Guten Tag.
Weiter unten wurde mal wieder intensiv und kompetent über die Arbeitszeit der Lehrer diskutiert.
Hier nun mal eine Beispielwoche, wie sie gerade (fast) hinter mir liegt, aber auch immer mal vorkommen kann.
Wochenende: Korrektur von Deutscharbeiten, Unterrichtsvorbereitung, Planungen zum Sportfest vorbereiten.
Die Woche: aufstehen 6.15 Uhr, losfahren 7.00 Uhr.
Montag: Unterricht von 8-13.15, Mittagspause+Unterrichtsvorbereitung bzw. -nachbereitung, 15-17.00 Konferenz, 17.45 zu Hause.
Dienstag: 8-13.15 Uhr Unterricht, 13.30 Uhr bis 15.30 Uhr Planungstreffen Sportfest, 16.15 zu Hause, Pause, 21-23 Uhr Forts. Korrektur Deutscharbeiten, 23-0.00 Uhr Vorbereitung Elternsprechtag.
Mittwoch (wie jeden Mittwoch): Fortbildung Physik (wegen Lehrermangel) 9-15.30 Uhr, 16.15 zu Hause, Pause, 17-0.30 Uhr Abschluss Korrektur.
Donnerstag: 8-13.15 Unterricht, Pause, 15.30 - 19.00 Elternsprechtag, 20.00 Uhr zu Hause.
Freitag: Elternsprechtag 8.30-13 Uhr. Huch, schon frei! Unverschämt.
Aber für das Pfingstwochenende:
Korrektur Mathearbeiten, Durchsicht der Physikordner, Arbeit am schulinternen Lehrplan, Unterrichtsvorbereitungen, Suche nach psychologischen Beratungsstellen für Eltern, Erstellen eines Förderkonzepts für schwache Schüler, Listenaktualisierungen.
Macht glaube ich 42 h 30 min ohne Tätigkeiten am Wochenende, wofür locker (an beiden Wochenenden) 40 Stunden zusammen kommen.
Mein Arbeitszimmer muss ich übrigens selbst bezahlen, ebenso die Einrichtung. Ist mein, natürlich selbst bezahlter, PC im Eimer, muss ich selbst basteln, da kommt kein Administrator. Arbeitsmittel sind selbst zu bezahlen (z.B. auch Schulbücher), Kopien limitiert, bunte Kreide darf ich auch selbst bezahlen, ebenso Papier und Tinte für den Drucker.
Soll das eine Klage sein? Nein, ich wollte diesen Beruf, weil ich gerne mit und für Menschen arbeite. Und das tun die meisten meiner Kollegen sicherlich auch.
Aber es geht mir schlicht auf den S…, daß sich alle für Experten halten, nur weil sie zwangsweise mal eine Schule von innen sehen mussten.
Eine reglementierte Arbeitszeit würde das Pensum vieler Lehrer sicherlich reduzieren.
Jetzt ist’s auch gut.
Liebe Grüße, vor allem an die Kollegen,
Aragorn.
P.S.: Echte Urlaubstage, die gerade in den Herbst- und Osterferien gerne zum Korrigieren genutzt werden gab es 2003 genau 61. Auch in den Sommerferien gibt es konferenzen und Vorbereitungen.
