Scheiss Selbstmordgefährdete!

Hi, ich muss mal meinen Frust loswerden!

also es ist ja wirklich zum kotzen, gibt es eigentlich keine gesunden Menschen mehr auf der Welt?! (ok gewisse Ironie im Anbetracht der Tatsache, dass ich mich persönlich auch als krank bezeichne)

Ist es eigentlich normal, dass man sich alle paar Monate neue Selbstmorddrohungen anhören muss (von wechselnden Leuten)??

Ja anfangs habe ich ja auch gedacht gut zureden hilft, aber nach sehr dramatischen Ereignissen (lebt zum Glück noch), habe ich auch geblickt, dass nur professionelle Hilfe taugt.

Wie kann es sein dass die Leute so selbstfixiert sind!? Verzweiflung HIN oder HER, denken eigentlich keiner von denen, was sie Freunden und Familie antun?!
Sogar die Bäckerin an der Ecke ist bestimmt betroffen wenn sie hört Herr Xyz hat sich das Leben genommen. Damit meine ich: das zieht so viele Menschen mit rein, wie dumm muss man sein!?? selbstgerecht? egozentrisch?
„Oh mein Freund hat Schluß gemacht“ und deswegen willst du jahrelang deine Familie mit Alpträumen und Schuldgefühlen plagen, bis sie am Schluss selbst soweit sind das Leben zu nehmen!?!

Mir geht das nicht runter.

Muss sich jemand auch so häufig damit rumschlagen??! (ok Menschen die beruflich damit zu tun haben sind aussen vor *g)

Matze

Hallo Matze,
vielleicht kennst Du nur die falschen Leute?
Grüße
Almut
PS. In meinem Bekannten-kreis wird gerne gelebt…

Hi Almut,

vielleicht kennst Du nur die falschen Leute?

Mich dünkt manchmal auch so…

Hmm der Witz is ja, dass die Meisten nach aussen recht stabil rüberkommen. Aber mir wird sowas wohl recht gerne erzählt.

*ratlos*

mfg
Matze

PS. In meinem Bekannten-kreis wird gerne gelebt…

Könnte man ja recht neidisch werden *g*

Hi Matze,

Sorry, aber wie undifferenziert ist es bitte suizidale Menschen einfach als egoistisch, egozentrisch und selbstfixiert zu bezeichnen??
Du sagst, du kennst viele „solcher“ Menschen… dennoch scheinst du dich nicht sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt zu haben - um nicht zu sagen: gar nicht.

In gewisser Weise verstehe ich deinen Frust (nein…hm…nicht verstehen…aber ich kann es nachvollziehen…);
Selbstmord-Drohungen, also quasi Erpressungen, sind wirklich unmöglich, da hast du Recht und ich weiß auch selbst, wie schlimm so etwas ist.
Aber ich weiß auch, wie verzweifelt man sein kann und was einen in den Selbstmord(versuch) treibt…
…und wie man sich endlos damit quält, was man den anderen möglicherweise damit antut…

…die Verzweiflung und die Situationen, die zu einem Selbstmord(versuch) führen, können wohl nur Betroffene nachvollziehen…
…ansonsten würde man nicht immer wieder solche Statements wie die deinen an den Kopf geworfen bekommen…

Grüße,
Leah

hi

ich kann dich gut nachvollziehen was du meinst.
Aber die meisten Menschen die Selbstmord begehen, sind meisten leute die depressionen haben. DAs heißt, dass sie krank sind denn wenn man depressiv ist, hat man keine kontrolle über sich selbst. Daher braucht der oder diejenige professionelle Hilfe oder Freunde, Familienmitglieder die einem helfen aus dieser Krise rauszukommen und mit ihr oder ihm zum Arzt zu gehen.

Früher hatte ich öfters selbstmordgedanken gehabt, da war ich aber noch sehr jung, vielleicht 12-13? Doch mit der Zeit denke ich überhaupt nicht an Selbstmord egal wie viele schwere Zeiten ich im durchleben muss. Hat auch seine Vorteile…
Denn genau wie du sagtest, will ich meine Familie nicht im Stich lassen und denen Kummer bereiten, denn sie haben viel in mich investiert und möchte es nicht kaputt machen.
Menschen die Selbstmord bereiten, das sind meistens impulse was nichts mit rationalität zu tun hat. Das sind Emotionen die verstaut sind und zu einem kurzschluss führen…dann will man einfach nur sterben denn das ist die einfachstes „problemlösung“ die sie sehen.

alles gute trotzdem

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi Leah,

Du sagst, du kennst viele „solcher“ Menschen… dennoch
scheinst du dich nicht sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt
zu haben - um nicht zu sagen: gar nicht.

Oh doch, das kannst mir glauben. Ich denke selber sogar oft daran um ganz ehrlich zu sein, aber ich tue es nicht, und werde es auch nicht tun. Ich nehm brav Antidepressiva und warte was der nächste Tag bringt.

Selbstmord-Drohungen, also quasi Erpressungen, sind wirklich
unmöglich, da hast du Recht und ich weiß auch selbst, wie
schlimm so etwas ist.

Ich werde ja nicht erpresst, sondern ich habe vorher so rein informativ mitgeteilt bekommen „ich werde heute Nacht meinem Leben beenden, hätte gern mehr Zeit mit dir verbracht - tschüss“ bekommen.

Das ist echt spitze!! Und ist echt toll, wenn du nichts machen kannst ausser Angst um die Person zu haben! Ironie beiseite, die kommt im Geschriebenen nicht gut. Es ist total verletzend! Du magst diesen Menschen und du sagst und zeigst es ihm, und es ist ihm egal.

…und wie man sich endlos damit quält, was man den anderen
möglicherweise damit antut…

GENAU DAS solls im Optimalfall!

…die Verzweiflung und die Situationen, die zu einem
Selbstmord(versuch) führen, können wohl nur Betroffene
nachvollziehen…

Naja wie gesagt ich kann es auch irgendwo verstehen verzweifelt zu sein, aber es ist nunmal egoistisch und dumm wenn man denkt das Suizid „die“ Lösung ist. Das ist ja nur Flucht -ok, pragmatisch ausgedrückt: der Betroffene hat keine Probleme mehr, dafür seine ganze Umwelt. Wie nett! (ups ich wollte die Ironie lassen)

…ansonsten würde man nicht immer wieder solche Statements
wie die deinen an den Kopf geworfen bekommen…

Mein Posting sollte nicht den Sinn haben jemand zu beleidigen. Es ist halt nicht gerade einfach sowas zu verkraften. Immerwieder.

mfg
Matze

Hi Matze,

Oh doch, das kannst mir glauben. Ich denke selber sogar oft
daran um ganz ehrlich zu sein, aber ich tue es nicht,
und werde es auch nicht tun. Ich nehm brav
Antidepressiva und warte was der nächste Tag bringt.

hm…okay… ich finde es schön, wenn sie dir helfen und auch, dass du die Kraft findest, abzuwarten… nur bei manchen Menschen sind Antidepressiva gänzlich ungeeignet und/oder nicht wirksam. Deshalb kann man das nicht als simple Lösung proklamieren.

Selbst seelische Probleme zu haben heißt also nicht unbedingt, sich mit dem ganzen Thema Suizid auseinandergesetzt zu haben…

Selbstmord-Drohungen, also quasi Erpressungen, sind wirklich
unmöglich, da hast du Recht und ich weiß auch selbst, wie
schlimm so etwas ist.

Ich werde ja nicht erpresst, sondern ich habe vorher so rein
informativ mitgeteilt bekommen „ich werde heute Nacht meinem
Leben beenden, hätte gern mehr Zeit mit dir verbracht -
tschüss“ bekommen.

Das ist echt spitze!! Und ist echt toll, wenn du nichts machen
kannst ausser Angst um die Person zu haben! Ironie beiseite,
die kommt im Geschriebenen nicht gut. Es ist total verletzend!
Du magst diesen Menschen und du sagst und zeigst es ihm, und
es ist ihm egal.

Ja…das ist total schlimm… ich kann das gut nachvollziehen und nachempfinden.
Aber so eine Situation ist nun mal nicht einfach: Weder für den Betroffenen noch für den Angehörigen bzw Freund etc. Es ist für beide auf ihre Art und Weise schlimm.
Und ich maße mir jetzt nicht an zu sagen, ob dieser Abschiedsgruß falsch war… es kommt hart rüber, aber ich kenne die Person und ihre Beweggründe nicht.
Vielleicht wollte sie damit Druck aufbauen, Aufmerksamkeit bekommen, noch schnell jemanden damit verletzen, sich rächen… oder aber sie wollte sich einfach verabschieden, nicht wortlos gehen…noch sagen, dass sie gern mehr Zeit mit Dir verbracht hätte…ich weiß es nicht…

…und wie man sich endlos damit quält, was man den anderen
möglicherweise damit antut…

GENAU DAS solls im Optimalfall!

Ich möchte dich nicht verletzen, wirklich… aber was redest du da nur??
Hast du eigentlich eine Ahnung, was für eine Qual das sein kann? Wie schlimm seelische Schmerzen sein können?

Ich weiß jetzt natürlich nicht inwiefern es dir schlecht geht und ich möchte das auch nicht verharmlosen… aber ganz ehrlich, du scheinst noch nicht ganz ganz unten gewesen zu sein… und das ist Glück für Dich.

Ja, okay… solche Gedanken, Schuldgefühle etc. können die Rettung sein…sie können einen davon abhalten bis irgendwann dann doch alles wieder besser wird… aber man kann das nicht alles so vereinfachen.

Diese schreckliche Zerissenheit führt dazu, dass man sich den Körper aufschneidet (und die Narben versteckt!! Nicht dass jetzt kommt, man mache das um Aufmerksamkeit zu bekommen), sich völlig verleugnet, innerlich abstirbt…etc. etc. nur Beispiele…

Man kann wirklich nicht sagen, Suizid wäre Egoismus und es als pure Flucht zu deklarieren finde ich auch falsch.
Also erstmal gibt es die unterschiedlichsten Gründe, die zum Selbstmord führen und die unterschiedlichsten Motivationen… sicherlich sind auch einige sehr egoistische dabei…
…und Selbstmord ist in gewisser Weise manchmal auch Flucht…
…in jedem Fall Erlösung; denn manche Dinge kann man einfach nicht verkraften.
Am schlimmsten, erniedrigendsten und ignorantesten finde ich die weit vebreitete Meinung, Suizid sei feige!
Meistens ringen die Betroffenen so lange mit sich, sie kämpfen so sehr , wissen nicht, wie sie weiterleben sollen und haben Angst vorm Tod… denn Selbsttötung ist ein _Kraftakt_! Es geht ja quasi gegen die Natur…den Überlebensdrang…
diesen endgültigen Schritt zu gehen ist so schwer und der Weg dahin ist so schlimm… ich finde es schrecklich, wenn einfach gesagt wird…ach, der war ja feige und is einfach geflüchtet…

(ok…so ein Selbstmord wie z.B. Hitlers war feige…wie gesagt…man kanns alles nich vereinfachen und verallgemeinern)

Zum Egoismus:
Gaaaanz letztendlich ist es natürlich immer egoistisch (obwohl sich natürlich auch Menschen umbringen können weil sie anderen lästig sind

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Hallo Matze,…

  • Wechsele den Bekanntenkreis rigoros.
  • Geh einfach nicht auf Anspielungen ein. Höre sich nicht.
    Du wirst sonst immer den Affen auf Deiner Schulter haben.

Auf Deiner Stirn steht sicher schon geschrieben:
hier Sorgen abladen, und hier klagen.
Es prägt sich nämlich ins Gesicht ein, wenn man mit diesen Sachen
dauernd konfrontiert wird.

Wer sich umbringen will , der machts auch.
Aber der soll mich damit zufrieden lassen.
Egoistisch? Klardoch, noch so gern.
Selbstschutz? Klardoch.
Gehört ne gewisse Grobheit dazu - na und?

Warum das mit den Sorgen so ist, kann ich nur ahnen.
Wahrscheinlich ist der allgemeine Leistungsdruck zu hoch.
Die Erwartungen im Beruf, zu Hause, Partnerschaft.
Keine Zeit mehr für sich selber. Keine Kohle.
Ablenkung (Aufklärung?) durch Medien.

Gruss - digi (aEg)

Hallo Matze,
es ist verständlich, daß du sehr emotional reagierst, weil es dich angeht und dir die Menschen um dich herum nicht egal sind.
Auch Menschen, die professionell mit Suizidalen arbeiten müssen sich mit denselben Dingen herumschlagen, ob im Job oder privat, weil es eben um Menschenleben geht.

Es ist bedauerlich, daß manche Menschen nicht mehr die Kraft finden, sich in ihrem Leben zurechtzufinden und aufgeben wollen. Es ist jedenfalls ernst zu nehmen, wenn Jemand Selbstmord ankündigt und sicherlich auch professionelle Hilfe angesagt. Dann sollte man auch Dritte einschalten, das kannst du tun wenn du nicht weiter weißt, kündige das ruhig demjenigen an.

Oft ist es im Nachhinein so, daß man sich fragt, was hätte man tun sollen - können, wenn es dann doch passiert ist. Keiner will mit Schuldgefühlen durch die Gegend laufen.
Und nur die Möglichkeit, daß das so sein könnte kann einen vielleicht wütend machen, ist man doch hier dem Schicksal und seiner Unberechenbarkeit direkt ausgeliefert.

Aber man kann eben nur versuchen das Mögliche für Jemanden zu tun und der Rest ist „up to him/her“.
Falls es sich um eine krankheitsbedingte Selsbtmordabsicht handelt, ist ein Handeln wirklich von Nöten, da das schnell und heftig eskalieren kann. Bei anderen, situationsbedingten Phasen kann man durch das anbieten seiner Hilfe schon positiven Einfluß nehmen.
Falls es einem das alles zu viel ist, kann man sich auch distanzieren - es sind enorme Belastungen, das stimmt.

Wenn man sich erpresst fühlt und es nahestehende Personen sind, von denen man sich nicht leicht distanzieren kann, kann man auch selbst prof. Hilfe in Anspruch nehmen, es gibt in jeder Stadt spezielle anonyme Gruppen von Angehörigen und Freunden (BKH oder Hilfsorganisationen anrufen, auch Foren im Internet sind eine Möglichkeit).

Jeder reagiert auf seine Weise, das ist klar. Wut ist auch eine Emotion, und ein Mittel, sich Distanz zu verschaffen.

Ich hoffe daß dir das erspart wird, konkret damit konfrontiert zu werden.

LG

Das hab ich oft gehört…
Das hab ich oft gehört. Auch von Leuten, die die gleichen Menschen kennen wie ich.

Woher weißt du, dass es sich dabei nicht nur um etwas handelt, über das niemand mit dir redet, weil du nicht für „den richtigen Ansprechpartner“ gehalten wirst?

Gibt wohl keine Möglichkeit, das irgendwie zu beweisen oder zu widerlegen, womit es sich nicht einmal um eine Hypothese handelt - kann aber nicht schaden, trotzdem mal drüber nachzudenken.

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‚Been there, seen that‘
… viel Glück!

Hi Leah,

hm…okay… ich finde es schön, wenn sie dir helfen und
auch, dass du die Kraft findest, abzuwarten… nur bei
manchen Menschen sind Antidepressiva gänzlich ungeeignet
und/oder nicht wirksam. Deshalb kann man das nicht als simple
Lösung proklamieren.

Ich will auch nicht damit sagen das Antidepressiva ein Allheilmittel darstellt, sondern ich will sagen, dass wenn man Probleme hat sich in professionelle Hilfe begeben kann, und keineswegs so allein ist mit seinen Problemen, wie man das in dieser Situation wohl gern hätte. Aber dieses Angebot wird ja oft genug (zumindest bei den Kandidaten die ich kenne) nicht wirklich in Anspruch genommen, sondern erst nach einem Selbstmordversuch, wenns jeder gesehen hat, dass offensichtlich ein starkes psychisches Problem vorliegt, und man wohl in den Zugzwang kommt, diese Möglichkeit in Betracht zu ziehen.

Selbst seelische Probleme zu haben heißt also nicht unbedingt,
sich mit dem ganzen Thema Suizid auseinandergesetzt zu
haben…

In diesem -meinem- Fall kannst du mir glauben, das ausführlich und lange getan zu haben.
Ich gebe zu mein Titel ist wohl sehr provokativ, und lässt einem ziemlich schnell zu dem Schluss kommen, zu dem du kommst.

Ich gebe zu noch keinen ernsthaften Selbstmordversuch unternommen zu haben, aber ich würde sagen, dass dies eher irrelevant für meine Authentizität ist. Bei mir machen sich andauernd Freunde Sorgen, dass ich Selbstmord begehe! Anscheinend scheine ich ein Gefährdeter zu sein. (Im Endeffekt kommen wir durch diese Aussage wieder zum Thema Selbstbeschimpfungen *g*)

Aber so eine Situation ist nun mal nicht einfach: Weder für
den Betroffenen noch für den Angehörigen bzw Freund etc. Es
ist für beide auf ihre Art und Weise schlimm.

Ja klar sonst würde der Betroffene nicht an Suizid als ‚Lösung‘ denken.

Vielleicht wollte sie damit Druck aufbauen, Aufmerksamkeit
bekommen, noch schnell jemanden damit verletzen, sich
rächen… oder aber sie wollte sich einfach verabschieden,
nicht wortlos gehen…

Weniger mich verletzen und rächen. Eher Aufmerksamkeit oder so. Aber ich werde mich nicht nochmal in die Situation bringen lassen, mich als Mitverantwortlicher eines Selbstmordversuchs titulieren zu lassen (wurde etwas direkter ausgedrückt). Ich habe ihr direkt gesagt, dass ich sofort die Polizei rufe, wenn sie sich nicht sofort meldet. Ausserdem habe ich gleich die Angehörigen informiert.

…und wie man sich endlos damit quält, was man den anderen
möglicherweise damit antut…

GENAU DAS solls im Optimalfall!

Ich möchte dich nicht verletzen, wirklich… aber was redest
du da nur??

Ich stehe zudem was ich gesagt habe. Wenn das die einzige Möglichkeit ist, das sich die Betroffenen in professionelle Hilfe begeben, dann sollen sie sich ruhig damit quälen.

Hast du eigentlich eine Ahnung, was für eine Qual das sein
kann? Wie schlimm seelische Schmerzen sein können?

Ich sage jetzt einfach mal ja. Auch wenn du das als rhetorische Frage gedacht hattest.

Ich weiß jetzt natürlich nicht inwiefern es dir schlecht geht
und ich möchte das auch nicht verharmlosen… aber ganz
ehrlich, du scheinst noch nicht ganz ganz unten gewesen zu
sein… und das ist Glück für Dich.

Natürlich ist es nicht besonders zielgerichtet jetzt über Intensität des persönlichen Leids von einzelnen Personen zu spekulieren, da jeder sein eigenen Probleme als die schlimmsten sieht.

Ja, okay… solche Gedanken, Schuldgefühle etc. können die
Rettung sein…sie können einen davon abhalten bis irgendwann
dann doch alles wieder besser wird… aber man kann das nicht
alles so vereinfachen.

Suizid stellt keine Vereinfachung der Probleme dar?

Diese schreckliche Zerissenheit führt dazu, dass man sich den
Körper aufschneidet (und die Narben versteckt!! Nicht dass
jetzt kommt, man mache das um Aufmerksamkeit zu bekommen),
sich völlig verleugnet, innerlich abstirbt…etc. etc. nur
Beispiele…

(K)ein Kommentar…

Man kann wirklich nicht sagen, Suizid wäre Egoismus und es als
pure Flucht zu deklarieren finde ich auch falsch.

Gehen wir jetzt mal von dem Fall aus, das sich ein totkranker 85 Jähriger das Leben nehmen will, oder einer der an einer Krankheit leidet die ihn für sein restliches Leben zu einem intensiven Pflegefall machen wird, okay.

Am schlimmsten, erniedrigendsten und ignorantesten finde ich
die weit vebreitete Meinung, Suizid sei feige!

Aber ihn hochzustilisieren ist auch ein Fehler.

denn Selbsttötung ist ein _Kraftakt_!

Den es meiner Meinung nicht braucht.

Gaaaanz letztendlich ist es natürlich immer egoistisch

juhuu :smile: ein Einlenken…

Und was ist mit den Menschen, den Freunden und Angehörigen,
die immer weggesehen haben? Die nicht geholfen haben? Die den
Betroffenen allein gelassen haben? (Ich mein jetzt nich alle
Angehörigen) Oder die sogar der Grund für den Selbstmord sind?

Also ich kümmere mich, werde aber nur ausgenutzt.

Ich will dich auch nich verletzen und ich wollte dich jetzt
auch nicht zupredigen, das Thema berührt mich nur sehr und da
wollt ich das nich so stehen lassen…

Kann man zwischen den Zeilen lesen… Und ich meine die Menschen für die ich da sein kann sind mir aber auch die Liebsten. Nur ist es ein leichter Schlag ähm ja wenn du dich abmühst und tust, und dann im Endeffekt als Schuldiger für den Selbstmord beschimpft wirst (von dieser Person). Es klingt zwar irgendwo hart, aber ich werde falls mir sowas angekündigt wird nicht nochmal zögern. Ich hab ganz schön bluten dürfen.

…wie gesagt… ich versteh’s, dass du frustriert bist und
ich weiß wie scheiße so ne Situationen sind…
…ich hoffe, du kommst einigermaßen weiterhin damit klar und
die Betroffenen suchen sich außerdem prof. Hilfe, so dass du
irgendwann nich mehr die ganze Belastung hast.

Danke, dir auch viele Grüße,
ned unterkriegen lassen…

mfg
Matze

Ich hab den Bekanntenkreis…
…vor dem mich meine Eltern immer gewarnt haben.

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hi matze - ich z.b kenne niemanden der diese absichten hat oder es auch nur äussert - und so komme ich zu der frage - wieso triffst du auf so viele und ich gar nicht? - was macht den unterschied aus - was hat es evtl mit mir zu tun keine zu treffen und mit dir „ständig“ auf welche zu treffen…

früher traf ich z.b nur leute denen es schlecht ging und die sich ausreden bis auskotzen mussten und selbst im cafe haben sie mich unter hunderten rausgefunden - aber das hatte einen bis div gründe und es gab einen zusammenhang mit mir…

wenn es dich also so belastet überlege dir evtl mal, was das mit dir zu tun hat, warum du evtl unbewusst sowas „suchst“

ich weiss es nicht, ich weiss nur - mein obiges ding hat sich verändert als ich mir bewusst wurde das, warum und wieso und da doch an mir etwas verändert habe.

LG
nina

Das heißt, Deine Eltern haben Dich gewarnt vor - Zitat - „Familie,
Patienten, Kollegen, Bohemiens und Künstlern jedweder Couleur“ ?

Ich glaube, Du lebst gefährlich!

Grüße
Judith

Das heißt, Deine Eltern haben Dich gewarnt vor - Zitat -
„Familie,
Patienten, Kollegen, Bohemiens und Künstlern jedweder Couleur“

Klingt hübsch…
Ist natürlich „Familien-Roman“.
In Wirklichkeit waren die selber ziemliche bohemiens.

Ich glaube, Du lebst gefährlich!

Manchmal denke ich das auch. :wink:
Gruß,
Branden

Hi Matze!

Seit vielen Jahren arbeite ich in der Suchtkrankenhilfe- Verzweiflung, Not, Krankheit begegnen mir täglich. In gut 10 Jahren sind mir 2 Suizidgefährdete zu Ohren gekommen- sie haben es beide nach Psychiatrieaufenthalt geschafft, heute ein zufriedenes Leben zu führen. Ich frage mich also, mit welchen Leuten Du Dich umgibst.

Du unterstellst Suizidgefährdeten Dummheit, Selbstgerechtigkeit und Egozentrik?
Mich erstaunt, dass Du dafür auch noch Sternchen bekommst.
Intelligenz hat damit nichts zu tun- das kann ich Dir versichern. Menschen mit Suizidgedanken leiden an den unterschiedlichsten seelischen Erkrankungen. Das immer mehr Menschen an psychischen Erkrankungen leiden und Hilfe in Anspruch nehmen, sollte man ihnen nicht zum Vorwurf machen.

Eine Gesellschaft benimmt sich immer so gut, oder sagen wir mal,„ist so anständig“ wie sie eben solche „Krankheiten“ produziert.

Weitestgehend bin ICH für MEIN Leben verantwortlich. Der Mensch, der ich heute bin, ist aber eben auch GEPRÄGT durch Erziehung und Umfeld in frühester Kindheit.
Eine gesunde Gesellschaft bietet also ein gesundes Umfeld und produziert gesunde Menschen- unsere Gesellschaft ist KRANK und deshalb müssen wir uns- Du Dich und Ich mich- an die EIGENE Nase packen.

Eine Gesellschaft, die an ihrer Spitze eine politische Führung hat, die Radikalumschläge brutalster Art im sozialen Bereich als „dringend notwendige Sparmaßnahmen“ verkauft, ist nicht nur krank, sondern auch im höchsten Maße unanständig.

Eine Gesellschaft, die diese UANSTÄNDIGKEITEN zulässt, betreibt stillschweigend beste Unterstützung für noch weitere Maßnahmnen, die immer darauf zielen, die Schwächsten zu treffen.

Die Städte und Kommunen geben vor, kein Geld mehr zu haben für Jugendarbeit, Altenarbeit, Drogenberatung, Aidshilfe und viele andere Einrichtungen wie beispielsweise Frauenhäuser- auf der anderen Seite baut man Verkehrswege unter Wasser, oder restauriert aufwendig irgendwelche Gotteshäuser, die von einigen wenigen Menschen besucht werden.

Schon heute ist VERZWEIFLUNG bei Hartz IV- Empfängern angesagt, denn mittlerweile ist es hierzulande ein Sport geworden, den Bedürftigen und sozial Schwachen immer mehr zu nehmen und auf der anderen Seite werden Unternehmer, die dicke Gewinne einfahren und dennoch Menschen in Arbeitslosigkeit entlassen, durch den Staat weiterhin „entlastet“ oder nennen wir es doch gleich beim Namen: Belohnt!

Diese Zustände können auch bei bisher völlig gesunden Menschen den Gedanken an den Strick aufkommen lassen- ich jedenfalls kann das gut nachvollziehen.

PS: Was andere Menschen (Angehörige und Bäcker) sich antun lassen, ist nun mal wirklich deren Bier!

Liebe Grüße

Frank

Kann Frank hier nur zustimmen. Wie kommt man dazu, eine reine Tirade positiv zu bewerten? Wenn suizidale Menschen aus einem nüchternen Kosten/Nutzen-Denken heraus handeln würden, dann gäbe es wohl nicht so viele Suizidversuche.

Ich sehe es aber nicht absolut so, dass der eigene Tod nur sich selbst etwas angeht. Erstens sollte man vielleicht dafür sorgen, dass man nicht als erstes von minderjährigen Angehörigen gefunden wird, zweitens sollte man nicht andere Menschen „zum Totschlag zwingen“, beispielsweise dadurch, dass man sich vor einen Zug wirft. In beiden Fällen fügt man anderen Menschen auf völlig vermeidbare Weise unnötiges Leid zu.

Es steckt vielleicht ein kleiner Widerspruch in meiner Aussage, als dass ich bei Suizidversuchen nüchterne Gedanken nicht annehme, gleichzeitig aber Vorschriften machen will. Diese Vorschriften sind für mich aber nicht nüchterne Regeln. Sie gehören zur Grundessenz des gesunden Menschenverstands (sofern es diesen überhaupt gibt…)

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[biep] Selbstmordgefährdete!!!
Hallo,

da ich zugegebener Weise meinen Artikel in starker emotionaler Regung geschrieben habe, was bei manchen hier für Unverständnis sorgt, will ich eine eigene Interpretation meines Textes liefern, um dem Vorwurf einer reinen Tirade entgegenzuwirken.

Im Gegenteil ich empfinde generell eine hohe Sympathie für Menschen die unter Depressionen leiden, dass hat einerseits mit meiner eigenen Persönlichkeit zu tun, aber auch mit meinem familiären Background, welcher unter dem Aspekt der Suizidalität etwas vorbelastet ist.

Generell muss ich sagen, dass ich Beweggründe die einen in die Situation bringen sehr gut nachvollziehen kann, da ich aufgrund meiner Erkrankung auch schon desöfteren solche Gedanken hatte. Also um es ausführlicher zu schreiben: von Zeit zu Zeit kommen bei mir auch gewisse Todessehnsüchte auf.

Das ist wohl wiederrum der Grund warum ich von Leuten mit ähnlicher Problematik als adäquater Gesprächspartner gesehen werde, womit ich auch an sich überhaupt kein Problem habe. Ich versuche auch gerne diesen Personen zu helfen, bin für sie da etc. Das tue ich auch gerne, das steht ausser Debatte.

Nur ist das eine große Problem, wie sie häufig bei dem Thema, dass sich die Betroffenen gar nicht helfen lassen wollen (können etc).

Und sowas frustriert. Was würdet ihr denken -euch fühlen- wenn ihr durch Deutschland reist, für einen geliebten Menschen, um für ihn dazu sein. Keine Umstände scheut, also alles nur menschlich Mögliche macht - mit scheinbarem Erfolg - um dann am nächsten Tag nach einem Anruf zu hören „Ich bin auf der Intensivstation, ich habe mir die Pulsadern aufgeschnitten“.

Wie würdet ihr euch fühlen wenn ihr hört, das euer Vater mit einer Überdosis Tabletten auf der Intensivstation liegt und zwischen Leben und Tod schwebt…?

Und wie fühlt ihr euch dann wenn eine Freundin schreibt „heute Nacht beende ich mein Leben“?

Irgendwie gibt einem das das Gefühl nichts wert zu sein, oder irre ich mich??

Ich werde dieses Gefühl niemanden zumuten wollen. Und deswegen auch niemals Selbstmord als Lösung in Betracht ziehen.
Tatsache ist auf jeden Fall, dass mich das sehr runterzieht, und ich diesen Menschen nur Egoismus vorwerfen kann.

Klar, es ist mein persönliches Leid was daraus entsteht, und diesen Personen Egoismus vorzuwerfen ist auch irgendwo wieder egoistisch, aber es ist nicht einfach nur „ihr Leben“.

Klar hat man „sein“ Leben mit dem man tun und lassen kann was man will.
Aber wer sein soziales Umfeld einfach so ignorieren kann und wirklich nur um ‚seinen Problemen ein Ende zu setzen‘ sich umbringt, der ist meiner Meinung nach KEINEN Deut besser, als die achso schlechte krankmachende Gesellschaft, auf die man immer so pauschal schimpfen kann. Weil solche Menschen machen einen mindestens genauso krank.

Und um in einer Floskel abzuschliessen:

„Selbstmord ist (und bleibt) keine Lösung!“

Gruß!
Matze

Bitte oben lesen! (owt+mfg)
(wollte den Artikel nicht hier so aufs Seitengleis stellen…)

jetzt aber wirklich kein Text mehr…