Respektieren Moslems 'Ungläubige' wirklich nicht?

Hallo,

Zunächst gilt es „nur“ für Beamte, aber es wird ja bereits
darüber nachgedacht, das auf den öffentlichen Raum
auszuweiten!

Das möchte ich aber belegt haben. Wer denkt
öffentlich&ernsthaft(!!)
darüber nach?

mit Vergnügen:
http://www.taz.de/pt/2005/02/01/a0080.nf/text

Gruss, Omar Abo-Namous

Jep, danke Omar :smile:

Naja, der korrekte Wortlaut scheint aber nicht ganz klar zu sein.

Bei dpa hieß es: „Der SPD-Parteirat hat sich für ein generelles 
Kopftuchverbot in öffentlichen Räumen ausgesprochen“. Bei Reuters hieß 
es: „Der SPD-Parteirat hat sich für ein generelles Verbot des Tragens 
weltanschaulich-religiöser Symbole und Kleidungsstücke in staatlichen 
Schulen und Jugendeinrichtungen ausgesprochen.“
Quelle:http://www.islaminhannover.de/modules.php?op=modload&name=News&file=article&sid=53

Für Schulen wäre ich ebenfalls für ein Verbot aller Symbole.
Neutralitätspflicht. Aber die Diskussion hatten wir ja schon :smile:

Für den gesamten öffentlichen Raum wird es allerdings niemals
eine Mehrheit geben. So rückschrittlich sind wir Deutschen nun
auch wieder nicht.

Grüße, René

Hi!

Für weitere Informationen magst du auch gerne hier
vorbeischauen:
Hassen Muslime Nicht-Muslime?
http://www.islamonline.net/fatwa/english/FatwaDispla…

Habe ich gelesen. Ich zitiere:

„We Muslims hate disbelief and disobedience of Allah and we are striving and sparing no effort to do away with this disease and cure people’s sickness and help them become obedient servants of Allah (God).“

Und was geschieht mit mir, wenn ich weiterhin „disbelief and disobedience of Allah“ betreibe und mich trotz „cure people’s sickness and help them become obedient servants of Allah“ weder krank fühle noch in irgendeiner Weise veranlasst sehe, ein gehorsamer Diener Allahs zu werden? Wenn ich statt dessen weiterhin meine Meinung vertrete und Kritik am Islam übe? Wenn die Toleranz im Islam so weit oben steht, warum wurde dann z.B. von allerhöchster Stelle die Aufforderung gemacht, Salman Rushdie im Namen des Islam zu töten? Warum haben jene Menschen Angst um ihr Leben, wenn sie mit dem Islam brechen und in eine andere Religion konvertieren? Solche Dinge sind für mich keine Zeichen von Toleranz in Glaubensfragen.

Grüße
Heinrich

1 „Gefällt mir“

Hi!

ihnen den Zugang nach Mekka zu verweigern,

?? Sind sie dadurch minderwertig?

Frauen wurde (wird?) der Zugang zu bestimmten Berufen verweigert oder zu bestimmten „Herrenclubs“ (siehe z.B. die Londoner Club-Gesellschaften). Nicht ohne Grund fühlten sich Frauen zurückgesetzt und haben deshalb den Weg durch die gerichtlichen Instanzen angetreten.

In anderen Ländern (z.B. in den USA bis in die 1960er, in Südafrika bis in die 1990er hinein) war es Farbigen untersagt, den gleichen Bus, das gleiche Restaurant, das gleiche Klo, die gleiche Parkbank wie ihre weißen Mitbürger zu benutzen. Willst du mir sagen, diese Menschen wurden trotz solcher Einschränkungen gleichwertig behandelt?

Wo liegt der Unterschied zwischen der eingeschränkten Bewegungsfreiheit schwarzer Südafrikaner und der eingeschränkten Bewegungsfreiheit nicht-muslimischer Menschen in Mekka?

Grüße
Heinrich

1 „Gefällt mir“

Hallo,

ihnen den Zugang nach Mekka zu verweigern,

?? Sind sie dadurch minderwertig?

Frauen wurde (wird?) der Zugang zu bestimmten Berufen
verweigert oder zu bestimmten „Herrenclubs“ (siehe z.B. die
Londoner Club-Gesellschaften). Nicht ohne Grund fühlten sich
Frauen zurückgesetzt und haben deshalb den Weg durch die
gerichtlichen Instanzen angetreten.

In anderen Ländern (z.B. in den USA bis in die 1960er, in
Südafrika bis in die 1990er hinein) war es Farbigen untersagt,
den gleichen Bus, das gleiche Restaurant, das gleiche Klo, die
gleiche Parkbank wie ihre weißen Mitbürger zu benutzen. Willst
du mir sagen, diese Menschen wurden trotz solcher
Einschränkungen gleichwertig behandelt?

Wo liegt der Unterschied zwischen der eingeschränkten
Bewegungsfreiheit schwarzer Südafrikaner und der
eingeschränkten Bewegungsfreiheit nicht-muslimischer Menschen
in Mekka?

Es geht um eine funktionale Einschränkung. Sind Frauen benachteiligt, weil sie die Männerklos nicht benutzen können, oder andersherum werden Männer diskriminiert, weil sie die Frauentoilette nicht benutzen dürfen? Werden Muslime diskriminiert, weil sie nicht einfach so ein Freitagsgebet in einer Kirche halten können? Nein! Genauso verhält es sich mit Mekka. Als grosses Moscheeareal (und genau als solches gilt es nämlich) hat es eine bestimmte Funktion, die im Islam zu finden ist. Der Andersgläubige wird dadurch nicht weiter in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt und er wird nicht erniedrigt.

Aber auf der anderen Seite dürfen Nichtmuslime in einem islamischen Staat leben, wie sie wollen. Ihre Feiertage werden respektiert (bis heute haben christliche Minderheiten in arabischen Ländern die Garantie auf ihre Feiertage (Bsp.: in Ägypten ist der 7. Januar als Weihnachten der Orthodoxen Christen ein nationaler Feiertag)); ihre Bauten werden respektiert (Kirchen, Synagogen u.a.) usw… Was man übrigens nicht ohne Einschränkung von Deutschland sagen kann (da sind die Briten weit besser): Wenn eine Moschee mit Maschinengewehren, Stiefeln und Hunden betreten wird, ist das nicht gerade Respekt…

Gruss, Omar Abo-Namous

Hallo,

Für weitere Informationen magst du auch gerne hier
vorbeischauen:
Hassen Muslime Nicht-Muslime?
http://www.islamonline.net/fatwa/english/FatwaDispla…

Habe ich gelesen. Ich zitiere:

„We Muslims hate disbelief and disobedience of Allah and we
are striving and sparing no effort to do away with this
disease and cure people’s sickness and help them become
obedient servants of Allah (God).“

ich zitiere, was du ausgelassen hast:
„As a basic principle of Islam, we, Muslims, do not hate anyone on account of their cultural, religious, or ethnic backgrounds. Islam teaches us to interact with all people and wish good for the whole mankind.“

Und was geschieht mit mir, wenn ich weiterhin „disbelief and
disobedience of Allah“ betreibe und mich trotz „cure people’s
sickness and help them become obedient servants of Allah“
weder krank fühle noch in irgendeiner Weise veranlasst sehe,
ein gehorsamer Diener Allahs zu werden?

Dasselbe, was Millionen vor dir passiert ist, die genauso gedacht haben und unter Muslimen lebten: gar nichts, bis auf, dass sie irgendwann alt sterben…

Gruss, Omar Abo-Namous

Jep, danke Omar :smile:

Naja, der korrekte Wortlaut scheint aber nicht ganz klar zu
sein.

Bei dpa hieß es: „Der SPD-Parteirat hat sich für ein
generelles
Kopftuchverbot in öffentlichen Räumen ausgesprochen“. Bei
Reuters hieß
es: „Der SPD-Parteirat hat sich für ein generelles Verbot des
Tragens
weltanschaulich-religiöser Symbole und Kleidungsstücke in
staatlichen
Schulen und Jugendeinrichtungen ausgesprochen.“
Quelle:http://www.islaminhannover.de/modules.php?op=modload&name=News&file=article&sid=53

Für Schulen wäre ich ebenfalls für ein Verbot aller Symbole.
Neutralitätspflicht. Aber die Diskussion hatten wir ja schon

)

Das ist richtig, das Problem ist, dass wenn alle Symbole in der Theorie verboten werden, dasselbe passieren wird wie in Frankreich, wo „kleine“ Kreuze zugelassen werden. Dabei ist „klein“ ein sehr dehnbarer Begriff und heisst in der Praxis, dass sehr wohl Kreuze getragen werden, allerdings sind Kopftücher vollkommen verboten!

Für den gesamten öffentlichen Raum wird es allerdings niemals
eine Mehrheit geben. So rückschrittlich sind wir Deutschen nun
auch wieder nicht.

Wir verstehen uns richtig: Mit „öffentlichem“ Raum ist sicherlich nicht die Strasse, sondern eher öffentliche Gebäude und Einrichtungen gemeint. Das hiesse, dass eine kopftuchtragende Frau, die ihren Wohnsitz anmelden will, ihr Kopftuch abnehmen muss.

Gruss, Omar Abo-Namous

ok…
ok, Deine Kritik ist gerecht, allerdings denke ich, sie ist genau so gerechtfertigt wie meine nicht irrealen Befürchtungen und aus diesen resultierenden Aussagen (s. mein Posting).

Gruß, Uwe

Hallo Omar,

die kurze Antwort ist: Muslime respektieren auch
Andersgläubige!

danke für Deine Antwort. Ich meine keine „Andersgläubigen“, sondern Garnichtgläubige. Ich möchte nach wie vor wissen, wie es mit dem Respekt von Muslimen gegenüber Ungläubigen, also Menschen, die an KEINEN Gott glauben und KEINER Religion angehören, aussieht. Scheint ja für Einige ganz schön schwierig vorstellbar zu sein, daß es Menschen gibt, die gänzlich ohne Religion auskommen…

Gruß, Uwe

Hi,

Das ist richtig, das Problem ist, dass wenn alle Symbole in
der Theorie verboten werden, dasselbe passieren wird wie in
Frankreich, wo „kleine“ Kreuze zugelassen werden. Dabei ist
„klein“ ein sehr dehnbarer Begriff und heisst in der Praxis,
dass sehr wohl Kreuze getragen werden, allerdings sind
Kopftücher vollkommen verboten!

Tja, da muß man dann schon konsequent sein. Oder es ganz lassen.

Wir verstehen uns richtig: Mit „öffentlichem“ Raum ist
sicherlich nicht die Strasse, sondern eher öffentliche Gebäude
und Einrichtungen gemeint. Das hiesse, dass eine
kopftuchtragende Frau, die ihren Wohnsitz anmelden will, ihr
Kopftuch abnehmen muss.

Ich denke, daß sich auch für öffentliche Räume der Verwaltungen
und Behörden sowas nicht durchsetzen läßt. Das würde einen
Aufschrei geben. Denn die Religionsfreiheit wäre dann nicht mehr
gegeben. Im Gegensatz zum Thema Lehrerin Kopftuch ist das etwas
völlig anderes. Es könnte natürlich bei einigen Leuten noch die
Idee aufkommen, Verwaltungs- bzw. Behördenangestellte etc. das
Kopftuch zu verbieten. Aber auch das halte ich nicht für realistisch.
Die Empfindlichkeit der meisten „ernsthaften“ Kopftuchkritiker - also
nicht die Populisten und Rattenfänger von Rechts - geht m.M.n.
wirklich nur in die Richtung Lehrerin.

Grüße, René

Hallo,

Das ist richtig, das Problem ist, dass wenn alle Symbole in
der Theorie verboten werden, dasselbe passieren wird wie in
Frankreich, wo „kleine“ Kreuze zugelassen werden. Dabei ist
„klein“ ein sehr dehnbarer Begriff und heisst in der Praxis,
dass sehr wohl Kreuze getragen werden, allerdings sind
Kopftücher vollkommen verboten!

Tja, da muß man dann schon konsequent sein. Oder es ganz
lassen.

[…]

Ich denke, daß sich auch für öffentliche Räume der
Verwaltungen
und Behörden sowas nicht durchsetzen läßt. Das würde einen
Aufschrei geben. Denn die Religionsfreiheit wäre dann nicht
mehr
gegeben. Im Gegensatz zum Thema Lehrerin Kopftuch
ist das etwas
völlig anderes. Es könnte natürlich bei einigen Leuten noch
die
Idee aufkommen, Verwaltungs- bzw. Behördenangestellte etc. das
Kopftuch zu verbieten. Aber auch das halte ich nicht für
realistisch.
Die Empfindlichkeit der meisten „ernsthaften“ Kopftuchkritiker

  • also
    nicht die Populisten und Rattenfänger von Rechts - geht m.M.n.
    wirklich nur in die Richtung Lehrerin.

Entschuldigung, aber du scheinst das Berliner Gesetz nicht zu kennen? Hier ein Artikel darüber:

http://www.netzeitung.de/deutschland/307978.html

„Der Senat verabschiedete am Dienstag das Gesetz, das das Tragen religiöser Symbole wie das islamische Kopftuch in den meisten Bereichen des öffentlichen Dienstes verbietet.“

Dieses trifft „noch“ auf Angestellte, ich kann mir schon denken, dass mit derselben Tendenz irgendwann auch Antragsteller z.B. bei Behörden kein Kopftuch tragen dürfen. Übrigens, was ich von Frankreich erzählt habe, ist auch in Berlin bittere Realität:

"Im Juli wurde der ursprüngliche Entwurf vom Senat leicht modi[fi]ziert. Kleine, als Schmuck getragene Kreuze sollen demnach weiterhin erlaubt sein. "

Sowohl das niedersächsische als auch das baden-württembergische Schulgesetz erlauben das Tragen von Symbolen der „jüdisch-christlichen“ Kultur! Ein interessanter Kommentar kam in der Anhörung zum Gesetz im niedersächsischen Landtag vom Vorsitzenden der orthodoxen Juden. Der hat sich gefragt, was mit der christlich-jüdischen Kultur gemeint wäre - die Kultur des Bekämpfens der Juden??

„klein“ und „Schmuck“ ist dabei vollkommen Definitionssache und damit ist defacto das Kreuz erlaubt!

Gruss, Omar Abo-Namous

Hallo Uwe,

die kurze Antwort ist: Muslime respektieren auch
Andersgläubige!

danke für Deine Antwort. Ich meine keine „Andersgläubigen“,
sondern Garnichtgläubige. Ich möchte nach wie vor wissen, wie
es mit dem Respekt von Muslimen gegenüber Ungläubigen, also
Menschen, die an KEINEN Gott glauben und KEINER Religion
angehören, aussieht. Scheint ja für Einige ganz schön
schwierig vorstellbar zu sein, daß es Menschen gibt, die
gänzlich ohne Religion auskommen…

deine Frage ist nicht wirklich klar. Wenn ich fragen würde, ob Atheisten Muslime respektieren, kannst du dann mit „ja“ oder „nein“ antworten? Glaube ich zumindest nicht!

Der Grundsatz im Islam gilt weiterhin: Kein Zwang in der Religion! Dabei ist es dem Islam vollkommen egal, ob jemand an mehrere Götter glaubt oder gar nicht an Gott glaubt!

Gruss, Omar Abo-Namous

Hi!

Der Grundsatz im Islam gilt weiterhin: Kein Zwang in der
Religion! Dabei ist es dem Islam vollkommen egal, ob jemand an
mehrere Götter glaubt oder gar nicht an Gott glaubt!

Da ist es ziemlich auf den Punkt gebracht: Dem Islam ist es vollkommen egal, ob jemand an einen, mehrere oder gar keinen Gott glaubt. Bei den Muslimen habe ich da gewisse Zweifel (dito für andere Religionen).

Grüße
Heinrich

Hi!

Der Grundsatz im Islam gilt weiterhin: Kein Zwang in der
Religion! Dabei ist es dem Islam vollkommen egal, ob jemand an
mehrere Götter glaubt oder gar nicht an Gott glaubt!

Da ist es ziemlich auf den Punkt gebracht: Dem Islam ist es
vollkommen egal, ob jemand an einen, mehrere oder gar keinen
Gott glaubt. Bei den Muslimen habe ich da gewisse Zweifel
(dito für andere Religionen).

Das mag schon sein; ich erwähnte bereits, dass Muslime auch nur Menschen sind. Dass einige einige weniger respektieren wollen, trifft aber auch für Atheisten, Christen, Juden, Budhisten usw. zu. Warum das bei Muslimen thematisiert wird, ist mir nie klar geworden.

Gruss, Omar Abo-Namous

Hi!

Das mag schon sein; ich erwähnte bereits, dass Muslime auch
nur Menschen sind. Dass einige einige weniger respektieren
wollen, trifft aber auch für Atheisten, Christen, Juden,
Budhisten usw. zu. Warum das bei Muslimen thematisiert wird,
ist mir nie klar geworden.

Vermutlich liegt’s daran, dass die Mehrzahl der Massaker, von denen wir in den Nachrichten hören, mit direktem Bezug auf den Koran/Islam verübt wurden: New York Trade Center, Madrid, Bali, Beslan/Tschetschenien, Djerba. Im Irak bringen sich die Muslime mittlerweile gegenseitig um. Im Fernsehen bzw. im Internet werden Filme ausgestrahlt bzw. verbreitet, wo Gefangenen der Kopf abgesäbelt wird (Al-Sakawi). In Afghanistan wurden kurzerhand bedeutende buddhistische Kulturdenkmäler gesprengt. In Nigeria werden Menschen gemäß Sharia gesteinigt, weil sie gegen irgendwelche lokalen Moralvorschriften verstoßen haben. Im Sudan rottet man ganze Volksstämme aus. Im Iran wachen „islamische Revolutionswächter“ darüber, dass die Bevölkerung nicht mit westlichem Gedankengut in Kontakt geraten oder sich „westlich“ benehmen. Wenn jemand öffentlich Kritik am Islam oder dessen Umsetzung übt, muss er um sein Leben fürchetn (Rushdie). Und das alles stets im Namen des Islam bzw. Koran. Sind das alles Einzelfälle?

Sicher, es gab und gibt solcher Art Auschreitungen auch im Christentum, im Judentum, bei den Hindus und wer weiss wo noch.

Die Christen der Kreuzzüge waren keinen Deut besser, genauso die christlichen Konquistadoren in Amerika oder die europäischen Eroberer Afrikas. Aber nicht umsonst hat sich ein mehr oder minder starker Laizismus in Europa entwickelt, parallel dazu die Philosophie der Vernunft.

Ist es da ein Wunder, dass man eine Religion kritisiert, die sich derart brutal, autokratisch und menschenverachtend darstellt?

Grüße
Heinrich

Hallo Heinrich,

jetzt ehrlich! Wenn es darauf hinausläuft, dass wir Zahlen vergleichen wollen, dann kämen wir ja nie zum Ende.

Aber mit einem hast du fast recht:

Vermutlich liegt’s daran, dass die Mehrzahl der Massaker, von
denen wir in den Nachrichten hören, mit

dem Islam in Verbindung gebracht werden.

Beslan/Tschetschenien,

Ja, neben Beslan gibt es eine anhaltende und sehr blutige Besatzung! Dass Beslan nicht die richtige Antwort darauf ist, darauf können wir uns schnell einig werden, aber die Ursache vollkommen aus dem Bild zu lassen, ist nicht sinnvoll.

Im Irak bringen sich die Muslime mittlerweile gegenseitig um.

Vor allem werden im Irak Muslime durch Christen umgebracht! Warte, friedliche Muslime werden von angreifenden terroristischen Christen umgebracht! Oder sind die Mehrheit der Amis nicht Christen???

In Nigeria werden Menschen gemäß Sharia gesteinigt, weil sie gegen
irgendwelche lokalen Moralvorschriften verstoßen haben.

Was den nun? „Lokale Moralvorschriften“ oder Schria??

Im Iran wachen „islamische Revolutionswächter“ darüber, dass die
Bevölkerung nicht mit westlichem Gedankengut in Kontakt geraten oder
sich „westlich“ benehmen.

Das ist ein sehr interessanter Punkt: Iraner, die nach Deutschland kommen werden vom Bild Irans gänzlich überrascht. Aber es ist natürlich viel leichter sich sein Bild anhand von schlecht recherchierten Reportagen zu bilden!

Wenn jemand öffentlich Kritik am Islam oder dessen
Umsetzung übt, muss er um sein Leben fürchetn (Rushdie).

Mit einem Beispiel hast du die Aussage bewiesen???
Ok, wie wärs mit folgendem:
„In Europa muss man vorsichtig sein, welche Politik man vertritt, denn sonst wird man umgebracht!“ Als Beispiel nenne ich die schwedische Politikerin Anna Lindh.

Die Christen der Kreuzzüge waren keinen Deut besser, genauso
die christlichen Konquistadoren in Amerika oder die
europäischen Eroberer Afrikas. Aber nicht umsonst hat sich ein
mehr oder minder starker Laizismus in Europa entwickelt,
parallel dazu die Philosophie der Vernunft.

Europäische Bürger, Politiker und Medien müssen sich davor wappnen zu glauben, dass sie der Laizismus davor bewahren wird, wieder radikal zu werden. Hitler war nicht religiös. Der Kolonianismus wurde nicht immer unter christlicher Hoheit ausgetragen und die beiden Weltkriege konnten auch nicht durch die Entwicklung der Demokratie gestoppt werden. Seit dem letzten Weltkrieg, der hauptsächlich in Europa angefangen wurde, sind es gerade einmal 50 Jahre!

Auch die „Philosophie der Vernunft“ hat die USA nicht davon abgehalten, ein Land anzugreifen, das den USA nichts getan hat und nichts getan haben könnte - sehr vernünftig ist das nicht!

Ist es da ein Wunder, dass man eine Religion kritisiert, die
sich derart brutal, autokratisch und menschenverachtend
darstellt?

…dargestellt wird. Weder die Religion selbst, noch die Mehrheit der Menschen haben mit dem Bild der Religion zu tun. Wenn sowohl das Medium als auch der Empfänger voreingenommen sind, können Muslime nichts am Bild verändern.

Gruss, Omar Abo-Namous

Hi Omar,

hab’s doch noch gefunden. War mir sicher, daß wir die Diskussion
wo anders geführt hatten *verwirrt*

Zum Thema:
Ich muß zugeben, daß mich die Berliner Entwicklung ärgert.
Ich persönlich hab wesentlich enger gefaßte Vorstellungen für ein
Verbot von religiösen Symbolen im Bereich der Kinderausbildungs-
stätten. Daß hier einige Herren und Damen das ganze derart
ausweiten ist nicht in meinem Sinne. Zumal es ganz klar nur
in eine Richtung ausgeweitet wird (Islam/Kopftuch) und christliche
und evtl. auch jüdische Symbole klar protektioniert werden.
Allerdings hab ich auch noch nirgendwo eine klare Formulierung
gefunden (hab bisher aber auch nicht intensiver als 10 minuten
gesucht), die Seiten und Meldungen die ich bisher gefunden
habe waren teils widersprüchlich teils schwammig in der Formulierung.

Sollte das Verbot derart mißbraucht werden, bin ich defintiv für
die Freigabe aller Symbole. Denn das ist mir dann noch lieber,
als wenn Freiheiten beschnitten werden, die nicht mehr
nachvollziehbar sind (auch wenn ich das immer noch für
unrealistisch halte, daß normale Antragstellerinnen das Kopftuch abnehmen müßen)

Grüße, René

Hallo,

Ich persönlich hab wesentlich enger gefaßte Vorstellungen für
ein
Verbot von religiösen Symbolen im Bereich der
Kinderausbildungs-
stätten. Daß hier einige Herren und Damen das ganze derart
ausweiten ist nicht in meinem Sinne. Zumal es ganz klar nur
in eine Richtung ausgeweitet wird (Islam/Kopftuch) und
christliche
und evtl. auch jüdische Symbole klar protektioniert werden.

Allerdings hab ich auch noch nirgendwo eine klare Formulierung
gefunden (hab bisher aber auch nicht intensiver als 10 minuten
gesucht), die Seiten und Meldungen die ich bisher gefunden
habe waren teils widersprüchlich teils schwammig in der
Formulierung.

Ich hatte dir ja einige Quellen genannt, aber hier noch eine:
http://www.das-parlament.de/2005/05-06/Inland/004.html
Auch hier: „Allerdings sind kleine religiöse Symbole, die als Schmuckstück getragen werden, von dem offiziellen Verbot ausgenommen.“

„klein“ ist wieder ein dehnbarer Begriff. Ich hoffe nur, dass die Europaweite Initiative Erfolg haben wird, die sich zum Ziel gesetzt hat, solche Diskriminierung zu verbieten. Kein Wunder, dass die Initiatoren britische Europa-Abgeordnete sind.

Wenn du schon am Recherchieren bist (naja, 10 Minuten würde ich nicht gerade recherchieren nennen, aber was solls), dann such auch gleich nach dem Gesetz in Hessen, denn auch da wurde meines Wissens das Kopftuchtragen aus dem öffentlichen Dienst genommen!

Sollte das Verbot derart mißbraucht werden, bin ich defintiv
für die Freigabe aller Symbole. Denn das ist mir dann noch lieber,
als wenn Freiheiten beschnitten werden, die nicht mehr
nachvollziehbar sind (auch wenn ich das immer noch für
unrealistisch halte, daß normale Antragstellerinnen das
Kopftuch abnehmen müßen)

Wie gesagt: Wir sind noch nicht bei Antragsstellerinnen angekommen, aber überleg mal, wenn die Kinder bereits mit der Vorstellung erzogen werden, dass das Kopftuch etwas minderwertiges ist (mit all den komischen Vorwürfen, die Kopftuchträgerinnen gemacht werden), dann werden genau diese Kinder in 10 bis 20 Jahren diejenigen sein, die ein Gesetz erlassen lassen, das Antragstellerinnen das Tragen eines Kopftuchs verbietet - leuchtet das nicht ein? Diskriminierung kann man nicht so leicht beschränken!

Gruss, Omar Abo-Namous

Hi Omar,

Ich hatte dir ja einige Quellen genannt, aber hier noch eine:
http://www.das-parlament.de/2005/05-06/Inland/004.html

Jo, den hatte ich auch schon gefunden.

„klein“ ist wieder ein dehnbarer Begriff. Ich hoffe nur, dass
die Europaweite Initiative Erfolg haben wird, die sich zum
Ziel gesetzt hat, solche Diskriminierung zu verbieten. Kein
Wunder, dass die Initiatoren britische Europa-Abgeordnete
sind.

Aha, das ist neu für mich. Davon hatte ich noch nichts
gelesen bzw. gehört.

Wenn du schon am Recherchieren bist (naja, 10 Minuten würde
ich nicht gerade recherchieren nennen, aber was solls), dann
such auch gleich nach dem Gesetz in Hessen, denn auch da wurde
meines Wissens das Kopftuchtragen aus dem öffentlichen Dienst
genommen!

Hab ich das Wort „Recherche“ in den Mund genommen? :smile: Naja, das
Thema hatte bei mir nicht unbedingt Priorität, daher habe ich da
nicht ausdauernder gesucht. Allerdings haben mich die ersten
gefundenen Berichte wie schon gesagt maßlos geärgert.

Wie gesagt: Wir sind noch nicht bei Antragsstellerinnen
angekommen, aber überleg mal, wenn die Kinder bereits mit der
Vorstellung erzogen werden, dass das Kopftuch etwas
minderwertiges ist (mit all den komischen Vorwürfen, die
Kopftuchträgerinnen gemacht werden), dann werden genau diese
Kinder in 10 bis 20 Jahren diejenigen sein, die ein Gesetz
erlassen lassen, das Antragstellerinnen das Tragen eines
Kopftuchs verbietet - leuchtet das nicht ein? Diskriminierung
kann man nicht so leicht beschränken!

Ehrlich gesagt kann ich dieser Entwicklungsmöglichkeit nicht
so ohne weiteres zustimmen. Denn genau so gut könnte es sein,
daß sich in 10 bis 20 Jahren die „Kinder“ fragen, was für ein
beklopptes Gesetz (bzgl. Lehrerinnen bzw. öffentlicher Dienst
allgemein) damals erlassen wurde und es wird wieder gekippt.
Vllt. ist man in 20 Jahren soweit, daß keinerlei Vorurteile
mehr in dieser Hinsicht herrschen, oder wenigestens keine
so gravierenden mehr, daß man deshalb explizit Gesetze erlassen
muß. Das ist halt alles etwas spekulativ.

Grüße, René

Hallo,

„klein“ ist wieder ein dehnbarer Begriff. Ich hoffe nur, dass
die Europaweite Initiative Erfolg haben wird, die sich zum
Ziel gesetzt hat, solche Diskriminierung zu verbieten. Kein
Wunder, dass die Initiatoren britische Europa-Abgeordnete
sind.

Aha, das ist neu für mich. Davon hatte ich noch nichts
gelesen bzw. gehört.

Schau mal hier:
http://www.europarl.eu.int/Declaration/Application/S…

Wenn du schon am Recherchieren bist (naja, 10 Minuten würde
ich nicht gerade recherchieren nennen, aber was solls), dann
such auch gleich nach dem Gesetz in Hessen, denn auch da wurde
meines Wissens das Kopftuchtragen aus dem öffentlichen Dienst
genommen!

Hab ich das Wort „Recherche“ in den Mund genommen? :smile: Naja,
das
Thema hatte bei mir nicht unbedingt Priorität, daher habe ich
da
nicht ausdauernder gesucht. Allerdings haben mich die ersten
gefundenen Berichte wie schon gesagt maßlos geärgert.

War ja nicht so ernst gemeint (und vor allem nicht böse). Ich hatte nur nachdem Recherche geschrieben hatte bemerkt, dass du nur 10 Minuten gesucht hattest…

Ehrlich gesagt kann ich dieser Entwicklungsmöglichkeit nicht
so ohne weiteres zustimmen. Denn genau so gut könnte es sein,
daß sich in 10 bis 20 Jahren die „Kinder“ fragen, was für ein
beklopptes Gesetz (bzgl. Lehrerinnen bzw. öffentlicher Dienst
allgemein) damals erlassen wurde und es wird wieder gekippt.
Vllt. ist man in 20 Jahren soweit, daß keinerlei Vorurteile
mehr in dieser Hinsicht herrschen, oder wenigestens keine
so gravierenden mehr, daß man deshalb explizit Gesetze
erlassen muß. Das ist halt alles etwas spekulativ.

Du meinst also: mehr Einschränkung, damit wir in Zukunft besser miteinander leben können? René, das funktioniert nicht so! Je weniger die Kinder und späteren Wähler über das „Fremde“ wissen, desto länger bleibt es fremd und „gefährlich“. Mit diesen Kopftuchverboten wurde wieder einmal bewiesen: Menschen mögen es nicht, wenn ihre Vorurteile durch die Realität wiederlegt werden! Und genau das würde eine kopftuchtragende passiv bewirken. Einen schönen Text in dieser Angelegenheit ist der folgende:
http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Rassismu…

"Welches Bild vermittelt aber eine Lehrerin mit Kopftuch, die doch durch ihren Beruf eindeutig demonstriert, dass sie eine studierte und damit - allgemein hin anerkannt - eine emanzipierte Frau ist? Spielt uns hier vielleicht eine andere Angst einen Streich - die vor dem Zusammenbruch unserer Klischeevorstellungen?"

[…]

"Antirassistische Erziehung ist dann am erfolgreichsten, wenn in der Umgebung des Kindes alle Lebensformen unkommentiert - also unmarkiert - vorkommen, einfach vorhanden und damit normal sind. Dies gilt für Hautfarben ebenso wir für andere Merkmale, die wir Erwachsenen gelernt haben als „(sehr) anders“ wahrzunehmen: Behinderungen, religiöse Merkmale, Kleidung, Augen- und Körperformen usw."

Und genau diese Integrations-Chance scheint man nicht nehmen zu wollen.

Ich verstehe, dass du aus einer anderen Position argumentierst, allerdings musst du anerkennen, dass es in der allgemeinen Debatte eigentlich um das Kopftuch geht und nicht religiöse Symbole im Allgemeinen - vor allem, da dann das Kopftuch nicht darunter fallen müsste.

Gruss, Omar Abo-Namous