Saugen und säugen

Guten Tag Deutschfreunde

Bisher hielt ich «säugen» für eine spezielle Form von «saugen», etwa
analog
tränken – trinken
oder
füttern – futtern (wovon «futtern» vielleicht nur umgangssprachlich).

Nun begegnet mir in einem Text «Der Welpe sucht die Zitze und beginnt
zu säugen», und auf meine Nachfrage die Überzeugung, «säugen»
bezeichne die Tätigkeit des Muttertiers wie auch die des Jungen.
Muss ich also umdenken?

(Das würfe auch ein neues Licht auf das Wort «Säugetiere».
Das wären dann nicht nur «Tiere, deren Weibchen ihre Jungen mit Milch
nähren», sondern zugleich «Tiere, die sich nach der Geburt von der
Milch ihrer Mütter ernähren» …)

Gespannt Euer
Rolf

Nun begegnet mir in einem Text «Der Welpe sucht die Zitze und
beginnt zu säugen»

Hallo Rolf,
das ist falsch. Saugen ist aktiv und Säugen passiv.
Grüße
Ulf

Hallo,

Saugen ist aktiv und Säugen passiv.

„Die Kuh säugte ihr Kalb.“
Passiv?

Gruß
Elke

Hallo, Rolf,

lass dich nicht verwirren.
Es ist, wie du sagst.

„saugen“ ist intransitiv und (meist) unregelmäßig flektiert und meint, selber etwas in sich einsaugen.

„säugen“ ist transitiv und wird regelmäßig flektiert und meint, einem anderen etwas zum Saugen geben.

Dazu:

_ sau|gen [mhd. sugen, ahd. sugan, verw. mit saufen]: 1. a) (Flüssiges) mit dem Mund unter Anspannung der Mundmuskulatur, mit dem Rüssel in sich hineinziehen, in sich aufnehmen: Saft aus einer Apfelsine s.; etw. durch einen Strohhalm s.; Mücken, Flöhe, Zecken, Blutegel saugen Blut; die Bienen saugen Nektar aus den Blüten; das Baby saugt [an der Mutterbrust]; Ü die Bäume saugen Wasser aus dem Boden; aus etw. neue Kraft s.; b) unter Anspannung der Mundmuskulatur mit dem Mund, den Lippen an etw. ziehen: an der Zigarette, an der Pfeife s.; die Kleine saugt noch am Daumen. 2. a) mit einem Staubsauger reinigen: den Teppich, die Couch, das Wohnzimmer s.; hast du nebenan schon gesaugt?; b) mit einem technischen Gerät absaugen, entfernen: Zement, Getreide aus den Lastkähnen s.; die Luft aus einem Gefäß s.; das Wasser wird mit einer Pumpe nach oben gesaugt; Staub s. (mit einem Staubsauger Fußböden, Teppiche, Polstermöbel u. Ä. reinigen). 3. (Flüssigkeit) in sich aufnehmen, in sich hineinziehen: der Schwamm hat sich voll Wasser gesaugt; das Löschblatt sog sich voll Tinte.

© Duden - Deutsches Universalwörterbuch 2001_

und:

_ säu|gen [mhd. söugen, ahd. sougen, Kausativ zu saugen u. eigtl.= saugen machen od. lassen]: (einen Säugling od. ein Jungtier an der Brust bzw. an Euter od. Zitzen der Mutter) saugend trinken lassen u. auf diese Weise nähren: die Kuh säugt ihr Kalb.

© Duden - Deutsches Universalwörterbuch 2001_

Gruß Fritz

das ist falsch. Saugen ist aktiv und Säugen passiv.

DAS ist falsch!

Sowohl beim Säugen als auch beim Saugen handelt es sich um eine Aktion.

Der Unterschied besteht darin, dass ich ersteres für einen anderen, das letztere für mich tue.

Gruß Fritz

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„Die Kuh säugte ihr Kalb.“
Passiv?

Ich denke, er meint „passiv“ nicht im grammatischen Sinne. Alternativ wurde aktiv/passiv mit transitiv/intransitiv verwechselt.

Gruß,

Myriam

das ist falsch. Saugen ist aktiv und Säugen passiv.

DAS ist falsch!
Sowohl beim Säugen als auch beim Saugen handelt es sich um
eine Aktion.
Der Unterschied besteht darin, dass ich ersteres für einen
anderen, das letztere für mich tue.

Hallo Fritz,
die Weibchen der Säugetiere lassen ihre Jungen an die Zitzen, spritzen aber nicht in Maul. Die Mutter kann nicht säugen, wenn das Junge nicht saugt. Gilt auch bei einer Milchpumpe. Das meine ich mit aktiv und passiv.
Grüße
Ulf

die Weibchen der Säugetiere lassen ihre Jungen an die Zitzen, spritzen aber nicht in Maul. Die Mutter kann nicht säugen, wenn das Junge nicht saugt. Gilt auch bei einer Milchpumpe.

Das meine ich mit aktiv und passiv.

Das, bester Ulf, ist eine sehr individuelle, um nicht zu sagen eigenwillige oder gar eigenartige Verwendung des Begriffes „passiv“.

Aber nun ja!

Gruß Fritz

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Hi,

Das, bester Ulf, ist eine sehr individuelle, um nicht zu sagen
eigenwillige oder gar eigenartige Verwendung des Begriffes
„passiv“.

Speziell in einem Sprachenbrett, in dem so ein Begriff fast automatisch im Zusammenhang mit Grammatik interpretiert wird, was ja schon Fingersmith aufgefallen ist.

Gruß
Elke

die Weibchen der Säugetiere lassen ihre Jungen an die Zitzen, spritzen aber nicht in Maul. Die Mutter kann nicht säugen, wenn das Junge nicht saugt. Gilt auch bei einer Milchpumpe.
Das meine ich mit aktiv und passiv.

Das, bester Ulf, ist eine sehr individuelle, um nicht zu sagen
eigenwillige oder gar eigenartige Verwendung des Begriffes
„passiv“.

Hallo Fritz,
gib mir bitte eine Beschreibung oder einen guten Link zum Begriff „Passiv“.
Grüße
Ulf

Das, bester Ulf, ist eine sehr individuelle, um nicht zu sagen
eigenwillige oder gar eigenartige Verwendung des Begriffes
„passiv“.

Speziell in einem Sprachenbrett, in dem so ein Begriff fast
automatisch im Zusammenhang mit Grammatik interpretiert wird,
was ja schon Fingersmith aufgefallen ist.

Hallo Elke,
Fingersmith hat darauf hingewiesen, dass ich den Begriff nicht so einschränke. Das sollte also erledigt sein.

Ich stelle mir gerade vor, wie sich eine Horde von Damen bemüht, mich aktiv zu säugen. Ich habe da jede Menge Brüste um mich, bleibe passiv und bekomme somit keinen Tropfen.

Grüße
Ulf

gib mir bitte eine Beschreibung oder einen guten Link zum Begriff „Passiv“.

Also, Ulf, das ist jetzt nicht dein Ernst?!?!

Auf der Eröffnungsseite gibt es eine ganze Reihe von Links, wo du Auskunft bekommen kannst und zu Grammatiken, Übungsgrammatiken und Lehrbüchern existiert eine lange Liste in den Buchempfehlungen.

Darüber hinaus gibt es bei google die Menge Links, und bei Amazon noch mehr Bücher.

Bedien dich da!

Gruß Fritz

Ich stelle mir gerade vor, wie sich eine Horde von Damen
bemüht, mich aktiv zu säugen. Ich habe da jede Menge Brüste um
mich, bleibe passiv und bekomme somit keinen Tropfen.

Schau mal bei Gelegenheit nochmals Alexis Sorbas an.

Fritz

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Vielen Dank für die schnelle Aufklärung! o.w.T.
.

gib mir bitte eine Beschreibung oder einen guten Link zum Begriff „Passiv“.

Also, Ulf, das ist jetzt nicht dein Ernst?!?!

Hallo Fritz,
ich habe bisher keine Probleme bekommen, wenn ich unterscheide, ob etwas passiv zugelassen wird, oder ob etwas aktiv getan wird.
Dann kommst du:

Das, bester Ulf, ist eine sehr individuelle, um nicht zu sagen
eigenwillige oder gar eigenartige Verwendung des Begriffes „passiv“.

Im Sinne eines Expertenforums, wo ich gerne lernen möchte, wäre es nett, wenn du das etwas untersetzen könntest.
Also - wie will jemand aktiv säugen?
Da bringen mich auch Wikipedia und andere Links nicht weiter.
Grüße
Ulf

Hallo Ulf,

Im Sinne eines Expertenforums, wo ich gerne lernen möchte,
wäre es nett, wenn du das etwas untersetzen könntest.
Also - wie will jemand aktiv säugen?

Im Kontext des Brettes „deutsche Sprache“ haben die Worte „aktiv“ und „passiv“ eine bestimmte, eingegrenzte Bedeutung. Diese unterscheidet sich leicht von der, welche Du verwendest.

grammatisches „aktiv“:
sehen
rufen
essen

grammatisches „passiv“:
gesehen werden
gerufen werden
gegessen werden

Im Beispielsatz „Die Kinder werden zum Essen gerufen.“ findet nach Deiner Wortverwendung eine Aktivität statt. Dennoch steht das Verb im (grammatischen) Passiv.

Gruß,

Myriam

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Zwar fürchte ich, Ulf, dass du dich ganz offensichlichen Verhältnissen und klarem Verständnis -aus welchen Gründen auch immer - absichtlich entziehst. Doch seis drum.

Eine Mutter und ein Muttertier oder auch ein Vater mit der Schoppenflasche handeln, agieren, sind aktiv, wenn er oder sie die Zitzen, die Brustrosinen oder den Gummi den Kalb oder dem Kind anbieten, in den Mund schieben und dann saugen lassen.

Ich habe mir sagen und erzählen lassen, dass Kälber und andere Jungtiere, die das Saugen von alleine nicht packen, an die Zitze des Muttertiers geführt werden und der Bauer oder die Bäurin Milch in das Maul des Jungen spritzen, um ihm zu demonstrieren wie es geht.

Ich sah einst eine Dokumentation, in der eine Frau einem Löwenjungen den Finger ins Maul steckte und daran entlang Milch aus einer Flasche ins Maul des Jungen leitete, worauf das Junge das Fläschchen annahm.

Ebensolches haben mir stillende Mütter berichtet, die durch einen Druck auf die Milchdrüsen dem Baby, das - aus welchen Gründen auch immer - keine Lust zeigt, zu saugen zu zeigen, dass es jetzt was Gutes gibt und damit den Saugreflex auslösen.

Dass das Kind oder das Kalb dann selber aktiv werden muss, ist in dem Zusammenhang doch selbstverständlich.

So wie bei tränken - trinken, füttern - futtern auch. Bei anderen Verben wird das, was du „passiv“ nennst, durch die aktive Verbform
ausgedrückt:

abfüllen, vollstopfen, reinschieben

und das, was bei dir das „aktive Handeln“ ist durch die reflektive Verbform ausgedruckt:

sich abfüllen, sich vollstopfen, in sich reinschieben.

Aber - wie gesagt - ich befürchte Öl und Mühe zu verlieren.

Gruß Fritz

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Hallo Fritz,

„saugen“ ist intransitiv und (meist) unregelmäßig flektiert
und meint, selber etwas in sich einsaugen.

So würde ich das nicht sagen, denn es kann ja durchaus auch etwas/jemand gesaugt bzw. gesogen und nicht nur gesäugt „werden“. Das kann sowohl den passiv als auch den aktiv Beteiligten sogar Spaß machen!

Glaub mir, ich kenn mich da aus!

Gruß Gernot

So würde ich das nicht sagen, denn es kann ja durchaus auch etwas/jemand gesaugt bzw. gesogen und nicht nur gesäugt „werden“. Das kann sowohl den passiv als auch den aktiv Beteiligten sogar Spaß machen!
Glaub mir, ich kenn mich da aus!

Könntest du ein konkretes Beispiel nennen?

Oder meinst du:

Es saugt und bläst der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur saugen kann!

Gruß Fritz

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Könntest du ein konkretes Beispiel nennen?

Oder meinst du:

Es saugt und bläst der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur saugen
kann!

Also ich habe da ehrlich gesagt noch aus den sechziger Jahren ein frühlindliches Trauma mit Mutti! Die hatte damals so ein Multifunktinsgerät von Vorwerk, bei dem man den Motor (machte einen Höllenlärm) sowohl in ein Sauggerät als auch in eine Küchenmaschine schrauben konnte. Da ich ihr immer am Rockzipfel hing, kam sie irgendwann mal drauf, das Sauggerät auf die Türschwelle zum Badezimmer zu legen, wenn sie ihre Privatshäre haben wollte. Ich hatte so eine Angst vor dem Teil; es kam gar nicht darauf an, ob der Motor überhaupt montiert war!

Gruß Gernot