Hallo Rainer,
Selbst den Polen wird schon gedroht, wenn sie nicht von ihren
hohen (!!!) Gehältern Abstand nehmen, werden die Firmen nach
Moldavien auswandern.Die Karawane zieht weiter…
Kein Problem, denn irgendwann sind sie „einmal rum“. Dann wird
neu verhandelt.Du verkennst das Problem.
Die Weltbevölkerung wächst stetig, der Bedarf an
Arbeitskräften sinkt durch technischen Fortschritt
kontinuierlich.
Das stimmt so nicht ganz.
Der Bedarf an industriellen Arbeitskräften sinkt natürlich. allerdings nicht ohne Ersatzmöglichkeiten, denn es bieten sich zahlreiche neue Jobs im Dienstleistungssektor. Dieser liegt in Deutschland allerdings noch weitgehend brach. Gründe hierfür sind z.B. die „Geiz-ist-geil“-Kultur, die hohe Sparquote und die geringe Bereitschaft der Bevölkerung in diesem Bereich zu arbeiten. Das ist alles lösbar.
Die Globalisierung bringt es mit sich, daß die Industrie die
Möglichkeit hat, Regionen zu zwingen, sich gegenseitig zu
unterbieten. Am Ende wir da produziert, wo nur der Job ein
Überleben ermöglicht, mehr aber auch nicht. Eine Region in der
es fast keine Nebenkosten gibt, weil jede soziale Sicherung
fehlt.
Das stimmt so nicht. In solchen Regionen ist automatisch das Bildungsniveau schlecht oder die günstigen Rahmenbedingungen auf Dauer nicht haltbar.
Das dann noch zu unterbieten ist unmöglich.
Das ist auch nicht nötig. Unqualifizierte Arbeiten werden in D nur noch in geringem Umfang erledigt, diese Entwicklung läuft seit Jahrzehnten.
Die qulaifizierteren Jobs sind für uns interessant.
Blöderweise wandern diese auch teilweise ab, was aber v.a. an den durch die aktuelle Bundesregierung massiv verschlechterten Stzandortfaktoren liegt. Beispiel: Besteuerung von Unternehmen und Energie, Arbeitsrecht, Erstarken der Gewerkschaften, Verschlechterung / keine Weiterentwicklung der Infrastruktur.
Bevor wir
diese Zustände hier nicht erreicht haben, wird die Industrie
nicht aufhören mit Abwanderung zu drohen und wenn möglich,
auch wirklich abzuwandern.
Es wird solcherlei Drohungen immer geben. Wenn aber die Rahgmenbedingungen für die Wirtschaft generell gesund sind, kommen dafür eben neue nach. Nur das fehlt uns hier und da liegt das eigentliche Problem.
Die Frage ist nur, ob wir das beobachten und abwarten, bis wir
in Slums verrecken, oder ob wir jetzt schon mal über
Möglichkeiten nachdenken, ob und wie man das verhindern kann.
Ersteres wird passieren.
Der Deutsche ist zu gierig und zu dumm.
Wenn sich die Wirtschaft nämlich in diese Richtung entwickelt,
behält ‚Frank‘ am Ende Recht und wir erleben eine Revolution,
bevor wir in Pappkartons erfrieren.
Wir werden eine Revolution erleben. Allerdings wird das noch etwas dauern. Erst wenn auch die Beamten ihre Raten für das Häuschen nicht mehr bezahlen können, wird es spannend.
Grüße,
Mathias