unsere Wochentage sind ja zum größten Teil nach römischen Gottheiten benannt, besonders in den lateinischen Sprachen. Nur beim Samstag habe ich ein Problem. Der heißt auf spanisch „sabado“ auf italienisch „sabato“ und auf französisch „samedi“, wobei ich die Lautverschiebung im Französischen nicht kenne.
Ich meine ja, dass zumindest die spanische und italienische Version aus dem hebräischen (Sabbat) kommt, und nicht vom „Saturnius“ abgeleitet ist.
Hallo Michael, ich dachte ich helf dir mal, indem ich dich auf die Grimms verweise. Doch selbst die stehen ratlos da. Bernhard
SAMSTAG, m. der sechste wochentag, der sonnabend. mhd. sameჳtac, samჳtac, ahd. sambaჳtac GRAFF 5, 361. eine zufriedenstellende herleitung des ersten bestandtheiles ist noch nicht vorhanden. KLUGE (etymol. wb.4) bezweifelt die herkunft von lat. sabbati dies (hiervon franz. samedi, ital. sabato), weil die nasalierung des ahd. sambaჳtac sich hier nicht erklären lasse, auch die verschiebung des t in einem kirchlichen worte auffallend sei, und nimmt mit hinweis auf altslov. sa̜bota, mag. szombat, rumän. sambata, die auf ein griech. σαμβατον deuten, eine östliche herkunft an. mit entwickelung eines labiallautes nach m:
Morgen, lieber Barney:smile:
schau mal hier: http://www.frauenwissen.at/bethen.php
und wenn du dann mit *bethen göttinen* googelst, bekommst du ziemlich viel infos:smile:
lieben gruss von jenny, die sich jetzt in den bunker begibt!
" Die drei Bethen
Bei den Kelten bildeten die Göttinnen Ambeth, Borbeth und Wilbeth die göttliche Triade. Unser Wort „beten" ist davon abgeleitet und heißt eigentlich: „die Göttin anrufen". Aber auch im Wort Samstag lebt die keltische Mondgöttin weiter. Es war ihr Tag, der 'S’ambeztac. " aus
„Die Göttin und ihr Heros" Vom Mutterrecht zum Vaterrecht.
Lesenswert!
Hast du beim Rohrecker oder Haid nichts in der Richtung gefunden? Ich müsst auch erst wieder nachblättern…
Schene Griaß!
Helene
Ich meine ja, dass zumindest die spanische und italienische
Version aus dem hebräischen (Sabbat) kommt, und nicht vom
„Saturnius“ abgeleitet ist.
Dem dürfte tatsächlich so sein, jedenfalls behaupten das übereinstimmend Kluge, Pfeifer, Wahrig und Brockhaus. Und die gleiche Herkunft gilt auch für die französische und deutsche Version. Der einzige, der ausschert, ist der Engländer: Saturday sieht nicht nur so aus, sondern stammt wirklich von Saturn.
zitat + buchtips:
_Ich las viel herum und wurde fündig. Christa Mulack promovierte in Evangelischer Theologie über „Die Weiblichkeit Gottes" , Heide Göttner-Abendroth brachte „Die Göttin und ihr Heros" heraus, das schien mit meinen Sachen zu tun zu haben. J.E. Behrendt kam mit Nada Brahma. Ich las Richard Festers Beiträge über Sprachforschung und fand dort seine Beobachtungen über die drei Bethen.
Dies waren Göttinnen, die als Dreizahl auftauchten. Nun gibt es das häufig, meist als Jungfrau, Mutter, Alte, und ich lernte, daß die auch mit den drei sichtbaren Phasen des Mondes und den Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst assoziiert werden. Diese hier stammten, soweit ich erinnere, aus dem Alemannischen, und hießen Sambeth, Warbeth und Wilbeth, daher 3 Bethen. Sie waren den Wochentagen Samstag, Sonntag, Montag zugeordnet._
Hallo, Kuby,
auch der Kluge stimmt dem zu und merkt an:
„Das Wort gehört zu den frühen Entlehnungen aus dem antiken und christlichen Kulturkreis, die schon vor der Christianisierung der Germanen aufgenommen wurden Es ist wesentlich verbreiteter als etwa Ergetag, das einen speziellen Einfluss auf den südostdeutschen Raum zeigt und deshalb wesentlich später entlehnt worden ist.“
Übrigens - auch unsere nordwestlichen Nachbarn (die mit den gelben Nummernschildern) sagen „Saterdag“.
Das mit S’ Ambeths Tag statt Sabbatstag ist nicht so weit hergeholt, da es noch die Zwischenform „Sambeztag“ gibt. Wäre „Samstag“ direkt eine verschliffenen Aussprache von „Sabbatstag“, so hätte sich „bb“ nicht zu „mb“ entwickelt, sondern direkt zu „m“.
Die genannten Wörterbuchquellen haben sicherlich ein gewisses Alter und beinhalten eine klassische Auffassung, „S’ Ambeths Tag“ ist aber durchaus auch in seriösen Quellen zu finden, auch wenn ich die gedruckten Nachschlagewerke nicht mehr im Kopf habe.