Locker bleiben!
Hallo Kerstin,
und ich habe sie nach der Flasche in ihr eigenes Bettchen
gelegt. Das
hat sie ohne Weinen akzeptiert.
Du glaubst nicht, wie viele Eltern Dich darum beneiden…
Nun meine Frage, erhöhe ich das Risiko des plötzlichen
Kindstods
sehr, wenn ich wieder bei meinem Mann im Schlafzimmer schlafe
und
Leandra in ihrem Kinderzimmer? Die Türen stehen offen und es
ist
zusätzlich ein Babyphone an.
Du veränderst das Risiko überhaupt nicht!
P.s. Wir sind ein Nichtraucherhaushalt
Ein Risikofaktor weniger…
Der plötzliche Kindstod ist ja dadurch gekennzeichnet, daß die Eltern das Ableben ihres Kindes nicht mitbekommen. Dabei dürfte es relativ egal sein, ob Du im Zimmer schläfst oder in Deinem eigenen Bett. Der plötzliche Kindstod ist ein völlig lautloser Tod, das Kind hört schlicht auf zu atmen.
Ich kann die Angst vor solch einem Ereignis sehr gut verstehen, welche Eltern haben diese Angst nicht? Die Vorstellung, morgens ins Zimmer zu kommen und sein Kind tod im Bett vorzufinden, ist einfach unerträglich. Aber ich denke (und darin wurde ich auch von unseren Kinderärtzen bestärkt), daß die Ängste hier meist überzogen sind. Das Schlimme ist ja, daß man so machtlos gegenüber diesem Ereignis ist. Alle anderen Gefahren kann man als Eltern aktiv bekämpfen (und im eigenen Empfinden oft ausschließen, auch wenn es real nicht so ist), dieser Gefahr ist man ausgeliefert. Da bis heute niemand genau weiß was da eigentlich genau passiert und wie man dieser Gefahr begegnen kann, klammert man sich an jeden Strohhalm und befolgt alle Ratschläge dazu.
Aber man muß sich klar machen, daß dieses Ereignis nur einen verschwindend kleinen Teil der Kinder betrifft. Ich habe noch nie von solch einem Ereignis in meinem Verwandten- oder Bekanntenkreis gehört. Und so dürfte es den meisten gehen. Große Gefahren drohen Kindern von ganz anderen Seiten, seien es Infektionskrankheiten, Unfälle (Verkehr, aber besonders der Haushalt) oder was auch immer. Der plötzliche Kindstod, so schrecklich er auch ist, ist nichts, von dem man sein Leben oder Handeln bestimmen lassen sollte.
Wenn Eure Tochter so problemlos im eigenen Bett und Zimmer schläft, solltet ihr darüber glücklich sein und Euch dieses Glück nicht durch eine irrationale Angst versauen lassen. Genießt die Zeit und handhabt Alles so, wie es am besten zu Eurem Leben passt. Und vergesst den plötzlichen Kindstod…er wird nicht kommen.
Viele Grüße
Stefan