Vielen Dank, Sebastian, für die rasche Antwort.
Ja, die steuerlichen Aspekte spielen natürlich eine Rolle.
Folgende Fragen:
- Ich habe bei wikipedia mal nachgelesen, was ein offener
Immobilienfonds ist - aber nichts verstanden. Kannst du das
erklären oder gibt es eine Seite, wo dies gut erklärt ist?
Ok, ganz grob: ein offener Immobilienfonds sammelt von Anlegern Geld ein und kauft davon Immobilien. Dafür erhalten die Anleger Wertpapiere, die belegen, wieviel vom Vermögen des Fonds ihnen gehört. Der Einfachheit halber misst man das in sog. Fondsanteilen, und ein Anteil hat einen vom aktuellen Fondsvermögen abhängigen Wert.
Das Wort „offen“ soll heißen, dass man sich seine Anteile zum aktuellen Wert jederzeit ausbezahlen lassen kann oder aber auch zum aktuellen Wert eines Anteils eine Einzahlung tätigen und einen weiteren Anteil erhalten kann. Dabei wird oft eine Gebühr, der sogenannte Ausgabeaufschlag fällig, der aber tatsächlich eine Provision ist, die an die Bank fließt -> es geht auch ohne.
Einnahmen erzielt der Fonds jetzt vor allem durch die Immobilien in Form von Mieteinnahmen und ev. Veräußerungsgewinnen. Einmal im Jahr werden in der Regel Gewinne an den Anleger ausgeschüttet.
- Wie sicher / unsicher sind offene Immobilienfonds?
Sehr sicher. Nicht ganz so sicher wie ein Tagesgeldkonto, aber meilenweit entfernt von den Kursschwankungen der Aktien- oder auch Anleihemärkte. Vor einer Weile gab es mal einen größeren Aufruhr, als mehrere offene Immobilienfonds die Anteilsrücknahme (=Ausbezahlen der Anleger) für ein paar Monate eingestellt haben, weil die Anleger Angst vor Verlusten bekamen und die Fonds nicht schnell genug ausreichend Bares auftreiben konnten (eine Immobilie verkauft sich nicht so schnell). Das war allerdings viel Wind um nichts, wenn ich mich recht erinnere.
Wikipedia meint dazu:
„Offene Immobilienfonds galten lange Zeit als regelrechter Gewinngarant. Zwischen Januar 2000 und Juli 2003 legten ihre Kurse in Deutschland um bis zu 4,8 Prozent jährlich zu, das Mittelfeld kam auf durchschnittlich knapp 4 Prozent jährlich. Kein einziger Fonds meldete Verluste. Als besonders sicher galten Fonds mit langfristigen Mietverträgen. Wenn ihre Restlaufzeit zehn oder 20 Jahre betrug, war eine Wertberichtigung der Zertifikate unwahrscheinlich und die Investoren waren vom Auf und Ab am Immobilienmarkt geschützt. Seit Anfang 2004 gerieten die auf deutsche Immobilien konzentrierten offenen Fonds zunehmend in Schwierigkeiten, weil viele Bürogebäude mit stagnierenden und fallenden Mieten kämpften oder kaum vermietbar waren. Die Ausschüttungen der betroffenen Fonds verringerten sich. Aus Angst vor einer Abwertung des Verkehrswerts wurden oft mehr Immobilienzertifikate zurückgegeben als liquide Mittel bei den Kapitalanlagegesellschaften vorhanden waren.“
- Wie sind hierbei die steuerlichen Aspekte?
Aus Gründen, die mir auch nicht völlig klar sind, sind die Ausschüttungen von Fonds, die Immobilien im Ausland halten, zu großen Teilen, manchmal auch 100%, steuerfrei. Die Einnahmen wurden dann schon im Ausland versteuert o.ä. Darauf sollte man dann vielleicht achten -> Berater fragen oder in die Materie einlesen
Ein guter Startpunkt wäre btw. vielleicht die „Basisinformation zur Wertpapieranlage“, die die Banken einem gerne geben. Ich weiss allerdings nicht, in welchem Umfang hier auf Immobilienfonds etc. im Verhältnis zu Aktien, Anleihen etc. eingegangen wird.
Viele Grüße,
Sebastian