Schlagfertige Antwort gesucht!

Hallo Psychologen,
Mein Vater ist danach immer der Klügste.

Bin seit über einem Jahr aus einer autoritären Erziehung raus und bin eigenständig. Egal worum es geht, Wohnungsuche oder Autokauf, gibt mir mein Vater in einer besserwisserischer Form Tipps.
Man kennt ja solche Leute, die vor allem neuen im Leben Angst haben, weil sie eine negative Erfahrung gemacht haben, oder sich es einfach nicht zurtauen. Was sie dem anderen nicht zutrauen, raten sie es ihm ab und wenn er es trotzdem macht und darin scheitert haben sie es von vornerein gewusst. ,Habe ich es dir nicht gesagt?!!" …kotz…

Auf jeden Fall bin nach 20 km von Eltern umgezogen, Vater sagte:
Zu weit von uns, da du sowieso jeden Tag zu uns kommst.
Ich:
Wieso sollte ich jedentag kommen?
Vater:
Siehst du dann…

…nach dem Motto, du bist noch nicht selbstständig genug…

Nach zwei Monaten bin ich oft geschäftlich unterwegs in diesem Ort und, wenn ich schon mal da bin, fahre bei denen ab und zu vorbei (essen u.s.w.).
Vater:
Na, hab ich es dir nicht gesagt!?!

Das ist ein klassischer Beispiel, der meine Lage widerspiegelt.
Wir haben zwar einen guten Verhältnis, aber die Rechtfertigungen und Schuldgefühle, die daraus entstehen, bauen mich einfach ab.
Der Drang ihm das Gegenteil zu beweisen (dass ich ein eigenes und ausreichendes Verständnis habe) bringt mich manchmal sogar dazu, Dinge zu tun, die ich sonst nie tun würde(irrational). Sachen, die er mir abrät. Die ich aber tue, um ihm zu zeigen, dass ich mal EIGENSTÄNDIG HANDELE UND ERFOLG HABEN WERDE.
Teufelskreis? oder gehe ich zu sentimental an die Sache ran?
Soll ich den alten Mann in ruhe lassen, denn er ist mit 53 Jahren kaum zu ändern?
Oder soll ich einfach eine schlagfertige Antwort parat haben?

Danke für die Mühe den Text zu ende gelesen zu haben!
Verständnis und schmeichelnde Antworten bevorzugt. :smile:
Stefan

Hallo,

ich bin 33 und das "bemuttern gibt es immer noch…

LG

Hallo Stefan!

Mit 53 Jahren ist man eigentlich durchaus noch lernfähig, und man kann sich in diesem Alter auch noch ändern.

Das Problem an der Sache ist, dass du ihn nicht ändern kannst. Erstens, weil man sowieso keinen anderen Menschen ändern kann, der sich nicht ändern will, und zweitens, weil er dein Vater ist und damit irgendwie am längeren Hebel sitzt.

Den einzigen Menschen, den man ändern kann, ist man leider immer nur selbst; und auch das ist schwer genug.

Ich würde dir also raten, dir eine Strategie zu überlegen, wie du mit dieser Art deines Vaters besser leben kannst.

Am besten funktioniert es immer, seine Eltern und damit sich selbst (man hat ja sehr viel von seinen Eltern!) zu akzeptieren und zu mögen und vor allem zu achten, und dann zu sagen, dass man dieses oder jedes aber dennoch anders machen will.

Also in diesem Falle so in etwa, dass du erstmal zu verstehen versuchst, warum dein Vater so pessimistisch (trifft dieses Wort?) ist, und die Wirkung, die es auf dich hat, akzeptieren; und, wenn es irgend geht, deinem Vater dies verzeihen, das wäre ganz wichtig für dich; denn dann könntest du dich am ehesten davon frei machen.

Denk dran, dass dein Vater seine Sache wahrscheinlich so gut macht, wie er kann. Wenn er seine Sache nicht besser macht, dann wahrscheinlich deshalb, weil er es nicht besser kann. Wer weiß, wie er selber erzogen worden ist und wie schwer er es hatte. Und viele Dinge hat er ja bestimmt gut gemacht.

Dann könntest du dir vielleicht sagen, dass du jetzt die neue Generation bist, die den alten Pessimismus ablegen wird. Und wenn dein Vater noch mal mit diesen Sprüchen kommt, könntest du sagen, dass du deinen Vater (mehr oder weniger) verstehst, dass du dich aber nicht davon niederdrücken lassen wirst, da ihr (eure Familie) das schaffen könnt, was ihr schaffen wollt.

So ungefähr. Ich hoffe, es passt ein bisschen auf deinen Fall.

Viele Grüße
Thea

Hi Stefan,

Soll ich den alten Mann in ruhe lassen, denn er ist mit 53
Jahren kaum zu ändern?

Das möchte ich jetzt mal überhört haben…

Oder soll ich einfach eine schlagfertige Antwort parat haben?

Ich würde jedes Mal sagen: Ach Papa, wenn ich Dich nicht hätte.
Gruß,
Anja

Soll ich den alten Mann in ruhe lassen, denn er ist mit 53
Jahren kaum zu ändern?

Hallo, Stefan,

Weltlauf
Ein mensch, erst zwanzig Jahre alt,
beurteilt Greise ziemlich kalt
und hält sie für verkalkte Deppen,
die zwecklos sich durchs Dasein schleppen.
Der Mensch, der junge, wird nicht jünger:
Nun, was wuchs denn auf seinem Dünger?
Auch er sieht, dass trotz Sturm und Drang,
was er erstrebt, zumeist misslang,
dass, auf der Welt als Mensch und Christ
zu leben, nicht ganz einfach ist,
hingegen leicht an Herrn mit Titeln
und Würden schnöd herumzukritteln.
Der Mensch, nunmehr bedeutend älter,
beurteilt jetzt die Jugend kälter
vergessend frühres Sich-Erdreisten:
„Die Rotzer sollen erst was Leisten!“
Die neue Jugend wiedrum hält …
Genug - das ist der Lauf der Welt!

Dein Herr Papa ist zehn Jahre jünger als ich. Natürlich ist es unangenehm, wenn er seiner Skepsis so deutlich Ausdruck verleiht, aber höchstwahrscheinlich ist das seine Art, dich vor Fallstricken und Fussangeln, die er aus eigener, leidvoller Erfahrung kennt, zu warnen.

Für dich heißt das, seine Warnungen im Hinterkopf zu behalten, denn am unbeschadetsten lernt man immer noch aus dem Schaden anderer. Mach Dir klar, dass dies seine Art ist, dir zu zeigen, dass ihm dein Schicksal wichtig ist. Vielleicht dankst du ihm einmal, dass seine Warnungen dich vor eigenem Schaden bewahrt haben.

Grüße auch an deinen Papa
Eckard

Bin seit über einem Jahr aus einer autoritären Erziehung raus
und bin eigenständig. Egal worum es geht, Wohnungsuche oder
Autokauf, gibt mir mein Vater in einer besserwisserischer Form
Tipps.

vielleicht empfindest du diese tips nur als besserwisserich und in wirklichkeit weis er es wirklich besser. oder vielleicht entsteht diese besserwisserei durch deine allgemein ablehnende haltung gegenüber den ratschlägen deines vaters. weil du auf seine tips nicht eingehst, kommt er halt mit so sprüchen wie: „wirst schon sehen dass ich recht hab…“
also mein vater ist auch der schlauste mensch der welt (seiner meinung nach) und so ziemlich alle anderen sind in seinen augen deppen die keine ahnung von irgendwas haben oder fachidioten sind. aber manchmal gibt er schon gute tips. das muss anerkannt werden und man muss versuchen das, was man für sich brauchen kann, aus seinen lebensweisheiten rauszufiltern.

Alte Menschen hier im Forum(offtopic)
Hallo Anja,

du hast es vielleicht ueberhoert, ich nicht.
Mir faellt in letzter Zeit oefter auf, dass unsere
juengeren Forumsmitglieder seltsame Vorstellungen
vom Leben jenseits der 50er Grenze haben (ich bin
ja auch noch nicht da, nur ‚per proxy‘, ich bin
mit einem solchen uralten Tattergreis verheiratet).
Schau mal Christophers Beschreibung von Thomas
Gottschalk im Film+TV Brett. Da wird doch tatsaechlich
gelobt, ja bewundert, dass der Mann mit Mitte 50 noch
enthusiastisch eine Treppe hochlaufen kann.
Ich frage mich, mit was fuer 50+jaehrigen diese
jungen Hupser Kontakt haben?

Liebe Gruesse
Elke

‚Alte‘ Menschen hier im Forum (OT)
Hi alle,

verzeiht dem jungen Mann den „alten“ Mann. Das sind Relationen, die sich ganz von selbst legen. Mein 19jähriges Tauf-„Kind“ findet mich 37jährigen ziemlich alt. Meine Eltern sind 30 Jahre älter als ich . Diese 30 Jahre erscheinen mir heute kleiner im Unterschied als vor 20 Jahren. Als ich 16, 17, war, sind mir meine fast 50jährigen Eltern auch sehr, sehr alt vorgekommen. Naja, jetzt gehen die beiden auch auf die 70 zu und ich finde sie keineswegs alt. Wir können uns besser miteinander unterhalten denn je. Gut, sie erscheinen körperlich nicht mehr so beweglich, aber im Geiste sind wir uns heute einfach näher als früher. Vielleicht, weil man mit Ende 30 auch schon von Lebenserfahrung sprechen „darf“?

Und…eine Anekdote am Rande: Meine Grossmutter fiel beim Kirschenpflücken von der Leiter. Mit 85. Und als die 73-jährige Nachbarin sich darüber mokiert hat, dass sie überhaupt noch eine Leiter betritt, erwiderte meine Oma nur: …nur, weil Du altes Weib nicht mehr raufkommst, muß ich es doch nicht lassen… :wink:

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Erfahrungen sammelt man wie Pilze: einzeln und mit dem Gefühl, dass die Sache nicht ganz geheuer ist.

Jakob

Hallo Stefan,

ich kann Dich sehr gut verstehen. Mein Vater hat auch immer versucht, sich in unsere leben einzumischen und uns irgendwie zu zwingen, seine Erwartungshaltungen zu erfüllen und das Leben zu leben, das er für richtig hält.

Es ist sicherlich nicht jedermanns Sache und etliche werden mit mir schimpfen, aber ich habe die für mich einzig mögliche Konsequenz gezogen und den Kontakt abgebrochen. Nach etlichen langwierigen und enegieraubenden Konflikten (auch Prozesse - Erbrecht, Mietrecht) habe ich jetzt meine Ruhe , weil ich ihm keinerlei Möglichkeit mehr gebe, mein Leben zu bestimmen.

Bei anderen Personen (z. B. Schwiegermutter) reichte es, sich ein paar Jahre rar zu machen und Abstand zu halten (nein, wir haben Weihnachten keine Zeit und wir feiern auch keinen Geburtstag). Schlagfertige Antworten (wenn Du Kinder willst, dann mußt Du selber welche in die Wekt setzen), haben leider nicht geholfen, weil sie ernsthaft darüber diskutieren wollte. Auch die freundliche und deutliche Bitte um Abstand (das ist unsere Sache und geht Dich nun wirklich nichts an) hat immer nur ganz kurz gewirkt und wurde dann wieder ignoriert.
Nach ein paar Jahren Sendepause hat Sie hat es jetzt endlich eingesehen und hört auf, sich in alles und jedes besserwissend einzumischen.

Das ist sicherlich ein harter Weg, aber Du mußt selber entscheiden, ob Du mit seinen ständigen Ratschlägen leben kannst oder ob Du Dir einfach mal ein Weilchen Ruhe davor verschafft und mal NICHT zum Essen nach Hause fährst.

Grüße
Gordie

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Hallo Stefan,
es ist und bleibt eine traurige Realität: Man lernt nur durch eigene Fehler!!!

LG, sine, die schon ganz viel gelernt hat … und vermutlich noch viel hinzulernen wird …

Hallo Stefan,

was bei Dir Dein Vater, ist bei uns in der Familie die Mutter. Über Jahre hinweg wurden wir (mein Bruder und ich) kleingehalten und haben aus falsch verstandener Liebe und anerzogenen niedrigem Selbstbewusstsein die Gängeleien und Sticheleien ertragen. Seltsamerweise haben wir beide fast zur gleichen Zeit festgestellt: So geht es nicht weiter!!!

Menschen sind wie sie sind. Verwende Deine Energie nicht darauf, Deinen Vater ändern zu wollen - das wirst Du nicht nur nicht schaffen, es ist auch eigentlich anmaßend. Denn ist Dein Verständnis etwa der Maßstab aller Dinge? Im Übrigen ist das alles absolut keine Frage des Alters…

Ich kann Dir nur aus eigener Erfahrung raten: Besinne Dich auf Dich selbst. Mach Dich frei von äußeren Zwängen. Denke nach, was für Dich allein gut ist - und dann tue es.

Das ist natürlich sehr schwer, wenn da immer jemand seinen zynischen Senf dazu gibt. Deshalb ist es vielleicht hilfreich, wenn Du Dich eine Weile rar machst. Fahr halt nicht jedesmal bei ihm vorbei, wenn Du eben mal im Ort bist. Und wenn Du dann da bist, lass Dich eben nicht bemuttern mit Essen und Trinken, sondern schau nur für paar Minuten zwischendurch rein, wolltest Dich mal sehen lassen, liebe Grüße - und tschüss.

Wenn Du Pläne hast, und seien es nur die kleinsten, plaudere sie nicht gleich aus. So erntest Du auch nicht prompte Häme, falls es - was ja eigentlich normal ist - halt nicht ganz so reibungslos geklappt hat. Wenn dann aber doch, behalt es für Dich.

Meine Mutter bekam neulich ganz große Augen, als in meiner Küche ein Geschirrspüler stand. Wahrscheinlich dachte sie tatsächlich, dass eine 36-Jährige nicht dazu in der Lage wäre. Sie ist bis heute sprachlos.

Dieses Erlebnis hatte ich schon des öfteren. Meinem Bruder, der nicht ganz so konsequent wie ich ist, gelingt das leider nicht ganz so. Er lässt sich emotional wohl lieber fertig machen. Weißt Du, negative Aufmerksamkeit ist auch eine Form von Liebe. Bei kleineren Kindern erlebt man das sehr häufig. Und wie Du jetzt selber durchmachen musst - auch bei Eltern, die anscheinend nicht loslassen können.

Ich wünsche Dir die Gewissheit, dass Du ein wertvoller Mensch bist, der sich auch von den eigenen Eltern nicht alles gefallen lassen muss. Aber ich wünsche Dir auch den festen Glauben daran, dass Blut eben dicker als Wasser ist. Sei milde mit Deinem Vater; denn ER hat ein Problem, nicht DU. Zeige ihm Deine bedingungslose Liebe, aber lass Dich nicht weiter erpressen.

Alles Gute,
Jana

Huhu!

Soll ich den alten Mann in ruhe lassen, denn er ist mit 53
Jahren kaum zu ändern?

Nja, offensichtlich kannst du es nicht ignorieren, weil es dir absolut auf den Keks geht. Und wenn er mit 53 Jahren nicht mehr imstande ist, sich zu ändern ist, wäre das sehr schade …

Oder soll ich einfach eine schlagfertige Antwort parat haben?

Mach ihm einfach deutlich, was du von seinen Antworten hälst.
Das muß ganz eindeutig nicht in der Form von „Komm Papi, wir müßen reden!“ mit Kaffee und Kuchen sein (das hat erfahrungsgemäß auf Zyniker eher den gegenteiligen Effekt), sondern kann durchaus auch in Form von schlagfertigen Antworten passieren. Z.B.:Wenn du dich nicht freust, das ich nach hause komme, brauche ich das ja nicht mehr zu tun.

Oder was auch immer, dir fällt bestimmt was ein.

Grüßlis!
Scrabz aka Philipp (aka Drache)

Hallo Stefan,

nicht schlagfertige Antworten bringen Dich weiter, sondern einfach die Zeit. Du schreibst, Du bist seit einem Jahr von zuhause weg. Warte ab, wie sich das entwickelt. Du wirst selber Dein Leben in die Hand nehmen, mehr und mehr. Und irgendwann verstummen sie dann, die Besserwisser. Weil sie sehen, dass Du auch sehr gute ohne Ratschläge zurechtkommst. Ich kann Dir nur raten: Sieh es gelassen. Suche keine Konfrontation. Schau auf das, was Du Dir selber aufbaust. Und im Zweifelsfall: Dolle Sprüche wie „Ich habs doch gleich gesagt“ ignorieren.

Viele Grüsse
Anna

hi elke,

ach was, mir wurde dieses jahr erklärt:
ab 25 hat man doch keinen sex mehr, es geht unweigerlich abwärts und mit 30 wäre man praktisch tot!
derjenige ist 19 jahre alt und eben selten bescheuert.
dankenswerter weise wird er seine blödheit nicht vererben.

strubbel
B:open_mouth:)

Bin seit über einem Jahr aus einer autoritären Erziehung raus
und bin eigenständig.

[…]

Auf jeden Fall bin nach 20 km von Eltern umgezogen, Vater
sagte:
Zu weit von uns, da du sowieso jeden Tag zu uns kommst.

Nach zwei Monaten bin ich oft geschäftlich unterwegs in diesem
Ort und, wenn ich schon mal da bin, fahre bei denen ab und zu
vorbei (essen u.s.w.).

die nächsten 10 male, wenn du geschäftlich dort zufällig (?) unterwegs bist, hast du zufällig keine zeit für einen besuch. und wenn doch, dann schaust du kurz rein, wünscht ihnen was gutes und zischst ab, da du zum essen bei mami und papi keine zeit hast, sondern als erwachsener mann dir selber was machst/kaufst/schon mit kollegen gegessen hast.

gruß
datafox

Meine Grossmutter fiel beim
Kirschenpflücken von der Leiter. Mit 85. Und als die
73-jährige Nachbarin sich darüber mokiert hat, dass sie
überhaupt noch eine Leiter betritt…

sitzen zwei ältliche damen im bus, auf dem weg zurück vom friedhofsbesuch. die eine nimmt ihr schminkzeug heraus und beginnt sich zu verschönern. meint die andere: „wie alt sind sie denn?“ - „85!“ - „und da schminken sie sich noch?“ meint die erste: „na, wie alt sie sie denn?“ - „95!“ - „und da fahren sie noch nachhaus?!“

gruß
datafox

Gelassenheit zeigen
Hallo,

bleib gelassen, was auch kommt!

Kinder werden schneller erwachsen, als Eltern das begreifen. Das geht mir jedenfalls so. Sei nachsichtig mit deinem Papa! Er muss erst lernen, ohne dich zu leben, er muss dich frei lassen. Ach glaub mir, für uns Eltern ist es so schön, wenn die erwachsenen Kinder kommen und das ganz einfache von uns erbitten: Was zu essen, was zu trinken, ein offenes Ohr für ihre Sorgen! Stell dir vor, wie bitter es sein muss, wenn die Eltern nicht mehr gebraucht werden?

LG, Karin

Hallo Stefan,

Hallo Psychologen,

das bin ich nicht - darf ich trotzdem antworten :wink: ?

Ich bin gut 10 Jahre älter als Du - und meine Eltern rund 10 Jahre älter als Dein Vater. Direkt nach dem Abi bin ich von daheim ausgezogen, also schon recht lange unabhängig - theoretisch. Meine Eltern sind mehr als autoritär, wer eine andere Meinung hat als sie, der irrt sich - IMMER.

Soll ich den alten Mann in ruhe lassen, denn er ist mit 53
Jahren kaum zu ändern?

Auch wenn ich selbst immer wieder mal den Drang habe, meine Eltern zu ändern - es ist chancenlos. Im übrigen glaube ich, dass das nur bedingt eine Altersfrage ist, meine Eltern waren schon immer allwissend und resistent gegen Ratschläge ihrer Mitmenschen.

Am allerbesten geht es mir mit meiner aktuellen Strategie: Ich gebe meinen Eltern einfach recht *ggg*. Wenn sie mal wieder feststellen, dass ich dringend zum Friseur gehen müßte, erkläre ich nicht mehr, dass ich das in meinem Alter selbst entscheide, keine Zeit hatte und das im übrigen eine Frechheit sei, sondern frage eher noch, wie es denn gut aussehen würde. Erklärt mein Vater mir die einfachsten kaufmännischen Dinge (ich bin seit Jahren selbständig…), höre ich brav zu. Wird meine unfähige Kindererziehung bemängelt, frage ich nach Tipps (es kommt nix außer der Tracht Prügel).

Innerlich schalte ich natürlich auf Durchzug. Aber es ist tatsächlich stressfreier, wenn man sie reden läßt und es nicht an sich heranläßt. Ich gebe allerdings zu, dass ABSTAND dazugehört - ich sehe meine Eltern trotz geringer Entfernung (ca. 15 km) nur alle paar Wochen.

Mein Verständnis sei Dir gewiss :wink:

Alles Gute wünscht

Inselchen

Hallo Stefan

Soll ich den alten Mann in ruhe lassen, denn er ist mit 53
Jahren kaum zu ändern?

Du hast aber einen jungen Vater! Alter Mann??? Der ist ja jünger als ich! Und ich bin schon ziemlich jung! :wink:
Aber mal abgesehen davon: Ich finde (wie Du ja offenbar auch), dass Du Dir diese Scheiße nicht anhören musst. Mi anderen Worten - geh ruhig in die Konfrontationn rein. Die „Alten“ müssen lernen, dass sie sich nicht einfach nur aufs Ruheteil zurückziehen können und blöde Sprüche machen.

Oder soll ich einfach eine schlagfertige Antwort parat haben?

Sagen wir mal so: Du solltest „auf dem Sprung sein“, aufmerksam sein wie ein guter Indianer auf dem Kriegspfad. „Awareness“ ist also angesagt!
Wenn er z.B. mir das gesagt hätte, nachdem ich hin und die Mutter besuche, dann hätte ich spontan vielleicht gesagt: "Na, jetzt rate mal, warum ich wieder mal hier vorbeischaue. " und wenn er dann mit den Schultern zuckt, weiter: „Weil ich mich um Euch/Dich kümmere. Weil ich meinen armen, alten Vater nicht einsam in seinem Lebensabend hier hocken lassen wlll“ …o.ä. - einfach die Herausforderung annehmen!
Gruß, Branden