Hi Leah,
hm…okay… ich finde es schön, wenn sie dir helfen und
auch, dass du die Kraft findest, abzuwarten… nur bei
manchen Menschen sind Antidepressiva gänzlich ungeeignet
und/oder nicht wirksam. Deshalb kann man das nicht als simple
Lösung proklamieren.
Ich will auch nicht damit sagen das Antidepressiva ein Allheilmittel darstellt, sondern ich will sagen, dass wenn man Probleme hat sich in professionelle Hilfe begeben kann, und keineswegs so allein ist mit seinen Problemen, wie man das in dieser Situation wohl gern hätte. Aber dieses Angebot wird ja oft genug (zumindest bei den Kandidaten die ich kenne) nicht wirklich in Anspruch genommen, sondern erst nach einem Selbstmordversuch, wenns jeder gesehen hat, dass offensichtlich ein starkes psychisches Problem vorliegt, und man wohl in den Zugzwang kommt, diese Möglichkeit in Betracht zu ziehen.
Selbst seelische Probleme zu haben heißt also nicht unbedingt,
sich mit dem ganzen Thema Suizid auseinandergesetzt zu
haben…
In diesem -meinem- Fall kannst du mir glauben, das ausführlich und lange getan zu haben.
Ich gebe zu mein Titel ist wohl sehr provokativ, und lässt einem ziemlich schnell zu dem Schluss kommen, zu dem du kommst.
Ich gebe zu noch keinen ernsthaften Selbstmordversuch unternommen zu haben, aber ich würde sagen, dass dies eher irrelevant für meine Authentizität ist. Bei mir machen sich andauernd Freunde Sorgen, dass ich Selbstmord begehe! Anscheinend scheine ich ein Gefährdeter zu sein. (Im Endeffekt kommen wir durch diese Aussage wieder zum Thema Selbstbeschimpfungen *g*)
Aber so eine Situation ist nun mal nicht einfach: Weder für
den Betroffenen noch für den Angehörigen bzw Freund etc. Es
ist für beide auf ihre Art und Weise schlimm.
Ja klar sonst würde der Betroffene nicht an Suizid als ‚Lösung‘ denken.
Vielleicht wollte sie damit Druck aufbauen, Aufmerksamkeit
bekommen, noch schnell jemanden damit verletzen, sich
rächen… oder aber sie wollte sich einfach verabschieden,
nicht wortlos gehen…
Weniger mich verletzen und rächen. Eher Aufmerksamkeit oder so. Aber ich werde mich nicht nochmal in die Situation bringen lassen, mich als Mitverantwortlicher eines Selbstmordversuchs titulieren zu lassen (wurde etwas direkter ausgedrückt). Ich habe ihr direkt gesagt, dass ich sofort die Polizei rufe, wenn sie sich nicht sofort meldet. Ausserdem habe ich gleich die Angehörigen informiert.
…und wie man sich endlos damit quält, was man den anderen
möglicherweise damit antut…
GENAU DAS solls im Optimalfall!
Ich möchte dich nicht verletzen, wirklich… aber was redest
du da nur??
Ich stehe zudem was ich gesagt habe. Wenn das die einzige Möglichkeit ist, das sich die Betroffenen in professionelle Hilfe begeben, dann sollen sie sich ruhig damit quälen.
Hast du eigentlich eine Ahnung, was für eine Qual das sein
kann? Wie schlimm seelische Schmerzen sein können?
Ich sage jetzt einfach mal ja. Auch wenn du das als rhetorische Frage gedacht hattest.
Ich weiß jetzt natürlich nicht inwiefern es dir schlecht geht
und ich möchte das auch nicht verharmlosen… aber ganz
ehrlich, du scheinst noch nicht ganz ganz unten gewesen zu
sein… und das ist Glück für Dich.
Natürlich ist es nicht besonders zielgerichtet jetzt über Intensität des persönlichen Leids von einzelnen Personen zu spekulieren, da jeder sein eigenen Probleme als die schlimmsten sieht.
Ja, okay… solche Gedanken, Schuldgefühle etc. können die
Rettung sein…sie können einen davon abhalten bis irgendwann
dann doch alles wieder besser wird… aber man kann das nicht
alles so vereinfachen.
Suizid stellt keine Vereinfachung der Probleme dar?
Diese schreckliche Zerissenheit führt dazu, dass man sich den
Körper aufschneidet (und die Narben versteckt!! Nicht dass
jetzt kommt, man mache das um Aufmerksamkeit zu bekommen),
sich völlig verleugnet, innerlich abstirbt…etc. etc. nur
Beispiele…
(K)ein Kommentar…
Man kann wirklich nicht sagen, Suizid wäre Egoismus und es als
pure Flucht zu deklarieren finde ich auch falsch.
Gehen wir jetzt mal von dem Fall aus, das sich ein totkranker 85 Jähriger das Leben nehmen will, oder einer der an einer Krankheit leidet die ihn für sein restliches Leben zu einem intensiven Pflegefall machen wird, okay.
Am schlimmsten, erniedrigendsten und ignorantesten finde ich
die weit vebreitete Meinung, Suizid sei feige!
Aber ihn hochzustilisieren ist auch ein Fehler.
denn Selbsttötung ist ein _Kraftakt_!
Den es meiner Meinung nicht braucht.
Gaaaanz letztendlich ist es natürlich immer egoistisch
juhuu
ein Einlenken…
Und was ist mit den Menschen, den Freunden und Angehörigen,
die immer weggesehen haben? Die nicht geholfen haben? Die den
Betroffenen allein gelassen haben? (Ich mein jetzt nich alle
Angehörigen) Oder die sogar der Grund für den Selbstmord sind?
Also ich kümmere mich, werde aber nur ausgenutzt.
Ich will dich auch nich verletzen und ich wollte dich jetzt
auch nicht zupredigen, das Thema berührt mich nur sehr und da
wollt ich das nich so stehen lassen…
Kann man zwischen den Zeilen lesen… Und ich meine die Menschen für die ich da sein kann sind mir aber auch die Liebsten. Nur ist es ein leichter Schlag ähm ja wenn du dich abmühst und tust, und dann im Endeffekt als Schuldiger für den Selbstmord beschimpft wirst (von dieser Person). Es klingt zwar irgendwo hart, aber ich werde falls mir sowas angekündigt wird nicht nochmal zögern. Ich hab ganz schön bluten dürfen.
…wie gesagt… ich versteh’s, dass du frustriert bist und
ich weiß wie scheiße so ne Situationen sind…
…ich hoffe, du kommst einigermaßen weiterhin damit klar und
die Betroffenen suchen sich außerdem prof. Hilfe, so dass du
irgendwann nich mehr die ganze Belastung hast.
Danke, dir auch viele Grüße,
ned unterkriegen lassen…
mfg
Matze