Hallo Psychologen,
Mein Vater ist danach immer der Klügste.
Bin seit über einem Jahr aus einer autoritären Erziehung raus und bin eigenständig. Egal worum es geht, Wohnungsuche oder Autokauf, gibt mir mein Vater in einer besserwisserischer Form Tipps.
Man kennt ja solche Leute, die vor allem neuen im Leben Angst haben, weil sie eine negative Erfahrung gemacht haben, oder sich es einfach nicht zurtauen. Was sie dem anderen nicht zutrauen, raten sie es ihm ab und wenn er es trotzdem macht und darin scheitert haben sie es von vornerein gewusst. ,Habe ich es dir nicht gesagt?!!" …kotz…
Auf jeden Fall bin nach 20 km von Eltern umgezogen, Vater sagte:
Zu weit von uns, da du sowieso jeden Tag zu uns kommst.
Ich:
Wieso sollte ich jedentag kommen?
Vater:
Siehst du dann…
…nach dem Motto, du bist noch nicht selbstständig genug…
Nach zwei Monaten bin ich oft geschäftlich unterwegs in diesem Ort und, wenn ich schon mal da bin, fahre bei denen ab und zu vorbei (essen u.s.w.).
Vater:
Na, hab ich es dir nicht gesagt!?!
Das ist ein klassischer Beispiel, der meine Lage widerspiegelt.
Wir haben zwar einen guten Verhältnis, aber die Rechtfertigungen und Schuldgefühle, die daraus entstehen, bauen mich einfach ab.
Der Drang ihm das Gegenteil zu beweisen (dass ich ein eigenes und ausreichendes Verständnis habe) bringt mich manchmal sogar dazu, Dinge zu tun, die ich sonst nie tun würde(irrational). Sachen, die er mir abrät. Die ich aber tue, um ihm zu zeigen, dass ich mal EIGENSTÄNDIG HANDELE UND ERFOLG HABEN WERDE.
Teufelskreis? oder gehe ich zu sentimental an die Sache ran?
Soll ich den alten Mann in ruhe lassen, denn er ist mit 53 Jahren kaum zu ändern?
Oder soll ich einfach eine schlagfertige Antwort parat haben?
Danke für die Mühe den Text zu ende gelesen zu haben!
Verständnis und schmeichelnde Antworten bevorzugt. 
Stefan
