SchülerInnen oder „Schüler und Schülerinnen“

Ich habe die Frage ähnlich schon mal im Polit-Brett gestellt, hätte hier jedoch eure Meinung mal ausschließlich aus Sicht der „Sprachwissenschaften“, also ob das orthografisch o.k. ist, auch unter dem Aspekt der „Umgangssprachen, denn mir ist diese Formulierung nicht geläufig.

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Ein Kandidat des Bundestages formuliert eines seiner Ziele auf seiner HP wie folgt:

„ … individuelle Förderung der SchülerInnen … „

Ich behaupte, dass damit weibliche, nicht jedoch männliche Schüler gemeint sind.

Sein Argument:

„Das ist ein großes „i“, falls Du das nicht bemerkt haben solltest.
Ich liebe das Binnen-„i“.
Will heissen - das heisst Schülerinnen und Schüler.“

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fragt
Torx

Hallo Torx,

Ein Kandidat des Bundestages

Meinst du: „Ein Kandidat für den Bundestag“? Wenn wir uns schon über gutes Deutsch unterhalten … :wink:

formuliert eines seiner Ziele auf
seiner HP wie folgt:

„ … individuelle Förderung der SchülerInnen … „

Ich behaupte, dass damit weibliche, nicht jedoch männliche
Schüler gemeint sind.

Das ist falsch.

Die Schreibweise mit dem großen Binnen-„I“ ist zwar keineswegs Standard (d.h. weder nach Duden noch sonstigen Rechtschreibregeln erlaubt), aber wo sie verwendet wird, wird sie allgemein ausdrücklich als Bezeichnung für beide Geschlechter verstanden. Genau für diesen Zweck wurde diese Kunst-Schreibung auch ursprünglich kreiert.

http://de.wikipedia.org/wiki/Binnen-I

Sein Argument:

„Das ist ein großes „i“, falls Du das nicht bemerkt haben
solltest.
Ich liebe das Binnen-„i“.

Wäre für mich ein Grund, diese Nase nicht zu wählen. Umgangssprachlicher Gebrauch ist eine Sache, aber man sollte schon in der Lage sein, in offiziellen Dokumenten (und dazu zählt für mich auch eine offizielle Homepage) die allgemein üblichen Rechtschreibregeln anzuwenden.

Grüße
Wolfgang

Meinst du: „Ein Kandidat für den Bundestag“? Wenn wir uns schon über gutes Deutsch unterhalten … :wink:

Danke für die Korrektur.

Ich behaupte, dass damit weibliche, nicht jedoch männliche Schüler gemeint sind.

Das ist falsch.

Gut.Wie ist die Schreibweise nun zu werten, da man ja auch das bisher „schriftlich“ Verfasste durchaus in einer Diskussion mal mündlich vortragen muss.

Den Text verfälschen - das geht nicht.
Wie drücke ich nun das große „i“ beim Sprechen aus ?

Ist es wirklich üblich, das Binnen-I zu verwenden ? Mir ist das neu.
Wer verwendet das Binnen-I ? Teens ?

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Gruss
Torx

Hallo nochmal,

Gut.Wie ist die Schreibweise nun zu werten, da man ja auch das
bisher „schriftlich“ Verfasste durchaus in einer Diskussion
mal mündlich vortragen muss.

Eben. Das ist genau eines der Probleme mit dieser Schreibweise.

Den Text verfälschen - das geht nicht.
Wie drücke ich nun das große „i“ beim Sprechen aus ?

Durch einen harten Glottis-Schlag vor dem /i/. Steht aber auch in dem zitierten Wikipedia-Artikel.

Ist es wirklich üblich, das Binnen-I zu verwenden ? Mir ist
das neu.

Willkommen im 21. Jahrhundert!

Wer verwendet das Binnen-I ? Teens ?

Auch, aber nicht in erster Linie. Die „taz“ und andere Presse-Erzugnisse waren (in Deutschland) Vorreiter dieser Schreibung.

Grüße
Wolfgang

Hi, Torx!

Wie drücke ich nun das große „i“ beim Sprechen aus ?

Gesprochen wird selbstverständlich „Schülerinnen und Schüler“, Bürgerinnen und Bürger, Herrinnen und Herren (Pardon, das ist Quatsch),

Ist es wirklich üblich, das Binnen-I zu verwenden ? Mir ist
das neu.

Nur bei einigen Presse- und Druckerzeugnissen. TAZ z.B.

Wer verwendet das Binnen-I ?

Feministinnen und Feministen also FemImInIstInnen, EmanzInnen und solche, die dafür gelten wollen.

Teens ?

Das wäre mir neu.

Gruß Fritz

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Ist es wirklich üblich, das Binnen-I zu verwenden ? Mir ist
das neu.

Nur bei einigen Presse- und Druckerzeugnissen. TAZ z.B.

Wer verwendet das Binnen-I ?

Feministinnen und Feministen also FemImInIstInnen, EmanzInnen
und solche, die dafür gelten wollen.

Deswegen ist das großen Binnen - I auch als „Jota feministicum“ bekannt.

Gruß - Rolf

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Deswegen ist das großen Binnen - I auch als „Jota feministicum“ bekannt.

Ich habe inzwischen weitere Infos erhalten und meine Vermutung hat sich bestätigt: Die Verwendung des Binnen-I wird anscheint ausschließlich von gewissen Personenkreisen verwendet, die die Diskriminierung von Männern in Sprache und Politik propagieren.

http://www.binnen-i.de/

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Gruss
Torx

Hallo Torx,

Ich habe inzwischen weitere Infos erhalten und meine Vermutung
hat sich bestätigt: Die Verwendung des Binnen-I wird anscheint
ausschließlich von gewissen Personenkreisen verwendet, die die
Diskriminierung von Männern in Sprache und Politik
propagieren.

… behauptet ein einzelner, sich diskriminiert fühlender Mann (der noch nicht einmal „political correctness“ richtig schreiben kann, also sicher ein großer Sprachexperte …).

http://www.binnen-i.de/

Guck auch auf http://www.binnen-i.de/Impressum.htm - oder gleich auf http://www.binnen-i.de/Sitzpinkler.htm (LOL)

Die angeführte Argumentation ist diskussionswürdig, aber es ist durchaus keine allgemein akzeptierte Meinung, noch irgendwie repräsentativ für die Sprecher der deutschen Sprache.

Grüße
Wolfgang

…, aber es ist durchaus keine allgemein akzeptierte Meinung, noch irgendwie repräsentativ für die Sprecher der deutschen Sprache.

Ich bin beim Sammeln von Informationen. Bislang konnte ich noch keine fundierten Argumente finden, warum dieses Binnen-I überhaupt eingeführt wurde, bis auf das o.A.

Aus meiner Sicht führt es zu keiner Vereinfachung.
Logisch ist für mich z.B., dass man „zum Beispiel“ mit „z.B.“ ersetzt.

Warum aber das Binnen-I ?

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Gruss
Torx

Deutsch als Männersprache

Warum aber das Binnen-I ?

Keine Antwort auf diese Frage, aber die Antriebe, weshalb es zu dieser Schreibung kam, bietet vielleicht die Lektüre von:

Luise F. Pusch, Das Deutsche als Männersprache, ISBN 3-518-11217-1 Buch anschauen.

Hab vor Kurzem selber mal wieder drin geschmöckert; bisweilen zum Schenkelklopfen spaßig! Vor allem die Kurzartikel am Ende. :wink:

Gruß Fritz

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Innen-SchreiberInnen und Anti-Innen-Schreiber
Oh, Torx,

was du auf diesen Seiten liest, ist noch alberner, aber zumindest ebenso albern, wie das, was manche „feministische“ Sprachwissenschaftlerinnen und sonstige EmanzInnen seit Jahren mit der deutschen Sprache treiben wollen.

So wird z. B. das Wort „Milchmädchenrechnung“ perhorresziert und man schlägt vor auch „Milchbubenrechnung“ zu verwenden. Wobei doch der Unterschied zwischen Milchmädchen und Milch(reis)bubi augenfällig ist.

Vergiss die ganze Seite und lass den -Innen-SchreiberInnen ihren Spaß.

Gruß Fritz

4 „Gefällt mir“

Hallo,

Ich bin beim Sammeln von Informationen. Bislang konnte ich
noch keine fundierten Argumente finden, warum dieses Binnen-I
überhaupt eingeführt wurde, bis auf das o.A.

Aus meiner Sicht führt es zu keiner Vereinfachung.
Logisch ist für mich z.B., dass man „zum Beispiel“ mit „z.B.“
ersetzt.

Wie man’s nimmt, nicht wahr. Schließlich ist SchülerInnen kürzer als Schülerinnen und Schüler . Ob das jetzt aber ein Einführungsgrund ist - keine Ahnung. Ich kann mir aber vorstellen, dass so effiziente wie rationelle Politiker diesen Einschub deswegen so gerne verwenden und nicht nur, weil sich irgendeine Emanze kompromittiert fühlen könnte.

Ginge es solchen Leuten wirklich um die Gleichberechtigung, würden sie sich die Zeit nehmen und Schülerinnen und Schüler schreiben.

Gruß,

Lena

Ist es wirklich üblich, das Binnen-I zu verwenden ? Mir ist
das neu.
Wer verwendet das Binnen-I ? Teens ?

Es ist durchaus üblich - mir ist das zum Beispiel das erste Mal in den schulinternen Mitteilungen begegnet. Ich hab’s erst für einen Schreibfehler gehalten :smile:

Lena

Männer- und Frauensprache off topic
Moin, moin Ihr politisch mehr oder minder Korrekten,

ich erinnere mich immer noch mit Schaudern an ätzende Diskussionen mit einer Kollegin, die das Wort „Mannschaft“ partout nicht auf einem Flugblatt lesen wollte, weil ja auch Frauen an dem angekündigten Ereignis teilnähmen!

Das bringt mich dazu, einen schon oft erwogenen Gedanken wiederum der geneigten Öffentlichkeit vorzustellen: Ich halte es für ein Unding, die weibliche Form der Substantive von der männlichen abzuleiten derart, dass nur ein „-in“ angehängt wird: der Sänger - die Sängerin, der Lehrer - die Lehrerin etc.
In dieser Form der Substantivbildung definieren sich die Frauen stets und ständig über die Männer: der Mann besetzt sprachlich das Feld und läßt der Frau nur die Möglichkeit, durch ein Anhängsel - Fritz würde es wohl ein Suffix nennen -, das „in“ nämlich, ebenfalls definiert zu sein.

Dies kann einer politisch bewußten, auf ihre Eigenart und Selbständigkeit bedachten Frau nicht genügen!

Deswegen müssen die weiblichen Formen der Substantive gebildet werden durch das Anhängen des „in“ direkt an den Wortstamm, also: der Lehrer - die Lehrin, der Schüler - die Schülin etc.

Schwierigkeiten erwarte ich nur bei einigen musikalischen Berufen: der Cellist - die Cell?, der Bassist - die Bass?, der Tenor - die Ten?

Beim Geiger, Oboer, Bratscher ist die Sache aber wieder klar.

Ich finde, wir Männer sollten genügend Selbstbewußtsein haben, den Frauen auch sprachlich ihre Selbständigkeit zurückzugeben.

Gruß - Rolf

Hi Torx,

in der deutschen Rechtschreibung gibt es keine Binnenmajuskel, was natürlich keinen Werbefuzzy davon abhält, sie dennoch zu benutzen, siehe BahnCard. Die (irgendwas-)Innen sind meines Wissens von der TAZ verbreitet worden, der Erfinder wird wohl bis an sein Lebensende die Entdeckung fürchten wie der Deibel das Weihwasser.

Was ja besonders bescheuert daran ist: Hier laufen Schrift und Sprache völlig auseinander.

Gruß Ralf

Hallo,

Schwierigkeiten erwarte ich nur bei einigen musikalischen
Berufen: der Cellist - die Cell?, der Bassist - die Bass?, der
Tenor - die Ten?

Die Bassistin als Kontrabassistin kann ich mir ja grade noch vorstellen, aber bei der weiblichen Tenöse hört meine Vorstellungskraft nun wirklich auf - Tenor ist eine männliche Gesangsstimme, keine Notwendigkeit da überhaupt eine weibliche Form zu kreieren :wink:

Wolfgang

Hallo Rolf,

Das bringt mich dazu, einen schon oft erwogenen Gedanken
wiederum der geneigten Öffentlichkeit vorzustellen: Ich halte
es für ein Unding, die weibliche Form der Substantive von der
männlichen abzuleiten derart,

Ja weißt denn du nicht, dass das Weib vom Mann abgeleitet, nämlich aus seiner Rippe geschnitten ist?

dass nur ein „-in“ angehängt
wird: der Sänger - die Sängerin, der Lehrer - die Lehrerin
etc.
In dieser Form der Substantivbildung definieren sich die
Frauen stets und ständig über die Männer: der Mann besetzt
sprachlich das Feld und läßt der Frau nur die Möglichkeit,
durch ein Anhängsel - Fritz würde es wohl ein Suffix nennen -,
das „in“ nämlich, ebenfalls definiert zu sein.

Dies kann einer politisch bewußten, auf ihre Eigenart und
Selbständigkeit bedachten Frau nicht genügen!

Deswegen müssen die weiblichen Formen der Substantive gebildet
werden durch das Anhängen des „in“ direkt an den Wortstamm,
also: der Lehrer - die Lehrin, der Schüler - die Schülin etc.

Da sei aber man froh, dass du Rolf heißt, und nicht Oranier, sonst würde dir Fritz zu solchen kruden Vorschlägen was anderes erzählen!

Schwierigkeiten erwarte ich nur bei einigen musikalischen
Berufen: der Cellist - die Cell?, der Bassist - die Bass?, der
Tenor - die Ten?

Das Problem ließe sich doch vielleicht dadurch lösen, dass man die Frauen wieder aus den Orchestern entfernt. Die Amateusen wären dann eben z.B. Cellospielerinnen.

Beim Geiger, Oboer, Bratscher ist die Sache aber wieder klar.

Na ja, ein Bratscher ist im Rheinland jemand, der zu viel flennt. Vielleicht doch auch hier besser: Bratschist.

Ich finde, wir Männer sollten genügend Selbstbewußtsein haben,
den Frauen auch sprachlich ihre Selbständigkeit zurückzugeben.

Also, Spaß beiseite! Im Deutschen haben sich eben wirklich, und zwar von Beginn an, die männlich dominierten Formen herausgebildet, mit Zurückgeben ist da nichts zu wollen, allenfalls mit der Entwicklung neuer Formen, und die lassen sich zwar am Reißbrett - sorry: am „deutsche Sprache“-Brett - konstruieren, jedoch kaum voluntaristisch bei den Sprachteilnehmern durchsetzen.

Es ist schon ein Phänomen, dass sich das monströse große I, wenn auch nur partiell, so etablieren konnte. Aber den anderen, bereits schwächelnden, von feministischen Linguinnen vorgeschlagenen Formen konnte Fritz Ruppricht jedenfalls den finalen Todesstoß versetzen.

Grüße
Oranier

Ist es wirklich üblich, das Binnen-I zu verwenden ? Mir ist
das neu.
Wer verwendet das Binnen-I ? Teens ?

Das Binnen-I wird verwendet von Menschen, die als Feministen erkannt werden wollen. Vorwiegend verwenden es Gewerkschafter und Grüne.

H.-Norbert

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Hallo Wolfgang,
danke, daß du diese Webseite so aufmerksam gelesen hast.

… behauptet ein einzelner, sich diskriminiert fühlender Mann
(der noch nicht einmal „political correctness“ richtig
schreiben kann, also sicher ein großer Sprachexperte …).

Ist dies wirklich der einzige Fehler auf dieser Seite? Ich hätte mit mehr gerechnet, denn Tippfehler macht jeder mal.

Übrigens: das beanstandete Wort kommt aus der englischen Sprache. Meine Muttersprache ist Deutsch.

Gruß

H.-Norbert

Hallo Wolfgang!

Wer verwendet das Binnen-I ? Teens ?

Auch, aber nicht in erster Linie. Die „taz“ und andere
Presse-Erzugnisse waren (in Deutschland) Vorreiter dieser
Schreibung.

Grüße
Wolfgang

Es ist eine nicht erwiesene Fabel, daß Setzer der TAZ das Binnen-I erfunden hätten. Es kommt viel wahrscheinlicher aus der Ecke der Feministinnen, die diese Schreibweise ursprünglich als Erkennungszeichen unter Ihresgleichen verwendeten.

Es soll keine Kritik sein, aber du schreibst „Erzugnisse“. In einem anderen Beitrag hast du mich wegen eines deiner Meinung nach fehlenden Buchstabens kritisiert. Das war überflüssig, oder?

Gruß
H.-Norbert