Brot & Spiele
Hallo,
indem ein groß’ Teil der Bevölkerung dieses Problem als ein technisches betrachtet (selbst die Moral oder Machbarkeit im Sinne des Datenschutz ist hierbei nichts anderes - leider) tun wir genau das, was die Politiker und ihre eigentlichen „Hintermänner“ von einem braven Deutschen erwarten.
Rein technisch gesehen ist es zumindest fraglich, Argumente gab es hierzu schon genug.
Auch der Aufwand, um eventuell (!) ein oder wenige Menschenleben zu retten, muss im Verhältnis stehen. Selbst wenn ein Leben materiell nicht zu beziffern ist.
Ansonsten fallen mir etliche Beispiel ein, wo man ohne große Diskussion (außer eben der finanziellen), noch viel mehr hierfür tun könnte.
Das Hauptproblem hierbei sehe ich in der Tendenz, über die Hintertür allmählich eine Gesellschaft aus transparenten Bürgern zu gestalten, für welche es zum Alltag gehört, sämtliche über sie verfügbaren bzw. technisch zu erstellenden Daten in fremder Hand zu wissen.
Was bietet sich hierbei besser an, als das eigens scheinheilig in den Vordergrund gerückte Argument des Lebens/der Gesundheit von Kindern und Frauen.
(So entlarvt sich das „Wahlkampfargument“ schnell als eine Irreführung)
Die Folgen sind vielfach erwähnt: Zugang von Arbeitgebern, Behörden, Banken usw. zu den intimsten gesundheitlichen und wirtschaftl. Daten eines jeden.
Infolgedessen Manipulierbarkeit, wirtschaftliche (und andere) Erpressbarkeit usw. usf.
Eben die aus dem Strafgesetzbuch bekannten, aber in „gesellschaftsfähiger“ Form den Behörden auch nicht gerade fremden Delikten.
Die Behörden werden sich ggf. immer austauschen, Gesetz hin-Gesetz her, und Korruption deckt den privatwirtschaftlichen Teil ab bzw. wird aufgrund der Gesetzgebung nur noch im „kleinen Stil“ notwendig sein.
Am Ende steht ein Volk, welches man willenlos in die gewünscht Richtung schieben kann. Hauptsache, das ewige Verhältnis von „Brot und Spiele“ bleibt irgendwie gewahrt.
Die teilweise Zustimmung zur Datenbank zeigt den Stand des „Rangierbahnhofes“.
Den relevanten Leuten ist es egal, ob schwarz, rot, grün oder sogar braun regieren. Das zeigt die Geschichte. Solange sie an der Macht sind und die Parteien das alte Spiel der Volksverdummung im Kasperltheater der Nation (Parlament) nur mitmachen (mag ein bisschen altkommunistisch klingen, mir fällt leider gerade nichts intelektuelleres dazu ein, stimmt aber wohl trotzdem).
Auch wenn es sich überheblich anhören mag, die Masse kann nur emotional und selten rational entscheiden. Und emotional muss sie deshalb gepackt werden. Dieses wissen unsere Politiker, ähhh, wollte sagen, Handlanger. Das wissen allmählich sogar die Grünen…
Nur am Rande ein Argument zu den „emotionalen“ Befürwortern der Wiedereinführung der Todesstrafe:
Wenn ein Menschenleben wirklich deren höchstes Gut sein sollte, mögen sie sich vor einer Diskussion erst einmal die Fehlerquote „Made in USA“ anschauen. Kommentar erübrigt sich.
Diese „Fehler“ sind oder „waren“ auch Menschen.
Als Kabarettist würde ich zu dieser Entwicklung sagen:
„Bald kann man in Deutschland nicht mal mehr unbeobachtet Triebtäter werden…“
Gruss Gunnar.
PS: Ogger: „Das Kartell der Kassierer“ beschreibt u.a. Aspekte des bargeldlosen Zahlungsverkehrs im o.a. Sinne. Hochinteressant!