hallo Wolfgang,
das bewegt sich hier langsam zur Grundsatzdiskussion Handy JA oder Nein. Sicher können wir alle nicht uns gleichstellen mit den jungen Leuten - und mit 14 werden- es sagte bereits jemand vor mir - schon gewisse Anforderungen auch vom Gesetz her an Verantwortung und Einsicht gestellt.
Aber in welchem Glashaus lebt Ihr teilweise? In der Realschule meiner Tochter war es quasi vorgegeben, dass die Kinder ein Handy haben (was während der Schulzeit ausgestellt sein musste) um den Pflichtkomunikationsansprüchen zu genügen:
- wie Schüler/in wurde unpäßlich, musste zum Arzt, dann hatte das Kind vom Handy die Eltern anzurufen
- Schulstunden wurden unvorhergesehen verlängert, weil tagelang was ausgefallen war und nun Ersatzlehrer zur Verfügung stand, dann hatten die Kinder die Eltern selbst zu informieren
- Sportstunden wurden um Wettkampfspiele erweitert, dann hatten die Kinder selbst die Eltern zu informieren.
Von der Schule aus, durfte generell nicht telefoniert werden, in der Nähe gab es keine Telefonzelle und das Verlassen des Schulgeländes wurde generell nicht erlaubt.
Wir Eltern waren allein Verantwortliche für Schulweg und Betreuung auf oder vom Weg zum Arzt. Es gab genügend Elternversammlungen zu diesem Thema, bis wir zu dieser Regelung kamen, Handy JA, im Unterricht NEIN, bei Mißbrauch durch die Kids Wegnahme bis zum Schulschluß — aber immer die Möglichkeit, bei Bedarf telefonieren zu können.
Und nun noch zu deiner persönlichen Handy-Verwendung, sicher sehr lobenswert - aber realistisch? Hast du immer einen Parkplatz in der Nähe einer öffentlichen Telefonzelle? Rechnet sich Parkhaus mit heutzutage für 30 Minuten 2,50 € für eine kurze Info?
Ich habe es so gehalten - und viele andere Alleinerziehende händeln es genauso, kurze Info für die Kids, stecke im Stau wird später, habe länger beruflich zu tun… usw.usf. Irgendwie kommen mir viele Argumente hier so praxisfremd vor.Ich habe es immer so gehalten, auch mich in die Pflicht zu nehmen, mich abzumelden oder zu reagieren, wenn ich nicht zu der verabredeten Uhrzeit da sein konnte – und denke, gleiches Recht für Kinder und Eltern.
Zu den Handykarten, gab es bei uns immer die Regelung: 1 Karte pro Halbjahr, ansonsten hatte ein Restbetrag für Notfall drauf zu sein (was ich kontrollierte aber nie reklamieren mußte, zumal sie immer noch angerufen werden konnten) und ansonsten weitere Karten nur vom Taschengeld bzw. vom zuverdienten Geld z.B. durch Zeitungaustragen.
Eine straffe Tagesorganisation, mein eigener Anspruch an mich, für die Kinder IMMER erreichbar zu sein, haben uns nach Diskussionen im Familienrat unserer Kleinfamilie (sprich Alleinerziehende mit 2 Kindern) immer zu einer für ALLE akzeptablen Lösung finden lassen.
Wohlgemerkt, kein Luxushandy, einfache Call-Ya oder X-Trahandys mit den Minimalfunktionen – und das lief mit 13 Jahren und auch heute noch als junge Erwachsene sehr gut.
Mehr
vertelefoniere ich mit meinem privat und geschäftlich
genutzten Handy auch nicht. Ich bin erreichbar und kann mich
nötigenfalls von unterwegs melden. Was haben Kinder im
Normalfall zu telefonieren? Es wird überwiegend SMS-Spielerei
sein. Wenn man dafür eine enge Grenze zieht, finde ich das
völlig in Ordnung.
Entschuldige, aber wie bewertest du das SMS-Schicken und Empfangen? Wir leben heute in einer schnelllebigen Zeit mit allen Datenübermittlungen per Telefon,Handy,PC … wenn wir bewerten, müssen auch wir uns von den Kindern/Jugendlichen bewerten lassen.Und in vielen Dingen, die wir tun (sei es PC-Spielereien, Chats, auch diese Bretter) sehen diese z.B. keinen Sinn.
Ich habe mir bei allen Verboten oder starren Regelungen immer selbst die Frage gestellt, ist das so wichtig, um ernsthaften Streit zu bekommen und die Beziehung zum Kind zu stark zu belasten. Mit Gespräch und Zulassen von Eigenverantwortung denke ich, habe ich die Basis für unser heutiges Vertrauensverhältnis (19 und 24) geschaffen.
Und in unserer Familie haben wir es genossen - und geniessen es heute noch, wenn die ganzen Freunde und Freundinnen der Kinder mit am großen Tisch sitzen und wir diskutieren - beileibe nicht jenseits der Praxis, da kommen schon ganz schön zur Sache gehende Argumente auch von anderen, Kritik an deren eigenen Elternentscheidungen.
In meinen Augen ist das Gespräch die Basis einer jeglichen zwischenmenschlichen Beziehung - und nicht das einseitige Bestimmen.
Ein wenig für das lange posting entschuldigend
Gruß Christel
Gruß
Wolfgang