Hallo, ich habe ein paar Fragen zu Goethes Heidenröslein.
Warum heisst es „Röslein auf der Heiden“, ich hätte „auf der Heide“ oder „auf den Heiden“ gesagt.
„Ich will’s nicht leiden“ bedeutet „Es wird mir nicht leid tun?“
Im Norden heisst es Junge, im Süden Bub und früher hiess es Knabe, sehe ich das richtig? Das Wort kenne ich sonst nur noch vom Gesang her (Knabenchor, -stimme) oder im Wort knabenhaft (i.d.R. auf die Figur einer Frau gemünzt).
Warum heisst es „Röslein auf der Heiden“, ich hätte „auf der
Heide“ oder „auf den Heiden“ gesagt.
„Heiden“ ist hier ein poetisch-altertümlicher Dativ Singular.
„Ich will’s nicht leiden“ bedeutet „Es wird mir nicht leid
tun?“
Nein, es meint: Ich will nicht zulassen, dass es geschieht! Das Röslein will nicht gepflückt werden und sich dagegen wehren; wenngleich vergebens.
Im Norden heisst es Junge, im Süden Bub und früher hiess es Knabe, sehe ich das richtig?
Diese Einteilung kann ich nicht ganz nachvollziehen.
Bub scheint wirklich eher süddeutsch zu sein; aber als Bube hat er allgemein eine negative Konnotation.
Bei den anderen bin ich mir nicht ganz sicher.
Knabe hat eine sehr umfangreiche Vorgeschichte; da spielt auch der Knappe mit, sowohl als Edelknappe, als auch als Bergknappe.
Also scheint der Knabe stets ein besser Bub oder Junge gewesen zu sein.
Der Goethesche Knabe hat also zumindest Latein gekonnt und vielleicht sogar Französisch. Und besaß wohl auch das biologische Wissen, dass Rosen Dornen tragen. Was ihn aber nicht hinderte, die Rose zu brechen, will sagen, das Mädchen zu übermannen.
Ist ein arg erotisch Verslein, das Heideröslein! Wird oft übersehen.
Der ‚Knabe‘ ist nicht tot zu kriegen
Guten Tag, Martina
In der Schweiz gibt es in allen Schulhäusern Toiletten für ‚Knaben‘ und
für ‚Mädchen‘. Wenn ein ‚Junge‘ nicht weiss, welches seine Tür ist, hat
er bei uns ein Problem: Muss er’s eben leiden oder pisst er auf der
Heiden.
Die Begriffe ‚Buben‘ und ‚Knaben‘ sind bei uns nicht tot zu kriegen,
obwohl ‚Bub‘ Dialekt ist und ‚Knabe‘ eher altbacken wirkt.
Gedankenlose Absingung von Liedern hinterfragen
Hallo Abu
Der ‚Knab‘, welcher ein Mädchen vergewaltigt, ist leider recht aktuell:
Letzte Woche las ich, dass ein dreizehnjähriger ‚Knabe‘ ein Achtjährige
vergewaltigt habe - trauriger Anlass, auch wieder einmal die
gedankenlose Absingung von Liedern zu ‚hinterfragen‘, zum Beispiel
„Einst ging ich spazieren der Donau entlang“.
Der Goethesche Knabe hat also zumindest Latein gekonnt und
vielleicht sogar Französisch. Und besaß wohl auch das
biologische Wissen, dass Rosen Dornen tragen.
Da habe ich meine Zweifel: Rosen haben nämlich keine Dornen, sondern Stacheln, und Rosenblüten sind in freier Wildbahn niemals rot, sondern rosa oder weiß.
(Davon abgesehen war Johann Wolfgang eingentlich im Nebenberuf ein ganz passabler Botaniker.)
Gefunden
Im oben genannten Gedicht ist Goethe ein wenig besser, aber auch nicht ganz korrekt; wenn man es auf seine Beziehung zu Christiane Vulpius deutet.
FR
Diese Einteilung kann ich nicht ganz nachvollziehen.
Bub scheint wirklich eher süddeutsch zu sein; aber als Bube
hat er allgemein eine negative Konnotation.
„Bub“ ist auf jeden Fall (auch ?) im Hessischen verankert. Stolz sagt man: isch bin /er is en eschte Hessebub.
Oder zählst Du Hessen schon zum süddeutschen Raum? Dann bitte ich darum, meine Ergänzung zu entschuldigen.
DANKE allen zusammen!
Mmmh, diesen Beitrag verstehe ich nicht?
Ansonsten danke ich euch allen. Das mit dem Leiden nehme ich einfach mal so hin, das verstehe ich nicht, aber wird schon richtig sein, wenn du das so fest behauptest.
Obwohl du das Gedicht ja auch für erotisch gehalten hast… (Danke @abu, genau meine Reaktion!) und nicht wusstest, dass Stacheln und Dornen in der Botanik nahezu vollständig umgekehert benutzt werden wie im Volksmund (danke Michael, war schon am Überlegen gewesen, das zu Kommentieren).
Gute Nacht Jungs, Buben und Knaben und alle Röslein, die sich hoffentlich besser zu „leiden“ wissen, Martina
Das mußt Du nicht:
„Und ich will’s nicht leiden“ heißt ganz einfach: Ich will es nicht erleiden, nicht ertragen, nicht erdulden.
Daß niemand hier das interpretiert, wundert mich.
Gute Nacht Jungs, Buben und Knaben und alle Röslein, die sich
hoffentlich besser zu „leiden“ wissen
Sich selbst leiden können - da hat das Leiden wieder eine gänzlich andere, positive Bedeutung - und nichts mit „erleiden“ zu tun.