Schlechte Ernährungsgewohnheiten des Partners

Hallo, liebe www-ler,

ich bin mit meiner Freudin (44) seit ca. acht Monaten zusammen, seit kurzem in gemeinsamer Wohnung. Ich bin sehr glücklich mit meiner Freundin und unsere Partnerschaft funktioniert auch sehr gut. Worüber ich nicht glücklich bin, sind ihre Ess- und Ernährungsgewohnheiten. Sie hat vor einigen Jahren wegen psychischer Probleme massiv zugenommen, hat aber im Jahr vor unserem Kennenlernen wieder 27kg Gewicht verloren. Ich selber halte mein Gewicht seit vielen Jahren und versuche mich (einigermassen) gesund und ausgewogen zu ernähren, also Vollkorn- und Milchprodukte, Gemüse, Salat, Geflügel, wenig Zucker, wenig Fett, wenig Schweinefleisch. Ich nasche auch schon mal, aber alles in Maßen. Sie dagegen frühstückt Schokocroissants (mit Salami!), nichts vollwertiges, kein Obst, wenig Gemüse. In der Küche verwendet sie kein Olivenöl, macht aber viel Überbackenes mit Käse. Im Vorratsschrank sind immer mindestens zwei Tüten Gummibärchen, dazu Schokolade, Kekse, etc. Heute morgen entdeckte ich eine Tüte Erdnussflips (aber immerhin ‚light‘!). Ich spiele zweimal in der Woche Basketball, sie geht alle drei Monate 30 Minuten walken.

Auf das Thema angesprochen, meinte Sie nur, sie hätte früher noch viel mehr gegessen und ich solle froh sein, dass sie auf diesem Level wäre und nicht noch viel mehr esse. Sie ist zur Zeit zu Hause, macht den Haushalt und ich denke, dass sie Langeweile hat und somit viel Zeit, um an den Vorratsschrank zu gehen. Meine vorsichtigen Versuche, sie zu ein wenig Sport zu motivieren, ware bislang erfolglos.

Wie kann ich vorgehen, um sie ein wenig zum Umdenken zu bringen? Ich möchte nicht, dass unsere Beziehung daran zerbricht, dafür ist mir der Preis zu hoch. Noch mal klar gesagt: ich möchte kein schlankes Modell ohne Rundungen, aber mir ist es halt wichtig, dass sie mehr auf Ihre Ernährung achtet, um etwas für Ihre Gesundheit zu tun. Ich will mich auch nicht ständig als Gesundheits- oder Moralapostel aufführen, sondern sie zum Nachdenken über Ihr Essverhalten bringen. Bin gespannt auf Eure Gedanken und Ratschläge!

Achim

Hallo,

aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Du wirst sie nicht überreden können, eine Ernährungsumstellung muss sie selbst wollen. Mit sachlichen Argumenten kommt man da nicht weit, sondern erreicht oft nur Trotzreaktionen, die zu Frust führen, und Frust führt oft zu Fressattacken. So landet man in einem Teufelskreis. Je nach Ausprägung ist das Leben mit einem Ess-Süchtigen ähnlich wie mit einem Alkoholiker oder Junkie.

Du könntest aber z.B. wochenweise für Euch beide leichte Vollwertgerichte kochen. Weiterhin gibt es evtl. eine sportliche Aktivität (außer Sex :smile:, die Ihr beide zusammen unternehmen könnt, vielleicht so etwas wie Joga, Pilates, Tanzen oder Tai-Chi.

Gruß,

Myriam

Ich will mich
auch nicht ständig als Gesundheits- oder Moralapostel
aufführen, sondern sie zum Nachdenken über Ihr Essverhalten
bringen.

  1. könntest Du gelegentlich kochen und versuchen, sie so auf „deinen Geschmack“ zu bringen.
  2. könntest Du mit Ihr gemeinsam Sport betreiben (zB Wandern, Schwimmen, was halt Spaß macht).

Mit anderen „Bekehrungsversuchen“ wäre ich sehr vorsichtig - IMHO ist Essen in erster Linie Geschmackssache.

LG
Stuffi

Hallo Achim,

Bin gespannt auf Eure Gedanken und Ratschläge!

schau doch mal ins Eltern-Kind-Brett. Dort finden sich im Archiv sicher massenhaft Tipps und Ratschläge, wie Du Deine ungezogene Freundin dazu bringst, in Deinem Sinne zu funktionieren.

Gruß Yasmin

Hallo,

Bin gespannt auf Eure Gedanken und Ratschläge!

Versuche nicht einen Menschen zu ändern, das wird nicht klappen.

Gruß

Nordlicht

hi achim,

ich glaube nicht, dass man einen menschen ändern kann. deine freundin muss selbst darauf kommen, dass ihre lebensqualität höher wäre, wenn sie etc…

ich hatte auch mal einen freund, der keinen sport machte und sehr gerne ungesunde dinge ass (pommes, mayo, flips und so). er war zwar nicht dick, aber nahm doch kontinuierlich zu. ich selber esse sehr gesund. und obwohl er meine haltung sehr bewunderte, schaffte er es nie, sich zu ändern. ich hab ihn auch nie gedrängt, da ich finde, dass er selbst für seinen körper verantwortlich ist.

mittlerweile sind wir nicht mehr zusammen, und, oh wunder, hat er es auf einmal geschafft, wieder sport zu machen, sich gesund zu ernähren und auf seinen körper zu achten. irgendwie find ich das lustig. war es trotz? oder ist es, weil er wieder single ist? ich weiss es nicht…

grüssli,
coco

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo!

Wie wär’s mit abwechselnd kochen, jeder auf seine Art und Weise, dabei natürlich auf das eingehend, was der Partner mag/ gar nicht mag?

Ansonsten einfach das Wunschessen für jeden vorrätig haben und dem anderen einfach mal die eigene Nascherei oder was auch immer anbieten?

Intuitiv würde ich sagen, daß sich manche Eurer Gewohnheiten einander annähern werden…
Und ansonsten kann ich nur sagen, daß ich niemals nicht auf Kommando meines Liebsten sofort alle Gummibärchen und Schokolade in Rohkost umtauschen und damit für immer glücklich sein würde (überspitzt formulitert, sicher :smile: ) Also akzeptiere sie, wie sie ist, laß Deine Ernährungsgewohnheiten in Euer Leben einfließen und genieße selbiges!

Wenn Ihr gemeinsam zu betreibenden Sport findet, umso besser - wenn nicht, lebe damit, daß sie dem nicht soviel abgewinnen kann wie Du :smile:

Grüßle
Kari

Ernährungsgewohnheiten des Partners
hallo achim,

du möchtest die aus deiner ideologischen sicht „richtigen“ form der ernährung durchsetzen, blickst auf deine partnerin in dieser hinsicht hinab.
aber, fast alles, was wir aus heutiger sicht über das thema wissen, ist ideologie und dient interessen wirtschaftlicher art. ob es vollkornideologie in deutschland ist oder anderes, es gibt keinerlei beweise, daß diese lebensformen zu mehr gesundheit führen. dieses ist auch nicht möglich.
aber du kannst positive angebote machen, da essen mehr als ernährung ist. gemeinsames kochen und dabei vorlieben unter ein dach bringen, wäre ein anfang.
einen partner jedoch erziehen zu wollen, halte ich für ein untaugliches vorgehen. aber geschmack kann man trainieren, auch den eigenen.

strubbel
W:open_mouth:)

Hallo,

auch ich bin mit so einem Müslimonster verheiratet. Vollkorn hier Vollkorn da. Mehl muss sie sich selber mahlen, auch wenn das Getreide fünf mal so teuer ist wie fertiges Mehl. Die Reiswaffeln müssen BIO sein, und für das selbst gemachte Nubello braucht man natürlich Bio-Erdnußmus das Gläschen zu 6€ aus dem Reformhaus. Öffnet man ein Tütchen, kommt sofort der Schreckensschrei CHEMIE und Panik macht sich breit.

Inzwischen hasse ich alles wo Vollkorn oder Bio draufsteht, teilweise ist es nichts anderes als Volksverdummung.

Weißt Du, wie solche Menschen als Partner nerven können.

Gruß

hartmut

Hi Achim,

mein Rat,lass sie doch essen was sie möchte.;o)

Wenn man jemanden liebt,liebt man ihn doch gerade, weil man ihn liebt wie er/sie ist,oder?

Mein Mann futtert Nachts Kekse,krapsel,krapsel…ist viel nerviger,aber lieben tue ich ihn trotzdem,deswegen lass ich ihn seine "schlechte"Angewohnheit.;o)

Auch gehe ich meist allein joggen/spazieren,ist doch nicht schlimm,nimm ja den Hund mit.*g

LG Biene

Hallo,

deine freundin muss selbst darauf kommen, dass ihre lebensqualität
höher wäre, wenn sie etc…

Genau das ist doch der Knackpunkt. Ist ihre Lebensqualität objektiv dadurch höher?
Wenn ja, ist sie auch subjektiv höher?
Ich glaube es nicht, aber bitte jetzt keine Ernährungsdiskussion (die gehört nicht in dieses Brett).

Gruß
Jörg

Hi,

wie hast du deine Freundin kennengelernt? Mit anderen Essgewohnheiten oder so, wie sie ist? Eben! Lass sie so oder such dir eine andere, aber fang nicht an, dir deine „Traumfrau“ heranerziehen zu wollen.

Gruß
Cess

hi,

diese frage kann nur sie selbst beantworten. die meisten menschen, die auf einen gesunden lebensstil umstellen, empfinden dies langfristig als steigerung. aber ob das für sie persönlich so ist, kann nur sie selbst rausfinden… und es kann es ihr auch niemand aufschwatzen… jeder ist ja für sein glück selbst verantwortlich…

grüsse,
coco

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Achim,

wir haben gerade zu Abend gegessen. Er seine Tortellini mit wirklich guter Tomatensauce aus dem Glas mit selbstangemachtem Salat, ich Spiegeleier von freilaufenden Hühnern mit Pumpernickel und dazu eine große Portion Gemüse, gemischt gekocht und roh mit Erdnussöl und weißem Balsamico.
Ok, mein Freund ist schon sehr einsichtig und für seine Verhältnisse auch sehr aufgeschlossen für Neues. Aber es funktioniert nur über gemeinsam kochen, ausprobieren, was ihm noch schmecken könnte und was ihm wie bekommt.
Wenn wir jetzt auswärts essen und dann „ungesünder“ essen, halt normal… dann geht es ihm hinterher schlecht. Die Verdauung stockt, es drückt und die Haut wird schlechter u.s.w. Dann will er von sich aus unser Essen wieder haben! So weit sind wir schon.
Wir gönnen uns also bewusst Ausnahmen und ernähren uns ansonsten sehr gut. Und unsere Lebensqualität ist höher dadurch. Das weiß man erst, wenn man es länger ausprobiert und dabei bemerkt, wie manche Symptome verschwinden und dann auch lernt, wie man sich trotzdem sehr leckeres Essen machen kann.

Vielleicht hat sie ja auch Symptome, wie Schlafstörungen, Gelenkschmerzen, Verdauungsstörungen, Sodbrennen o.ä. Dann könnte man anregen, dass sie zumindest versuchen sollte mal auf Dinge zu verzichten und wenn es Ihr dann besser geht, dann wird sie von selbst darauf kommen, dass sie den besseren Zustand immer haben könnte!

Aber umerziehen ist nicht, das bringt nur Frust.
Gemeinsam kochen und ausprobieren, wie alles in Wasser anbraten, mit Knobi und Ingwer, sowie Chili ist z.b. sehr lecker. Oder dann auch mal gemeinsam schlemmen.

Viel Glück!
Kathy

ich bin mit meiner Freudin (44) seit ca. acht Monaten
zusammen, seit kurzem in gemeinsamer Wohnung. Ich bin sehr
glücklich mit meiner Freundin und unsere Partnerschaft
funktioniert auch sehr gut. Worüber ich nicht glücklich bin,
sind ihre Ess- und Ernährungsgewohnheiten. Sie hat vor einigen
Jahren wegen psychischer Probleme massiv zugenommen, hat aber
im Jahr vor unserem Kennenlernen wieder 27kg Gewicht verloren.
Ich selber halte mein Gewicht seit vielen Jahren und versuche
mich (einigermassen) gesund und ausgewogen zu ernähren, also
Vollkorn- und Milchprodukte, Gemüse, Salat, Geflügel, wenig
Zucker, wenig Fett, wenig Schweinefleisch. Ich nasche auch
schon mal, aber alles in Maßen. Sie dagegen frühstückt
Schokocroissants (mit Salami!), nichts vollwertiges, kein
Obst, wenig Gemüse. In der Küche verwendet sie kein Olivenöl,
macht aber viel Überbackenes mit Käse. Im Vorratsschrank sind
immer mindestens zwei Tüten Gummibärchen, dazu Schokolade,
Kekse, etc. Heute morgen entdeckte ich eine Tüte Erdnussflips
(aber immerhin ‚light‘!). Ich spiele zweimal in der Woche
Basketball, sie geht alle drei Monate 30 Minuten walken.

Auf das Thema angesprochen, meinte Sie nur, sie hätte früher
noch viel mehr gegessen und ich solle froh sein, dass sie auf
diesem Level wäre und nicht noch viel mehr esse. Sie ist zur
Zeit zu Hause, macht den Haushalt und ich denke, dass sie
Langeweile hat und somit viel Zeit, um an den Vorratsschrank
zu gehen. Meine vorsichtigen Versuche, sie zu ein wenig Sport
zu motivieren, ware bislang erfolglos.

Wie kann ich vorgehen, um sie ein wenig zum Umdenken zu
bringen? Ich möchte nicht, dass unsere Beziehung daran
zerbricht, dafür ist mir der Preis zu hoch. Noch mal klar
gesagt: ich möchte kein schlankes Modell ohne Rundungen, aber
mir ist es halt wichtig, dass sie mehr auf Ihre Ernährung
achtet, um etwas für Ihre Gesundheit zu tun. Ich will mich
auch nicht ständig als Gesundheits- oder Moralapostel
aufführen, sondern sie zum Nachdenken über Ihr Essverhalten
bringen. Bin gespannt auf Eure Gedanken und Ratschläge!

Achim

Hi,

Gemeinsam kochen und ausprobieren, wie alles in Wasser
anbraten,

Wie geht das: In Wasser anbraten?

Gruß,

Anja

In einer beschichteten Pfanne, ganz ohne Fett.
Wer dennoch nicht auf ein klein wenig Beigeschmack verzichten möchte, kann dazu statt Wasser auch etwas Gemüsebrühe verwenden.

Außerdem eignet sich zur Fleischzubereitung auch sehr gut Bratschlauch,Römertopf oder Brat- oder Backfolie (sieht aus wie Alufolie, eine Seite ist schwarz beschichtet).

Viele Grüße
Flotte Lotte

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi Anja,

geht auch in einer nicht beschichteten Pfanne sehr gut. Einfach immer eine kleine Schicht Wasser drin lassen.
Wir machen darein Knobi und Ingwer frisch gepresst. Ingwer nimmt den Durst und den Geruch vom Knobi weg. Würzen dann viel mit Chili, dezent, und Kräutern.
Wir haben festgestellt, das Fisch und Geflügel uns so viel besser schmecken, als in Öl angebraten. Das einzige, wozu ich Öl nehme, sind meine Spiegeleier, aber da reicht 1 EL. Ein paar EL gutes Öl am Tag sind sowieso wichtig, wegen der Fettsäuren.

Gruß
Kathy

Gemeinsam kochen und ausprobieren, wie alles in Wasser
anbraten,

Wie geht das: In Wasser anbraten?

Gruß,

Anja

Hi,

In einer beschichteten Pfanne, ganz ohne Fett.
Wer dennoch nicht auf ein klein wenig Beigeschmack verzichten
möchte, kann dazu statt Wasser auch etwas Gemüsebrühe
verwenden.

Ich bin da eher der „Klassiker“, was Kochen betrifft
http://www.lebensmittellexikon.de/b0000170.php
Man mag es ja nennen, wie man will, aber mit „braten“ hat das nix zu tun.

Gruß,

Anja

Hallo,

es gibt keinerlei beweise, daß diese lebensformen zu mehr
gesundheit führen. dieses ist auch nicht möglich.

* Häufigste Todesursachen in den USA und Westeuropa: Herz-Kreislauf-Krankheiten
* Zweithäufigste Todesursachen in den USA und Westeuropa: Krebs
* Wahrscheinlichkeit für einen Tod durch Herzinfarkt bei Fleischessern: 50%
* Wahrscheinlichkeit für einen Tod durch Herzinfarkt bei Vegetariern: 15%
* Wahrscheinlichkeit für einen Tod durch Krebs bei Fleischessern: 24%
* Wahrscheinlichkeit für einen Tod durch Krebs bei Vegetariern: 8%
* Wahrscheinlichkeit für einen Tod durch Herzinfarkt und Krebs zusammen bei Vegetariern (Vegetarier, die auch keine Eier und Milchprodukte essen): unter 6%
* Senkung der Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarktes durch Reduzierung des Verzehrs von Fleisch, Eiern und Milchprodukten um 10%: 9%
* Senkung der Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarktes durch Reduzierung des Verzehrs von Fleisch, Eiern und Milchprodukten um 50%: 45%
* Heilungsquote bei Neurodermitis durch tiereiweißfreie Rohkost und Naturheilverfahren: 80-100%
* Gesundheitszustand von Veganern nach Studien der National Academy of Sciences (USA): überragend
* Prozentsatz der fleischessenden Mütter mit DDT in ihrer Muttermilch: 97%
* Prozentsatz vegetarisch lebender Mütter mit DDT in der Muttermilch: 8%
* Prozentsatz vegan lebender Mütter (völlig ohne tierische Nahrung) mit DDT in der Muttermilch: 1,1%
* Durchschnittliche Belastung der Muttermilch mit Umweltgiften bei „normalen“ Müttern im Vergleich zu Vegan-Müttern: 35mal höher
* Viele Spitzenathleten leben heute vegetarisch

aber du kannst positive angebote machen, da essen mehr als
ernährung ist. gemeinsames kochen und dabei vorlieben unter
ein dach bringen, wäre ein anfang.
einen partner jedoch erziehen zu wollen, halte ich für ein
untaugliches vorgehen. aber geschmack kann man trainieren,
auch den eigenen.

unterschreib

Gruss Helmut

1 „Gefällt mir“

Hallo, liebe www-ler,

bei mir war es genau umgekehrt. Ich wollte gesundes leckeres Essen auf den Tisch stellen, aber bei ihm mussten die Sahnesoßen dazu oder er wollte Aufläufe mit extra viel Käse. Am Wochenende immer Kuchen, natürlich kein Obstkuchen mit Hefeteig sondern mit Rührteig und möglichst noch Pudding dazwischen oder direkt ins Cafe und Marzipantorte essen. Abends vor dem Fernseher mussten immer Chips, M+M oder Toffifee da sein.

Bei uns war es sogar so, dass ich abends nichts Süßes wollte und er mir die Sachen vor die Nase hielt und fragte, ob es nicht lecker duftet und ich nicht doch was will. Und wenn ich mal einen reinen Gemüseauflauf machen wollte, dann kam „Du immer mit deinem gesunden Kram“. Er hat 1 Jahr Fitness-Studio bezahlt, ist aber höchstens 3x dort gewesen und wenn ich allein gehen wollte, hat er mir ein schlechtes Gewissen eingeredet.

Letztendlich hatten wir beide zugenommen.
Heute … 2 Jahre nach der Trennung (hatte aber nix mit dem Gewicht zu tun) haben wir beide Normalgewicht. Ich denke, es ist einfach so ein Schalter im Gehirn und solange der nicht umgekippt wird, tut man gar nix. Bei ihm legte sich plötzlich nach der Trennung der Schalter um und er ging mir tierisch auf den Keks, weil er pausenlos anrief, um mir irgendwas über gesunde Ernährung zu erzählen und wann er wieviel Eiweiß und Kohlehydrate gegessen hat und er ging bald täglich ins Sportstudio. Als ich dann mal nebenher erwähnte, dass ich jahrelang versucht hab, ihm gesunde Nahrung näher zu bringen und er sogar mit Blödsprüchen kam, hat er davon gar nichts mehr gewußt.

Umerziehen, denke ich, geht nicht. Das kostet dich viel Kraft und bringt nur Streit. Aber ich glaube dir, dass es auch schwer ist mit anzusehen, wie deine Freundin sich entwickelt.

Gruß
Tina