Rezension 'Passion Christi'

Hallo Gläubige und Nicht-Gläubige,

hier eine wirklich gelungene Abhandlund über den sehr kontroversen Film von Mel Gibson „Passion Christi“ von der Zeitung DIE ZEIT:

_**Keine Gnade

Nur Blut, Schmerzen und Hass: Mel Gibsons unchristlicher Christus-Film

Von Jens Jessen

Zwei Stunden Blut, sickerndes Blut, spritzendes Blut, vertrocknendes Blut. Zwei Stunden Folter, platzende Haut, klaffendes Fleisch, mit Sachverstand durchbohrte Hände und Füße. Zwei Stunden Schadenfreude, höhnische Gaffer, triumphierende Plebs, lüsterne Priester und eine schweinisch begeisterte Soldateska. Zwei Stunden dauert Mel Gibsons Film über Leiden und Sterben Jesu, und nur selten zeigt er etwas anderes als die Großaufnahmen langsam und genüsslich zerstörten Menschenfleisches. Er schildert nicht Die Passion Christi, wie der Titel behauptet, es handelt sich um kein Heilsgeschehen, um keine Erlösung von den Sünden dieser Welt, die Jesus um der Menschen willen auf sich nahm. Es handelt sich um ein kalifornisches Splatter-Movie.
Mel Gibson mag fromm sein; sein Film ist es nicht. Er gibt kein christliches Bekenntnis, er liefert christliche Pornografie. Sein Werk (man scheut sich, es so zu nennen) ist auf unvorstellbare Weise dumpf und dumm und blasphemisch. Die Passionsgeschichte, wie sie die Evangelisten schildern, folgt einem Heilsplan Gottes. Judas, der Jesus verrät, Petrus, der ihn verleugnet, die Hohenpriester, die seinen Tod fordern, Pilatus, der ihn zur Kreuzigung freigibt, sie alle sind Werkzeuge dieses Heilsplanes. Sie werden schuldig, aber sie können nicht anders. Mehr noch: Auch sie werden durch Jesu Tod von ihrer Schuld erlöst. Das ist die Frohe Botschaft des Evangeliums.

Wollust der Folter
Von diesem Evangelium weiß und erzählt der Film nichts. Sein Evangelium ist vielmehr eine Frohe Botschaft für die S/M-Szene von Los Angeles. Es gibt keine Erlösung von dem Bösen, aber ein geheimes Frohlocken über das Böse. Es ist die zitternde Erregung des Masochisten in der Erwartung von Schmerzen. Es ist die sabbernde Gier des Sadisten, den ersten Schlag zu tun. Das entzückte Auge der Kamera ruht auf den entzückten Augen der Folterknechte, die mit jedem Schlag dem Ziel ihrer Wollust näher kommen.
Mit Genuss weidet sich Gibsons Fantasie an der Bosheit der Juden und Römer. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass er den Juden größere Bosheit beimisst, aber es gibt auch keinerlei Erbarmen mit den Sündern, wie es das Evangelium predigt. Dieser Genuss und diese Erbarmungslosigkeit sind es, von denen die sinistre Wirkung des Films ausgeht und vielleicht auch der antisemitische Eindruck, den manche Zuschauer in Amerika empfanden.
Mel Gibsons Film, selbst wenn man ihn nicht als blasphemisch bezeichnen wollte, legt einen befremdlichen und begeisterten Nachdruck auf alles, was an der Passionsgeschichte nicht als christlich, sondern als heidnisches Opferspektakel aufgefasst werden könnte. Darin liegt eine doppelte Ketzerei: einmal gegen das Alte Testament, dem doch die Befreiung des Volkes Israel vom menschlichen Blutopfer zugrunde liegt, und das zweite Mal gegen das Neue Testament, das die Vergebung der Sünden verheißt. Gibsons Film lehrt nicht die Versöhnung, sondern die Unversöhnlichkeit. Die Guten bleiben die Guten und die Bösen die Bösen. Das ist nicht christlich, sondern gnostisch, vorsichtig gesagt. Man könnte auch sagen: Er predigt nicht die Liebe, sondern den Hass.
Das alles ist unfassbar traurig und dumm. Es ist aber auch unfassbar langweilig und lächerlich. In die Leidens- und Gewaltbegeisterung Mel Gibsons kann sich kein Zuschauer einfühlen, der diese Obsession nicht teilt. Es ist mit diesem Werk ein wenig wie mit Fassbinders kurioser später Genet-Verfilmung Querelle, in der unablässig muskulöse Matrosen auf einem Schiff hin und her laufen, es nimmt überhaupt kein Ende mit dem Auf-und-ab-Spazieren. Dem Heterosexuellen bleibt die besondere Schönheit dieser Szene naturgemäß verborgen; genau so, wie sich dem Homosexuellen der Reiz von David Hamiltons Zärtlichen Cousinen nur mühsam erschließt. Das ist unausweichlich; es ist aber auch komisch, und von dieser traurigen Komik hat Mel Gibson mehr in seinen Film eingeschleppt, als ihm bewusst sein dürfte.
Es gibt nämlich nicht nur eine Pornografie der Sexualität, sondern auch eine Pornografie der Gewalt. Beide lassen sich leicht an einem Indiz erkennen: Es ist die Verkümmerung der Handlung zu einem bloßen Vorwand. Bei Mel Gibson bleibt von der Vorgeschichte der Passion nur das Gebet Jesu in Gethsemane; und schon die Gefangennahme vollzieht sich als Orgie der Gewalt. Sie setzt auf dem denkbar höchsten Pegel ein und wird auch durch die Verhandlungen der Hohenpreister mit Pilatus nur unterbrochen, aber niemals so lange, dass der gewaltlüsterne Zuschauer sich etwa betrogen fühlen könnte. Pornografie duldet keine Ablenkung von der Hauptsache.

Sohn des Teufels
Unfassbar lustlos ist auch die Schilderung der Nachgeschichte, das heißt der Auferstehung. In der Grabhöhle scheint Jesus, vom Leichentuch umhüllt, zu liegen; vielleicht aber auch nicht, denn das blütenweiße Paket ist offenbar hohl, es sackt in sich zusammen wie ein Schlauchboot, aus dem die Luft entweicht, und dann erscheint Jesus frisch und wohlgemut am linken Bildrand und schreitet von dannen.
Noch ärgerlicher und verräterischer als die Beiläufigkeit der Rahmenhandlung sind aber die Hinzuerfindungen Mel Gibsons. Er hält sich im Allgemeinen an die Evangelien, wobei er sich freilich für keines entscheiden, sondern das Beste aus allen vier haben will. So offenbart sich Jesus nicht nur selbst den Häschern (nach Johannes), sondern wird außerdem noch zur sicheren Identifizierung von Judas geküsst (nach Matthäus, Markus, Lukas). Aber bei der Kreuzigung überkommt Gibson dann doch die Lust auf ein zusätzlich saftiges Detail. Dem mitgekreuzigten Verbrecher (es ist nur einer statt der biblischen zwei) hackt ein Rabe das Auge aus, tief taucht er in die blutige Höhle ein, nachher ist das ganze Köpfchen feucht verschmiert.
Begeisternd dagegen (um einmal etwas Nettes über den Film zu sagen) ist eine andere Hinzudichtung. Es ist der Teufel, der gelegentlich zwischen anderen Passanten durchs Bild läuft. Er hat das androgyne Gesicht eines Transvestiten; einmal krabbelt ihm eine Made ins Nasenloch. Man kennt ihn aus der Szene in Gethsemane, wo er Jesus beim Gebet durch Einflüsterungen des Zweifels stört; eine Schlange schlüpft unter seinem Gewand hervor, man ahnt den Pferdefuß. Das alles ist von köstlicher Blödheit, aber die köstlichste Szene ist doch die, wo der Teufel ein Baby an der Brust trägt. Gibson verrät hier einen Sinn für Gerechtigkeit, den man nicht erwartet hätte. Wenn Gott ein Menschenkind haben darf, will Gibson es dem Teufel nicht verwehren. Natürlich sieht es recht garstig aus; aber auch der Teufel blickt mit Fortgang der Passion immer missmutiger. Dass Jesus so gar nicht aufgeben will, schlägt ihm auf die Laune.
Der unfreiwillige Humor, den Gibson hier ein zweites Mal beweist, könnte am Ende versöhnlich stimmen. Aber vielleicht hat der Regisseur keineswegs nur seinen privaten Besessenheiten nachgegeben (deren Zurschaustellung immer peinlich ist). Vielleicht hat er im Gegenteil kühl kalkuliert, dass die Gewalt, die in den letzten Jahren zum beherrschenden Motiv des zeitgenössischen Films aufrückte, auch das geeignete Medium für eine Aktualisierung der Passionsgeschichte abgeben könnte. Vielleicht meint er, dass Jesu Blut, das sein Film bis zum Exzess feiert, überhaupt das Einzige ist, mit dem sich das Evangelium filmisch attraktiv machen ließe. Das hieße freilich, dass sein Film weder dumm noch privatistisch wäre – sondern ein schreckliches Zeichen für die Verfassung unserer Gegenwart.

© DIE ZEIT 04.03.2004 Nr.11**_

Hallo,

warum meinst du, sei diese Abhandlung „wirklich gelungen“?

Gruß,
Francesco

Hi Francesco,

schön Dich wieder einmal zu lesen.

warum meinst du, sei diese Abhandlung „wirklich gelungen“?

Ja, das frage ich mich auch… Die ‚heilige‘ Inquisition ging zum Teil noch blutiger vor.

Grüßlis

Renee

Sie werden schuldig, aber sie

können nicht anders. Mehr noch: Auch sie werden durch Jesu Tod
von ihrer Schuld erlöst. Das ist die Frohe Botschaft des
Evangeliums.

Hallo Tiburon
Ich hatte „DIE ZEIT“ immer als eine herausragende Wochenzeitung in Erinnerung. Diesen Artikel hätte iuch allerdings eher so einem katholischen Provinzbkättchen zugetraut. Allein schon diese unappetitliche Vermischung von Filmschilderung und dann (siehe oben,von mir ausgeschnitten) wieder popenhafte Predigt, ohne Absatz, ohne „Punkt und KOmma“, sozusagen. Au weia. Sollte der ZEIT ein ähnlicher qualitativer Niedergang beschert sein wie dem SPIEGEL ?
Gruss, Branden

Es hätte so schön sein können…
Was mich an dem Film stört, ist das wie schon erwähnt die Gewalt im Vordergrund steht und immer und immer wieder von allen Seiten in Großaufnahmen uns noch deutlicher gezeigt wird.
Ich hätte mir gewünscht, das man mehr über die Protagonisten erfährt, über ihre Beweggründe. Was kann einen Menschen dazu treiben so grausam zu agieren. Ich hätte mir gewünscht das man die einzelnen Charakter der Personen stärker herausarbeitet um besser zu verstehen , was zum Beispiel Jesus dazu veranlasst hat, all diese Schmerzen über sich ergehen zu lassen.

Hallo Branden,

etwas off topic, dennoch: Leider muss ich Dir (etwas) recht geben. Seit über 30 Jahren bin ich ZEIT-Leser und ich bin manchmal verwundert, was und wie es da heute so drin steht. Es fing vor Jahren damit an, als die Rubrik „Leben“ ins Leben gerufen wurde. Damals ist die Abonnentenzahl schlagartig zurückgegangen - natürlich wegen einer allgemeinen Richtungsumstellung. Das „Leben“ wandert bei mir sofort ungelesen in den Kamin …
Dennoch meine ich, dass es keinen Ersatz für die ZEIT gibt. Den Spiegel hatte ich jetzt zwei Jahre, habe ihn wieder abbestellt.

Gruß, Stucki

Lies einfach mal einschlägige Literatur über Jesus und seine Zeit. Du wirst dann sehen, dass man eigentlich nicht viel weiß, es sei denn, man nimmt die Evangelien für bare Münze. Ob es Jesus überhaupt gegeben hat, ist höchst fraglich.
Wie also soll man sich mit den Charakteren auseinandersetzen?

Gruß, Stucki

jetzt wirklich off topic
Hi Stucki,

Es fing vor Jahren damit an, als die Rubrik „Leben“ ins Leben
gerufen wurde. Damals ist die Abonnentenzahl schlagartig
zurückgegangen - natürlich wegen einer allgemeinen
Richtungsumstellung. Das „Leben“ wandert bei mir sofort
ungelesen in den Kamin …

Du verzichtest auf Siebeck und das Kreuzworträtsel? Unfassbar!

Dennoch meine ich, dass es keinen Ersatz für die ZEIT gibt.

„Die Woche“ hat’s ja probiert - und ist sang- und klanglos eingegangen, allerdings war die mir vom Format lieber als der der ZEIT, da ich Zeitungen häufig in Cafés oder Kneipen lese…
Gruß von der ZEITungsfanatikerin
Anja

Dann kam in dem Film wohl auch nicht Simon vor, der sein Kreuz nahm.

In dem Artikel wird die schwarze Karte dem Gnostizismus zugeschrieben, der aber nicht in gut und böse, sondern in richtig und falsch unterscheidet.

Gruss Merkur

Wir sind einer Meinung, Stucki!o.w.T
.

Hallo Anja,

Du verzichtest auf Siebeck und das Kreuzworträtsel? Unfassbar!

Im Prinzip hast Du recht, aber Siebeck ist nur die Spitze des „Lebens“. Aber er sagt, wenn auch selten mal was Vernünftiges: Damals bei der BSE-Krise geisselte er die Dickfälligkeit der Verbraucher, die immer nur billig, billig haben wollen. Aber sonst lese ich ihn prinzipiell nicht - noch schlimmer ist nur „Ich hatte einen Traum“ …

… allerdings war die mir vom Format lieber als der
der ZEIT, da ich Zeitungen häufig in Cafés oder Kneipen
lese…

… ich im Auto (als Beifahrer! :wink:) - da ist die ZEIT echt lästig.

So jetzt müssen wir wohl Schluss damit machen, sonst schmeisst uns der MOD raus …

Gruß von einem, der wohl auf absehbare Zeit bei der ZEIT bleibt
Stucki

Hallo Stucki

Ob es Jesus überhaupt gegeben hat, ist höchst fraglich.

Das stimmt nicht ganz. Die Existenz Jesu gilt heute in der seriösen Forschung als bewiesen. Umstritten sind jedoch die ihm zugedachten Aussprüche und Handlungen. Vor diesem Hintergrund erscheint es müssig, einen authentischen Film über sein Leben und Sterben zu erwarten. Gibson hat sich vor Drehbeginn intensiv mit den Evangelien auseinander gesetzt. Was heraus kam ist also nichts weiter als die Gleichung

gläubiger Regisseur

  • vom Regisseur bevorzugte Stilmittel
    = Film

Gruß
Babe

Gelungen? Nicht meine Meinung.
Hallo auch,

tut mir leid, aber als „gelungen“ kann ich diesen Artikel nicht gerade einstufen. Es fängt mit der bereits bemängelten fehlenden Trennung zwischen Kommentar und Schilderung an und endet mit (teilweise von wenig Sachverstand getrübten) rechthaberischen Kommentaren.
Das Hauptmotiv „Gewalt“, welches bemängelt wird, scheint mir durchaus passend für die Zeit zu sein, wir sprechen immerhin von einer Gesellschaft, die sich im ständigen Kriegszustand befunden hat, brutale Todesstrafen (Kreuzigung war ja nur eine der vielen Varianten) verhängte und sich die Zeit mit blutigen Gladiatorenspielen vertrieben hat.
Da kann ich auch beim besten Willen nicht nachvollziehen, wie man verlangen kann, dass das Handeln der Akteure dem Zuschauer näher gebracht werden soll, ich halte es schlichtweg für unmöglich; zwischen den Ereignissen und unserer heutigen Welt liegen 2000 Jahre menschlicher Entwicklung.

Eine Frage jedoch hat der Artikel für mich aufgeworfen. Hier:

Sie werden schuldig, aber sie
können nicht anders. Mehr noch: Auch sie werden durch Jesu Tod
von ihrer Schuld erlöst. Das ist die Frohe Botschaft des
Evangeliums.

Ich fand das Neue Testament schon immer sehr konfus und wenig überzeugend, aber so viel Wirrheit will der Bibel dann nun auch nicht andichten. Widerspricht der erste Satz nicht der Aussage, dass Menschen einen freien Willen haben? Und weiter: Wenn sie denn für Ihr Handeln nicht verantwortlich sind (sondern Gott), wie können sie dann schuldig sein, respektive erlöst werden?
Irre ich mich oder sind dem recht tumben Autor hier einfach nur die Pferde durchgegangen?

Grüße,

Anwar

Allversöhnung in der Rezension!
„Judas, der Jesus verrät, Petrus, der ihn verleugnet, die Hohenpriester, die seinen Tod fordern, Pilatus, der ihn zur Kreuzigung freigibt, sie alle sind Werkzeuge dieses Heilsplanes. Sie werden schuldig, aber sie können nicht anders. Mehr noch: Auch sie werden durch Jesu Tod von ihrer Schuld erlöst. Das ist die Frohe Botschaft des Evangeliums.“

Die Frohe Botschaft ist eben nicht, dass jeder automatisch Vergebung seiner Sünden empfängt!! Beileibe nein. Warum sagt Jesus sonst über Judas in Markus 14,21: „Der Menschensohn geht zwar hin, wie von ihm geschrieben steht; weh aber dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird! Es wäre für diesen Menschen besser, wenn er nie geboren wäre.“

Persönlicher Glaube an Jesus Christus dem Sohn Gottes und ein Sündenbekenntnis vor Selbigem erlöst nach den Gedanken des neuen Testaments!!

Gruß

Felix

Und dann schwebte er auf einer güld’nen Wolke…
… gen Himmel…

Oder wie hast Du Dir das vorgestellt, Verena?

Es hätte so schön sein können…

Ach tatsächlich?! Wie denn?

Was mich an dem Film stört,

Ach, schon gesehen? Der Film startet in Deutschland meines Wissens erst am 18. März.

ist das wie schon erwähnt die
Gewalt im Vordergrund steht und immer und immer wieder von
allen Seiten in Großaufnahmen uns noch deutlicher gezeigt
wird.

Warum sollte sie nicht im Vordergrund stehen, wo sie doch die Realität des Geschehens wiedergibt?! Haben die Leute damals - und zwar LIVE! - etwas anderes erlebt? In Deutschland kriegen es Teenies erst ab 16 mit; damals hat man sogar kleine Kinder zu den Kreuzigungen mitgenommen.

Als angebliche Hexen und Ketzer verbrannt oder im Rahmen eines Gottesurteils ertränkt oder in Stücke gerissen wurden, standen Kinder herum. Ebenso, als während der französischen Revolution Menschen geköpft wurden.

Was soll also diese plötzliche christliche Empörung? Live darf man sich das ansehen, aber um Himmels Willen jemand zeigt es in einem Film.

Ich hätte mir gewünscht, das man mehr über die Protagonisten

Das war nicht Thema des Films.

erfährt, über ihre Beweggründe. Was kann einen Menschen dazu
treiben so grausam zu agieren.

Der Mensch ist grausam! Und wenn er Angst um seine Machtposition hat, wird er noch grausamer. Ich sage nur: katholische Kirche…

was zum Beispiel Jesus dazu veranlasst
hat, all diese Schmerzen über sich ergehen zu lassen.

Ich habe schon vor Jahren die Vermutung geäußert, daß da möglicherweise Schizophrenie im Spiel war.

Viele Grüße

Renee

hi,

Warum sollte sie nicht im Vordergrund stehen, wo sie doch die
Realität des Geschehens wiedergibt?! Haben die Leute
damals - und zwar LIVE! - etwas anderes erlebt? In Deutschland
kriegen es Teenies erst ab 16 mit; damals hat man sogar kleine
Kinder zu den Kreuzigungen mitgenommen.

ich sehe da eine parallele zur pornografie. in der hinsicht stimme ich mit dem autor überein (auch wenn mir das gepredige ziemlich auf den senkel ging). auch pornografie zeigt die realität des geschehens. und früher haben auch kinder den eltern zugeguckt… mit dem sex lassen sich keine skandalfilme mehr machen, weil man ja jede abartigkeit schon zu mittag bei der talkshow sehen und besprechen kann. der letzte skandal-jesusfilm - war das nicht die letzte versuchung, in der es um SEX ging? jetzt ist gewalt und tod das nächste tabu, das gerade gebrochen wird. die argumente sind genau die gleichen. „ist doch natürlich, ist doch wie in echt, ist noch normal“ usw.

gruß
datafox

‚ueber sich ergehen lassen‘

was zum Beispiel Jesus dazu veranlasst
hat, all diese Schmerzen über sich ergehen zu lassen.

Hallo Renee,

hatte er wirklich eine Wahl?
Entweder glaube ich daran, dass Jesus wirklich Gottes Sohn war und von seinem Tod im Voraus wusste - dann war er eben nur bedingt menschlich und wusste, warum sein Tod notwendig war (es gibt ja auch immer wieder Menschen, die fuer andere Tod und Schmerzen erleiden).
Oder er war nur ein Mensch, dann wusste er zwar, dass er sich in Jerusalem in Gefahr begab, aber was ihm genau bevorstand, wusste er nicht, und einmal gefangen konnte er dem Geschehen nicht entgehen (ja, er haette widerrufen koennen, aber das haben auch andere nicht gemacht, z.B. die Jungfrau von Orleans).

Gruesse, Elke

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Hallo …

ich sehe da eine parallele zur pornografie.

um hier auch Francesco zu antworten. Draum geht es mir! Warum müssen Filme so drastisch sein? Auch wenn es in jener Zeit in der Tat so grausam war, warum müssen Filme so realistisch dargestellt. Filme werden immer krasser, immer brutaler und in diesem Film geht es meiner Meinung nach (habe nur Ausschnitte gesehen) nicht um die Botschaft Jesu, sondern wie auch die Füchsin und der Autor schon erwähnt hat, um die Pornografie der Gewalt und das ist was an diesem Film so stört.

Hilfe! Ich bin normal?

Gruss

Tibu

Guten Morgen Elke,

was zum Beispiel Jesus dazu veranlasst
hat, all diese Schmerzen über sich ergehen zu lassen.

Das habe ich NICHT geschrieben!

Du fragst mich ja Sachen… Ich war ja net dabei! *g*

Aber um welche Ecke auch immer ich auch denke, ich komme - vom Masochismus jetzt mal gänzlich abgesehen - immer wieder auf Schizophrenie oder einen anderen gewaltigen psychischen Hau zurück. ‚Mein Königreich ist nicht von dieser Welt…‘ Ähm… Ja klar…

Oder er war nur ein Mensch, dann wusste er zwar, dass er sich
in Jerusalem in Gefahr begab, aber was ihm genau bevorstand,
wusste er nicht, und einmal gefangen konnte er dem Geschehen
nicht entgehen (ja, er haette widerrufen koennen, aber das
haben auch andere nicht gemacht, z.B. die Jungfrau von
Orleans).

Stooooooohhooop!!! Zwischen Jesus und Jeanne D’Arc liegen ungefähr 1400 Jahre. Und was wußte er? Daß er von einem Geist gezeugt wurde? Ich bitte Dich!

Die Inquisition und der ganze Schwachsinn von wegen ‚gestehe, dann wirst Du zwar immer noch gehenkt, aber deine Seele ist gerettet‘ ist eine Erfindung der Kirche. Klasse! Wer wurde denn von der Inquisition ermordet? Menschen, die klüger waren; die sich kein X für’n U vormachen ließen; die wußten, daß die Erde nicht flach ist…

Ich höre lieber auf, sonst packt mich die Wut.

Grüßlis

Renee

Hallo Renee,

was zum Beispiel Jesus dazu veranlasst
hat, all diese Schmerzen über sich ergehen zu lassen.

Das habe ich NICHT geschrieben!

Weiss ich, aber du hattest geschrieben, dass du dich das auch schon gefragt haettest.

Ich versteh deine Argumentation ehrlich gesagt nicht.Aber wenn jemand an Jesus als Gottes Sohn glaubt, dann kann man nicht mit Schizophrenie etc. argumentieren. Dann hat er diesen Tod bewusst gewaehlt - Diskussion beendet.
Ist man nicht glaeubig (wie ich), ist die Diskussion ebenfalls muessig: dann glaub ich dann sowieso nicht alles (sogar sehr wenig) von dem, was ueber das Leben Jesus in der Bibel steht und was er gesagt haben soll - somit Diskussion ebenfalls beendet.

Trotzdem ist das Phaenomen, dass jemand fuer einen anderen oder fuer eine Idee bereit ist zu leiden (auch den Tod zu erleiden) nicht auf Jesus beschraenkt.
Und Jeanne d’Arc habe ich nur in die Diskussion geworfen, weil auch Jesus von Pilatus (laut Bibel) einen Ausweg geboten bekam (abzustreiten, dass er ‚Koenig der Juden‘ sei) und den nicht angenommen hat.

Gruesse, Elke

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