mit schwirrt schon seit längerem folgende Frage im Kopf herum und bin zu keiner einleuchtenden Antwort gekommen:
Warum kann man beim Autofahren den Vorwärtsgang (1. Gang) einlegen, auch wenn das Fahrzeug noch in Bewegung ist, den Rückwärtsgang aber nicht?
Habe das mal probiert und habe promt eine unschöne Antwort vom Getriebe bekommen.
Theoretisch müsste es ja gehen, da bei beiden Vorgängen die Kupplung gedrückt wird und somit keine Verbindung zu Motor hergestellt ist.
Oder dient das allein der Sicherheit?
der Rückwärtsgang ist bei den meistens Fahrzeugen nicht synchronisiert. Deswegen greifen beim schalten die Zahnräder im Getriebe nicht sauber ineinander und es entsteht dieses fiese, fürs Getriebe ungesunde Geräusch.
Die Vorwärtsgänge sind synchronisiert, wodurch eine unterschiedliche Drehzahl der Getrieberäder ausgeglichen wird. Früher, als es noch keine synchronisierten Getriebe gab, musste man beim Schalten immer Zwischengas geben. Die Zeiten sind zum Glück vorbei.
Mal einfach erklärt:
Die Vorwärtsgänge sind synchronisiert, der Rückwärtsgang aus techn. und konstruktiven Gründen nicht.
So, also was ist synchronisiert:
Und zwar sind die synchonisierten (vorwärts) Gänge im Getriebe so gebaut, dass da eine Art Reibungskupplung das jeweilige Zahnradpaar auf gleiche Geschwindigkeit bringt.
Wenn die Paarung gleich schnell läuft, kann der Gang eingelegt werden.
Beim Rückwärtsgang geht das nicht,
da werden noch wie vor 100 Jahren die Zahnräder „einfach so“ zusammengeschoben.
Das geht da nur, wenn das Auto steht, und alle Getriebeteile zum Stillstand gekommen sind.
Alles klar?
Grüße, Steffen!
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Theoretisch müsste es ja gehen, da bei beiden Vorgängen die
Kupplung gedrückt wird und somit keine Verbindung zu Motor
hergestellt ist.
Das Getriebe hat auch im ausgekuppelten Zustand eine kraftschlüssige Verbindung zu den (sich drehenden) Antriebsrädern. Deshalb rotieren noch Zahnräder im Getriebe. Beim Gangwechsel müssen Verzahnungen getrennt und eine neue Verbindung zu einem anderen Zahnrad hergestellt werden. Zahnräder können nur klaglos ineinander greifen, wenn sie gleiche Umfangsgeschwindigkeit besitzen. Um Zahnräder, die ineinander greifen sollen, auf gleiche Umfangsgeschwindigkeit zu bringen, wird das zu schaltende Zahnrad vorher mit einer Kupplung, die aus gesinterten Reibringen besteht, auf die richtige Drehzahl gebracht. Diese Reibringe, sog. Synchronringe, gibt es nur bei den Vorwärtsgängen, aber nicht beim Rückwärtsgang. Beim Rückwärtsgang macht eine Synchronisation keinen Sinn, weil das Fahrzeug naturgemäß wenigstens kurzzeitig zum Stillstand kommen muß, um von Vorwärts- in Rückwärtsfahrt kommen zu können. Wer einmal ein Getriebe zerlegt und sieht, wie einfach (um nicht primitiv zu sagen) das Zahnrädchen für den Rückwärtsgang gelagert ist, wird nicht mehr auf die Idee kommen, dieser Baugruppe größere und länger anhaltende Belastung zuzumuten.
Die Getriebesynchronisation besteht aus mechanisch anspruchsvollen und recht grazilen Teilen. Das Beschleunigen bzw. Abbremsen der einzelnen Zahnräder braucht Zeit und je schneller es gehen soll, desto stärker werden die Synchronringe beansprucht. Es ist deshalb der Lebensdauer des Getriebes zuträglich, die Gänge nicht zu schnell durch Reißen am Ganghebel zu wechseln und die Drehzahlunterschiede nicht zu groß werden zu lassen. Aus hoher Geschwindigkeit schnell in einen niedrigeren Gang zu schalten, ist Gift fürs Getriebe.
Lange Zeit war es üblich, daß auch der erste Gang keine Synchronisation besaß und bis vor 50 Jahren hatten die meisten Pkw-Getriebe überhaupt keine Synchronisation. Zum Schalten mußte man auskuppeln, in den Leerlauf schalten, Zwischengas geben, Kupplung kommen lassen, wieder auskuppeln, neuen Gang einlegen und wieder einkuppeln. Ohne ausreichende Übung wurde jeder Schaltvorgang vom Getriebe mit ziemlich häßlichen Geräuschen quittiert.
beim Rückwärtsgang. Beim Rückwärtsgang macht eine
Synchronisation keinen Sinn, weil das Fahrzeug naturgemäß
wenigstens kurzzeitig zum Stillstand kommen muß, um von
Vorwärts- in Rückwärtsfahrt kommen zu können.
eine Frage eines in dieser Hinsicht unbedarften Mitmenschen: Wie sieht das bei einem Automatikgetriebe aus? Ich schalte öfter mal beim Vorwärtsrollen in den „Rückwärtsgang“, was das Getriebe auch nicht weiter kommentiert. Schadet das ihm trotzdem?
Aus hoher Geschwindigkeit schnell in einen niedrigeren Gang zu :schalten, ist Gift fürs Getriebe.
Ich schalte gerne in einen niedrigen Gang, um den Motor bremsen zu lassen. Oder genauer: Ich fahre z. B. mit 100 km/h, drücke die Kupplung, lege den dritten Gang ein und lasse die Kupplung wieder _langsam_ kommen. Somit schone ich angeblich die Bremsbeläge. Ist das also totaler Schwachsinn und ungesund fürs Getriebe? Oo
Hallo patrick
es ist besser zu bremsen als die kupplung kommen zu lassen aus dem grund weil bremsklötze von der wartung viel günstiger sind asl eine kupplung
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Bisher habe ich nur Instandsetzungserfahrung mit (Oldtimer-)Schaltgetrieben (Audi 60/75, Audi 100). Gelegenheit, Erfahrung mit der Instandsetzung von Automatikgetrieben (Citroen DS, DB 280) zu bekommen, steht hoffentlich bald an, aber bisher habe ich nur Halbwissen. Die Verbindung einzelner Getriebestufen erfolgt im Automatikgetriebe statt über Zahnräder mit Kupplungen, z. B. Lamellenkupplungen. Prinzipiell vertragen es solche Kupplungen, daß An- und Abtriebswelle vor dem Kraftschluß verschiedene Drehrichtungen haben. Das geht natürlich mit Reibung und damit auch mit Verschleiß einher. Es ist eine mögliche, aber keine besonders günstige Betriebsweise. Die Betriebsart kommt kurzzeitig und mit langsamer Fahrt vor, z. B. wenn man das Fahrzeug aus festgefahrener Situation aus eine Mulde „herausschaukeln“ läßt und dabei noch im Vorwärtsfahren sehr zügig auf den Rückwärtsgang schaltet und umgekehrt.
Hallo Patrick,
kupplungs- und sychronringschonend wäre hier, die Motordrehzahl (per Gaspedal) so anzuheben, dass sie der Fahrgeschwindigkeit entspricht (Zwischengas). Dadurch wird während des Einkuppelvorganges keine Energie in der Kupplungsscheibe verheizt. Nach Einkuppeln die Motorbremswirkung zu nutzen, das schadet dann weder Kupplung noch Getriebe.
Gruß
Karl
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Ich schalte gerne in einen niedrigen Gang, um den Motor
bremsen zu lassen. Oder genauer: Ich fahre z. B. mit 100 km/h,
drücke die Kupplung, lege den dritten Gang ein und lasse die
Kupplung wieder _langsam_ kommen.
Die Kupplung brauchst Du nicht betont langsam kommen zu lassen. Schließlich willst Du den Motor als Bremse nutzen und nicht die kinetische Energie des Fahrzeugs in der Kupplung verbraten. Was ich mit nicht zu schnellem Schalten meinte, war das gewaltsam schnelle Reinreißen von Gängen. Das schadet nämlich der Getriebesynchronisation, die aus kleinen Kupplungen besteht, die während des Schaltvorgangs ohne Zutun des Fahrers betätigt werden.
Somit schone ich angeblich
die Bremsbeläge. Ist das also totaler Schwachsinn und ungesund
fürs Getriebe?
Das schadet dem Getriebe überhaupt nicht. Es ist sinnvoll, den Motor auch als Bremse zu benutzen, besonders auf längeren Gefällestrecken. Bremsbeläge und -Scheiben werden es Dir mit langem Leben danken.
kupplungs- und sychronringschonend wäre hier, die
Motordrehzahl (per Gaspedal) so anzuheben, dass sie der
Fahrgeschwindigkeit entspricht (Zwischengas). Dadurch wird
während des Einkuppelvorganges keine Energie in der
Kupplungsscheibe verheizt. Nach Einkuppeln die
Motorbremswirkung zu nutzen, das schadet dann weder Kupplung
noch Getriebe.
Die Frage ist: Wie hoch ist bei Deinem Fzg. die Motordrehzahl bei 100km/h im 3. Gang? (Bei mir gerade mal knapp über 3000 Upm)
Wenn man vom 4. in den 3. zurückschaltet, hat der Motor ja auch schon eine gewisse Drehzahl. Aus dem Leerlauf oder aus dem 5. (oder 6.) Gang sollte man das nicht unbedingt tun.
Also normal schnell schalten (nicht reissen!) und wenn der Gang drin ist, die Kupplung normal schnell kommen lassen.
Es ist sinnvoll, den
Motor auch als Bremse zu benutzen, besonders auf längeren
Gefällestrecken. Bremsbeläge und -Scheiben werden es Dir mit
langem Leben danken.
Sofern man es nicht übertreibt stimme ich mit Dir überein. Gerade weil die Bremsen bei hoher Beanspruchung zum Fading neigen.
Bei normaler Fahrt in der Ebene frage ich mich allerdings warum ich die teurere und aufwendiger zu tauschende Kupplung „runterbremsen“ soll, wo Bremsbeläge doch viel billiger sind.
Das macht m.E. keinen Sinn.
kupplungs- und sychronringschonend wäre hier, die
Motordrehzahl (per Gaspedal) so anzuheben, dass sie der
Fahrgeschwindigkeit entspricht (Zwischengas). Dadurch wird
während des Einkuppelvorganges keine Energie in der
Kupplungsscheibe verheizt. Nach Einkuppeln die
Motorbremswirkung zu nutzen, das schadet dann weder Kupplung
noch Getriebe.
Die Frage ist: Wie hoch ist bei Deinem Fzg. die Motordrehzahl
bei 100km/h im 3. Gang? (Bei mir gerade mal knapp über 3000
Upm)
Wenn man vom 4. in den 3. zurückschaltet, hat der Motor ja
auch schon eine gewisse Drehzahl.
Das stimmt, nur ist n4 (Drehzahl im 4.) niedriger als n3. Wer ganz früher mal mit Zwischengas fahren musste, der schafft das damit locker und ohne Probleme auch vom 5. in den 3. herunterzuschalten. Allerdings gibt es einige Getriebe, bei denen das Überspringen einer Gangstufe beim Herunterschalten nicht geht.
Das Zwischengas verlangt jedoch eine (kleine) Kraftstoffmenge.
Gruß
Karl
Aus dem Leerlauf oder aus dem 5. (oder 6.) Gang sollte man das nicht unbedingt tun.
Also normal schnell schalten (nicht reissen!) und wenn der Gang drin ist,
die Kupplung normal schnell kommen lassen.
die Unterschiede zwischen Schaltgetrieben und klassischen Automatikgetrieben sind folgende:
a) Du hast einen Drehmomentwandler, so dass ohne zusätzliche Kupplung (moderne Getriebe haben eine solche Kupplung, um Verluste durch den Wandler bei Dauerlast zu minimieren) kein direkter Kraftschluss zwischen Motor und Getriebe herrscht => Das filtert schon mal so manches Missmanagement heraus:wink:
b) Du hast mehrstufige Plantengetriebe statt zwei Wellen mit div. Zahnradpaaren. Zwischen diesen Planetengetrieben wie auch im Verbinden der div. Kombinationsmöglichkeiten zwischen Sonnenrad, Planetenrädern und dem Außenrad sind wie von Wolfgang erwähnt Reibkupplungen. Nun ja, was eine Kupplung macht, die Geschwindikeitesunterschiede bei Last ausgleichen muss, hat fast jeder schon mal gerochen, der mit einem Kleinwagen einen schwereren PKW aus dem Graben zog: Es stinkt:wink:
Wobei Du hier aber nicht ohne Kenntnis des Getriebes wirklich definieren kannst, welche der diversen Kupplungen die problematische ist …
Sprich: Misshandeln sollte man das Getriebe auch nicht, in meiner Zeit bei einem Automobilhersteller durfte ich in die Befundung von Automatikgetrieben. Was ich da an Kupplungsschäden und überhitzten Bauteilen gesehen habe, reicht für ein Leben:wink:
Bei normaler Fahrt in der Ebene frage ich mich allerdings
warum ich die teurere und aufwendiger zu tauschende Kupplung
„runterbremsen“ soll, wo Bremsbeläge doch viel billiger sind.
Das macht m.E. keinen Sinn.
Du bremst ja nicht mit der Kupplung, sondern mit dem antriebslos drehenden Motor.
Die Kupplung wird nur verschlissen, solange sie nicht richtig geschlossen ist.
Hallo Stefan,
im letzten Jahr hatte ich als Mietwagen ein paar Mal einen Hunday Getz . Da ging das tatsächlich nicht, an allen der gefahrenen Autos.
Eine Art von mechanischer Sperre soll ein Überdrehen beim Zurückschalten verhindern.
Und ich meine, auch beim Citroen Picasso war das so.
Gruß
Karl
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Du bremst ja nicht mit der Kupplung, sondern mit dem
antriebslos drehenden Motor.
Die Kupplung wird nur verschlissen, solange sie nicht richtig
geschlossen ist.
Äh, ja. Der technische Aufbau eines KFZ ist mir durchaus bekannt.
Motorbremse nutzen heisst aber eben sanft einkuppeln. Und genau das fördert den Verschleiss, gerade im Stadtverkehr.
Und Bremsbeläge sind eben billiger als eine vorzeitig verschlissene Kupplung.
Man muss immer abwägen was im Augenblick sinnvoller ist.
Die Motorbremse ist es nicht immer.
so so, sehr sinnvoll sowas.
Wer allerdings nicht in der Lage ist ein Schaltgetriebe richtig zu bedienen sollte gleich durch eine technische Einrichtung am Einsteigen gehindert werden
Ich könnte wetten dass diese Einrichtung aus den USA stammt. Denen haben wir schon diesen Blödsinn bei den Automatikautos zu verdanken das man eine Fahrstufe nur bei getretener Bremse einlegen kann und das Bremsbedal so gross wie eine Plattschaufel ist.
Warum also das Autofahren erlernen wenn die Technik einen vor purer Dummheit schützt?
Mein nächstes Auto wird ein mit bestimmten Features nachgerüsteter Oldtimer der mir nicht mit akustischen und optischen Warnsignalen permanent vorschreibt das ich den Gurt anlegen, das Licht ausschalten oder die Tür schliessen soll.