Schlechte mama?

jetzt platzt mir bald die hutschnur…was da gestern bei uns passiert ist, war so …so …so überflüssig, beschämend, peinlich…

guten morgen erstmal,
ich muß mich hir mal kurz auslassen, weil ich sonst fürchte, richtig auszuticken.
ich beschreibe euch mal meinen gestrigen tag: meine tochter (6) ist in der schule, ich auf arbeit, ich hole sie um 14 uhr ab, nachhause, essen, hausaufgaben, rad fahren, spaß gehabt. dann habe ich beim einkaufen eine puppe entdeckt, die ihr bestimmt gefallen würde. also denke ich mir, ich bring sie ihr mit. einfach so, obwohl kein geburtstag ist, weihnachten oder sonst was. sie freut sich riesig, bedankt sich mehrfach überschwenglich bei „der besten mama der ganzen welt“. (sie weiß das wirklich zu schätzen, weil sie genau weiß, wie knapp das geld ist, weil ich mit ihr alleine bin.) kurz bevor sie ins bett muß, passiert das undenkbare: sie kugelt unbeabsichtigt einen arm der puppe aus, der dann nicht mehr richtig funktioniert. sie fängt sofort an zu brüllen, wie eine wilde „mama reparier das wieder!“ ich antworte, noch relativ ruhig, daß ich mir das in ruhe anschauen müsse und daß ich mir da was einfallen lassen muß, damit der arm wieder richtig funktioniert. nein, das reicht der kleinen nicht. also versuche ich mein bestes, aber der arm bewegt sich halt nicht mehr richtig. sie schreit herum, rastet richtig aus. ich schaffe sie irgendwie ins bett, sie brüllt mir gemeinheiten ins gesicht wie „andere kinder haben nicht solche gemeinen miesen mamas wie ich“ oder „warum hast du mir son scheiß gekauft - ich wollte ja eigentlich was ganz anderes“. in diesem moment überschreitet sie bei mir eine grenze und ich komme auch in das fahrwasser von schreierei und brülle zurück. ich werde während des ganzen szenarios immer gefrusteter, weil ich wirklich nicht weiß, was ich machen soll. ich habe versucht, ihr im guten zu erklären, daß ich versuchen würde, die puppe zu reparieren, JETZT aber nichts machen kann. es hat alles keinen zweck. die schreierei dauert über 2 stunden. ich werde immer zorniger und muß mich wirklich zurückhalten. ich nehme einen gegenstand und schleudere ihn quer durchs treppenhaus. dieses ventil mußte ich öffnen - weiß nicht, was sonst passiert wäre. das kind kriegt angst - angst vor mir - angst vor meiner reaktion. alles reden nutzt nichts…da hat sich eine mauer aufgebaut. -schnitt-
das frühstück verlief ziemlich wortkarg. sie fragte: „mama, bist du noch böse?“ ich sage „nein“. sie erwidert: „gut, dann kauf mir ne neue puppe und am besten auch das, was ich mir sonst noch gewünscht habe“ ich versuchs zu ignorieren, spüre, daß schon wieder diese wut in mir aufsteigt. ich bringe sie in die schule. auf dem weg sagt sie:" mama, als du mich gestern so angebrüllt hast, da hat mir der ganze körper wehgetan." sie sagte das ganz leise. das hatte wirkung bei mir. als ich auf die arbeite fuhr, habe ich mit vorwürfe gemacht, habe geweint, weil ich das alles nicht wollte. ich habe mich reizen lassen, über meine grenzen hinaus. mir gehts jetzt richtig mies…wie lange wird das dauern, bis wir uns wieder richtig verziehen haben…wieder richtig zueinander gefunden haben?

elisa

Normale Mama !
Hallo Elisa,

ich hoffe, das Schreiben hat etwas geholfen *tröst* ?

Das war eine unschöne Szene gestern, keine Frage. Aber ich finde, Du hast trotzdem noch „im Rahmen“ reagiert. Dein Kind hat mitbekommen, dass Du sauer warst, Du bist schließlich auch nur ein Mensch.

Dass eine ausrastende Mutter einem Kind Angst macht, ist klar und sollte auch nicht oft vorkommen. Andererseits - wenn es die Ausnahme ist, dann könnt Ihr heute nach der Schule in Ruhe darüber reden und es wird sicher kein dauerhafter Knacks bei Deiner Tochter bleiben. Es ist doch prima, dass Deine Tochter Dir gegenüber ihre Angst zugegeben hat, das spricht für ein vertrauensvolles Verhältnis.

Ich denke, hier gab es zwei Problempunkte: Eine ausrastende, „undankbare“ Tochter (typisch, dass so etwas abends passiert, kenne ich gut), und eine Mutter, bei der das Maß dann voll war.

Deine Tochter wird immer mal wieder „spinnen“, so sind die lieben Kleinen. Sie wird in diesen Momenten eben NICHT daran denken, dass die Puppe sauer verdientes Geld gekostet hat. Diese Sprüche, dass Du die mieseste Mama der Welt bist, werden immer wieder kommen, sind vermutlich IN DIESEM Moment auch so gemeint, aber keineswegs dauerhaft. Da muss Wut heraus, danach ist es wieder vorbei. Bis zu einem gewissen Grad müssen wir Eltern das wohl aushalten. Soll in der Pubertät noch richtig anstrengend werden, habe ich gehört… Meine Kinder haben ADHS, damit verbunden schwerste Wutanfälle seit Jahren, glaub mir, bis zu einem gewissen Grad kann man den Umgang damit lernen - alles Übungssache *seufz*.

Ich persönlich versuche, den Kindern klarzumachen, dass sie auch im Zorn einen bestimmten Punkt nicht überschreiten dürfen. Fallen beispielsweise mir gegenüber Schimpfworte, verläßt das jeweilige Kind das Zimmer, um sich abzukühlen. Notfalls helfe ich nach, sprich, ich transportiere das Kind aus dem Zimmer - ich denke, man kann nicht alles ignorieren.

Die andere Seite ist die eigene Wut. Da rackert man sich ab für die lieben Kleinen, und eigentlich bekommt man keinen Dank. Das ist manchmal frustrierend. Ich schaue, dass ich die schönen Momente mit den Kindern auskoste, sozusagen auch als „Dank“ für meine Arbeit, aber ich bemühe mich auch, nicht allzu viel zu erwarten. Kinder können - abhängig vom Alter - nicht wirklich abschätzen, was man alles für sie tut.

Wenn ich absolut auf 200 bin, verlasse ich das Zimmer - Tipp von unserer Kinderpsychologin. Manchmal muss man die Situation irgendwie entschärfen, also einfach (wobei es nicht wirklich einfach ist) den Krisenherd verlassen, tief durchatmen, zu sich kommen, und dann zurück in den Kampf.

Mach Dich nicht zu sehr fertig !

Und noch etwas: In Deiner Vika gibst Du Deine Tochter als „Hobby“ an, wahrscheinlich mit Augenzwinkern ? Denn Kindererziehung als Hobby zu sehen, ist zwar nett, aber dann doch eine gewaltige Untertreibung *g*.

Viele Grüße,

Sylvia - die ständig die Achterbahn zwischen „allerliebster Mami der Welt“ und „Ich hasse dich !“ fährt :wink:

ich bin keine mama,
aber eine frau, die sich mit ihrer mutter-tochter-beziehung gerade auseinandersetzt.

ich bin bei zwei sätzen in deiner schilderung hängen geblieben:

1)„gut, dann kauf mir ne neue puppe und am besten auch das, was ich mir sonst noch gewünscht habe“

wie es dazu kommen kann, daß deine tochter solche wünsche in dieser art äußert, darüber würde ich mir gedanken machen. gerade wenn sie eure finanziell wohl knappe situation kennt. ich würde ihr das in ruhe erklären und ihr auf keinen fall weiteres spielzeug kaufen.

  1. auf dem weg sagt sie:" mama, als du mich gestern so angebrüllt hast, da hat mir der ganze körper wehgetan."
    das ist eine natürliche und gesunde reaktion. das heíßt nicht, daß du deine tochter ständig anbrüllen darfst, aber wenn du es tust, dann tut ihr das weh. es ist gut, daß sie diese reaktion zeigt. schlimm wäre es, wenn sie nichts fühlen würde.

ich kann mir vorstellen, daß dich die ganze situation sehr belastet, aber ich würde an deiner stelle genau aufpassen, was du nun tust, wie du weiter damit umgehst, denn kinder loten gern ihre grenzen aus und taumeln dabei zwischen schuldgefühle-vermitteln und wünsche-äußern hin und her.

letztendlich ist nichts schlimmes passiert und du brauchst dir nichts vorzuwerfen, denn es ist wichtig, daß deine tochter einerseits grenzen aufgezeigt bekommt und andererseits verständnis für ihr gefühl (körperlicher schmerz) erfährt.
daraus muß aber nicht zwingend eine weitere aktion entstehen (spielzeug kaufen)

ich hoffe, ich konnte rüberbringen, was ich meine.
ist irgendwie schwer zu erklären.

gruß yvi

hallo yvi,

1)„gut, dann kauf mir ne neue puppe und am besten auch das,
was ich mir sonst noch gewünscht habe“

wie es dazu kommen kann, daß deine tochter solche wünsche in
dieser art äußert, darüber würde ich mir gedanken machen.

das habe ich zur genüge. der gestrige fall ist nur ein beispiel für schon ganz häufig aufgetretene fälle. aber eben gestern, da hat sie das faß zum überlaufen gebracht. es war also keine einmalige vorstellung von ihr, mit der ich evtl. keine erfahrungen hatte.
ich denke, daß sie sich so sehr über die puppe gefreut hat, gerade weil sie sie „außer der reihe“ bekommen hat und dann total verärgert und frustriert war, daß sie die wut und enttäuschung, die sie für sich empfand auf mich weitergeleitet hat.

gerade wenn sie eure finanziell wohl knappe situation kennt.
ich würde ihr das in ruhe erklären und ihr auf keinen fall
weiteres spielzeug kaufen.

ich weiß…und das versuche ich auch immer wieder. natürlich bekommt sie kein weiters spielzeug, einfach so.

  1. auf dem weg sagt sie:" mama, als du mich gestern so
    angebrüllt hast, da hat mir der ganze körper wehgetan."
    das ist eine natürliche und gesunde reaktion. das heíßt nicht,
    daß du deine tochter ständig anbrüllen darfst, aber wenn du es
    tust, dann tut ihr das weh. es ist gut, daß sie diese reaktion
    zeigt. schlimm wäre es, wenn sie nichts fühlen würde.

trotzdem mache ich mir bittere vorwürfe und weiß gar nicht, weshalb ich mich auf ein solches niveau begeben habe. ich finde das, ehrlich gesagt, unter aller sau … die nerven sind einfach mit mir durchgegangen.

ich kann mir vorstellen, daß dich die ganze situation sehr
belastet, aber ich würde an deiner stelle genau aufpassen, was
du nun tust, wie du weiter damit umgehst, denn kinder loten
gern ihre grenzen aus und taumeln dabei zwischen
schuldgefühle-vermitteln und wünsche-äußern hin und her.

das weiß ich, ich kämpfe diesen schwierigen kampf sehr oft.

ich hoffe, ich konnte rüberbringen, was ich meine.
ist irgendwie schwer zu erklären.

ja, ich weiß, daß das schwer zu erklären ist. besonders, weil du ja, wie du schreibst, keine kinder hast und die situation, die ich beschrieben habe für dich ein einmaliger fall ist. wenn man aber, wie ich, fast täglich diesen kampf hat, dann spürt man schnell, daß einem menschliche grenzen gesetzt sind, die man nicht überschreiten will.

danke für die antwort
elisa

gruß yvi

hallo elisa,
du hast mein vollstes mitgefühl, ich kämpfe auch grade ganz schrecklich mit diesen wutanfällen - meiner tochter (auch 6) und meinen eigenen. meine geduld ist momentan zudem noch auf -0 und ich muss mich ganz schwer zusammenreissen, um nicht ständig aus der haut zu fahren. damit ergeben sich bei mir natürlich auch ständig schuldgefühle - ächz…
ich bin selber auf der such nach guten möglichkeiten mit wut umzugehen. die idee von meiner vorschreiberin, dann erstmal selber aus dem zimmer zu gehen finde ich ganz gut. wichtig ist, im moment der wut irgendeine ausweichmöglichkeit zu finden. hinterher, wenn man alles wieder in „normalem“ licht sehen kann, tuts einem ja doch meistens leid, wenn man gebrüllt, geschrien und geschmissen und leider auch manchmal geschlagen hat - ich muss zugeben, dass mir das auch schon das ein oder andere passiert ist. aber ich sage euch, das gefühl danach war so schrecklich - ich will dringend noch mehr möglichkeiten finden, um auch im schlimmsten moment der wut noch einen rest vernunft walten lassen zu können.
leider keine ratschläge für dich, aber ich fühle mit dir, falls das was hilft.
lg
sabine

hallo elisa,

hallo sabine,

du hast mein vollstes mitgefühl, ich kämpfe auch grade ganz
schrecklich mit diesen wutanfällen - meiner tochter (auch 6)
und meinen eigenen. meine geduld ist momentan zudem noch auf
-0 und ich muss mich ganz schwer zusammenreissen, um nicht
ständig aus der haut zu fahren. damit ergeben sich bei mir
natürlich auch ständig schuldgefühle - ächz…

ja, besonders, weil ich ein ganz ganz schlechtes gewissen habe. in erster linie natürlich meiner tochter gegenüber, dann in meinem job und auch weil ich oft gereizt bin. ich habe das gefühl, keinem richtig gerecht zu werden und dann denke ich mir immer, daß ich meiner tochter eine schöne unbeschwerte kindheit bieten möchte. daran zweifle ich und das tut weh.

ich bin selber auf der such nach guten möglichkeiten mit wut
umzugehen. die idee von meiner vorschreiberin, dann erstmal
selber aus dem zimmer zu gehen finde ich ganz gut.

logo ist die idee gut - rein theoretisch zumindest. praktisch versuche ich das auch, erst mal z.b. aus dem zimmer zu gehen, mich zu beruhigen. doch es sieht wirklich so aus, daß ich, wenn ich total wütend das zimmer verlasse, sie noch wilder wird.

wichtig
ist, im moment der wut irgendeine ausweichmöglichkeit zu
finden. hinterher, wenn man alles wieder in „normalem“ licht
sehen kann, tuts einem ja doch meistens leid, wenn man
gebrüllt, geschrien und geschmissen und leider auch manchmal
geschlagen hat - ich muss zugeben, dass mir das auch schon das
ein oder andere passiert ist.

geschlagen hab ich nicht. noch nie und das werde ich auch nicht tun. schlagen ist immer ein zeichen des eigenen frusts und der eigenen hilflosigkeit. ich weiß, daß es vom brüllen bis zum schlagen nur ein winzigkleiner schritt ist. ich habe immer angst, vor ihrem nächsten ausbruch und auch, ob sie es schafft, mich diesen kleinen schritt weiter gehen zu lassen. ich könnte nicht mehr in den spiegel schauen…

aber ich sage euch, das gefühl
danach war so schrecklich - ich will dringend noch mehr
möglichkeiten finden, um auch im schlimmsten moment der wut
noch einen rest vernunft walten lassen zu können.
leider keine ratschläge für dich, aber ich fühle mit dir,
falls das was hilft.

ich danke dir
lg
elisa

lg
sabine

keine schlechte mama
hallo elisa,

deine reaktion finde ich verständlich.

allerdings sehe ich 2 fehler:

  1. du hättest dich nicht auf eine derart lange streiterei einlassen sollen. sag das nächste mal einfach „solche gemeinheiten höre ich mir nicht an“ und gehe raus. je länger der streit dauert, desto unschöner und belastender wird es.

  2. du siehst nicht, daß dich deine tochter manipuliert: „du hast gestern so geschrien… kauf mir deswegen eine neue puppe“. es spricht auch für deine tocher, daß sie überhaupt 2 stunden streit durchgehalten hat. wenn sie dein geschrei als so schlimm empfunden hätte, hätte sie wahrscheinlich nach 5 minuten nur noch geheult und es wäre gar kein austausch zustande gekommen.

nach meinem empfinden brauchst du dir keine vorwürfe zu machen. geh das nächste mal einfach aus dem zimmer und laß die kleine in ihrem zimmer toben (time-out nennt man das). anschließend kann man sich ja unterhalten zb. auch darüber, daß mütter genauso ungern beschimpft werden wie kinder.

hallo elisa,

hallo schokolinda,

  1. du hättest dich nicht auf eine derart lange streiterei
    einlassen sollen. sag das nächste mal einfach „solche
    gemeinheiten höre ich mir nicht an“ und gehe raus. je länger
    der streit dauert, desto unschöner und belastender wird es.

sagen kann ich in diesem moment nichts, weil sie wie von sinnen ist, brüllt wie eine wilde, einen hochroten kopf hat und naßgeschwitzt ist.
wenn ich das zimmer verlasse, tickt sie derart aus, daß sie akute atemprobleme bekommt. außerdem kommt sie mir einfach hinterher. einsperren will ich sie nicht. sie ist oft frustriert, weil hochbegabt! der kopf war/ist stets ein stück weiter als die motorik/feinmotorik. sie holt sich bei jedem spiel ihren frust, weil sie nicht umsetzen kann, was sie sich im kopf vornimmt. ganz ähnlich ist es jetzt in der schule. sie ist zappelig ohne ende, weil sie weit voraus ist und stört den untericht - ermahnungen, zusatzaufgaben, strafen nutzen nichts.

  1. du siehst nicht, daß dich deine tochter manipuliert: „du
    hast gestern so geschrien… kauf mir deswegen eine neue
    puppe“. es spricht auch für deine tocher, daß sie überhaupt 2
    stunden streit durchgehalten hat.

nein, also glaub mir, die 2 stunden waren „normale“ länge. wir hatten das auch schon über 7 stunden.

wenn sie dein geschrei als
so schlimm empfunden hätte, hätte sie wahrscheinlich nach 5
minuten nur noch geheult und es wäre gar kein austausch
zustande gekommen.

nein, hätte sie nicht. sie ist ein ausgesprochener dickkopf und ich versuche grenzen aufzuzeigen. sicher wäre es einfacher, ihr alle wünsche zu erfüllen nur des lieben friedens willen, doch dann würde ich mir schon einige fragen stellen.

nach meinem empfinden brauchst du dir keine vorwürfe zu
machen. geh das nächste mal einfach aus dem zimmer und laß die
kleine in ihrem zimmer toben (time-out nennt man das).

hat unser kinderpsychologe auch geraten, er mußte dann jedoch eingestehen, daß das in unserem fall nichts hilft, sie im gegenteil, noch wilder wird.

anschließend kann man sich ja unterhalten zb. auch darüber,
daß mütter genauso ungern beschimpft werden wie kinder.

bei „normalen“ kindern mag das die gängige praxis sein, doch meine tochter zählt zu den auffälligen kindern (hochbegabung) und dann wirds schwierig, wenn man sie wie ein „normales“ kind therapieren möchte. der schuß ging bei uns jedenfalls nach hinten los. eine gute lösung konnte uns bis heute leider niemand geben. weder beratungsstelle, noch psychologen, noch kinderarzt. es kam immer nur die aussage: „bleiben sie gelassen - das verwächst sich!“
klasse - damit kann man als mutter nicht viel anfangen!

lg
elisa

Hallo Elisa!

Das hat sogar einen Namen - nennt sich 6-Jahre-Krise. Da musst du einfach durch. Meine Kleine hat vor einem halben Jahr wegen allem Möglichen mit dem „Kopf durch die Wand“ gemusst, und sich immer „dickere Wände“ gesucht. Es ist einfach ein Entwicklungsschritt, sie werden reifer, und müssen ihre Grenzen neu definieren. Und der beste Reibeball ist halt die Mama.

Es ist in dieser Phase auch absolut normal, dass du die allerbeste Mama bist, und 5 min später das absolut „Letzte“, nur um eine Stunde später wieder die „Beste“ zu sein.

Versuch nur deine Emotionen draussen zu lassen, deine Tochter ist mit ihren eigenen gefordert genug.

lg. Christine

Hallo Elisa!

hallo christine,

Das hat sogar einen Namen - nennt sich 6-Jahre-Krise. Da musst
du einfach durch. Meine Kleine hat vor einem halben Jahr wegen
allem Möglichen mit dem „Kopf durch die Wand“ gemusst, und
sich immer „dickere Wände“ gesucht. Es ist einfach ein
Entwicklungsschritt, sie werden reifer, und müssen ihre
Grenzen neu definieren. Und der beste Reibeball ist halt die
Mama.

puuuuh…also ich weiß gar nicht so recht, was ich davon jetzt halten soll. die von dir beschriebene krise dauert bei uns schon rund 4 jahre. ich führe das auf ihre hochbegabung zurück und damit auf den frust, den sie sich immer wieder aufs neue holt, weil der kopf weiter ist, als die hände. bei meiner tochter ist das nicht „nur“ ein entwicklungsschritt (bestätigt durch psychologen, kinderarzt, beraterin, kindergärtnerin und lehrerin).
sicher weiß ich, daß sie dann ihren frust bei mir abläßt - aber ich bin auch nur ein mensch, der gewisse eigene grenzen hat. wenn diese permanent überschritten werden, dann steht man kurz davor zu kapitulieren und welche mutter gesteht sich das schon ein?

Versuch nur deine Emotionen draussen zu lassen, deine Tochter
ist mit ihren eigenen gefordert genug.

aber ich bin leider auch nur ein mensch, ich versuche, meine emotionen rauszulassen. wenn man aber immer wieder enttäuscht wird, stumpft man ab und gesteht sich auch mal ein, ausrasten zu „dürfen“. wobei ich hier nochmal ausdrücklich betonen möchte, daß ich keine körperliche gewalt anwende - lieber schleuder ich irgendeinen teller in die küche.

lg
elisa

lg. Christine

Hallo Elisa,

hallo inselchen,

dein beitrag hat mir sehr geholfen, wofür ich mich bei dir bedanken will. er ist der einzige beitrag, aus dem zu erkennen ist, daß du in der praxis „steckst“ und erfahrung hast. viele geben, wie sie meinen, wertvolle tipps, die sich jedoch in der praxis als falsch erweisen. diese gewissen schweren situationen sind ja besonders dadurch so schwierig, weil die objektivität fehlt, die emotionen hochkochen und man reagiert, wie man es EIGENTLICH nicht wollte. da vollkommen rational zu handeln, ist doch fast unmöglich, oder?

lg
elisa

schlechte mama? aber nein, ganz sicher nicht!
Hallo elisa,

herzlichen Glückwunsch, du hast ein recht intelligentes Kind. Ich finde es ganz beachtlich wie sie konsequent ihre Interessen verfolgt. Und ich schätze mal, dass sie ganz genau die Hebelchen kennt, die dich mit minimalem Einsatz in Bewegung bringen. So eine „Biest“ habe ich auch zu Hause, es gibt kein Mensch, der mich so in Rage bringen kann wie sie (eine Tür hat bei uns ein Loch, weil ich mal einen Wohnungsschlüssel dagegen geworfen habe *schäm*) - und ich liebe sie über alles!
Ich laviere mich mit Nüchternheit durch. In deinem Fall hätte ich am Frühstückstisch ihr klar gemacht, dass ich ihre Enttäuschung über diese miserable Puppe verstehen kann. Eine besser funktionierende macht bestimmt mehr Spass. Aber das eine ist der Wunsch, und das andere ist die Realität - sprich es gibt nicht immer das Beste vom Bestem, um sich nicht mit einer Enttäuschung auseinander setzen zu müssen. Ich würde ihr erklären, dass es eigentlich von dir nett war, dass du dich um´s kaputte Bein gekümmert hast, und dass bei allem Verständnis für ihre Unzufriedenheit, dich ihre Reaktion kränkt (das stimmt doch, oder?).
Mit anderen Worten, sei ihr darin überlegen, dass du ihr einfach das was passiert ist nochmals erklärst. Sie kann nämlich ihre Emotionen und Wahrnehmung von Ereignissen noch nicht besonders gut einordnen, beurteilen und werten. Wichtig wäre es, dass sie dich nicht nur als fürsorgliche Mama (die manchmal ein schlechtes Gewissen hat, weil sie nicht immer Zeit für sich hat) sondern auch als verletzliche Persönlichkeit wahrnimmt, die es zu respektieren gilt, wie du sie respektierst.
Das ist, wie wenn man von einem Hund wütend angebellt wird, und man sich von dem Lärm unbeeindruck zeigt - ich weiß. Und manchmal beißt mich mein kleiner wütender „Hund“ immer noch sehr schmerzhaft ins Bein. Da müssma durch! :wink:))

viele Grüße
claren

Nein
Hai, elisa,

Du bist keine schlechte Mutter, Du bist ein ganz normaler Mensch, der eben reagiert, wie ein ganz normaler Mensch - und diese Reaktion darfst Du Deinem Kind auch zeigen, ja, musst Du sogar.

Deine Art zu reagieren, also sauer werden, laut werden und, bevor es tatsächlich knallt, aus dem Zimmer gehen und irgendwas zerschlagen, halte ich sogar für eine ausgezeichnete Reaktion!
Schließlich ist Dein Gör in dem Alter, in dem es lernt, daß auch andere Menschen Gefühle haben, die man verletzen kann.

Einschränkend würde ich jedoch nicht so lange warten (Du lässt Deinem Kind zwei Stunden Zeit, um Dich so richtig auf die Palme zu bringen…), ich wär spätestens bei den beginnenden Beleidigungen raus und wenn das Klein-Teil mir brüllend hinterhergestiefelt wäre, hätte es erleben können, wie ich ein Kissen anschreie und verprügel…

Bei meinem Sitting-Baby (damals 5 Jahre) hat das funktioniert. Der Knabe hat auch einen Dickschädel für zwei gehabt und nachdem er mit riesen Augen mitangesehen hat, wie ich meine Wut an dem Kissen austobte und ich ihm hinterher im ruhigen Ton erklären konnte, daß er mich ganz wütend gemacht hat, weil er gemein zu mir war, hat er, bei mir zumindest, meine Methode übernommen und immer, wenn er wieder wegen irgendwas kurz davor war, seine Spielsachen nach mir zu schmeißen, hat ein grimmiges Gesicht meinerseits gereicht, um ihn zum Kissen greifen zu lassen.

Vielleicht hilft es Euch ja, wenn Dein Kind ein „Mama“-Kissen bekommt und Du ein „Kind“-Kissen und immer, wenn einer auf den anderen sauer ist, muß das Kissen drunter leiden?!?
Ich muß alerdings dazusagen, daß bei dem Sitting-Baby die Trotz- und Wutanfälle auf Erziehungsfehler der Eltern zurückzuführen waren (auch nicht, weil die Eltern „schlecht“ waren; komplizierte Geschichte), insofern weiß ich natürlich nicht, ob’s auch bei Deinem Kind funktionieren würde, einen Frustableiter zu installieren…

Noch was zur Hochbegabung: es ist ja richtig, daß Kinder, deren geistige Entwicklung der körperlichen voraus ist, mit einer Extra-Portion Frust zu kämpfen haben - nur musst Du aufpassen, daß daraus keine Dauerausrede und keine Art ständige Entschuldigung für Ausfälle aller Art wird. Die Grenze zwischen dem richtigen Maß an Rücksichtnahme und übertriebener Nachsicht ist schnell überschritten und, nur um’s noch ein bißchen komplizierter zu machen, bei jedem Kind verschieden. Aber Du darfst in keinem Fall zulassen, daß Du das Prügelkissen wirst.

Gruß und eine virtuelle Tasse Tee in einem kindfreien Wintergarten an Dich
Sibylle

Hallo Elisa,

Erstmal: ich weiß, was du durchmachst, ich war auch schon da. Meine Kinder sind zwar nicht hochbegabt, aber aus anderen Gründen schwierig.

Auch meinen Sohn konnte ich in solchen Situation nicht allein lassen. “Time-out” war einfach nie eine Lösung bei uns. Er wurde dann aggressiv, und es ging entweder etwas kaputt oder er verletzte sich selbst. Eltern mit ‘normalen’ Kindern können eine Situation selten wirklich verstehen.

Ein paar Tipps hab ich aber (aus langer bitterer Erfahrung):.

  1. Du gehst ja schon zum Psychologen oder Therapeuten. Mach das weiter. Selbst wenn du für die konkrete Situation keine direkte Hilfe bekommst. Uns hat immer geholfen, wenn uns ab und zu mal einer gesagt hat, dass wir im Großen und Ganzen uns so ziemlich richtig verhalten und dass es eigentlich viel Schlimmer sein könnte. Klingt nicht nach Trost, ist aber einer.
  2. Hilft dir wahrscheinlich nicht sehr, weil ich lese, dass du alleinerziehend bist. Aber wir lösen uns immer ab, wenn es einer nicht mehr aushält. Das funktioniert natürlich nur, wenn zwei Elternteile präsent sind. Wenn mein Mann arbeiten mußte, haben wir uns immer folgendermaßen beholfen: Ich hab ihn angerufen. Damit unser Sohn nicht mitkriegte, dass es sich um ihn drehte, hatten wir einen Code: ich habe gesagt, Herr Steward hätte angerufen und ich sollte das weiterleiten. Mein Mann wußte dann am anderen Ende, was los war und konnte zumindest einseitig moralische Unterstützung leisten. Mir hat es geholfen, weil es mich abreagiert hat und ich wußte, jemand versteht mich! Am meisten hat es natürlich geholfen, wenn er sagte: ich bin spätestens in einer Stunde zu Hause! :wink: Vielleicht hast du ja jemand, den du da anrufen kannst, der dich einfach durch die nächsten fünf Minuten laveriert.
  3. Eine wichtige Komponente ist sicher auch die Macht, die das kleine Wesen spürt, dass es über uns hat. Ein Psychiater, bei dem wir letztes Jahr, eigentlich wegen dem anderen Sohn, waren, erzählte, dass eine gewisse ‘klammheimliche Freude’ bei unserem Sohn durchblitzen würde, so nach dem Motto: “Was ich alles kann! Toll, wie ich die wieder auf die Palme getrieben habe!” Letztendlich heißt das nur um so mehr: Ruhe bewahren und nicht anmerken lassen, wie sehr dich etwas ärgert. Allerdings bin ich da manchmal auch anderer Meinung – der Kerl soll ruhig auch mal sehen, dass ich verletzlich bin und meine Grenzen habe. Aber im Allgemeinen ist Ruhe die erste Elternpflicht.
  4. Totale Konsequenz. Auch wenn das aus-dem-Zimmer-gehen nicht funktioniert, ist Konsequenz gefragt. Der Arzt hat uns deutlich gemacht, wie ungeheuer wichtig es für das Kind ist, unsere Reaktionen genau vorherbestimmen zu können. Es nimmt die Verunsicherung. Bei uns geht es z.B. bei den Hausaufgaben hoch her. Inzwischen weiß unser Sohn, dass ich aufhöre zu helfen, wenn er anfängt rumzufluchen, Dinge rumzuwerfen, usw. Das fällt mir manchmal sehr schwer, weil ich weiß, dass ich die aktuelle Situation dadurch durchaus verschlechtere: er macht dann erstmal keine HA mehr, entweder macht er sie dann viel später und bekommt zuwenig Schlaf, dadurch ist dann schon fast der nächste Tag gelaufen, oder er macht sie gar nicht und kriegt dann am nächsten Tag Ärger mit der Schule und wir rutschen in diesen Teufelskreis, der meist erst am Wochenende durchbrochen wird. Die Versuchung ist also groß, nachdem er sich beruhigt hat, doch wieder zu helfen; gerade auch, wenn ich merke, dass seine Frustration durch die für ihn schweren Aufgaben ausgelöst wurden. Bringt aber auf Dauer nichts.
  5. Du fragst, wie ihr euer Verhältnis wieder einrenken könnt. Mir hat es immer geholfen, den Kindern abends vorzulesen, das machen wir noch heute (sie sind 13 und fast 12). Vorlesen ist eine Konstante, egal wie spät, egal wie sauer ich bin. Weil man sich beim Vorlesen auf die Worte im Text konzentrieren muss und weil man dabei ruhig atmen muss, kommt man zur Ruhe. Als sie noch kleiner waren, hab ich ihnen auch vorgesungen, das hat den gleichen Effekt. Oft ergeben sich dann auch Fragen aus dem Vorgelesenen, die sind ‘wertneutral’, d.h. man fängt erstmal wieder an zu reden, ueber ein unverfängliches Thema und oft haben sich daraus dann richtige Gespräche über das Vorangegangene entwickelt. Mir war es immer wichtig, dass die Kommunikation zwischen uns nicht abreißt, weil ich das von meinem Vater kannte, der wirklicht tage- und wochenlang schmollen konnte und man irgendwann nicht mehr weiß, wie man ungezwungen “Guten Morgen” wünschen kann.
  6. Und ein letzter Tipp, der aber nicht auf die Schnelle hilft. Es hat mir sehr geholfen, eine Art Tagebuch zu führen (im Prinzip sind es die gesammelten Briefe an meine Mutter). Man sieht manchmal die eigene Situation sehr schwarz und denkt, es wird nur immer schlechter, man vergißt einfach, wie schlimm es vor 6 oder 12 Monaten war. Wenn man dann aufschreibt, merkt man plötzlich, daß sich doch etwas getan hat. Und auch wenn es manchmal keine wirkliche Verbesserung des Verhaltens ist, so merkt man doch eine Veränderung und auch das kann Mut machen.

Ich hoffe, das hilft dir ein bisschen. Am wichtigsten wäre wirklich, dass du jemand findest, der die Situation wirklich total versteht und nicht doch die Fehler in deiner (bisherigen) Erziehung sucht.

Grüße, Elke

hallo elisa,

die wahrscheinlichkeit ist groß, daß ich mich gleich unbeliebt und dich sauer mache. daher schreibe ich zu beginn: ich will dich nicht angreifen, sondern lediglich denkanstöße bieten. und da ich von euch beiden nur weiß, was du geschrieben hast, muß meine meinung nicht unbedingt ins schwarze treffen.

  1. ich finde es wirklich schlimm, daß streit von 2 und länger stunden dauer an der tagesordnung sind. wenn deine tochter stundenlang bockig ist, dann ist das normal. sollte es aber wirklich 2 stunden und länger zwischen euch hin und her gehen, finde ich das mehr als bedenklich.

man kann vielleicht noch daran glauben, daß nach 2 stunden streiterei zwischen erwachsenen der knopf aufgeht, aber ich bezweifle, daß ein so lange dauernder streit mit einer 6jährigen in irgendeiner weise produktiv sein kann. schließlich geht zwischen den meisten erwachsenen nach so einem ausgewachsenen streit der knopf eher in richtung mord und totschlag auf als in richtung produktivität.

die fachleute, bei denen du warst, haben es dir ja auch gesagt: beende den streit! ich denke, nach 10-15 minuten sollte schluß sein. wenn du nicht aus dem zimmer gehen kannst, stopfe dir die finger in die ohren. oder setze dich hin, schaue sie nur an und sag ab und zu „sprich normal!“ oder „höre zu schreien auf!“. oder schrei selber: einfach einen langen schrei (ohne worte). vielleicht unterbricht das die toberei, weil sie das verblüfft. wenn das funktioniert hat, fragst du in die sprechpause, ob sie sich nun soweit beruhigt hat, daß ihr normal weiterreden könnt. am besten du machst ihr vorher in einer ruhigen minute klar, daß du dich nicht mit ihr unterhalten wirst, wenn sie dich beschimpft. nach einem streit bietet sich das an. innerhalb eines streits hat das keinen sinn: selbst erwachsene schlagen im streit oft verbal wild um sich, nur mit dem ziel, den anderen zu verletzen. da hört man einander nicht zu. erst recht ist das der fall bei einem kind. und: du brauchst dafür geduld (siehe unten).

  1. ich finde, du machst es dir zu leicht, wenn du sagst, ein hochbegabtes kind kann man nicht so leicht therapieren. denk mal an eltern, die ein geistig behindertes kind haben: da fehlt der verbale zugang oder ist zumindest reduziert und trotzdem müssen sie irgendwie mit ihrem kind fertig werden. es gibt in der tat hilfreiche, einfache prinzipien, das dumme ist nur, daß sie nicht bei jedem gleich gut greifen, und daß ihre umsetzung sehr wohl nervenaufreibend und kräfte zehrend ist. außerdem hängt der erfolg der methode nicht allein vom problemkind ab, sondern auch von den erziehenden personen: ich denke, du hast probleme, die vorschläge, die dir von experten gemacht wurden, umzusetzen. du mußt lernen, dich nicht davon zu beeindrucken zu lassen, wenn deine tochter aufdreht. es ist nämlich üblich, daß sich ein problematisches verhalten zuerst einmal verschlimmert, wenn es sanktioniert wird! ich denke mal, die von dir aufgesuchten experten haben dich davor nicht gewarnt. wenn du allerdings immer wieder nachgibst, sobald deine tochter einen schritt weiter geht, dann schauckelt sich das problem immer höher. dein kind merkt nämlich, wie es dich beeindrucken kann bzw. was sie tun muß, damit du spurst!
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Hi,

jetzt platzt mir bald die hutschnur…was da gestern bei uns
passiert ist, war so …so …so überflüssig, beschämend,
peinlich…

Och…Du bist doch Mama, das passiert bestimmt noch öfter :smile:

guten morgen erstmal,
ich muß mich hir mal kurz auslassen, weil ich sonst fürchte,
richtig auszuticken.
ich beschreibe euch mal meinen gestrigen tag: meine tochter
(6) ist in der schule, ich auf arbeit, ich hole sie um 14 uhr
ab, nachhause, essen, hausaufgaben, rad fahren, spaß gehabt.
dann habe ich beim einkaufen eine puppe entdeckt, die ihr
bestimmt gefallen würde. also denke ich mir, ich bring sie ihr
mit. einfach so, obwohl kein geburtstag ist, weihnachten oder
sonst was. sie freut sich riesig, bedankt sich mehrfach
überschwenglich bei „der besten mama der ganzen welt“.

Das war sicher nicht das erste Mal, daß Du ihr einen solchen Herzenswunsch einfach so erfüllst, oder?
(Manchmal neigt man dazu, Dinge mit anderen Dingen zu kompensieren, dazu vielleicht später mehr
)

(sie
weiß das wirklich zu schätzen, weil sie genau weiß, wie knapp
das geld ist, weil ich mit ihr alleine bin.)

Mit 6 kann sie sich dieser Tragweite nicht bewußt sein, egal ob hochbegabt oder nicht.

kurz bevor sie
ins bett muß, passiert das undenkbare: sie kugelt
unbeabsichtigt einen arm der puppe aus, der dann nicht mehr
richtig funktioniert. sie fängt sofort an zu brüllen, wie eine
wilde „mama reparier das wieder!“ ich antworte, noch relativ
ruhig, daß ich mir das in ruhe anschauen müsse und daß ich mir
da was einfallen lassen muß, damit der arm wieder richtig
funktioniert. nein, das reicht der kleinen nicht. also
versuche ich mein bestes, aber der arm bewegt sich halt nicht
mehr richtig. sie schreit herum, rastet richtig aus.

Als Du das geschrieben hattest, dachte ich, das wäre von mir *g* und meinem Sohn geschrieben…

ich
schaffe sie irgendwie ins bett, sie brüllt mir gemeinheiten
ins gesicht wie „andere kinder haben nicht solche gemeinen
miesen mamas wie ich“ oder „warum hast du mir son scheiß
gekauft - ich wollte ja eigentlich was ganz anderes“.

Sagt mein Sohn auch immer, wenn es dann kaputt geht, weil er sich so einen „Schrott“ gewünscht hat. Bringe ich etwas mit, das nicht seinen Vorstellungen entspricht…ist es „eh nur Schrott“

in
diesem moment überschreitet sie bei mir eine grenze und ich
komme auch in das fahrwasser von schreierei und brülle zurück.
ich werde während des ganzen szenarios immer gefrusteter, weil
ich wirklich nicht weiß, was ich machen soll. ich habe
versucht, ihr im guten zu erklären, daß ich versuchen würde,
die puppe zu reparieren, JETZT aber nichts machen kann. es hat
alles keinen zweck. die schreierei dauert über 2 stunden.

Ich erkläre genau einmal, warum etwas nicht jetzt zu reparieren ist, und erkläre genau, wie man das am nächsten Tag machen kann. Ist das nicht ausreichend als Erklärung, wandert das Teil erst einmal in den Schrank.

ich
werde immer zorniger und muß mich wirklich zurückhalten. ich
nehme einen gegenstand und schleudere ihn quer durchs
treppenhaus. dieses ventil mußte ich öffnen - weiß nicht, was
sonst passiert wäre. das kind kriegt angst - angst vor mir -
angst vor meiner reaktion. alles reden nutzt nichts…da hat
sich eine mauer aufgebaut. -schnitt-

Ich beende die Diskussion, und lasse mich nicht mehr (hab ich früher auch oft) auf langandauernde Streitszenen ein. Ich bin so konsequent geworden, daß es mir manchmal selbst weh tut. Letztenendes ist es aber eine Hilfe, eine Stütze, die Beiden zugute kommt. Es dauert halt seine Zeit und es gibt immer wieder neue Herausforderungen.

das frühstück verlief ziemlich wortkarg. sie fragte: „mama,
bist du noch böse?“ ich sage „nein“. sie erwidert: „gut, dann
kauf mir ne neue puppe und am besten auch das, was ich mir
sonst noch gewünscht habe“ ich versuchs zu ignorieren, spüre,
daß schon wieder diese wut in mir aufsteigt. ich bringe sie in
die schule. auf dem weg sagt sie:" mama, als du mich gestern
so angebrüllt hast, da hat mir der ganze körper wehgetan." sie
sagte das ganz leise. das hatte wirkung bei mir.

Ja klar, Dein Kind ist nicht doof…und was viele hochbegabte Kinder haben, sie ist sensitiv…sie spürt die Emotionen der Anderen, und das öffnet ihr Tür und Tor zur Manipulation… (In diesem Fall hat sie Dir ein schlechtes Gewissen eingeredet)

als ich auf
die arbeite fuhr, habe ich mit vorwürfe gemacht, habe geweint,
weil ich das alles nicht wollte. ich habe mich reizen lassen,
über meine grenzen hinaus. mir gehts jetzt richtig mies…wie
lange wird das dauern, bis wir uns wieder richtig verziehen
haben…wieder richtig zueinander gefunden haben?

Mama sein bedeutet nicht, dem Kind heile Welt vorzuspielen, es bedeutet nicht Friede Freude Eierkuchen vor dem Kind zu verbreiten. Es gibt immer Konflikte, aber Du bist die Mama, egal ob hochbegabtes Kind oder nicht. Du erklärst den Weg und wann er begangen wird.
Du setzt die Grenzen und erweiterst sie, wenn sie älter wird. Das Kind probiert ständig immer und immer wieder diese Grenzen zu überwinden, und kommt eben auch mit Sätzen wie „Dann ahb ich Dich nicht mehr lieb“ und „alle anderen Mütter sind besser als du“

Weißt Du…ich hab auch so einen Knallfrosch an der Backe kleben, dem die Kindergärtnerinnen auch schon den Stempel „hochbegabt“ aufgedrückt haben…ich war auch schon in einer Mutter und Kind Kur mit ihm…da war er 2. Die Erzieherinnen dort meinten er sei in diesem Alter mit Eimer und Schaufel im Sandkasten zufrieden…das Resultat war, daß ich nach einer Woche diese Kur abbrechen mußte, weil die dortigen Erzieher nicht in der Lage waren ihn nach seinem Freiheitsdrang und Neugierde angemessen zu beaufsichtigen. Zitat Kinderarzt „Dann kann man ja auf so ein Kind überhaupt nicht aufpassen“…das war nachdem mein Sohn trotz wiederholter Ermahnung gut auf ihn aufzupassen -wenn der ein oder andere von uns zwei eine Therapieleistung hatte- fast in einem Teich dort ertrunken wäre.

Und ich glaube etwas schlimmeres kann einer Mutter gar nicht passieren…

Er war mit 2 schon so willensstark, daß er mich fast zum Wahnsinn getrieben hat, aber diese Erfahrung hat mich kuriert. Ich nehme es mit meinem Sohn auf…egal wo, egal wann, egal wie hartnäckig ich sein muß. Ich bin die Mama!
Und Du bist die Mama!

Das mit dem Kompensieren…
wie lange Du mit ihr schon alleine bist weiß ich ja nicht, aber Kids haben eine verdammt gute Nase für solche Situationen…sie verstehen es perfekt uns Erwachsene um den Finger zu wickeln…und wenn dann noch der „Klugscheisser-Modus“ dazu kommt…dann Gute Nacht.

Mach Dir keine Sorgen, Du hast nicht ganz verkehrt reagiert. Kinder sollen erfahren, daß auch ihre Eltern nicht immer nur gut gelaunt sind, sie dürfen schon merken, daß man sich schlecht fühlt oder genervt ist. Und genauso darf man als Mama sagen „Ich rede jetzt nicht mehr darüber“ oder „Ende der Diskussion“

Time out oder festhalten ist je nach Situation hilfreich…kommt aber auf das Kind an…aber im Gegensatz zu …sag ich jetzt mal „ruhigeren“ Kindern kann das schon dauern…Folgeschäden…nicht ausgeschlossen (Bei uns mußte das Zimmer neu tapeziert werden)
Nein, die Zimmertür war nicht abgeschlossen, er ist nicht raus und ich bin nicht rein… :smile: Zornickel eben…

Manche Beratungsstellen der Städte bieten auch eine Art „Viedeo Hometraining“ an. Da besucht Dich jemand für eine längere Zeit zu unterschiedlichen Terminen, filmt eine bestimmte Tagessequenz und bespricht sie einige Tage später mit Dir.
Da kannst Du mal einen Schritt zurück machen und Dich selbst im Umgang mit Deinem Kind erleben. Die Kids gewöhnen sich normalerweise schnell an die fremde Person…
Aber bei manchen Dingen, denkst Du echt…hey hoppla, das ist es!

Streitet Euch nicht stundenlang…das ist furchtbar zermürbend, und bringt nur neuen Frust.
Zofft Euch kurz, es darf auch heftig sein :smile: aber dann redet und kommt zu einem gemeinsamen Nenner…und da Tochter noch klein ist, bestimmst Du im Zweifelsfall (Wenn kein Ende absehbar ist) Einen.
Dabei bleibst Du dann aber auch, ohne wenn und aber.
Ich sage meinem Sohn auch, daß ich ihm jetzt keine Antwort mehr gebe, wenn er weiter auf einem Thema reitet.

Liebe Elisa, sei Dir gewiss, ich gebe Di keine guten Ratschläge vom Hörensagen, ich setze mich mit einer solchen Persönlichkeit Tag für Tag selbst auseinander.
Die Mutter und Kind Kur, war für mich zwar keine Kur in diesem Sinne…aber ich habe alle Kräfte mobil gemacht, um das selbst zu meistern…wer kann besser sein, als eine Mama?! Ha!

Du darfst nur eins nicht machen…den Humor verlieren!
Lies doch mal Erma Bombeck, die hat viele tolle Bücher geschrieben, und hat genau das erlebt wie wir…

Liebe Grüße
Maja

hi schokolinda,

  1. ich finde es wirklich schlimm, daß streit von 2 und länger
    stunden dauer an der tagesordnung sind. wenn deine tochter
    stundenlang bockig ist, dann ist das normal. sollte es aber
    wirklich 2 stunden und länger zwischen euch hin und her gehen,
    finde ich das mehr als bedenklich.

ich habe ein ganz ähnliches problem wie elisa. mein 7 järiger (auch hochbegabt) tickt manchmal richtig aus. und damit meine ich nicht, daß er mal nen kurzen ausraster kriegt. wir hatten schon krachs, die sich über stunden hinzogen, kann also elisa sehr gut verstehen. an der tagesordung sind diese krachs bei uns nicht - es sind eher phasen. er verhält sich wochenlang „normal“ - also wie andere kinder auch und dann hat er tage, an denen er austickt.

man kann vielleicht noch daran glauben, daß nach 2 stunden
streiterei zwischen erwachsenen der knopf aufgeht, aber ich
bezweifle, daß ein so lange dauernder streit mit einer
6jährigen in irgendeiner weise produktiv sein kann.

wenns kracht, dann dauerts halt manchmal seine zeit, bei manchen nur minuten - bei anderen stunden. das ist halt so. von produktivität zu sprechen, finde ich etwas falsch. man kann von einem kind, das bockt und emotional aufgewühlt ist, in diesen situationen, sich nicht verstanden fühlt, zickt und brüllt, nicht erwarten, daß es die tragweite, geschweige die produktivität erkennen kann. kein anderer kann das beurteilen, was in einer mutter vorgeht, wenn einen der zwerg an den rand des wahnsinns treiben kann.

schließlich geht zwischen den meisten erwachsenen nach so
einem ausgewachsenen streit der knopf eher in richtung mord
und totschlag auf als in richtung produktivität.

um rational mit dem krach umzugehen, müssen sich beide seiten erst wieder beruhigen - sonst läuft nichts. weißt du, eine mutter ist auch nur ein mensch und kein laufender Wie-erziehe-ich-mein-besonderes-kind-ratgeber. auch hier sind emotionen, die nicht unterdrückt werden dürfen/können/sollen…

die fachleute, bei denen du warst, haben es dir ja auch
gesagt: beende den streit! ich denke, nach 10-15 minuten
sollte schluß sein. wenn du nicht aus dem zimmer gehen kannst,
stopfe dir die finger in die ohren. oder setze dich hin,
schaue sie nur an und sag ab und zu „sprich normal!“ oder
„höre zu schreien auf!“. oder schrei selber: einfach einen
langen schrei (ohne worte).

*zickenmodus an*
jaja, die lieben fachleute. jahrelang studiert und trotzdem von der praxis keine ahnung. nur wer diese probleme am eigenen leib erlebt hat, dann das nachvollziehen, was elisa durchmacht. sonst niemand.
*zickenmodus aus*
wenn ich mit meinem sohn einen solchen extremen krach hatte, mich beruhigt habe und 1 - 2 tage später darüber nachdenke, wie ich in zukunft reagieren soll, dann habe ich auch die ganzen vermeintlich guten und richtigen ratschläge auf lager und nehme sie mir auch vor umzusetzen, doch dann, wenn ich in einer solch nervenaufreibenden situation wieder drinstecke, kommt alles ganz anders, weils eben anders nicht geht.
ich habe mir die ohren zugestopft, ich habe einen mega-brüller fahren lassen, ich habe alles getan, was in den ratgebern steht - nichts hilft. ich muß es aussitzen und basta: mich beschimpfen lassen, seine agression, die er gegen gott-und-die-welt hegt, mich spüren lassen. ich ziehe den hut vor allen müttern und vätern, die solchen situationen ausgesetzt sind, diese durchhalten und nicht kapitulieren.

  1. ich finde, du machst es dir zu leicht, wenn du sagst, ein
    hochbegabtes kind kann man nicht so leicht therapieren.

na hoppla…das kanns ja jetzt echt nicht sein! ok, ich versuchs zu erklären: ich sehe meinen sohn täglich von ca. 15 uhr bis er ins bett muß. in dieser zeit habe ich auch noch den haushalt, den ich auch mal gerne vernachlässige, wenn wir etwas vorhaben. so…dann macht man was schönes mit dem zwerg und er tickt dann vollkommen unerwartet total aus. glaubst du, ich mache mir da keine gedanken? elisa ist bestimmt keine schlechtere mutter als andere. wir sind „normale“ mütter mit „nicht normalen“ oder schwierigen kindern. dessen bin ich mir bewußt und versuche, viel mit meinem sohn gemeinsam zu unternehmen. es geht dabei nicht um ein besonderes programm, vielmehr ist ein gemeinsames osterbasteln schon ne tolle sache. man muß nicht immer den kasper fürs kind machen.


problemkind ab, sondern auch von den erziehenden personen: ich
denke, du hast probleme, die vorschläge, die dir von experten
gemacht wurden, umzusetzen. du mußt lernen, dich nicht davon
zu beeindrucken zu lassen, wenn deine tochter aufdreht. es ist
nämlich üblich, daß sich ein problematisches verhalten zuerst
einmal verschlimmert, wenn es sanktioniert wird! ich denke
mal, die von dir aufgesuchten experten haben dich davor nicht
gewarnt.

bist du sicher, dass die sog. experten denn auch aus der praxis wissen, was sich da in solch extremen situationen tut?
mit ein bißchen kopf-tätschel nd dem satz „nu bleib mal gaaaanz ruhig“, ist es leider nicht getan.

in diesem sinne…
claudia

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Hallo Claudia

*zickenmodus an*
jaja, die lieben fachleute. jahrelang studiert und trotzdem
von der praxis keine ahnung. nur wer diese probleme am eigenen
leib erlebt hat, dann das nachvollziehen, was elisa
durchmacht. sonst niemand.
*zickenmodus aus*

Das ist kein Zickenmodus, sondern einfache Tatsache.
Ich nehme gern Ratschlaege als Denkanstoss an. Aber mehr
ist das meistens nicht. Nur in ganz wenigen Ausnahmen
versteht jemand, der das nicht durch persoenliche Erfahrung kennt,
wie das ist, wenn man ein Kind hat, dass wirklich stundenlang
tobt. Man kann sich den Mund fusselig reden, die Finger
stumpf schreiben - aber so sehr mir in der Theorie die 15min-max
Regel einleuchtet, in der Praxis schaffen wir das heute (er ist
inzwischen beinahe 12), aber als er 6 war, hat keine dieser
Methoden gefruchtet. Aussenstehende geben gute Ratschlaege
und denken: wenn die das bloss richtig anpacken wuerde, dann
wuerde das nicht passieren.
Als unser Sohn 2-3 war, hatte er regelmaessig stundenlange Trotz-
anfaelle. Das kann man niemand vermitteln, der das nicht selbst
erlebt hat. Und sicher: wenn man selbst in der Situation drin
steckt, wird man von Selbstzweifeln geplagt. Aber im Rueckblick
heute weiss ich, dass wir es nicht anders haetten machen koennen
(„aussitzen“ wie du schreibst, ist genau das richtige Wort dafuer).

Deshalb kann man ueber solche Dinge auch nicht richtig
diskutieren. Die einen, die meinen bei den Eltern Fehlverhalten
zu sehen, nehmen jede Erklaerung als Entschuldigung auf und
sehen das Fehlverhalten bestaetigt, die anderen sprechen jedem
Rat die Praxisnaehe ab.

Gruesse, Elke
(bei der Zuhause es zwar im Moment laeuft, die sich aber
gar nicht auf die Pubertaet freut)

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hallö

wenn ich das zimmer verlasse, tickt sie derart aus, daß sie
akute atemprobleme bekommt.

schon mal was von manipulation gehört?

außerdem kommt sie mir einfach

hinterher. einsperren will ich sie nicht. sie ist oft
frustriert, weil hochbegabt! der kopf war/ist stets ein stück
weiter als die motorik/feinmotorik. sie holt sich bei jedem
spiel ihren frust, weil sie nicht umsetzen kann, was sie sich
im kopf vornimmt. ganz ähnlich ist es jetzt in der schule. sie
ist zappelig ohne ende, weil sie weit voraus ist und stört den
untericht - ermahnungen, zusatzaufgaben, strafen nutzen
nichts.

wie oft willst du eigentlich noch auf dem „hochbegabt“ herumreiten? auch schon mal an hyperaktiv gedacht?
und sperr sie ruhig mal ein und zeig ihr die kalte schulter, dann hört sie nach einigen malen auch mit dem manipulieren auf. wenn du jedesmal reagierst weiß sie ja dass sie was erreicht… außerdem solltest du dir mal genaue gedanken über grenzen machen, die festlegen und dann auch radikal durchsetzen… und ein wenig mehr selbstbewusstsein täte dir auch gut! wenn du ständig ein schlechtes gewissen hast weil du meinst mehr geben zu müssen, dann merkt sie das auch und tritt dich halt genau da wos wehtut. du musst dir selber bewusst machen was du tun kannst und willst und das dann wieder radikal umsetzen. wenn du immer nur einzelfälle entscheidest und die dann vielleicht aus dem bauch heraus in der situation, dann gibt das nur murks

nein, also glaub mir, die 2 stunden waren „normale“ länge. wir
hatten das auch schon über 7 stunden.

wieso tust du dir das an? wie gesagt, setz deine grenzen und mach die rangfolge in deiner kleinen familie klar. sie ist das 6jährige kind dass sich nicht angemessen verhalten kann, damit rutscht sie ziemlich tief nach unten und kann sich selbst wieder hocharbeiten wenn sie aufhört dir das leben schwer zu machen, was du ihr auch sagen solltest. aber mutter und erwachsene bist und bleibst du.

deine tochter muss mit der zeit auch lernen verantwortung zu übernehmen. das heißt sie sollte mal ruhig ein schlechtes gewissen haben wenn sie die puppe gleich am ersten tag kaputt macht und dann dir auch noch so einen müll an den kopf wirft! sorry, aber was ein miststück! betrachte doch mal die situation von außen und überleg dir du siehst wie eine freundin (verhalten wie deine tochter) eine andere freundin (wie du) so behandelt! natürlich sind kinder noch immer was anderes usw… aber vielleicht siehst du die dinge dann etwas klarer…

hat unser kinderpsychologe auch geraten, er mußte dann jedoch
eingestehen, daß das in unserem fall nichts hilft, sie im
gegenteil, noch wilder wird.

schon mal nen anderen therapeuten ausprobiert? übrigens is triple p (wenn ich mich in dem namen nicht irre) eine wunderbare erziehungsmethode und da gehts auch um grenzen setzen und so…

bei „normalen“ kindern mag das die gängige praxis sein, doch
meine tochter zählt zu den auffälligen kindern (hochbegabung)
und dann wirds schwierig, wenn man sie wie ein „normales“ kind
therapieren möchte. der schuß ging bei uns jedenfalls nach
hinten los. eine gute lösung konnte uns bis heute leider
niemand geben. weder beratungsstelle, noch psychologen, noch
kinderarzt. es kam immer nur die aussage: „bleiben sie
gelassen - das verwächst sich!“

meine eltern und noch einige verwandte sind auch psychologen, zwar keiner speziell für kinder, aber ich werde sie mal fragen was sie davon halten…

meine persönliche meinung ist: wenn sie doch ach so hochbegabt ist, dann sollte sie deine position doch mal verstehen können! meine mutter war auch alleinerziehend und hat mir u.a. mit eindringlichen gesprächen ihre situation mehr als klar gemacht! nicht dass ich nie was angestellt hätte und sie hat wohl auch einige psychische schläge in die magengrube bekommen, aber ich habe nie mit voller absicht versucht sie zu erniedrigen! bei uns hat sich das eher sogar so verdreht dass ich ein übermäßiges verantwortungsgefühl ihr gegenüber entwickelt habe… psychologen privat *seufz

also, bau dir ein stärkeres selbstbild auf, setze deiner tochter grenzen und halte durch bis sie sich hoffentlich ändert…

ich hoffe du nimmst mir manchen satz nicht übel, aber solche themen (bei uns in der näheren verwandtschaft auch gerade sehr aktuell) wühlen mich doch ziemlich auf…

mfg
jj

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hallo claudia,

wenns kracht, dann dauerts halt manchmal seine zeit, bei
manchen nur minuten - bei anderen stunden. das ist halt so.
von produktivität zu sprechen, finde ich etwas falsch.

mit produktiv habe ich nicht gemeint, daß ein streit mit einem kind immer produktiv sein müsse! im gegenteil: ich bin der meinung, daß gerade kleine kinder im streit zorn herauslassen und daß es deswegen keinen zweck hat (es unproduktiv ist), sich lange mit einem kind zu streiten. mir ist auch klar, daß man nichts daran ändern kann, wenn ein kind stunden- oder tagelang bockig sein will. aber das ist kein streit: streit ist wechselseitiger austausch von vorwürfen/ agrumenten. und das sollte doch keine 2 stunden oder länger dauern. erinnere dich an das letzte mal, an dem du dich mit deinem partner/ freund gestritten hast: warst du nicht vielleicht schon nach 30 minuten alle? mir geht es jedenfalls so und daher kann ich mir nicht vorstellen, daß es etwas anderes als schädlich (für beide seiten) sein kann, wenn man sich 2 stunden lang streitet.

um rational mit dem krach umzugehen, müssen sich beide seiten
erst wieder beruhigen - sonst läuft nichts. weißt du, eine
mutter ist auch nur ein mensch und kein laufender
Wie-erziehe-ich-mein-besonderes-kind-ratgeber. auch hier sind
emotionen, die nicht unterdrückt werden
dürfen/können/sollen…

es schadet aber nichts, gelegentlich mal den kopf einzuschalten. gerade dann, wenn man probleme hat. mit emotion allein kommt man nicht überall weiter.

*zickenmodus an*
jaja, die lieben fachleute. jahrelang studiert und trotzdem
von der praxis keine ahnung. nur wer diese probleme am eigenen
leib erlebt hat, dann das nachvollziehen, was elisa
durchmacht. sonst niemand.
*zickenmodus aus*

ja dann: dann gehen alle kinderlosen lehrer und erzieher nach hause? klar haben eltern jede masse praktischer erfahrung, aber diese bezieht sich speziell auf die eine, eigene familie und die eigenen probleme. die lieben fachleute, die studieren jahrelang, um eine ahnung von der brandbeite der möglichen probleme zu bekommen - und dieses wissen von der bandbreite der probleme fehlt den eltern. klar können fachleute nur begrenzt in einigen wenigen arbeitsfeldern praktische erfahrung sammeln, aber wenn einer jahrelang in seinem job gearbeitet hat, hat er wohl irgendwann genug praktische erfahrung.

im übrigen qualifizieren sich eltern nicht schon bei der geburt ihres kindes: auch sie müssen erst mal lernen, mit den erziehungsproblemen umzugehen. und sie sind dabei nicht zwangsläufig erfolgreich: schon beim 2. kind kann es ganz andere probleme geben. dann läuft es nochmal nach der versuch-und-irrtum-methode. bevor mir (wieder) ein herabwürdigen der elterlichen erziehungsarbeit unterstellt wird: experten gehen auch nicht anders vor. nur haben sie das problem schon öfter gehabt und wissen daher, was sich im durchschnitt bewährt hat.

wenn ich mit meinem sohn einen solchen extremen krach hatte,
mich beruhigt habe und 1 - 2 tage später darüber nachdenke,
wie ich in zukunft reagieren soll, dann habe ich auch die
ganzen vermeintlich guten und richtigen ratschläge auf lager
und nehme sie mir auch vor umzusetzen, doch dann, wenn ich in
einer solch nervenaufreibenden situation wieder drinstecke,
kommt alles ganz anders, weils eben anders nicht geht.

bei DIR geht es nicht. es gibt aber millionen anderer, bei denen es geht. du kannst eine methode für dich ablehnen, der mißerfolg im einzelfall macht die methode an sich aber nicht schlecht. wie schon geschrieben: nicht jede methode führt überall und gleich gut/ schnell zum erfolg.

ich habe mir die ohren zugestopft, ich habe einen mega-brüller
fahren lassen, ich habe alles getan, was in den ratgebern
steht - nichts hilft. ich muß es aussitzen und basta: mich
beschimpfen lassen, seine agression, die er gegen
gott-und-die-welt hegt, mich spüren lassen.

siehst du: du hast deine methode gefunden, die bei euch wirksam ist. sicher gibt es andere kinder, bei denen dies nicht wirken würde, bzw. eltern, die das nicht aushalten würden.

  1. ich finde, du machst es dir zu leicht, wenn du sagst, ein
    hochbegabtes kind kann man nicht so leicht therapieren.

na hoppla…das kanns ja jetzt echt nicht sein! ok, ich
versuchs zu erklären: ich sehe meinen sohn täglich von ca. 15
uhr bis er ins bett muß. in dieser zeit habe ich auch noch den
haushalt, den ich auch mal gerne vernachlässige, wenn wir
etwas vorhaben. so…dann macht man was schönes mit dem zwerg
und er tickt dann vollkommen unerwartet total aus.

was hat das mit meinem punkt 2) zu tun?

glaubst du,
ich mache mir da keine gedanken?

keine ahnung: in dem thread war bisher von elisa, aber nicht von dir die rede. wenn einer das recht hat, sauer zu sein, dann elisa. aber ich hoffe, sie wertet meinen beitrag so, wie er gemeint war: als denkanstoß, nicht als angriff, und schon gar nicht als „die wahrheit“. selbst wenn ich die familie kennen würde und erlebt hätte, könnte ich immer nur MEINE meinung sagen: man kann ja nicht in die menschen hineinsehen.

ich denke, dich stört va. der ausdruck „du machst es dir zu leicht“: ja, das ist EINERSEITS meine meinung und zwar ALLEIN im bezug auf den satz „hochbegabte sind nicht so leicht zu therapieren“ - ein problem zu bewältigen ist nie leicht und man gerät in versuchung, sich für mißerfolg oder nicht einsetzenden erfolg die schuld zu geben. man darf sich nicht selbst die schuld geben, weil man einfach keine schuld hat. allerdings darf man aber auch nicht dem kind die schuld geben und sagen, daß man nichts tun könne, weil es zb. hochbegabt wäre.

ANDERERSEITS bin ich aber der meinung, elisa macht es sich sogar zu schwer: sie hat mehrfach geschrieben, wie sehr sie sich bemüht, und wie sehr sie von den streitigkeiten mitgenommen ist. ihre anstrengung ist deutlich wahrnehmbar. deshalb unterschreibe ich jederzeit den satz:

elisa ist bestimmt keine
schlechtere mutter als andere.

bist du sicher, dass die sog. experten denn auch aus der
praxis wissen, was sich da in solch extremen situationen tut?

wieso nicht? ich denke, du hast die falsche vorstellung von pädagogischen berufen.

mit ein bißchen kopf-tätschel nd dem satz „nu bleib mal
gaaaanz ruhig“, ist es leider nicht getan.

entschuldigung: aber du erst mußtest mutter werden, um zu dieser erkenntnis zu gelangen? oder ist dies bei dir als kondensat aus dem umgang mit experten hängengeblieben? dann waren das entweder leute, die ihren beruf nicht ernst genommen haben, oder du hast die leute nicht ernst genommen. wie auch immer. ich finde jedenfalls nicht, daß elisa eine schlechte mutter ist. aber ich denke, um elisa ging es dir gar nicht so sehr, sondern eher um parallelen zwischen dir und elisa und anscheinend hast du dir, wie man so schön sagt, „den stiefel angezogen“. aber ich kenne dich nicht, habe nichts von dir gelesen, woher soll ich also wissen, was du für eine mutter bist? ich denke, du bekommst stärkeren rückhalt, wenn du mit freundinnen/ verwandten darüber sprichst, wie sie dich als mutter einschätzen. dich vor mir, einer fremden zu verteidigen, hast du nicht nötig, und es bringt dir sicher auch keine bestätigung.

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