aber Gottesbeweise in der Folge Kants nicht mehr versucht. Wenn ich aber diese Aussage als Prämisse akzeptiert habe, dann folgt daraus eine ganze Menge bis hin zur (christlichen oder muslimischen) Ethik. Diese Folgen basieren aber auf der nicht begründeten (und nicht begründbaren) Prämisse der Existenz. Im Rahmen der Religion kann also wieder so etwas wie „wissen“ greifen. Dieses Wissen freilich ist (nur) durch den Glaubensakt fundiert. Innerhalb der Religion ist dieser Wissensbegriff also nicht problematisch. Wohl aber außerhalb, denn Wissen „als Wissen“ zu begründen, das bedarf logischer und argumentativ höchst anspruchsvoller Mittel.

Anders (logisch) ausgedrückt:
Wenn A, dann B, wenn B, dann C: also wenn A, dann C.
Das ist richtig unter der Voraussetzung, dass A!
Aber ob A oder ob vielleicht doch Nicht-A, das ist innerhalb dieser Logik nicht entscheidbar, dafür muss man andere Logiken als die hier verwendete Aussagenlogik heranziehen wie die Prädikatenlogik oder auch die Semantik.

Also ist innerhalb der Religion der Glaubensbegriff unproblematisch, wohl aber der Wissensbegriff problematisch.
Außerhalb der Religion aber sind beide Begriffe problematisch, aber auch völlig andere Weise: Glauben (hier natürlich nie als „natürliche Theologie“ gedacht, sondern als ausgeübte Religion!) ist sozusagen subjektiv problematisch, Wissen objektiv oder zumindest intersubjektiv.

Das war wieder viel zu lang. Hoffentlich habe ich klar sagen können, was ich sagen wollte.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

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