Nicht schlagfertig aber immerhin Antwort *fg
Hallo Stefan,
vorab erst mal, Eltern sind immer Eltern und selbst wenn Du 60 bist, ist dein Vater, dein Vater. Ich glaube Eltern fühlen sich immer verpflichtet sich um die Kinder zu sorgen. Das merke ich einerseits daran, dass ich Tochter bin, andrerseits daran, dass ich Mutter bin.(und in der Rolle geht es mir nämlich genauso, ich will meinen mittlerweile erwachsenen Sohn vor Schaden bewahren)
Ich gehe mal davon aus, dass Du im Prinzip ein gutes Verhältnis hast und nicht den Kontakt brechen willst. sonst wäre deine Anfrage ja ganz überflüssig. Ich gehe weiterhin davon aus, dass Dein Vater nur Dein Bestes will und Dich vor Schaden bewahren. (so sind Eltern nun mal)
Ich kenne jetzt euer Verhältnis nicht, aber…
hast Du mal versucht, Deinen Vater um Rat zu fragen? Also in einzubinden, wenn Du irgendeine entscheidung zu treffen hast, frag ihn mal, was hältst du denn davon? Um beim Beispiel Autokauf zu bleiben, frag ihn, was er für das bessere Modell/Fahrzeug hält. Hör ihn Dir an, und dann triff Deine Entscheidung selber. Einen Rat (egal von wem) sich anzuhören hat noch nie geschadet. Du musst ja nicht das Auto, das er für das bessere hält, auch kaufen. Vielleicht ist es wichtig für ihn, dass er „eine wichtige Stimme hat“ das Du das, was er zu sagen hat, auch hören möchtest.
Ich habe, als junge Erwachsene zu meiner Mutter gesagt, „ich will aber meine eignen Fehler machen“.
Allerdings war es auch so, wenn ich wirklich in Not war, und das kam schon vor, dass ich auf Hilfe meiner Mutter, in ihren Möglichkeiten auch bauen konnte.
Wenn er einen Satz sagt, wie „das hab ich doch gleich gesagt“, gerade dann, wenn auch was passiert ist… würde ich sagen „so ein dummes Gespräch fehlt mir jetzt gerade noch“
und wenn er mal wieder sagt „hab ich das nicht gleich gesagt“ wenn Du die Eltern besuchst, weil du sowieso gerade in der Gegend bist, würde ich ihn ernsthaft fragen, ob es ihm denn lieber sei, dass du nicht mehr vorbeischaust, nur um zu beweisen, dass du auf eignen Füssen stehen kannst, und es wirklich nur so ist, dass Du das gleich verbindest. Ich würde schon sagen, wenn du das noch einmal sagst, dann fahre ich das nächste mal weiter.
Ich glaube nämlich nicht, dass er das wirklich will. Und ich denke, dass er sich sogar freut. Sag ihm doch einfach, dass Dich das nervt. Hast Du das schon mal probiert? Evtl. ist ihm das ja gar nicht bewusst.
Bin seit über einem Jahr aus einer autoritären Erziehung raus
und bin eigenständig. Egal worum es geht, Wohnungsuche oder
Autokauf, gibt mir mein Vater in einer besserwisserischer Form
Tipps.
Oder zieh ihn auf… mit so Sätzen wie „jawohl Herr Oberschullehrer“ oder „Sir, ja Sir“ vielleicht wird ihm das bewusst, wie überflüssig das ist.
Kommt natürlich sehr drauf an, wie euer Verhältnis ist und welcher Typ Dein Vater ist.
oder probiers mit nem Satz… „weisst Du, das hilft mir jetzt auch nicht weiter“
Hinterher ist jeder schlauer, ist ja auch nicht so schwer. Hinterher weiss man, wie man es richtig hätte machen sollen. Aus den Fehlern zu lernen und sie nicht immerwieder auf gleiche Art zu machen, das ist erwachsen werden. Hat Dein Vater nie Fehler gemacht? Sprich ihn drauf an?
Und wenn nix nützt, dann würde ich wirklich drohen, nie mehr zu kommen. Ich glaube nicht, dass er das wirklich will.
Man kennt ja solche Leute, die vor allem neuen im Leben Angst
haben, weil sie eine negative Erfahrung gemacht haben, oder
sich es einfach nicht zurtauen. Was sie dem anderen nicht
zutrauen, raten sie es ihm ab und wenn er es trotzdem macht
und darin scheitert haben sie es von vornerein gewusst. ,Habe
ich es dir nicht gesagt?!!" …kotz…
ja, das verstehe ich, aber es ist doch auch eine Form, dass Eltern ihre Kinder vor Schaden bewahren wollen. Dass Eltern da manchmal vielleciht auch übers Ziel hinausschiessen, das scheint bei Dir so zu sein.
Wieso sollte ich jedentag kommen?
Vater:
Siehst du dann…
Ich denke, es ist auch für Deine Eltern nicht leicht, dass du flügge geworden bist. Ich weiss nciht, ob noch Kids zu hause sind, aber gerade wenn du das erste (hat man ja noch nie erlebt) oder das letzte bist, das flügge wird, damit haben (zugegebener weise wohl eher die Mütter) die Eltern Probleme.
Ich habe mein Kind absolut nicht autoritär erzogen. Er steht jetzt auch davor, dass er ausziehen möchte und mir ist schon himmel angst und bange… kann er überhaupt autofahren, ohne dass ich ihm sage „fahr vorsichtig“. Natürlich kann er es, ich weiss das, und er weiss es auch, aber das Gefühl, ihn nicht mehr beschützen zu können, wenn er weg ist. und sei es nur in der Parallelstrasse. Da muss sich eine Mutter erst mal dran gewöhnen und deinem Vater geht es bestimmt nicht anders. Lass ihm Zeit, sich dran zu gewöhnen, aber lass Dich nicht beeindrucken. Wenn es nervt, dann steh auch mal auf und gehe. Vielleicht wird ihm sein Verhalten dann bewusst.
Nach zwei Monaten bin ich oft geschäftlich unterwegs in diesem
Ort und, wenn ich schon mal da bin, fahre bei denen ab und zu
vorbei (essen u.s.w.).
Vater:
Na, hab ich es dir nicht gesagt!?!
antworte was witziges… wie z.B… Deine Frau ist so eine unglaublich gute Köchin, wer kann dazu schon nein sagen …
Wir haben zwar einen guten Verhältnis, aber die
Rechtfertigungen und Schuldgefühle, die daraus entstehen,
bauen mich einfach ab.
Das darfst Du nicht zulassen, du schadest Dir nur damit. Rechtfertige dich nicht, du bist als erwachsener Mensch niemandem Rechenschaft schuldig. Du kannst was erzählen, aber du musst Dein Tun und Lassen nicht rechtfertigen. Und lass Dir bloss keine Schuldgefühle einreden. Das ist übel, sich mit Schuldgefühlen rumzuplagen.
Der Drang ihm das Gegenteil zu beweisen (dass ich ein eigenes
und ausreichendes Verständnis habe) bringt mich manchmal sogar
dazu, Dinge zu tun, die ich sonst nie tun würde(irrational).
Das ist albern. Und gerade wenn Du mit so einer Aktion dann ne Bauchlandung machst, giesst du doch nur Öl ins Feuer, weil Du zeigst, dass Du nicht erwachsen bist.
Aber ich kann das verstehen… so nach dem Motto, jetzt erst Recht.
Teufelskreis? oder gehe ich zu sentimental an die Sache ran?
Soll ich den alten Mann in ruhe lassen, denn er ist mit 53
Jahren kaum zu ändern?
Oder soll ich einfach eine schlagfertige Antwort parat haben?
Das Spiel wird solange gespielt, solange Du mitspielst. Steig aus. Wie schon einige erwähnten, du kannst nie andre Menschen ändern, egal ob alt oder jung. Aber Du kannst Grenzen aufzeigen und auf deren Einhaltung bestehen. Eben auch mal gehen.
Als ich damals ausgezogen bin (ja, unglaublich, ich war auch mal jung) habe ich auch meine Eltern oft besucht, und ich bin dann auch gegangen. Ich hab gesagt, ich gehe jetzt, sonst gibts doch nur Krach. Irgendwann hat meine Mutter (bei mir wars halt die Mutti) keinen Streit mehr provoziert, zumal ich auch gedroht habe, dass ich nie wieder komme, weil mirs einfach reicht.
Ich hoffe es war irgendwas dabei, wo Dir zumindest einen Ansatz liefert.
Grundsätzlich würde ich aber davon ausgehen, dass Dein Vater Dein Bestes will. Ich würde von daher nicht so ran gehen, es ist ein Kampf. Und wenn er mal schätzt… dann lass ihn halt schwätzen…
Ich erinnere mich grad… früher hab ich oft mit meiner Mutter telefoniert und den Hörer weggehalten. Ich hörte zwar nicht was sie sagt, aber man hört schon, dass was gesagt wird. Irgendwann hab ich dann mal wieder gehört… mal weggelegt und irgendwann dann… ja Mama, ich muss jetzt aber noch eh bisserl was tun…
Nimm ihn nicht zu ernst, aber lass Dich auch nicht platt machen. Das schaffst Du schon, haben Millionen andrer Kids vor dir auch geschafft. *zwinker
Grüße
Sarah