Schulpflicht - ja oder nein?

Hallo,

beschäftige mich aufgrund der schweren schulischen Probleme meiner 8 jährigen Nichte mit dem Thema Schulpflicht.

Meine Nichte ist ein selbstbewußtes, fröhliches und aufgewecktes Kind, sie spielt gern, hat eine schnelle Auffassungsgabe und ist nicht auf den Mund gefallen - also ganz normal.
Sie haßt es jedoch zur Schule zu gehen, so sehr ihre Eltern ihr auch gut zureden fragt sie jeden Morgen ob sie nicht daheim bleiben darf und dort lernen.

Fragt man sie warum - sagt sie, dass sie die Lehrer nicht mag, der Unterricht langweilig ist und sie keine Lust dazu hat nur herum zu sitzen…

Ich frage mich ob sie nicht tatsächlich besser zuhause bliebe, nach Lust und Laune lernte und frei von diesem lähmenden Schulalltag sich wesentlich besser und kindgerechter entwickeln würde.

Hier ein paar Texte zum Thema:
http://www.leben-ohne-schule.de/artikel1.html

Meine Schwester will jetzt tatsächlich das Kind aus der Schule nehmen und es fernab vom Leistungszwang und Druck zu unterrichten, auch wenn das endlosen Papierkrieg mit den Behörden bedeutet.
Ich selbst würde mich auch an dem Unterricht beteiligen und langsam erwäge ich mein Kind (9 Mon.) später auch nicht zur Schule gehen zu lassen - zumindest die ersten Jahre nicht.
Was meint ihr dazu?

LG Euredice

Auch Hallo,

was ich davon halte? Kurz und knapp: NICHTS!

Das „normale“, aufgeweckte Kind gewöhnt sich in aller Regel schnell an die Schule und geht zumindest in den ersten Jahren auch gern dorthin. Wenn dies bei deiner Nichte nicht der Fall ist, würde ich versuchen rauszufinden, woran das liegen könnte.

Problem Lehrerin lässt sich im Notfall ändern.

Ansonsten würde ich überprüfen, ob eine Überforderung mit dem geregelten Schulalltag vorliegt. Dies ließe sich evtl. durch zurückstufen korrigieren.
Leider schreibst du nicht, in welcher Alters-/ Klassenstufe deine Nichte sich befindet.

Auch der umgekehrte Fall, nämlich Unterforderung und hierdurch bedingte Langeweile wäre denkbar.

Was mich allerdings erschreckt, ist deine Überlegung, dein eigenes Kind nicht in die Schule schicken zu wollen, obwohl du da wohl noch keinerlei Hinweise haben kannst, wie dein Kind sich diesbezüglich entwickeln wird.

Da scheint ja doch eine gewisse Einstellung hinterzustecken, die ich - mit Verlaub - als Verstoß gegen das Kindeswohl betrachte. Wenn diese Einstellung - und sei es auch noch so unterschwellig - auch deiner Nichte vermittelt wird, dannn hast du dir Ursache ihrer „Schulmüdigkeit“ auch schon gefunden.

Ich hoffe, ich irre mich…

Mensch, sei froh, dass du in einem Land leben darfst, in dem es eine Schulpflicht gibt!

Wie und wann sonst willst du deinen Kindern Sozialverhalten und Vorbereitung auf das Erwachsenen-/ Berufsleben beibringen, wenn nicht im Schulalter?

Glaubst du ernsthaft, du kannst - wie du schreibst - dein Kind im Alter von XX Jahren dann doch mal in die Schule schicken? Die soziale Isolation bei den Klassenkameraden wäre vorprogrammiert! Wie grausam…

Gott sei Dank haben wir in Deutschland eine Gesetzeslage, die solchen Ideen einen Riegel vorschiebt.

Relativ entsetzte Grüße,

Ironlady

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Auch entsetzt
Hallo,

Also ein wenig entsetzt bin ich auch. Und zwar über Deine prompte Verurteilung der Fragestellerin.
Aber langsam und von vorn:

Das „normale“, aufgeweckte Kind gewöhnt sich in aller Regel
schnell an die Schule und geht zumindest in den ersten Jahren
auch gern dorthin. Wenn dies bei deiner Nichte nicht der Fall
ist, würde ich versuchen rauszufinden, woran das liegen
könnte.

Ach ja, das erinnert mich an meine Schulzeit… Hauptsache man ist „normal“. Ist man nicht „normal“, dann MUSS ja etwas mit einem nicht stimmen, nicht wahr?

Was mich allerdings erschreckt, ist deine Überlegung, dein
eigenes Kind nicht in die Schule schicken zu wollen, obwohl du
da wohl noch keinerlei Hinweise haben kannst, wie dein Kind
sich diesbezüglich entwickeln wird.

Wenn ich mir die Anzahl der Unterrichtsausfälle und Unterqualifikation von Lehrern so anschaue, dann muss eine Abneigung gegen den normalen Schulunterricht gar nichts mit dem Kind zu tun haben.

Da scheint ja doch eine gewisse Einstellung hinterzustecken,
die ich - mit Verlaub - als Verstoß gegen das Kindeswohl
betrachte.

Lächerlicher Unsinn. Kannst Du diese „Einstellung“ auch irgendwie begründen? Oder läuft das Kind dann Gefahr nicht „normal“ genug zu werden?

Wie und wann sonst willst du deinen Kindern Sozialverhalten
und Vorbereitung auf das Erwachsenen-/ Berufsleben beibringen,
wenn nicht im Schulalter?

Und was spricht dagegen diese Vorbereitung selbst vorzunehmen, anstatt sie von einer gestressten, unqualifizierten Mittfünfzigerin mit Burn-Out-Syndrom vornehmen zu lassen?

Glaubst du ernsthaft, du kannst - wie du schreibst - dein Kind
im Alter von XX Jahren dann doch mal in die Schule schicken?
Die soziale Isolation bei den Klassenkameraden wäre
vorprogrammiert! Wie grausam…

Nach der 4. Klasse werden die Klassenverbände eh getrennt, da ist ein optimaler Einstieg möglich.

Gott sei Dank haben wir in Deutschland eine Gesetzeslage, die
solchen Ideen einen Riegel vorschiebt.

Nee, haben wir nicht, da muss ich Dich enttäuschen. Hmoe-Schooling ist auch in Deutschland möglich.

Grüße,

Anwar

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Sicher?
Hallo Anwar,

Hmoe-Schooling ist auch in Deutschland möglich.

Bist du da wirklich sicher? Soweit ich informiert
bin, geht das nur in seltenen Ausnahmesituationen
(Krankheit oder unzumutbar langer Schulweg).

Meine Nicht hat gerade 2 1/2 Jahre Home schooling
mit ihrer Tochter hinter sich (von Mitte Klasse 1
bis Ende Klasse 3). Der Grund dafuer war, dass
sie und ihr Mann mit dem deutschen Entwicklungsdienst
im Ausland waren. In ihrem Ort gab es weder eine
deutsch- noch englischsprachige Schule.
Was sie berichtet, bestaetigt eher ironladys Meinung.
Man muss sich genau an die Vorgaben halten (es gibt
gutes Material), es werden Hausaufgaben und ‚Tests‘
gemacht, die eingeschickt werden muessen und bewertet
werden. Insgesamt vermisste ihre Tochter trotz Bruder
(gerade noch nicht schulpflichtig) und vielen
Freunden doch den sozialen Kontakt. Sie freute sich
unbaendig darauf, endlich in eine richtige Schule
zu duerfen. Aber die Eingewoehnung scheint doch
sehr viel Stress zu machen. Dabei geht es gar nicht
um die Freunde usw., sondern um das Gewoehnen an einen
strukturierten Tagesablauf, das Einfuegen in die Gruppe
usw. Man kann sich darueber streiten, ob das erwuenschte
Lehrziele sind, Tatsache ist aber, dass es notwendige
Faehigkeiten sind, wenn man irgendwann einmal mit Schule
anfangen will (und ich vermute mal, im Berufsleben, wenn
man nicht gerade freischaffender Kuenstler wird, auch ganz
praktisch).

Zur sozialen Komponente kann ich aus eigener Erfahrung
etwas beisteuern. Meine Jungs besuchen seit September
hier in Dschiddah die deutsche Schule. Das war von uns
eine bewusste Entscheidung: wir fanden (und finden immer
noch), dass der Wechsel vom bislang rein englischsprachigen
System zum deutschen Unterricht in einer solchen ‚Zwerg-
schule‘ leichter fuer unsere Jungs sein wuerde. Und schulisch
scheint die Rechnung aufzugehen: sie sind zu Sechst in der
Klasse, sie bekommen also sehr intensiven Unterricht.
Aber ihnen fehlt eindeutig der groessere Klassenverband -
und der an allen Ecken und Enden.

Grüße
Elke

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Wunderbar!
Hallo Euredice,

da nehmen Arbeitgeber heute schon nicht mal die Waldorfschulen ernst und Ihr wollt noch einen Schritt weitergehen.

Ich bin beeindruckt… der Sozialfall ist vorprogrammiert.

Ihr tut euren Kindern hier nichts gutes für das spätere Leben.

Gruß Ivo

Hi Ivo,

nun in meiner Familie gibt es schon mehrere sehr positive Beispiele für Homeschooled Kinder aus denen was Gutes geworden ist…
Ein Teil meiner Familie lebt in Kanada, meine Tante hat zwei inzwischen erwachsene Söhne, die tatsächlich nie in eine reguläre Schule gegangen sind - sie haben beide studiert und jeweils einen Spitzenjob bekommen der eine (Sam) als Anwalt f. internat. Recht (er spricht 5 Sprachen fließend) und der andere (Tonio) betreut und vertritt eine Gemeinde von native canadians auf Vancouver Island (Sozialarbeiter oder so ähnlich).

Tonios älteste Tochter Vicky konnte mit 4 Jahren alle Grundrechenarten und hat keine Probleme alle drei sprachen, mit denen sie aufwächst (deutsch, französisch und englisch) zu lesen und zu schreiben. Sie ist jetzt 7 Jahre alt und war noch nie in einer Schule. Liam, 3 Jahre alt kann schon jetzt mit dem Abakus rechnen.

Ich denke und das sagt auch Tonio, dass das starre Schulsystem dem Kind in erster Linie das selbstständige Lernen und vor allem die Freude daran abtrainiert.
Er selbst ist ein gutes Beispiel dafür, dass er ein sehr sozialer und kommunikationsstarker, selbstbewußter Mensch geworden ist und dass vor allem weil er eben nicht zur Schule gehen musste.

Das Argument, dass es dem Kind an sozialen Kontakten fehle zieht insofern nicht, als das es einen sehr viel intensiveren Kontakt zu seinen Familienmitgleidern und anderen Erwachsenen hat, am wahren Leben teilnimmt (nicht isoliert in der Schule) und der eigentliche Kontakt zu anderen Kindern eh in deren Freizeit stattfindet - nach der Schule.

Dazu hier ein weiterer Erfahrungsbericht:
http://www.leben-ohne-schule.de/susan.kaseman/hem204…

Hallo Ironlady,

tja zu Deinem Statement kann ich nur sagen, dass Du Dich augenscheinlich weder mit dem Thema Schulzwang noch mit alternativer Pädagogik und Erziehung umfassend auseinander gesetzt hast und hier lediglich die landläufige Meinung wiederspiegelst…

Für Dich gilt daher auch meine Antwort an Ivo…

LG Euredice

Hallo Anwar,

ich dachte schon es wäre hier keine positive Meinung zum Thema zu finden… :wink:

Danke für die Unterstützung!

LG Euredice

Hallo!

Ich kann Deine Argumentation (besonders in den Antworten) bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehen, aber Du musst sehen, dass es in Deutschland anders ist als in den USA oder Kanada, wo das home schoolig nicht verboten und sogar relativ verbreitet ist.
Egal, ob man jetzt den Besuch einer öffentlichen Schule oder das Unterrichten zu Hause als besser oder dem Wohle des Kindes mehr dienend einstuft, Du wirst in Deutschland vermutlich nicht um die Gesetzeslage herumkommen, und die ist eindeutig:

„Schulpflicht
In ganz Deutschland besteht Schulpflicht: Pflicht für Kinder und Jugendliche zu einem Mindestschulbesuch. In Deutschland ist die Schulpflicht in den Schulgesetzen der einzelnen Länder geregelt und gilt für alle Kinder und Jugendliche, die in dem jeweiligen Bundesland wohnen. Die Schulpflicht beginnt nach vollendetem sechsten Lebensjahr zum jeweils nächsten Schuljahresanfang. Für deren Einhaltung sind die Erziehungsberechtigten zuständig, in der Regel also die Eltern. Verstöße werden bestraft. Schulpflichtige Kinder und Jugendliche können zwangsweise der Schule zugeführt werden.
Die Schulpflicht endet mit vollendetem 18. Lebensjahr. Die allgemeine Schulpflicht (Vollzeitschule) dauert neun bis zehn Jahre. Daran schließt sich eine Berufsschulpflicht mit einer Dauer von drei Jahren (Teilzeitschule) an. Die Teilzeitschulpflicht kann durch den Besuch einer Vollzeitschule ersetzt werden.“
(http://deutsch-uni.by.ru/data/dat_schule.shtml)

Was passiert, wenn man sich dieser Schulpflicht verweigert, kannst Du übrigens hier nachlesen:
http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,3109…
und
http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,3223…

Und ob Du nun zu einer Sekte gehörst oder nicht (ich gehe nach Deiner Argumentation mal nicht davon aus), vor dem Gesetzgeber spielt das keine Rolle. Wenn Dein Kind im entsprechenden Alter und gesund ist, zudem an einem „normalen“ Ort wohnt (damit meine ich Zugang zu einer Schule hätte), dann besteht meiner Meinung nach kein Grund zur Aufhebung der Schulpflicht.

LG,
Norah

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

sag mal, ist das etwa Dein Ernst, oder hast Du dieses Thema als Kalauer reingestellt um Dich der Reaktionen zu erfreuen?

Könntest doch Deine Frage gleich so formulieren:
„Ist lernen im Hinblick auf die spätere sowieso Arbeitslosigkeit noch sinnvoll“, denn ungebildet erträgt sich so ein Schicksal bestimmt besser.

Errungenschaften, die sich unsere Ahnen mühsam und unter heute unvorstellbaren Bedingungen erstritten haben werfen wir heute aus überheblicher Aroganz auf den Müll.

Ich kenne weder Dich, noch Deine Nichte, noch die Schule geschweige denn deren Lehrer, aber sollte dieses Problem tatsächlich existieren, so rate ich Dir dringend mal den eigenen Erziehungsstil kritisch zu betrachten.
An der Schule oder gar den Lehrern liegts bestimmt nicht.
Und das sagt Dir einer, der selbst den besten Lehrer kritisch sieht.

Gruß Richard

beschäftige mich aufgrund der schweren schulischen Probleme
meiner 8 jährigen Nichte mit dem Thema Schulpflicht.

Meine Nichte ist ein selbstbewußtes, fröhliches und
aufgewecktes Kind, sie spielt gern, hat eine schnelle
Auffassungsgabe und ist nicht auf den Mund gefallen - also
ganz normal.
Sie haßt es jedoch zur Schule zu gehen, so sehr ihre Eltern
ihr auch gut zureden fragt sie jeden Morgen ob sie nicht
daheim bleiben darf und dort lernen.

Fragt man sie warum - sagt sie, dass sie die Lehrer nicht mag,
der Unterricht langweilig ist und sie keine Lust dazu hat nur
herum zu sitzen…

Ich frage mich ob sie nicht tatsächlich besser zuhause bliebe,
nach Lust und Laune lernte und frei von diesem lähmenden
Schulalltag sich wesentlich besser und kindgerechter
entwickeln würde.

Hier ein paar Texte zum Thema:
http://www.leben-ohne-schule.de/artikel1.html

Meine Schwester will jetzt tatsächlich das Kind aus der Schule
nehmen und es fernab vom Leistungszwang und Druck zu
unterrichten, auch wenn das endlosen Papierkrieg mit den
Behörden bedeutet.
Ich selbst würde mich auch an dem Unterricht beteiligen und
langsam erwäge ich mein Kind (9 Mon.) später auch nicht zur
Schule gehen zu lassen - zumindest die ersten Jahre nicht.
Was meint ihr dazu?

LG Euredice

Meine Nichte ist ein selbstbewußtes, fröhliches und
aufgewecktes Kind, sie spielt gern, hat eine schnelle
Auffassungsgabe und ist nicht auf den Mund gefallen - also
ganz normal.

Fragt man sie warum - sagt sie, dass sie die Lehrer nicht mag,
der Unterricht langweilig ist und sie keine Lust dazu hat nur
herum zu sitzen…

Hi,

obwohl ich was das Thema „hochbegabt“ angeht sehr kritisch bin halte ich es für sinnvoll das Mädchen mal testen zu lassen.
Langeweile kann auch etwas mit Unterforderung zu tun haben.

Viele Grüße
Sue

sag mal, ist das etwa Dein Ernst, oder hast Du dieses Thema
als Kalauer reingestellt um Dich der Reaktionen zu erfreuen?

nein ist ernst gemeint…

Könntest doch Deine Frage gleich so formulieren:
„Ist lernen im Hinblick auf die spätere sowieso
Arbeitslosigkeit noch sinnvoll“, denn ungebildet erträgt sich
so ein Schicksal bestimmt besser.

Ich rede nicht davon das Kind nicht zu bilden, ganz im Gegenteil - Keine Schule bedeutet in der Regel wesentlich bessere Bildung!!

Errungenschaften, die sich unsere Ahnen mühsam und unter heute
unvorstellbaren Bedingungen erstritten haben werfen wir heute
aus überheblicher Aroganz auf den Müll.

?? Wie kommst du darauf? Gilt dies für Dich?

Ich kenne weder Dich, noch Deine Nichte, noch die Schule
geschweige denn deren Lehrer, aber sollte dieses Problem
tatsächlich existieren, so rate ich Dir dringend mal den
eigenen Erziehungsstil kritisch zu betrachten.
An der Schule oder gar den Lehrern liegts bestimmt nicht.
Und das sagt Dir einer, der selbst den besten Lehrer kritisch
sieht.

Nun ich entziehe mich weder der Kritik noch ließe ich keine anderen Meinungen zu und mein Tun hinterfrage ich oft ernsthaft - daher komme ich auch zu diesen Alternativen - weil ich ebenso das gängige System hinterfrage, welches leider hier in Deutschland sehr schlecht ist.
Ich empfehle auch Dir, Dich näher mit dem Thema zu befassen, als es bloß ab zu urteilen. Das Home Schooling ist die älteste und kindgerechteste Form der Bildung überhaupt.

Hi

Das rechtliche Thema ist hier in Deutschland zwar schwierig, aber nicht unmöglich. Es bedeutet viel Papierkrieg mit den Behörden…

Hi Sue,

sicher ist das Kind unterfordert und zugleich überfordert. Es fühlt sich nicht wohl in der Schule, leidet unter den Grobheiten der (männlichen) Mitschüler und der Strenge der Lehrer.

Ich würde sie nicht unbedingt als hochbegabt einstufen, sie hat eine rasche Auffassungsgabe und einen scharfen Verstand, der durch die schulüblichen Methoden oft blockiert wird…

Schule hat wichtige Erfahrungen zu bieten
Hallo,

auch ich möchte noch auf ein paar Vorteile von der Schule aufzählen, die mir wichtig erscheinen:
Neben Stoffvermittlung und Wissensüberprüfung, sorgen Lehrer auch dafür, dass Kinder z.b. das freie Reden vor der Klasse lernen. Das fängt schon damit an, sich zu trauen in der Gemeinschaft der Klasse den Lehrer etwas zu fragen.
In der Schule machen Kinder Teamarbeit. 4-6 Kinder rund um den Tisch müssen Bücher wälzen und sich gegenseitig helfen „das fehlt noch, schreib mal auf, wie markieren wir das…“ um ein komplexes Thema zu erarbeiten. Da läuft menschlich viel ab, was zum Lernen dazugehört. Das ist mehr als Pauken.
In der Schule sind Kinder weg vom Elternhaus, und müssen sich in einem ganz anderen Rahmen einfügen. Es gilt entweder sich anzupassen oder sich durchzusetzen. Gemeinschaft kann viel ausgleichen, was bisher daheim gefehlt hat. Familie reicht nicht, um sich selber zu erkennen, spätestens in der Pubertät.

Bei deiner Nichte habe ich den Verdacht, dass ihr die Anpassung in die Schulgemeinschaft schwer fällt oder zu mühsam ist, weil sie auf ihre Charakterkanten nicht verzichten will. Bei 25-30 Kindern können Lehrer wirklich nicht mehr dem einzenlnen Kind soviel Aufmerksamkeit schenken, wie manches daheim gewohnt ist. Aber ist das wirklich so schlecht?
Ich glaube nicht. Die Erfahrung auf menschlicher Ebene können in der Schule ein gute Ergänzung zu den Erfahrungen im gewohnten Umfeld sein. Auf diese Weise legen sich Kinder so eine Art Hornhaut zu, und sind deshalb fähig sich schnell sich in einem anderen Umfeld zurecht zu finden.
Denn stell´dir vor, deine Nichte ist wirklich so ein Schlaukopf, und hat irgendwann die Chance im Ausland wertvolle Berufserfahrung zu sammeln. Und da ist es bestimmt anders als bei Mama.

viele Grüße
claren

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Hallo,

Hallo Anwar,

Also ein wenig entsetzt bin ich auch. Und zwar über Deine
prompte Verurteilung der Fragestellerin.
Aber langsam und von vorn:

Das „normale“, aufgeweckte Kind gewöhnt sich in aller Regel
schnell an die Schule und geht zumindest in den ersten Jahren
auch gern dorthin. Wenn dies bei deiner Nichte nicht der Fall
ist, würde ich versuchen rauszufinden, woran das liegen
könnte.

Ach ja, das erinnert mich an meine Schulzeit… Hauptsache man
ist „normal“. Ist man nicht „normal“, dann MUSS ja etwas mit
einem nicht stimmen, nicht wahr?

Lieber Anwar, ich hatte das „normal“ sehr bewusst in Anführungszeichen gesetzt…

Was mich allerdings erschreckt, ist deine Überlegung, dein
eigenes Kind nicht in die Schule schicken zu wollen, obwohl du
da wohl noch keinerlei Hinweise haben kannst, wie dein Kind
sich diesbezüglich entwickeln wird.

Wenn ich mir die Anzahl der Unterrichtsausfälle und
Unterqualifikation von Lehrern so anschaue, dann muss eine
Abneigung gegen den normalen Schulunterricht gar nichts mit
dem Kind zu tun haben.

Da scheint ja doch eine gewisse Einstellung hinterzustecken,
die ich - mit Verlaub - als Verstoß gegen das Kindeswohl
betrachte.

Lächerlicher Unsinn. Kannst Du diese „Einstellung“ auch
irgendwie begründen? Oder läuft das Kind dann Gefahr nicht
„normal“ genug zu werden?

S.o…

Wie und wann sonst willst du deinen Kindern Sozialverhalten
und Vorbereitung auf das Erwachsenen-/ Berufsleben beibringen,
wenn nicht im Schulalter?

Und was spricht dagegen diese Vorbereitung selbst vorzunehmen,
anstatt sie von einer gestressten, unqualifizierten
Mittfünfzigerin mit Burn-Out-Syndrom vornehmen zu lassen?

Sind so tatsächlich alle Lehrer??
Meine Tochter besucht - dank mehrerer Umzüge - mitlerweile die 3. Schule in knapp 7 Schuljahren.
Ich habe hierbei übrigens AUCH sehr junge, fitte und engagierte Lehrer kennengelernt.

Glaubst du ernsthaft, du kannst - wie du schreibst - dein Kind
im Alter von XX Jahren dann doch mal in die Schule schicken?
Die soziale Isolation bei den Klassenkameraden wäre
vorprogrammiert! Wie grausam…

Nach der 4. Klasse werden die Klassenverbände eh getrennt, da
ist ein optimaler Einstieg möglich.

Ooooooooohhhhhhhh, du weißt nicht, wie grausam Kinder sein können! Frage Nummer eins:„Auf welcher Schule warst du vorher, wen kennst du hier noch von dort“.
„Was du warst nie auf einer Schule? - Haaahhhahhhaaaaaaaaaaaaahahahaahaaaaaaaaaaaaaa“

Gott sei Dank haben wir in Deutschland eine Gesetzeslage, die
solchen Ideen einen Riegel vorschiebt.

Nee, haben wir nicht, da muss ich Dich enttäuschen.
Hmoe-Schooling ist auch in Deutschland möglich.

Oh doch, haben wir.
Am eigenen Leibe erlebt!
Bin nämlich selber „Schulopfer“ - verdamme aber dafür noch lange nicht ein richtiges System. Das ist der Unterschied zwischen subjektiv und objektiv…

Gruß, Ironlady

Grüße,

Anwar

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Liebe Euredice,
doch habe ich zwangsläufig müssen.

Einmal als direkt Betroffene (was allerdings schon ein paar Jährchen her ist), zweitens ist meine Schwester Sozialpädagogin mit Schwerpunkt Schulpädagogik. Ebenso wie meine allerengste Freundin Erzieherin/Sozpäd. ist, allerdings mit dem Schwerpunkt, im Jugendamt darauf zu achten, ob Kinder dem Kindeswohl entsprechend behandelt werden.

Ich habe ihr übrigens dein Posting gezeigt und erspare mir hier jetzt mal, ihre Reaktion hier wiederzugeben.

Aber vermutlich mangelts denen auch an Kompetenz *lol*

Ironlady

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Hallo,

Das „normale“, aufgeweckte Kind gewöhnt sich in aller Regel
schnell an die Schule und geht zumindest in den ersten Jahren
auch gern dorthin. Wenn dies bei deiner Nichte nicht der Fall
ist, würde ich versuchen rauszufinden, woran das liegen
könnte.

Lieber Anwar, ich hatte das „normal“ sehr bewusst in
Anführungszeichen gesetzt…

Aber im Absatz oben schließt Du gleich von „nicht normal“ auf „da muss wass nicht stimmen“. Das finde ich kritisch.

Und was spricht dagegen diese Vorbereitung selbst vorzunehmen,
anstatt sie von einer gestressten, unqualifizierten
Mittfünfzigerin mit Burn-Out-Syndrom vornehmen zu lassen?

Sind so tatsächlich alle Lehrer??
Meine Tochter besucht - dank mehrerer Umzüge - mitlerweile
die 3. Schule in knapp 7 Schuljahren.
Ich habe hierbei übrigens AUCH sehr junge, fitte und
engagierte Lehrer kennengelernt.

Der Altersdurchschnitt von Lehrern liegt bei 49 Jahren. Wenn man nun noch bedenkt, dass kaum ein Lehrer bis zu Pensionierung arbeitet, kann man schnell sehen, dass die Lehrer im Bereich 26-35 extrem wenige sein müssen.

Ooooooooohhhhhhhh, du weißt nicht, wie grausam Kinder sein
können! Frage Nummer eins:„Auf welcher Schule warst du vorher,
wen kennst du hier noch von dort“.
„Was du warst nie auf einer Schule? -
Haaahhhahhhaaaaaaaaaaaaahahahaahaaaaaaaaaaaaaa“

Keine Ahnung wie Du Deine Kinder erziehst. Bei mir (als Kind) hätte das eine ordentliche Abreibung bedeutet und dann war immer Ruhe (bin auch mehrmals umgezogen). Kinder sind grausam, aber auch feige.

Nee, haben wir nicht, da muss ich Dich enttäuschen.
Home-Schooling ist auch in Deutschland möglich.

Oh doch, haben wir.
Am eigenen Leibe erlebt!

Kann nicht sein. Steht auch nirgendwo so im Gesetz. Die Anforderungen sind zwar extrem hoch, aber erfüllst Du sie, muss Dir das Recht auf Privatschulung gewährt werden (die Ämter bügeln das immer gerne ab, es stimmt aber doch).

Bin nämlich selber „Schulopfer“ - verdamme aber dafür noch
lange nicht ein richtiges System. Das ist der Unterschied
zwischen subjektiv und objektiv…

Nun, als „Opfer“ habe ich mich (fast) nie gefühlt. Aber eine selbst oberflächliche Inspektion, wird Dir zeigen, dass das System, wie wir es zur Zeit betreiben nicht optimal ist. Jemand, der weniger „subjektiv“ ist, als ich, hat sich auch schon damit beschäftigt: Stichworte PISA- und OECD-Studie. Die sind übrigens (auch wenn ich die Überraschung damit vorwegnehme) zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen.

Grüße,

Anwar

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Einseitige Darstellung
Hallo,

Egal, ob man jetzt den Besuch einer öffentlichen Schule oder
das Unterrichten zu Hause als besser oder dem Wohle des Kindes
mehr dienend einstuft, Du wirst in Deutschland vermutlich
nicht um die Gesetzeslage herumkommen, und die ist eindeutig:

Stimmt. So eindeutig, dass das Gericht in erster Instanz (im von Dir gelinkten Artikel) erstmal für die Eltern entschied. Muss ja sehr eindeutig sein, die Rechtslage.
Fakt ist, dass im zitierten Paragraph von „Schulpflicht“ die Rede ist, nirgends davon, dass es öffentliche Schulen sein müssen.

Was passiert, wenn man sich dieser Schulpflicht verweigert,
kannst Du übrigens hier nachlesen:
http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,3109…
und
http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,3223…

Wunderschöne Fälle, haben aber nichts mit dem Thema zu tun. In beiden Fällen weigern sich nämlich die Eltern Teile des vorgeschriebenen Schulstoffs zu vermitteln. Und das geht in der Tat nicht. Hat auch nie jemand behauptet. Aus der Urteilsbegründung:

Aus der Glaubensfreiheit folge kein Anspruch, sich nicht mit wissenschaftlichen Erkenntnissen befassen zu müssen, die der eigenen religiösen Überzeugung widersprechen
Das war also im genannten Fall das Problem, nicht der Nicht-Besuch einer öffentlichen Schule generell.

dann besteht meiner
Meinung nach kein Grund zur Aufhebung der Schulpflicht.

Wie gesagt, dass war weder gefordert, noch angefragt.

Grüße,

Anwar

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Hi,

ich halte das für grob fahrlässig, weil auch ich der Meinung bin, daß auch und besonders in den ersten Schuljahren Dinge vermittelt werden, die weder das zu Hause noch der Freundeskreis in der Freizeit vermitteln kann, die aber dennoch wichtig sind. Dabei geht’s im wesentlichen um den Bereich der „Sozialkompetenz“, und auch die Artikel auf der von Dir verlinkten Webseite vermögen mich nicht davon zu überzeugen, daß es anders ist. Vor allem entgehen mir irgendwie die Argumente dafür, ein Kind _nicht_ auf eine Schule zu schicken, sondern zu Hause zu unterrichten.

Die Webseiten, auf die ich über Deinen Link gekommen bin, waren ausnahmslos alle entweder extrem christlich, feministisch oder so „super alternativ-ökomäßig“ - und damit für mich kaum mehr ernstzunehmen. Wenn ich schon lese, daß ja der Leistungsdruck in unseren Schulen zu hoch sei, kann ich nur noch lachen, dann betroffen werden und zuletzt mit dem Kopf schütteln.

Schliesslich gibt es in Deutschland für (fast) jeden Geschmack die passende Schule - es gibt christliche Schulen, sportlich orientierte Schulen, musisch-künstlerisch orientierte Schulen, Ganztagsschulen, Internate, altsprachliche Schulen, ja es gibt sogar Waldorfschulen und fremdsprachige Schulen.

Die berechtigte Forderung nach weitreichenden Veränderungen im Bildungssystem wird von den Kämpfern gegen die Schulpflicht imho vor einen Karren gespannt, an den sie nicht passt, und die Bestrebungen, die Institution Schule komplett von Heranwachsenden fernzuhalten, ist glaub ich ne ganz üble Sache.

Gruß,

Malte.