Schläge und Strafen in der Kindererziehung

Liebe Leser und Diskutanten,

um nicht alles jedem meiner Diskussionsgegner einzeln einbleuen zu müssen, erlaube ich mir hier mal ein paar grundsätzliche Bemerkungen.

Abgrenzung
Es ist verwerflich, ein Kind brutal zu schlagen, zu häufig zu schlagen, aus eigener Schlechtigkeit heraus zu schlagen usw. Manche Leute sind nicht davon abzubringen, alle diese Verbrechen, mit dem Einsatz von Körperstrafen mit Maß und Ziel gleichzusetzen. Über die Ursachen dafür wäre in einem Poltikbrett zu diskutieren.

Partnerschaftliche Erziehung
Wenn sonst nichts ist, schadet die partnerschaftliche Erziehung dem Kinde nicht direkt, denn Autorität tritt ihm in gestalt von Kindergarten und Schule für seine Entwicklung zumeist rechtzeitig entgegen. Der partnerschaftliche Erzieher sieht sein Kind als Verhandlungspartner. Je nach Veranlagung der Kinder muß bis zum Schuleintritt eine gewisse Vereinsamung der Familie gerechnet werden, denn außer den Eltern werden partnerschaftlich erzogene Vorschulkinder von Erwachsenen nicht sehr geschätzt. Das ist ein Opfer, welches die Eltern der herrschenden Ideologie leisten. Der Hauptnachteil dieser Erziehungsform, nämlich die Erziehung zu sittlich-moralischer Beliebigkeit, wird von manchen Leuten als Vorteil gesehen.

Schlagen im Affekt
Eltern sind auch nur Menschen, und Kleinkinder können einem dermaßen urplötzlich dermaßen wehtun, daß mancher zuschlägt, bevor er nachdenken kann. Eigentlich darf man zu einem Baby nur immer lieber sein und nichts anderes. Doch so groß die Reue nachher auch sein mag, das Kind vergißt das auch wieder. Wird das Kind jedoch dabei verletzt, oder geschieht das öfter als alle paar Jahre, dann sollte man sich fragen, ob mit einem selbst alles in Ordnung ist.

Der Klaps
Etwa ab dem dritten Lebensjahr muß das Kind etliche absolut gültige Regeln lernen. Z.B.: Man darf nicht mit Essen werfen. Man muß auf der Straße stehenbleiben, wenn Mama oder Papa „Halt!“ ruft. Man darf die Wände nicht beschmieren, auch nicht, wenn man zu besuch ist. Man darf in einer Menschenmenge nicht weglaufen. Hier hat sich der Klaps als Eindeutigkeit herstellendes Erziehungsmittel bewährt.
Ein Klaps ist ein aus dem Handgelenk heraus erfolgender Schlag mit den drei mittleren Fingerkuppen auf die behaarte Kopfschwarte. Der Klaps braucht nicht so stark ausgeführt werden, daß er Schmerzen verursacht. Er ist alleine schon durch das unangenehme Geräusch, daß er im Kopf verursacht, ein eindrucksvolles Ereignis und ein eindeutiges, unmißverständliches Zeichen.
Manche Eltern schimpfen lieber, sie schimpfen erst ein bißchen, dann etwas stärker, schließlich noch stärker usw. Dann fangen sie an, kritische Fragen nur noch mit Schimpfstimme zustellen usw. Das hat den Nachteil, daß es wegen des Fehlens einer eindeutigen Grenze zum Ausufern neigt. Ich kenne drei Familien, bei denen die Kinder praktisch nur noch angeschrien werden.
Der Klaps ist hingegen eine eindeutige Zäsur. Er ist insbesondere dann fällig, wenn nach dem bereits in scharfem Ton gegebenen Befehl „Hör auf!“ das schimpfliche Tun fortgesetzt wird. Solche Klapse haben meine Kinder bis ins mittlere Grundschulalter insgesamt so 5 bis 10 erhalten.

Irgendwann zwischen dem 6. und dem 12. Lebensjahr sollte das Kind soweit vernünftig geworden sein, daß es Erläuterungen, Standpauken, Verhandlungen usw. mit Gewinn bewältigen kann.
Manche Kinder haben in ihrem Charakter zuwenig Disziplin, das heißt, sie handeln oft aus Vergeßlichkeit, Schlendrian usw. gegen eigene, bessere Einsicht und schaden sich dadurch selber. Leider ist es den Eltern verboten, hier unterstützend zu wirken unter Einsatz eines länglichen Gerätes, dessen Bezugsquellen der sonst sehr kenntnisreich antwortende Gandalf trotz gegenteiliger Behauptung nicht zu nennen vermag.

Gruß,

Wolfgang Berger

[MOD]Gewaltanwendung in der Erziehung ist verboten
Hallo, Wolfgang!

In aller Deutlichkeit: in der UN-Kinderrechtskonvention Art. 19 ist festgeschrieben, daß „das Kind vor jeder Form körperlicher oder geistiger Gewaltanwendung“ zu schützen ist. Die BRD hat diese Konvention am 05.04.1992 ratifiziert.

Weder ist es notwendig, daß du hier jemandem etwas „einbleuen“ mußt, noch sehe ich es als sinnvoll an, immer wieder darauf hinzuweisen, daß körperliche Züchtigung das Mittel der Wahl in der Kindererziehung ist - es ist schlicht verboten! Du magst deine Kinder erziehen, wie es dir richtig erscheint; in diesem Forum Erziehungstipps zu geben, die gegen das Gesetz verstossen (vom gesunden Menschenverstand und pädagogischen Gesichtspunkten mal ganz zu schweigen) unterlasse bitte.

Gruß,
Sams

Hallo Sams,

Weder ist es notwendig, daß du hier jemandem etwas „einbleuen“

ich weiß nicht, welches Niveau an deutscher Sprachkenntnis für Moderatoren in diesem Brett verlangt ist; vielleicht hat Dich der Ausdruck „einbleuen“ = „durch Wiederholung lehren“ überfordert.

hinzuweisen, daß körperliche ZEhtigung das Mittel der Wahl in
der Kindererziehung ist - es ist schlicht verboten! Du magst

Wenn Du körperliche Züchtigung als „Mittel der (ersten) Wahl“ aus meinem Artikel herausliest, verstärkst Du meinen Verdacht, daß Dir ein weiteres Studium der deutschen Sprache guttäte.

deine Kinder erziehen, wie es dir richtig erscheint; in diesem

Danke!

Forum Erziehungstipps zu geben, die gegen das Gesetz
verstossen (vom gesunden Menschenverstand und pädagogischen
Gesichtspunkten mal ganz zu schweigen) unterlasse bitte.

In meinen Erziehungstips habe ich von Anfang an und mehrmals auf die von Dir jetzt schon wieder angesprochene rechtliche Problematik hingewiesen; leider scheint es Dir nicht möglich gewesen sein, das sinnentnehmend zu lesen.
Unter Berücksichtigung der rechtlichen Problematik wie auch der vom Fragesteller beschriebenen familialen Gemengelage riet ich dazu, im Falle des Vorhandenseins der erforderlichen finanziellen Resourcen das Kind in ein Internat zu geben, solange das noch möglich ist. Das verstößt weder gegen das Gesetz, noch gegen den gesunden Menschenverstand, ja noch nicht einmal gegen den aktuellen pädagogischen Zeitgeist.

Gegen diesen verstößt hingegen wohl mein aktuell von Dir gerügter Artikel. Ich glaube, da sollte ich wohl am besten ganz deutlich widerrufen: „Eltern Achtung! Wenn euch auch nur einmal die Hand ausgerutscht ist, dann wird euch niemand im Altersheim besuchen!“

Gruß,

Wolfgang Berger

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Tausend Sternchen.
Ich bewundere Deine Zurückhaltung.

Gruß,

Doc.

Gewalt gegen Kinder / Kindesmißhandlung
Im folgenden in paar links bezüglich Gewalt gegen Kinder und Kindesmißhandlung.

http://www.kinder-psych.de/Familien/Begriffe/misshan…

http://www.liga-kind.de/pages/pgut299.htm
http://www.gruene-fraktion.de/ext/publikationen/kk/k….

Gruss
Marion

[MOD]Gewaltanwendung in der Erziehung
Hallo!

Anja hat lediglich darauf hingewisen, dass Gewalt in der Erziehung verboten ist und dass wir hier nichts! in dieser Richtung hören möchten. Das ist ungesetzlich und verstösst somit gegen die AGBs von wer-weiss-was.

Ich hoffe mal, dass sonst niemand mehr auf solche Postings reagieren wird und verweise im Zweifelsfall an das Team.

Bye, Vanessa

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Anja hat lediglich darauf hingewisen, dass Gewalt in der
Erziehung verboten ist und dass wir hier nichts! in dieser
Richtung hören möchten. Das ist ungesetzlich und verstösst
somit gegen die AGBs von wer-weiss-was.

Ich kenne keine Anja und habe selbst immer und immer wieder auf die Rechtslage verwi(e)sen. Weder das eine noch das andere ist ungesetzlich; AGBs mögen etwas anderes fordern, na meinetwegen.

Ich hoffe mal, dass sonst niemand mehr auf solche Postings
reagieren wird und verweise im Zweifelsfall an das Team.

Ich wiederum weiß nicht, was Du mit „solche Postings“ meinst; auf meine Artikel wird jedenfalls reagiert, und auch ich erlaube mir, im Zweifelsfall an das Team zu verweisen, falls Du das freundlicherweise erlaubst.

Gruß,

Wolfgang Berger

Huhu!

Ich kenne keine Anja

Sorry, Sams meinte ich.

Bye, Vanessa

Lieber Wolfgang, liebe antwortschreibende Gemeinde,

es ist doch sehr merkwürdig, dass bei einem solchen Thema wie das Strafen auf die Gesetzeslage eingegangen wird! Hart ausgedrügt wäre es doch dann so, als würde ich sagen ich darf niemanden umbringen weil es gesetzlich verboten ist! Meiner Meinung nach kommen wir so nicht weiter! Wenn das der einzige Grund ist Kinder nicht zu schlagen (und ich meine jetzt nicht Körperverletzung, sondern den „erzieherischen Klaps“) dann fange ich jetzt sofort damit an! (ähnlich wie ich mich selten an das Gesetzt der Straßenverkehrsordnung halte und öfter mal die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschreite, wenn ich allein im Auto sitzte)
Der Punkt ist doch folgender: Bestrafung führt in keiner Weise zum löschen eines nicht gewünschten Verhaltens (Haben die Psychologen wirklich schon 1950 herausgefunden) Das dieses Wissen in die Gesetzesbücher gefunden hat ist zwar erfreulich, sollte aber nicht die Diskussion beherschen!
Wolfgang sei ehrlich, was hältst Du als „Erzieher“ von Leuten die ihren Standpunkt nur durch Strafe verdeutlichen können?
Nehmen wir Dein Beispiel mit dem Essen. Warum wirft ein Kind mit seinem Essen herum? Warum spielt es am anfang damit? Bei uns war es am Anfang zwar furchtbar und es sah in der Küche immer aus wie sau, aber wir haben unseren Sohn so lange in jeglichem Essen rumwühlen lassen, bis er langsam die Konsistens eines jeglichen Nahrungsmittel kennt (und er weiß jetzt auch das es nach unten fällt was ein Wunder der Natur ist.) Jetzt weiß er es und spielt nicht mehr damit sondern ißt es einfach! Wahnsinn! Ohne schläge, ohne klapps, ohne zurechtweisung. Wir haben ihn natürlich nicht ermuntert mit dem Essen zu spielen, aber wir sind auch nicht sonderlich darauf eingegangen und irgendwann scheint ihm aufgefallen zu sein dass wir das Essen auch nicht runterwerfen!
Ich gebe zu das diese Methode nicht wirklich auf den Straßenverkehr hochgebrochen werden darf.
Wolfgang, wie Du es ja auch schreibst, verstehst Du Kinder als Partner, schreist DU Deinen Partner an? Gibst DU Deinem Partner einen Klapps wenn er/sie nicht das tut was Du für richtig hälst???
Liebe Gemeinde, ist Strafe für die Strafe wirklich das einzige was Euch davon abhält Eure Kinder zu schlagen?? (und nochmal, es geht hier nicht um Mißhandlungen)

Wenn das so wäre dann Gute Nacht, es gibt nämlich viel grausamere Dinge die man Kindern antun kann, ohne ihnen auch nur ein Haar zu krümmen!

Gruß
Norbert

Lieber Wolfgang.
Deine Meinung zu diesem Thema konnten wir ja schon letzthin lesen.
Ich sage dazu nur noch folgendes:
Ich bin entsetzt !!!, dass du Schläge( auch ein Klaps gehört dazu ) auf den Kopf als Erziehungsmittel sanktionierst.

Rabchen

niemals
Niemals wuerde ich mein Kind oder meinen Partner ins Gesicht schlagen! Das ist erniedrigend! Auch im Affekt tut man sowas nicht.
Ein Klaps auf den Po, okay, aber das wars.

jima

Hi!

Niemals wuerde ich mein Kind oder meinen Partner ins Gesicht
schlagen! Das ist erniedrigend! Auch im Affekt tut man sowas
nicht.
Ein Klaps auf den Po, okay, aber das wars.

Wo aber ist der Unterschied? Ist es nicht gefährlich, dass hier in so einem Fall die Grenzen ineinander fließen, und dann doch ein Schlag im Gesicht landet?
Nein, ich meine, das Schlagen gehört nicht in die Erziehung!

Renate

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Hallo Norbert,

es geht ja nicht darum, das Kind so zu dressieren, daß es in allen Lebenslagen mit strengster Disziplin handelt. Das sollte man mir nicht als Erziehungsziel vorwerfen.

Natürlich braucht das Kind Freiheit, viel Freiheit, um eigene Erfahrungen zu machen. Zu diesen Erfahrungen gehören allerdings auch wieder (die von Gegenständen verabreichten) Körperstrafen. Als ich klein war, hat eine Tür mir auf brutale Art vermittelt, wo man seine Hand nicht hindurchstrecken sollte, Bäume haben meinen kleinen Körper aus mehreren Metern Höhe auf den Boden geworfen, ein aufschwingendes Scheunentor hat mir auf so eindringliche Weise geraten, bei starkem Wind woanders herumzurollern, daß ich gar zum Arzt mußte usw. Du kannst mir glauben, daß diese Strafen zum Löschen von Verhaltensweisen führten, auch wenn noch so viele Psychiologen was anderes behaupten.

Natürlich kann man ein Kind auch solange mit dem Essen herumwerfen lassen, bis es von alleine damit aufhört, weil es das Interesse daran verloren hat. Das hat zur Folge, daß man viel putzen muß und daß man nicht mehr als Familie eingeladen wird. Ich erzählte das bereits.

Aber Du hast eben nur mein schwächstes Beispiel angegriffen und deutest selbst an, daß es Absolutheiten gibt, die das Kind ohne Verhandlungsspielraum zu respektieren hat, z.B. im Straßenverkehr. Es gibt indes noch andere Absolutheiten, ohne die es dem Kind schwer wird, in sich Sittlichkeit und Gewissen aufzubauen. Wenn die Eltern möglichst alle Lebensregeln als mit dem Kind verhandelbare Vertragssachen zu legitimieren versuchen, kann das Kind in eine sittlich-moralische Beliebigkeit abrutschen, denn man kann ja über alles reden und von allem auch das Gegenteil vertreten.

das Strafen auf die Gesetzeslage eingegangen wird! Hart
ausgedrügt wäre es doch dann so, als würde ich sagen ich darf
niemanden umbringen weil es gesetzlich verboten ist! Meiner

Das wäre ein Beispiel für so eine sittlich-moralische Beliebigkeit, zu der die partnerschaftliche Erziehung ihrem Wesen nach führen kann.

Wolfgang sei ehrlich, was hältst Du als „Erzieher“ von Leuten
die ihren Standpunkt nur durch Strafe verdeutlichen können?

Es geht nicht um einen Standpunkt, sondern es geht um einige wenige grundsätzliche Sachen, welche von den Eltern als absolutgeltend vermittelt werden müssen.

Wolfgang, wie Du es ja auch schreibst, verstehst Du Kinder als
Partner, schreist DU Deinen Partner an? Gibst DU Deinem
Partner einen Klapps wenn er/sie nicht das tut was Du für
richtig hälst???

Moment mal, als Partner verstehe ich (meine) Kinder erst dann und da, wo und wenn sie verständig genug dafür sind. Ich habe jetzt kleine Teenager, die taugen noch nicht als Partner, doch können sie jetzt rasch immer selbständiger und freier werden.

Wenn das so wäre dann Gute Nacht, es gibt nämlich viel
grausamere Dinge die man Kindern antun kann, ohne ihnen auch
nur ein Haar zu krümmen!

Da hast Du recht. Beziehungsstrafen: Liebesentzug; ostentative Bevorzugung von Geschwistern; Ankündigung, die Kinder auf immer zu verlassen; Schweigewochen – wer beides erlebt hat, das und den Kochlöffel, der kann auch beides vergleichen.

Gruß,

Wolfgang Berger

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Popoklaps
Hallo Jima,

Du hast recht. Der klatschende Schlag ins Gesicht, sei es als Ohrfeige oder als Backpfeife, hat etwas erniedrigendes, weil ja sofort der Abdruck im Gesicht zu sehen ist. Das eignet sich nicht zur liebenden Zurechtweisung, weil in der Aktion selbst bereits Haß mitschwingt.

Ein Klaps auf den Po, okay, aber das wars.

Auch mit dem Klaps auf den Po ist das so eine Sache, der kann ja z.B. ganz ohne Strafaspekt als aufmunternde Geste gemeint sein, oder als liebevolle Neckerei.

Gruß,

Wolfgang Berger

Hallo Rabchen,

da der von mir beschriebene Klaps auf die behaarte Kopfschwarte unterhalb der Schmerz- und weit unterhalb jeglicher Gefährungsschwelle bleibt, bin ich über Dein Entsetzen erstaunt.

Gruß,

Wolfgang Berger

Ich bin entsetzt !!!, dass du Schläge( auch ein Klaps gehört
dazu ) auf den Kopf als Erziehungsmittel sanktionierst.

Hallo Wolfgang,

ich persönlich habe bekanntlich keine eigenen Kinder, dafür jedoch Nichten und Neffen sowie - wenn auch ehemalige - Stiefkinder, wenn man es denn unbedingt so ausdrücken muß… Trotzdem platzt mir der Kragen, wenn ich diese *Streublümchen* lese, zumal Du mir mit Deinen wehmütigen Rohrstock-Erinnerungen schon seit langem ein Dorn im Auge bist. Ein Rohrstock hat heutzutage nur in der SM- bzw. in der Spanking-Szene eine Daseinsberechtigung; nicht in der Kindererziehung.

Abgrenzung
Es ist verwerflich, ein Kind brutal zu schlagen, zu häufig zu
schlagen, aus eigener Schlechtigkeit heraus zu schlagen usw.

Es ist grundsätzlich verwerflich, ein Kind zu schlagen, ganz gleich, welche Motivation dahinter steht. Und weißt Du warum? Weil das Kräfteverhältnis von vorn herein mehr als ungerecht verteilt ist. Ein Kind kann sich kräftemäßig mit keinem Erwachsenen messen. Jeder, wirklich jeder, der ein Kind schlägt, ist in meinen Augen schlecht. Haust Du einem Erwachsenen eine runter, zeigt er Dich womöglich wegen Körperverletzung - mindestens aber wegen Beleidigung – an, weil so etwas unter Erwachsenen ein Straftatbestand ist. Was für Möglichkeiten hat ein Kind???

Partnerschaftliche Erziehung
Wenn sonst nichts ist, schadet die partnerschaftliche
Erziehung dem Kinde nicht direkt, denn Autorität tritt ihm in
gestalt von Kindergarten und Schule für seine Entwicklung
zumeist rechtzeitig entgegen.

Was soll das denn??? Meines Erachtens ist es die einzig realisierbare Erziehungsform. Autorität lernt das Kind üblicherweise schon zu Hause kennen, weil ihm schon dort Grenzen gesetzt werden. Grenzen sind auch OK.

Der partnerschaftliche Erzieher
sieht sein Kind als Verhandlungspartner. Je nach Veranlagung
der Kinder muß bis zum Schuleintritt eine gewisse Vereinsamung
der Familie gerechnet werden, denn außer den Eltern werden
partnerschaftlich erzogene Vorschulkinder von Erwachsenen
nicht sehr geschätzt.

An dieser Stelle darf ich mal herzhaft lachen. Du willst doch ein Geplänkel à la ‚Du isst jetzt Deine Karotten! Nein, die will ich aber nicht!!!’ nicht wirklich ernsthaft als Verhandlung bezeichnen. Meine Mom (yepp, ich gehöre auch zu den partnerschaftlich erzogenen Menschen) hat es so gehandhabt: sie hat mich zwar im tiefsten Winter – auch auf die Gefahr hin, dass ich eine fette Erkältung kriege - ohne Strümpfe in den Kindergarten gehen lassen, sie hat mich allerdings ohne jegliche Diskussion und trotz heftigen Gestrampels vom Balkongeländer gezerrt, wenn ich wieder einmal meinen Gleichgewichtssinn austesten wollte (wir wohnten im 4. Stock, Altbau). Ach ja: meine Family war keinesfalls vereinsamt – im Gegenteil!

Das ist ein Opfer, welches die Eltern
der herrschenden Ideologie leisten. Der Hauptnachteil dieser
Erziehungsform, nämlich die Erziehung zu sittlich-moralischer
Beliebigkeit, wird von manchen Leuten als Vorteil gesehen.

Was Du damit sagen willst, leuchtet mir nicht gänzlich ein.

Schlagen im Affekt
Eltern sind auch nur Menschen, und Kleinkinder können einem
dermaßen urplötzlich dermaßen wehtun, daß mancher zuschlägt,
bevor er nachdenken kann. Eigentlich darf man zu einem Baby
nur immer lieber sein und nichts anderes. Doch so groß die
Reue nachher auch sein mag, das Kind vergißt das auch wieder.
Wird das Kind jedoch dabei verletzt, oder geschieht das öfter
als alle paar Jahre, dann sollte man sich fragen, ob mit einem
selbst alles in Ordnung ist.

Niemand, ich wiederhole: niemand hat das Recht, ein Kind zu schlagen! Nicht einmal im Affekt. Meine Stiefzwillinge waren damals mitten in der wunderhübschesten Trotzphase und wurden zudem von ihrer Mutter aufgehetzt. Mein Ex hielt sich aus der Erziehung völlig raus, sprich, es blieb an mir hängen. Manchmal hätte ich die beiden am liebsten in der Luft zerrissen, trotzdem habe ich sie niemals geschlagen. Tief durchatmen, sich kurz umdrehen oder das Zimmer verlassen und bis 13 zählen funktioniert immer.

Der Klaps
Etwa ab dem dritten Lebensjahr muß das Kind etliche absolut
gültige Regeln lernen. Z.B.: Man darf nicht mit Essen werfen.
Man muß auf der Straße stehenbleiben, wenn Mama oder Papa
„Halt!“ ruft. Man darf die Wände nicht beschmieren, auch
nicht, wenn man zu besuch ist. Man darf in einer Menschenmenge
nicht weglaufen.

Das ist unbestritten, aber Du wirst es einem Kind nicht einprügeln können. Die Grenzen kann man einem Dreijährigen auch ohne Schläge vermitteln. Wenn ich den Kids gesagt habe, dass jetzt Schluss ist, dann war auch Schluss, sonst hätte es Konsequenzen gegeben (z. B. kein Fernsehen heute abend). Am nächsten Morgen gab es eine kleine Unterhaltung mit dem betreffenden Hosenscheißer und gut war es. Genauso wurde es als ich noch klein war gehandhabt.

Hier hat sich der Klaps als Eindeutigkeit
herstellendes Erziehungsmittel bewährt.

Ach tatsächlich? Auch ein vermeintlicher ‚Klaps’ im Affekt?

Ein Klaps ist ein aus dem Handgelenk heraus erfolgender Schlag
mit den drei mittleren Fingerkuppen auf die behaarte
Kopfschwarte. Der Klaps braucht nicht so stark ausgeführt
werden, daß er Schmerzen verursacht. Er ist alleine schon
durch das unangenehme Geräusch, daß er im Kopf verursacht, ein
eindrucksvolles Ereignis und ein eindeutiges,
unmißverständliches Zeichen.

Schläge ins Gesicht und an den Kopf gehören für mich eindeutig zu Kindesmisshandlungen, zumal ich während meiner Zeit als Krankenschwester mehr Kinder, bei denen es hieß ‚es war nur ein Klaps’ gesehen habe, als mir lieb ist. Der von einem Erwachsenen subjektiv empfundene Klaps auf den Hinterkopf kann bei einem kleinen Kind zu schweren Verletzungen führen, z. B. von Fontanellen-Rissen bis zu Hirnprellungen.

Manche Eltern schimpfen lieber, sie schimpfen erst ein
bißchen, dann etwas stärker, schließlich noch stärker usw.
Dann fangen sie an, kritische Fragen nur noch mit
Schimpfstimme zustellen usw. Das hat den Nachteil, daß es
wegen des Fehlens einer eindeutigen Grenze zum Ausufern neigt.
Ich kenne drei Familien, bei denen die Kinder praktisch nur
noch angeschrien werden.

So etwas tun nur Eltern, die überfordert sind. Diese Eltern sollten sich dann bitte schön fragen, ob nicht sie etwas falsch gemacht haben. Nein, falsch: sie sollten sich fragen, ob sie vielleicht etwas versäumt haben; nämlich rechtzeitig klare Grenzen zu ziehen.

Der Klaps ist hingegen eine eindeutige Zäsur. Er ist
insbesondere dann fällig, wenn nach dem bereits in scharfem
Ton gegebenen Befehl „Hör auf!“ das schimpfliche Tun
fortgesetzt wird. Solche Klapse haben meine Kinder bis ins
mittlere Grundschulalter insgesamt so 5 bis 10 erhalten.

Wer mit Termini wie ‚das schimpfliche Tun’ operiert… Liegt bei Dir unter dem Kopfkissen stets ein Exemplar eines Spanking-Magazins?

Irgendwann zwischen dem 6. und dem 12. Lebensjahr sollte das
Kind soweit vernünftig geworden sein, daß es Erläuterungen,
Standpauken, Verhandlungen usw. mit Gewinn bewältigen kann.

Jaja… Ist ja schon gut… Du vergisst dabei allerdings eines: so unterschiedlich die Familien sind, so unterschiedlich sind auch die Kinder. Und bei einem Trotzkopf nützen weder Standpauken noch Haue.

Manche Kinder haben in ihrem Charakter zuwenig Disziplin, das
heißt, sie handeln oft aus Vergeßlichkeit, Schlendrian usw.
gegen eigene, bessere Einsicht und schaden sich dadurch
selber.

Falsch! Ich selbst war in der Schule der Schlendrian persönlich (mag sein, dass es an der Unterforderung lag;, trotz sämtlicher Bemühungen meiner Mom durfte ich keine Klasse überspringen) obwohl ich auf anderen Gebieten geradezu perfektionistisch und mega-diszipliniert war (ich habe eine klassische Ballett- und Klavier-Ausbildung).

Leider ist es den Eltern verboten, hier unterstützend
zu wirken unter Einsatz eines länglichen Gerätes,

Und das ist auch gut so! Bezugsquellen könnte ich Dir zwar haufenweise nennen, tue es allerdings nicht, weil so etwas nicht in die Hände eines Vaters gehört.

Gruß

Tessa

[MOD] Artikel leicht „entschärft“ (c:

Hallo Wolfgang,

ja sofort der Abdruck im Gesicht zu sehen ist.

Daher empfiehlst Du weiter unten den Klaps auf den Hinterkopf – weil der Abdruck durch die Haare verdeckt wird.

Hm.

Viele Grüsse,
Deborah *und weg*

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Der Unterschied ist meiner Meinung nach riesig.
Ich meine lediglich einen Klaps auf den Po, nicht den Po „versohlen“. Ich denke nicht, dass das bedenklich ist oder sich in irgendeiner Weise negativ auf das Kind und die Eltern-Kind Beziehung auswirkt. Mit einem Klaps auf den Po erniedrige ich mein Kind nicht und tue ihm auch nicht weh.
Natuerlich ist das kein Mittel und Argument, dass man bei jeder kleinen Auseinandersetzung mit dem Kind anwenden sollte. Aber was ich damit sagen will, ist, dass ich so einen Klaps als aeusserste koerplerliche Zuechtigung noch zulassen wuerde. Mehr aber auf keinen Fall! Somit stimme ich dir zu, dass Schlaege in der Erziehung nichts zu suchen haben.

Gruss, Jima

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Lieber Wolfgang,
ich finde es Beeindruckend wie Du Deinen Standpunkt (zur Standpunktdiskussion im allgemeinen später) vertrittst! Dennoch mag ich es nur wenig, wenn man mir die Worte im Hals herum dreht, (obwohl es mit Dir schon fast wieder Spaß macht)!!!

Aber von vorne:
Das es bei Dir nicht um Dressur geht, ist mir klar! Es ist der (von vielen geteilten aber hier nun mal von dir vertretenen) tägliche Erziehungswahnsinn der mich wütend macht. Dieses „ Es hat noch nie einem Kind geschadet“ ohne zu wissen, was ein schlag, klaps, sonst was bei dem Kind angerichtet hat, und ohne zu wissen, was aus dem Kind geworden wäre, wenn es nicht geschlagen worden wäre! Wie sagte Pestalozie so schön:
„ Wo kämen wir hin, wenn alle sagen würden, wo kämen wir hin, und keiner würde gehen, um zu schauen, wo hin man käme, wenn man ginge“

Dann führst Du die Erzieher Baum und Scheunentor ein! Klasse! Der Unterschied ist doch sicherlich das dies keine Bestrafung ist, sondern Naturgesetze! Des weiteren gibt es in der Psychologie einen Unterschied zwischen Löschen eines Verhaltens und unterdrücken eines Verhaltens oder willst Du mir sagen, dass Du als Du größer wurdest, nicht mehr auf den Baum geklettert bist???

Wir werden immer noch von Freunden Eingeladen, weil wir, wenn wir zu ihnen gingen, Gläschen mitgenommen haben (das konnten wir ohne Probleme verfüttern)! Du siehst, zu jedem Problem gibt es eine saubere und gewaltfreie Lösung

Kommen wir zu den sittlich- moralischen Beliebigkeiten! Vielleicht bin ich dazu zu einfach strukturiert, aber ich bin noch nie an dem Punkt angekommen, dass ich etwas verbieten musste was sittlich- moralischen Beliebigkeiten ausgesetzt war! Auch keines Deiner Beispiele hat irgendetwas damit zu tun! Wenn aber doch, Sittlichkeit und Moral kann man einem Eben nicht einklapsen! Ganz im Gegenteil:

„Man kann in das ein und selbe Gesicht nur einmal schlagen und auch beim zweiten und dritten mal, es wird immer ein anderes Gesicht sein in das Du schlägst“
(Ist nicht von mir, habe den Autor aber wieder vergessen! Sorry)

Noch ein Punkt den ich nicht verstanden habe (Sorry) ist der Unterschied zwischen Standpunkt vertreten und einigen grundsächlichen Sachen ??? Ist es nicht ein Standpunkt wann ein Kind zuhause sein muss??? Oder gilt das für alle Menschen auf der Welt im selben Maße???

Das schlimmste, also das was mich am meisten betroffen gemacht (alter Pädagogen Witz) hat war die Geschichte mit der Partnerschaft! Sorry wenn ich die Diskussion jetzt um einen weiteren Teil ausdehnen muss aber wie sieht es dann bei Dir mit Behinderten, Alten und Kranken aus? Sind das auch keine Partner??? Taugt ein Behinderter dazu von Dir als Partner angesehen zu werden oder sind die einfach nur ewige Kinder die halt nicht taugen? Wenn sie das tun, wo und ab wann machst Du Unterscheidungen für die Partnerschaftstauglichkeit??? Ich Denke bei dieser Frage bekommen wir leicht heraus welch Geistes Kind jemand ist!

Und nun zum letzten Punkt
Nein, Nein, Nein Ich muss nicht wissen wie es ist um beides ******** zu finden! (Selbstzensur)
Das ist eben das was ich meinem Kind beibringen werde! Es gibt Sachen die Muss man nicht tun um zu lernen das sie falsch sind. Es gibt Dinge da weiß ich es einfach weil ich eine Moral habe!!!

Gruß
Norbert

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Hallo Jima,

Der Unterschied ist meiner Meinung nach riesig.
Ich meine lediglich einen Klaps auf den Po, nicht den Po
„versohlen“. Ich denke nicht, dass das bedenklich ist oder
sich in irgendeiner Weise negativ auf das Kind und die
Eltern-Kind Beziehung auswirkt. Mit einem Klaps auf den Po
erniedrige ich mein Kind nicht und tue ihm auch nicht weh.
Natuerlich ist das kein Mittel und Argument, dass man bei
jeder kleinen Auseinandersetzung mit dem Kind anwenden sollte.

was nützt so ein Klaps auf den Po überhaupt? Entweder es wird als Spaß aufgefasst, dann ist es kein Erziehungsmittel, weil es das Kind eher auffordert, den Unsinn wieder anzustellen. Oder es ist als Drohung zu verstehen. Aber warum sollte ich meinem Kind drohen? Vertrauen schaffen und Grenzen setzen ist jedenfalls mein Ziel, Schläge androhen, auch wenn (und gerade weil) ich sie nie austeile, ist kontraproduktiv.

Klar gibt es auch etwas dazwischen, so in der Art eines abgesprochenen Zeichens, aber das halte ich für eine Gratwanderung.

Kinder sollten konkrete Folgen, die um Zusammenhang zum Fehlverhalten stehen, unmittelbar erfahren. Da das leider die Konsequenz-Festlegung im Einzelfall erfordert, ist das natürlich viel schwieriger, als einfach eine Standard-Ermahnung.

Mehr aber auf keinen Fall! Somit stimme ich dir zu, dass
Schlaege in der Erziehung nichts zu suchen haben.

Zustimmung.

Alles Gute wünscht
…Michael