Hallo!
Ich habe vor allem „Photon“ verwendet, weil das Zählen von
Quanten sich hier stets auf Strahlung bezieht. Ich hatte
versucht klar zu machen, dass es bei den gebundenen Elektronen
anders funktioniert. Das Wort „Quant“ ist etwas unpräzise,
denn in der Quantenphysik ist viel quantisiert, und immer
meint man was völlig anderes damit. Aber Lichtquanten sind
genau dasselbe wie Photonen.
Jetzt kratzt mich das aber doch. Ein Photon hat doch die
Energie E=h*f, oder nicht? Demnach hat Licht (eigentlich
el.mag.Strahlung allgemein) verschiedener Frequenz verschieden
‚energische‘ Photonen (womit Regenbogen, Spektralanalyse,
roter Sonnenuntergang und blauer Himmel erklärt werden
können). In der Quantenmechanik ist ja jetzt alles
quantisiert. Also auch Elektronen.
Das ist zu unpräzise. Richtiger wäre: Die Energie der Elektronen ist quantisiert. Das gilt dann aber auch nur für die Energie von gebundenen Elektronen.
(Außerdem sind auch noch viele andere Eigenschaften es Elektrons quantisiert, aber auf völlig verschiedene Weise)
Ist bei denen die Frequenz
die der Elektronenwellen nach de Broglie?
Bei freien Elektronen ja. Bei gebundenen Elektronen kann man diesen Begriff nicht direkt anwenden.
Wenn jetzt meine
Elektronenwelle eine stehende Welle ist, steht die dann? Was
ist dann deren Frequenz?
Weißt Du, was eine „Stehende Welle“ ist? Stehende Wellen entstehen immer dann, wenn sich eine Welle z. B. nach einer Reflexion mit sich selbst überlagert. Das anschaulichste Beispiel ist eine schwingende Saite. Wenn man sie im Grundton zum Schwingen anregt, ist die maximale Auslenkung immer in der Mitte. Der Wellenberg scheint sich nicht zu bewegen. Die Welle (in diesem Fall ist es nur eine Halbwelle) schwingt also nur auf und ab, ohne sich von der Stelle zu rühren. Das ist eine stehende Welle.
Die Orbitale im Atom sind ebenfalls stehende Welen, nur halt dreidimensional. Der Grundzustand (n=1) ist eine Kugel. Der erste „Oberton“, d. h. der erste angeregte Zustand (n=2) Muss eine Welle sein, die einen Knoten hat (so wie die Saite, die in der Mitte festgehalten wird und nur links und rechts davon auf und ab schwingt). Dieser „Knoten“ ist - weil wir im dreidimensionalen Raum sin - nicht ein Punkt, sondern eine zweidimensionale Fläche. Es handelt sich dabei entweder um eine Kugel um den Koordinatenursprung (2s) oder um die xy-, die xz- oder die yz-Ebene (2p, daher dreifach entartet). Du fragtest nach der Frequenz der Schwingung. Diese beträgt f = E/h (also wie in der Planckschen Formel).
Das find ich ja ein heißes Thema. Man kann jetzt also erklären
bzw. ausrechnen welche Farblinien bei der Spektralanalyse zu
sehen sind… genial. Warum sparen die lieben Lehrer so
nützliche Informationen bis zum Studium auf?
Weil die Lösung der Schrödingergleichung sehr weit über das mathematische Können selbst von Abiturienten hinaus geht! (Aber man versucht ja, sich irgendwie ranzutasten). Das ist ein heißes Thema, das stimmt. Und in der Ausbildung eines Physikers nimmt die Frage: „Wie lassen sich die Absorbtions- und Emissionslinien eines Atoms messen, erklären und brechnen?“ mehr Stellenwert ein, als all die Teilbereiche der Physik, die man von der Schule kennt.
Jiiiiaah … naja. Nehmen wir mal das 2p-Orbital. Dieses ist
dreifach entartet, d. h. alle drei Orbitale haben dieselbe
Energie. Man kann nun durch eine einfache Messung feststellen,
in welchem der drei p-Orbitale sich das Elektron befindet. In
dem Moment, indem man dies tut, hat man absolute Gewissheit,
in welchem Zustand das Elektron ist, obwohl man vorher nur
Wahrscheinlichkeiten angeben konnte.
damit ich meine Gedanken nochmal besser ordnen kann:
Ein Elektron kann an mehreren Orten (mehr oder weniger)
‚wahrscheinlich‘ sein.
richtig.
Nehmen wir 2p^3. nach Hund müsste jedes Orbital einfach
besetzt sein.
Wenn wir über das Stickstoffatom reden: ja.
Bis ich messe weiß ich noch nicht welches
Elektron ‚mein Elektron‘ ist.
Nein. Elektronen sind „ununterscheidbare Teilchen“ (das ist ein wichtiger Begriff in der Quantenmechanik). Es macht also überhaupt keinen Unterschied, welches „Dein“ Elektron ist.
Vielmehr ist es so, dass beim Aluminium nur eines der 2p-Orbitale besetzt ist, und zwar von einem Elektron. Dabei ist es völlig zufällig, welches der drei p-Orbitale besetzt ist. (Das hört sich stark nach Chemiker-Chinesisch an. Physiker würden wohl eher sagen: „Es ist gleich wahrscheinlich, dass die z-Komponente des Bahndrehimpulses des Elektrons -1, 0 oder +1 beträgt.“ Damit meinen sie genau dasselbe).
Sobald ich gemessen habe
scheiden alle Lösungen (klar, nicht die SGs selbst) außer der
für den gemessenen Zustand aus; sie ‚kollabieren‘. Soweit so
gut?
Hier stimmte es wieder.
Oo Das mit dem Weiterrechnen hab ich übrigens von hier:
http://www.quantenwelt.de/quantenmechanik/wellenfunk…
letzter Satz des zweiten Absatzes.
Vermutlich ist es dort so gemeint, dass nach der Messung die neuen Anfangsbedingungen feststehen, und dadurch die Rechnung einfacher wird. Das habe ich ja auch nicht bestritten. Ich wollte sagen, dass man im Vorhinein ja gerade nicht weiß, in welcher Weise die Wellenfunktion kollabieren wird. Die Ahnung, dass es geschehen wird, hilft einem gar nicht weiter.
das mit dem normieren ist mir neu. Ich dachte ‚Normierbarkeit‘
sei eine Eigenschaft einer Wellenfunktion, nämlich dass das
Integral überm Betragsquadrat 1 ist. Meint ‚normieren‘ einfach
dies zu überprüfen?
Wenn Du die Schrödingergleichung löst, erhältst Du Funktionen (die sogenannten Wellenfunktionen), die sich durch verschiedene Parameter unterscheiden. Es gibt Funktionen, die normierbar sind, und solche, die es nicht sind. Bei ersteren ist das Integral über das Betragsquadrat endlich, bei letzteren „unendlich“. Wenn die Funktion normierbar ist, dann kann ich die Parameter immer so wählen, dass dieses Integral genau den Wert 1 hat. Das Überprüfen der Normierbarkeit ist die eine Sache. Da Wahl der richtigen Parameter, eine andere, und diesen Vorgang nennt man eben „normieren“.
Nur um zu sehen ob ich dir folgen konnte: Wenn ich den Impuls
rausbekäme, müsste meine Wellenfunktion sin(x) (evt in leicht
modifizierter Form) sein.
Sie würde so lauten:
ψ(x,t) = A * e-2πi/h((Et - px) + phi;/2π)
Wenn Du Dich mit komplexen Zahlen nicht auskennst, so lautet der Realteil davon:
Re(ψ(x,t)) = A * cos (-2π/h((Et - px) + phi;/2&pi);
x und t sind die Orts- und Zeitkoordinate, A die Amplitude, h („h-quer“), das reduzierte Plancksche Wikrungsquantum, E die Energie und p der Impuls. Da p bekannt ist, und E = p²/2m, sind nur die Amplitude A und der Phasenwinkel φ wählbar.
Wenn ich das von x=0 bis x=+inf.
integriere bekomme ich mit Sicherheit irgendetwas über 1 
Und das hängt mit einer Amplitude (der der
Wahrscheinlichkeitsdichte?) zusammen.
Vor dem Integrieren müsstest Du das Betragsquadrat bilden, also korrekt
∫|ψ(x,t)|²dx von -∞ bis +∞
Deren Grenzwert geht
dann gegen 0 für rechte Intervallgrenze gegen +inf.
Wenn sie gegen 0 geht je genauer wir hinschauen (je größer wir
unser Intervall wählen) ist sie konstant und annähernd 0. Das
bedeutet die Wahrscheinlichkeitsdichte ist so gering dass wir
wahrscheinlich eine Wahrscheinlichkeit von annähernd 0 haben
und deshalb wahrscheinlich nirgends unser Elektron 
Moment, Moment. Das oben genannte Integral ist proportional zur Amplitude A, und leider außerdem unendlich. Es wird nur dann endlich bzw. erreicht nur dann den Wert 1, wenn A gegen Null strebt. Damit ist die Aufenthaltswahrscheinlichkeitsdichte überall annähernd Null.
Der Normalfall ist natürlich nicht dieser Grenzfall, sondern ein Fall, wo der Impuls nur mit einer gewissen Ungenauigkeit bekannt ist. In diesem Fall setzt sich dann die Ortsfunktion nicht mehr nur aus einer Sinus (bzw. Kosinus) Welle zusammen, sondern aus sehr vielen, jeweils unterschiedlicher Frequenz und Amplitude. Die Überlagerung von all diesen Wellenfunktionen ergibt so etwas ähnliches wie eine Gaußkurve. Da diese Funktion für große positive und negative Werte von x gegen Null strebt, ist das Integral über das Betragsquadrat endlich. In diesem Fall können die Amplituden so gewählt werden, dass das Integral genau 1 ist. Die Ortsunschärfe ist dann durch die Breite der Glockenkurve gegeben. Es zeigt sich nun, dass diese Breite umso breiter ist, je enger man den Wert für den Impuls einschränkt und umgekehrt. Und das ist genau die Aussage der Heisenbergschen Unschärferelation.
Gruß, Michael