wieder mal hat sich ein deutsches Kreditinstitut mit Ruhm bekleckert. Wie FAZ und Die Welt http://www.welt.de/daten/2001/08/08/0808fit273279.htx heute berichten, hat die Deutsche Bank nach einer Kaufempfehlung (Kursziel: 31 Euro) gestern 44 Mio. Stück Deutsche Telekom für Kunden auf den Markt geworfen, woraufhin der Kurs der Aktie um rund 2 % auf das zweieinhalb-Jahrestief 23,03 Euro einbrach.
Zufall oder nicht: In einem Haus wie der Deutschen Bank (und eigentlich in jeder) muß sichergestellt sein, daß so etwas nicht passiert. Erstens wirft dies wieder ein besonders gutes Licht auf die Kreditinstitute und zweitens ist das in er derzeitigen Börsenverfassung genau das, worauf die Welt gewartet hat.
Also frei nach Al Bundy:
Dankt Eurer Deutschen Bank, Kinder!
Danke Deutsche Bank!
wenn sich da ein Zusammenhang nachweisen ließe, wäre das m.E. sogar strafrechtlich relevant bzw. eine Ordnungswidrigkeit (§§38, 39 Gesetz über den Wertpapierhandel). Bei Vorsatz wäre es sogar Betrug im Sinne des Strafgesetzbuches (§263). Nur wissen wir beide, daß es nie zu einem Nachweis und damit einer Verurteilung kommen wird.
Wie gesagt: Es mag ja ein Zufall gewesen sein, aber solche Zufälle in der Größenordnung darf es nicht geben.
in der studie heißt es explizit, daß verkäufe von voicestreamaktionären und einem weiteren kreis den kurs kurzfristig belasten werden, aber sie dennoch an ihren langfristigem ziel festhielten.
d.h dieser hinweis kam am freitag, vor den verkaufsordern an den markt!
bloß, wer kann schon analysen lesen…
in der studie heißt es explizit, daß verkäufe von
voicestreamaktionären und einem weiteren kreis den kurs
kurzfristig belasten werden, aber sie dennoch an ihren
langfristigem ziel festhielten.
d.h dieser hinweis kam am freitag, vor den
verkaufsordern an den markt!
ich muß sagen, der Teil, von dem ich nichts wußte (hab mich wieder treudoof auf die Zeitungsmeldung verlassen *mitdemKopfaufdenTischhau*), macht mich nicht glückllicher. Also scheint man doch tatsächlich von den drohenden Verkaufsorders was gewußt zu haben und hat sich (möglicherweise) über diesen Passus aus der Haftung gestohlen. Andererseits ist es ja kein Geheimnis, daß die Amerikaner nicht die größten Fans dt. Aktien sind. Im Prinzip macht mich weiterhin vor allem die zeitliche Abfolge der Ereignisse stutzig. Dafür weiß ich einfach zu gut, was Banker für schlechte Menschen sind. *g*
Zufall oder nicht: In einem Haus wie der Deutschen Bank (und
eigentlich in jeder) muß sichergestellt sein, daß so etwas
nicht passiert.
In allen Bankhäusern wird es so gehandhabt, dass Analysten und WP-Händler nicht Informationen austauschen - eben damit die Händler nicht in Kenntnis von neuen Voten schnell noch Geschäfte erledigen. Dies ist ein wichtiger Punkt, um Insiderhandel etc. eben nicht möglich zu machen.
Läge Insiderhandel vor, hätten die Händler in Kenntnis des ‚guten‘ Votums eben grade nicht verkauft.
Einen Vorteil hat die Deutsche Bank durch diese unglückliche Kombination sicher nicht gehabt, ich kann mir nicht vorstellen, dass die ein Fass aufgemacht haben.
In allen Bankhäusern wird es so gehandhabt, dass Analysten und
WP-Händler nicht Informationen austauschen - eben damit die
Händler nicht in Kenntnis von neuen Voten schnell noch
Geschäfte erledigen. Dies ist ein wichtiger Punkt, um
Insiderhandel etc. eben nicht möglich zu machen.
Läge Insiderhandel vor, hätten die Händler in Kenntnis des
‚guten‘ Votums eben grade nicht verkauft.
Einen Vorteil hat die Deutsche Bank durch diese unglückliche
Kombination sicher nicht gehabt, ich kann mir nicht
vorstellen, dass die ein Fass aufgemacht haben.
der Vorteil bestand darin, daß einige Großkunden nach einem Kursanstieg nach der veröffentlichten Studie zu besseren Kursen verkaufen konnten. In ewiger Dankbarkeit, amen. Im übrigen geht es mir nicht darum, daß es einen Zusammenhang zwischen Studie und Verkäufen gab, sondern daß so etwas nicht hätte passieren dürfen. Eine Studie geht durch gewisse Hände, die dann den entsprechenden Titel auf eine Stop-Liste setzen müssen. Ein Händler der große Deals dreht, muß sich vorher über die Titel auf dieser Stop-Liste ínformieren und die Geschäfte zurückhalten bzw. an ein anderes Institut geben. Und das, ohne zu wissen, weswegen das Papier auf der Liste stand.
noch mehr hmmm…
Ist es nicht so, daß die Voicestream Aktionäre, v. a. US-Fonds schon direkt nach dem Umtausch zugeschlagen haben?
Da gabs doch direkt den ersten Kurseinbruch bei Handelsvolumen die für sich sprechen.
Meint die Deutsche Bank mit anderen Kreisen vielleicht sich selbst???
Ich bin selber bei einer Bank und weiß daher wovon ich Rede. Nicht zuletzt maße ich es mir deshalb überhaupt an, derartige Artikel zu verzapfen. Ich bin sozusagen, und nicht zum ersten mal, die Krähe, die auch mal die andere (und sogar die eigene sozusagen, wenn es sein muß) angreift.
Geld verdienen und (ich sage es wieder: evtentuell) Kurse manipulieren sind zwei völlig verschiedene Dinge. Mal abgesehen davon, und auch hier wiederhole ich mich, daß es mir darum geht, daß es - auch ohne Vorsatz - nie zu einem derarigen Vorgang hätte kommen dürfen.
So könnte es einem vorkommen. Vielleicht hat die Deutsche Bank vergessen, einen ihrer großen Kunden rechtzeitig (und bei etwas höheren Kursen) zu wecken und nun…
Naja: Bleibt alles Spekulation, dennoch alles sehr seltsam und für alle anderen Häuser gleichermaßen unangenehm.
Grüße
Christian
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warum?
möönsch kuddel,
warum das denn???
kennst du nicht die steigerungen von irrtum?
irrtum, riesenirrtum, analyst!
analyst wurde doch bereits als „unwort des jahres“ eingereicht.
Dein Rettungsversuch in allen Ehren. Aber da kenne ich aus eigener Erfahrung andere Dinge.
Hutchinson Wampoa ist ja kein kleiner Fisch. Da kann man richtig Geld verdienen. So eine kleine Gefälligkeit ist da Tagesgeschäft. Wer hier von unglücklichen Umständen redet ist für mich etwas naiv. (entschuldigung)
ich bin wohl nicht der einzige, der das ganze eher unangebracht findet:
Auch Deutsche Bank unter Druck
Das Papier der Deutschen Bank stand am Donnerstag ebenfalls unter Druck. Es gab 2,79 Prozent auf 76,26 Euro nach. Das Finanzhaus werde für den Verkauf der T-Aktien regelrecht abgestraft, sagten Händler. Am Montag hatten Analysten der größten deutschen Bank noch empfohlen, das Papier der Deutschen Telekom zu kaufen. „Der Markt ist richtig sauer auf die Deutsche Bank“, sagte Knut Hochwald von der Hamburger Sparkasse. Die Aktion sei „unterste Schublade“ gewesen.
wieder mal hat sich ein deutsches Kreditinstitut mit Ruhm
bekleckert. Wie FAZ und Die Welt http://www.welt.de/daten/2001/08/08/0808fit273279.htx heute
berichten, hat die Deutsche Bank nach einer Kaufempfehlung
(Kursziel: 31 Euro) gestern 44 Mio. Stück Deutsche Telekom für
Kunden auf den Markt geworfen, woraufhin der Kurs der Aktie um
rund 2 % auf das zweieinhalb-Jahrestief 23,03 Euro einbrach.
Weiß hier jemand, woher die Zeitungen (oder der Nachrichtendienst dahinter) diese Information hatte?
Ich würde mich als Bankkunde jedenfalls nicht freuen, wenn meine Aufträge in der Presse bekannt gemacht werden, mal davon abgesehen, daß es wahrscheinlich niemanden interessiert, daß ich 100 Aktien der Firma XY verkauft habe.
Andererseits scheint „der Kunde“ ja recht gehabt zu haben, falls er seine Aktien heute zurückkauft, hat er mal eben ca. 175 Mio. Euro verdient.