säure-basen-balance?

hi zusammen,

wenn ihr noch bei laune seid hab ich noch ein paar weitere fragen zu mythen und legenden in gesundheitsdingen.

diesmal gehts also um die basen-säure-balance. was ich bisher davon gehört habe kommt mir ganz plausibel vor. im prinzip lautet die these, dass wir uns tunlichst so ernähren sollten, dass im körper diese b-s-balance hergestellt wird. also möglichst viel natürliche unbehandelte sachen wie gemüse, obst etc. essen, viel trinken und „säuernde“ lebensmittel, also fleisch und anderes tierischer herkunft, zucker, alkohol etc. tunlichst meiden. so weit so gut und sicher auch aus anderen gründen nicht verkehrt. allein, auf dauer halt ich das mit dieser konsequent gesunden ernährung einfach nicht durch. aber auch hier haben findige geister schon eine lösung gefunden: basenpulver. also mineralien, die in wasser aufgelöst werden ein glas davon getrunken, und schwupps schon ist man der wohltuenden b-s-balance wieder nähergekommen.
frage dazu: machen solche pulver sinn? und wenn ja langt einfaches kaiser-natron (natriumhydrogencarbonat) oder sollte es eine mischung verschiedener mineralien etwa nach auer, eichhorn, rauch, sander oder was-weiss-ich-wem sein?

grüße

Admeta

hallo admeta,

das ergibt schon einen sinn.
z.b. das berühmte kindergartengericht „kartoffelnfleischundsauce“:
kartoffeln und sauerkraut:basisch
fleisch:sauer
= säure-basen-haushalt ausbalanciert.

oder eine currywurst am imbiss:immer mit brot oder pommes.
selbst ein hamburger ist ausbalanciert.
zu schwierigkeiten kommt es nur, wenn gemüse als beilage zum fleisch gegessen wird, statt umgekehrt.
Säure-Basen-Haushalt ist die allgemeine Bezeichung für verschiedene Mechanismen in der Lunge, den Nieren und dem Blut, die der Aufrechterhaltung eines Gleichgewichts zwischen sauren und alkalischen Reaktionen in den Geweben und Flüssigkeiten des Körpers dienen. Nimmt die Konzentration der sauren Stoffwechselprodukte überhand, entsteht eine Azidose.

Zur Aufrechterhaltung seiner Funktionen versucht der Körper den pH-Wert im Blut um 7,4 konstant zu halten. Mit dem pH-Wert beschreibt man den sauren oder basischen Charakter einer Flüssigkeit:
7 bedeutet neutral,

unter 7 sauer und

über 7 basisch.

Im Körper bilden sich ständig Säuren, nämlich Kohlensäure durch die Zellatmung und saure Produkte beim Stoffwechsel. Eigentlich ist der Körper für diesen Säureüberschuß gut gerüstet: Er kann den pH-Wert des Blutes mittels der Atmung regulieren und überschüssige Säuren zunächst abpuffern und dann über die Nieren, den Darm und die Haut ausscheiden.
Wird der Körper über längere Zeit mit sauren Stoffwechselprodukten überlastet, sinken seine Reserven, um diese Säuren abzupuffern. Den pH-Wert des Blutes hält der Organismus noch konstant, doch insgesamt besteht eine chronische Übersäuerung. Daraus können Störungen entstehen wie Osteoporose, Arthrosen, Bandscheibenschäden, Karies, Akne, Schweißgeruch, Abwehrschwäche und chronische Müdigkeit.

Wie entsteht eine chronische Übersäuerung?

Viele Menschen leiden heute an dieser Stoffwechselstörung. Dafür sind verantwortlich:

Vermehrte Aufnahme säurebildender Nahrungsmittel wie Fleisch und Wurstwaren, Bohnenkaffee, Alkohol, raffinierte Zucker und Weißmehl.

Verminderte Aufnahme von basischen Nahrungsmitteln wie Kartoffeln, frisches Obst und Gemüse. Leider weisen viele Obst- und Gemüsesorten wegen des durch den sauren Regen veränderten Bodens heutzutage eine verringerte basische Wertigkeit auf.

Die Säureabgabe wird durch unsere überwiegend sitzende Lebensweise und durch Streß gemindert.

Wie erkennt man eine chronische Übersäuerung?

Die Untersuchung des pH-Wertes des Urins gibt zunächst einen groben Hinweis auf den Säure-Basen-Haushalt. Eine genauere Aussage läßt sich treffen, wenn von mehreren Urinproben eines Tages die Pufferkapazität bestimmt wird (Säure-Basen-Titration nach Sander). Damit läßt sich auch eine latente Übersäuerung entdecken.

Wie läßt sich eine chronische Übersäuerung behandeln?

Umstellung der Ernährung auf mehr basische Nahrungsmittel.

Mehr körperliche Bewegung, Streßabbau.

Evtl. Ausgleich eines begleitenden Mineralienmangels.

Anhand der speziellen Urin-Untersuchung kann das Ausmaß der Störung erkannt werden und die evtl. notwendige Behandlung gezielt geplant werden.
Was muß man tun um einen Säure – Basen – Haushalt im Gleichgewicht zu halten ?

Eine der wichtigsten Voraussetzungen ist eine ausgewogene Ernährung, für die folgende Faustregel anzuwenden ist:

80% basische Lebensmittel, 20% saure Lebensmittel.

Dazu eine genügende Flüssigkeitsmenge, zwischen 2 und 3l Wasser, verdünnte naturbelassene Obstsäfte, nicht gezuckert, und Kräutertees.

Man sollte die Nahrungsmittel auch nach ihrer Säure–Basen Reaktion im Körper zusammenstellen. Es gibt säurebildende Nahrung und saure Nahrung. Die erstere enthält keine eigene Säure sondern produziert, durch den Stoffwechsel bedingt, Säuren im Körper. Zu dieser Gruppe zählen z.B. Fleisch, Wurstwaren, tierische Fette oder Hülsenfrüchte. Saure Nahrung enthält verschiedene eigene Säuren die den Säurehaushalt im Organismus beeinflussen. Zur sauren Nahrung zählen z.B. Zitrusfrüchte und industriell hergestellte Fruchtsäfte, wie Limonaden oder Cola.

Und es gibt basenbildende Nahrung – diese Nahrungsmittel sind reich an Basen und enthalten wenig bis gar keine Säuren und sind in der Lage einen übersäuerten Körper basisch auszugleichen. Kartoffeln, Bananen, Dörrfrüchte, Milch oder Quark wären hier u.a. als Beispiele zu nennen.

Über die Fette wäre noch zu sagen – sie stehen dem Organismus als gesättigte und ungesättigte Fettsäuren zur Verfügung.

Die gesättigten Fettsäuren sind für den Körper belastend weil sie den Organismus zwingen Säuren zu produzieren um die schwer zu spaltenden Fette in Lösung zu bringen. Dies sind tierische Fette wie Schweineschmalz, fettes Fleisch, fetter Fisch, aber auch gehärtete Pflanzenfette wie Margarine und raffinierte Öle.

In naturbelassenen, kalt gepressten Pflanzenölen befindet sich ein hoher Anteil an ungesättigten Fettsäuren die nicht säurebildend wirken.

so, genug erstmal?

strubbel

Hallo strubbel,

Leider weisen viele
Obst- und Gemüsesorten wegen des durch den sauren Regen
veränderten Bodens heutzutage eine verringerte basische
Wertigkeit auf.

darf ich da mal nachhaken?
#1
Was verstehst Du unter „basischer Wertigkeit“, und
#2
inwiefern steht diese in Zusammenhang mit Bodenversauerung (die meines Wissens auf landwirtschaftlich genutzten Flächen durch geeignete Maßnahmen wie z.B. Erhaltungskalkung keine wirklich große Rolle spielt)

#3
wie ist die „basische Wertigkeit“ von Nahrungsmitteln einzustufen, die auch in der Natur nur auf extrem versauerten Böden gedeihen (ich denke da z.B. an Blaubeeren etc.)?

Grüße,

HastaLavista

Hallo strubbel,

hallo zurück!

Leider weisen viele
Obst- und Gemüsesorten wegen des durch den sauren Regen
veränderten Bodens heutzutage eine verringerte basische
Wertigkeit auf.

darf ich da mal nachhaken?
#1
Was verstehst Du unter „basischer Wertigkeit“, und

lebensmittel sind entweder basisch, neutral oder sauer.

#2
inwiefern steht diese in Zusammenhang mit Bodenversauerung
(die meines Wissens auf landwirtschaftlich genutzten Flächen
durch geeignete Maßnahmen wie z.B. Erhaltungskalkung keine
wirklich große Rolle spielt)

stimmt, zur not gleicht die zugabe von frischen kräutern die schwankungen aus.
auch hat sich bei der qualität z.b. in den niederlanden in den letzten jahren etliches getan. mein lehrbuch ist auch schon ein paar jahre alt.

#3
wie ist die „basische Wertigkeit“ von Nahrungsmitteln
einzustufen, die auch in der Natur nur auf extrem versauerten
Böden gedeihen (ich denke da z.B. an Blaubeeren etc.)?

weiß ich nicht aus dem kopf, muß ich zuhause nochmal nachsehen.
im wesentlichen ging es mir darum klarzumachen, daß gesunde, ausgewogene ernährung einen selbst gesund erhält.
gerade die leute auf dem alternativtrip neigen dazu, unnatürliche nahrungsergänzung zu bevorzugen. scheint mir jedenfalls.
die zusammenstellung klassischer mahlzeiten durch unsere vorfahren macht deutlich, daß wissenschftlich sinnvolle kombinationen ohne kenntnis selbiger erfolgten.
selbst beim gigantischen eisbein serviert man sauerkraut, kartoffeln, erbspüree und senf dazu. dieses alles ergibt auch wissenschaftlich einen sinn.

cu

strubbel

hallo. meiner meinung nach ist das säure-basen-verhältnis schwachsinn. fast alle nahrungsmittel sind leicht sauer. es gibt ph-wert messstreifen in der apotheke, womit man das nachmessen kann. egal, ob gemüse, tofu, kartoffeln, burger, eisbein etc. fakt ist: unser körper kommt mit sauren lebensmitteln besser klar als mit basischen. da reagiert er sofort mit erbrechen. fast alle organismen mögen saure umgebung lieber. Beispiel: bei einem löffel salatdressing (mit essig) haben wir weniger probleme, als bei einem löffel seife.
in der verdauung selber wird ein nahrungsmittel automatisch im mund erst etwas basisch gemacht, im magen dann sehr sauer, im zwölffingerdarm wieder neutraler… etc. wenn das alles nicht funktioniert sollte man zum arzt.
meiner meinung nach sollte man sich mehr gedanken über vielseitige, ausgewogene ernährung machen, als über die predigten von diätspezialisten aus frauenzeitschriften.
guten hunger! gruß, mona

Hallo Admeta

diesmal gehts also um die basen-säure-balance. was ich bisher
davon gehört habe kommt mir ganz plausibel vor. im prinzip
lautet die these, dass wir uns tunlichst so ernähren sollten,
dass im körper diese b-s-balance hergestellt wird. also
möglichst viel natürliche unbehandelte sachen wie gemüse, obst
etc. essen, viel trinken und „säuernde“ lebensmittel, also
fleisch und anderes tierischer herkunft, zucker, alkohol etc.
tunlichst meiden. so weit so gut und sicher auch aus anderen
gründen nicht verkehrt. allein, auf dauer halt ich das mit
dieser konsequent gesunden ernährung einfach nicht durch. aber
auch hier haben findige geister schon eine lösung gefunden:
basenpulver. also mineralien, die in wasser aufgelöst werden
ein glas davon getrunken, und schwupps schon ist man der
wohltuenden b-s-balance wieder nähergekommen.
frage dazu: machen solche pulver sinn? und wenn ja langt
einfaches kaiser-natron (natriumhydrogencarbonat) oder sollte
es eine mischung verschiedener mineralien etwa nach auer,
eichhorn, rauch, sander oder was-weiss-ich-wem sein?

Präparate werden in meinem Buch, das ich zum Thema habe, nur bei Schwerefällen - und dann mit vorheriger Absprache mit dem Arzt empfohlen.

Ansonsten sollte sich das Gleichgewicht mit gezieltem Entsäuern wie Fasten und einer Darmreinigung bessern lassen. Auch sollten wir viel bewusster atmen, denn die Ausatmung scheidet das Kohlendioxid aus, das bei neutralisierten Säuren ein Stoffwechselendprodukt ist.

Ich würde Dir empfehlen mal ein Buch über die Thematik zu kaufen. Es gibt sehr viel Literatur darüber und wenn Du mal in einer Buchhandlung rumschmökerst wirst Du schon ein Buch finden, dass Dich anspricht. :smile:

Andere Frage, wieso hälst Du das mit der gesunden Ernährung nicht durch? Was meinst Du damit genau? Willst Du zu viel auf einmal?

Liebe Grüsse
Tanja