Holla.
Wie wäre denn solches Arbeitszeugnis zu beurteilen?
Irgendwo in der Grauzone zwischen mies und beschissen.
Frau XXXXXXXXX war in unserem Unternehmen als Technologie
Beraterin im Microsoft Umfeld tätig.
Was bedeutet „Technologieberaterin“? Es ist zu vermuten, dass es sich nicht gerade um eine gering qualifizierte Tätigkeit handelt … was also waren ihre Aufgaben? [das, was unten steht, ist das „Ist“, das „Soll“ fehlt komplett].
Frau XXXXX bereitete die Zertifizierung mit Hilfe von
selbständiger interner Weiterbildung und durch den Besuch von
Microsoft Schulungen vor. Die Zertifizierung zum XXXXXXXXXXX
absolvierte Frau XXXXXX erfolgreich im April 2006.
Es wäre hilfreich zu wissen, welches Zertifikat sie erwarb. Wenn es MCSE, MCSD oder dergleichen ist - also ein Wisch mit einem halbwegs vorhandenen Bekanntheitsgrad, kann man das so lassen (obwohl die Prüfungsnote eigentlich auch da stehen könnte).
Neben oben genannten besitzt Frau XXXXXXXXXX Grundkentnissen
in weiteren angrenzenden Bereichen.
Das ist schon nicht mehr mangelhaft oder ungenügend, das ist unvollständig und unanständig. Welche Bereiche und was für Kenntnisse, und wie sind „Grundkenntnisse“ definiert? Wenn ich weiß, wo die Kaffeemaschine steht, habe ich auch schon Grundkenntnisse in Gebäudeinfrastruktur …
Die erlernten Kentnisse im Rahmen der Zertifizierung konnte
Frau XXXXXXX auf zwei kleinere Kundenprojekte anwenden.
Auf welche nämlich? Und was ist ein „kleineres“ Projekt (kleiner als WAS)?
Projektfreie Zeiten im Büro nutzte sie zur eigenen Fortbildung.
Vogue gelesen oder was? Wenn hier Fortbildung steht, dann biite angeben, welche.
Die ihr übertragenen Aufgaben
über die der Zeugnisleser völlig im Unklaren gelassen wird.
erledigte Frau XXXXX zur Zufriedenheit.
Was einer ziemlich miesen Vier entspräche.
Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Mitarbeitern und Kunden
war stets einwandfrei.
OK
Frau XXXXX verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch.
Kann ich, wenn die Arbeit so aussah wie dieses Zeugnis, völlig verstehen.
Wir bedauern ihren Fortgang und wünschen ihr für die private
und berufliche Zukunft das Beste.
„das Beste“ klingt im Zusammenhang mit dem Rest schon äußerst sarkastisch.
Zusammenfassung: Frau X war nur in sehr bescheidenem Rahmen einsetzbar und entwickelte außer den erwähnten „kleineren Projekten“ keinerlei Initiative. Sie hat zwar eine Qualifikation erworben, aber sonst eigentlich nichts geleistet.
Selbst, wenn die Leistungen tatsächlich so oder ähnlich gewesen sein sollten - was der Arbeitgeber ggf. zu beweisen hätte! - sind die nebulösen Passagen hinsichtlich übertragener und erledigter Aufgaben Grund genug, das Zeugnis vor Gericht geknickt zu bekommen.
Gruß Eillicht zu Vensre