Hai, Andi,
vom Kopf. Ich habe in dieser Zeit alle möglichen Shampoos und
Haarmittelchen, Tipps und Tricks, ausprobiert. Zuerst waren es
…und das Problem damit sorgfältig verschärft…
schneite. Nach zwei Tagen Glatze sind die verschwunden. Die
Luft tut der Kopfhaut offenbar gut.
Für mich nur begrenzt überraschend.
an. Und: je mehr ich tue, pflege, einreibe, rasiere desto
schneller kommen die Schuppen wieder.
Willkommen im Club… :-/
Dann noch zum zweiten: weiss jemand etwas, weshalb die einen
Leute keine sichtbaren Schuppen haben, den andern schneit es
aber dauernd vom Kopf?
Aus dem gleichen Grund, aus dem manche mitten im Winter in die Südsee fahren und den genzen Tag ohne Schutz und ohne Sonnenbrand in der Sonne braten können und andere Leute bei Sonnenschein nur vorsichtig aus dem Fenster luken brauchen, um sofort einen Sonnenbrand auf der Nase zu haben - unterschiedliche Disposition…
Nun zum Vorgehen:
Schritt 1: wie schon gesagt, zum Hautarzt tapern und auf Pilze checken lassen - wenn der Arzt dann anfängt, gleich von Neurodermitis zu reden, hör erstmal weg; in den letzten Jahren ist leider bei vielen Ärzten „Neurodermitis“ ein Synonym für „Keine Ahnung, aber sieht schlimm aus“ geworden. (das bedeutet nicht, daß es keine sein kann und es bedeutet auch nicht, daß die Diagnose immer falsch ist, nur, daß sie ärgerlich oft benutzt wird, weil es eben eine Erkrankung ist, die man mit Medikamenten behandeln kann, während „sie haben empfindliche Haut, duschen sie weniger und Finger weg von…“ dem Arzt wenig einbringt und auch die meisten Patienten nicht ihr Leben umstellen, sondern eine Pille zur „Reperatur“ haben wollen)
Schritt 2: prüf mal, was für Schuppen Du hast. Es gibt die trockenen Hautschuppen und fettige Talgschuppen - letztere lassen sich leicht zwischen zwei Fingern zerreiben. Ich vermute zwar, wegen der trockenen Gesichtshaut, eher die trockenen, solten es aber doch die fettigen sein, dann besorg Dir eine dichte Natur-Haar-Bürste. Die Borsten dürfen nicht zu kratzig sein - probiers an der Innenseite Deines Unterarm aus. Wenn es kratzt, sind sie zu starr, wenn es reibt, dann ist’s OK.
Schritt 3: sanfte Pflege; schmeiß die ganzen Anti-Schuppen-, Super-Sensibel-, Special-Seifenlos- und sonstigen Shampoos weg. Genauso Finger weg von allen Styling-Produkten (die wahrscheinlich im Augenblick eher wenig Anwendung bei Dir finden
)
Nicht öfter als alle zwei Tage duschen, dabei werden die Haare nur mit klarem Wasser gepült. Morgens und abends eincremen. Dazu benutzt Du am besten die Creme, die man Dir als Kind auf den Alabasterleib geschmiert hat; war’s Nivea, dann nimmst Du Nivea, war’s Creme 21, dann nimmst Du die, usw. Auf jeden Fall Creme und keine Lotionen. Und auch über die Kopfhaut fahren. Wenn Du festgestellt hast, daß Du fettige Schuppen hast, dann bürstest Du Dir vorher die Kopfhaut mit der Naturborstenbürste - wenn’s kratzt, bitte sanfter bürsten.
Schritt 4: Geduld! Es kann locker drei Monate dauern, bis Deine Haut wieder halbwegs in Balance ist. Und auch danach nicht wieder zu den so reizenden Mittelchen greifen, sondern, wenn Du schon meinst, Du könntest ohne Haarwaschmittel nicht leben, dann nimm Baby-Shampoos.
Schritt 5: sollte nach den drei Monaten keine Verbesserung eingetreten sein, dann nochmal zum Onkel Doktor - dann kann es nämlich sein, daß Du doch 'ne Neurodermitis hast und dann kommst Du nur mit sanfter Pflege nicht weiter.
Zusatzüberlegungen: versuche, Streß zu vermeiden - es hat einen Grund, warum man empfindliche Menschen als „dünnhäutig“ bezeichnet…
Versuche, Konservierungs-, Farbstoffe und Geschmacksverstärker zu vermeiden, ebenso sehr fettiges und fritiertes und (traurig-traurig) Schokolade. Die Sachen sind zwar wahrscheinlich keine Auslöser, verstärken aber bei vielen Menschen den Ärger mit der Haut.
Gruß
und gute Besserung
Sibylle
(deren Schatz mit genannter „Therapie“ seine Schuppen los geworden ist)