Hallo,
…es würden sich immer weniger Menschen mit dem Unternehmen identifizieren können, der Job sei nur noch bloßer Broterwerb.
Das ist doch ein sehr interessanter Aspekt, der wohl auch zeigt, dass dem allein mit Gesetzen usw. nicht beizukommen ist.
Und Unternehmen holen sich dann wieder Frischfleisch. Wir haben ja genug Menschen.
So ist das nun mal, wenn Angebot und Nachfrage auseinandergehen. Dieses Problem lässt sich auch nicht dadurch beheben, dass der Staat durch Gesetze das Angebot noch weiter erhöht bzw. die Nachfrage einschränkt.
z.B.
gerade im Handwerk schon Prämien, dass Jugendliche überhaupt
bei ihnen einen Ausbildung machen.
Das sieht mir doch nach einer typischen Reaktion in einer Marktwirtschaft aus, wenn sich Angebot und Nachfrage verschieben. Gleichzeitig haben wir über
7 Milliarden Menschen und gehen auf die 9 Milliarden Menschen rassant bis 2050 zu. Die Leute wollen ja Alle wo leben. Heißt das dann, wir stocken Berufstätige mit Leuten aus dem Ausland auf oder kommt dann das Grundeinkommen, wenn spätestens die Alten auf die Barrikaden gehen, die ein Leben lang gearbeitet haben und dann im Alter sich nicht mal mehr ihre Miete leisten können?
Das haben wir in Deutschland schon längere Zeit so gemacht. Wo lebst Du? Ausländer arbeiten hier seit mehr als 50 Jahren. Sie haben zum Wohlstand hier beigetragen und tun bis heute häufig die Arbeit, für die sich Deutsche zu fein sind und die es sich dank des Sozialstaats im Zweifel leisten können, diese Arbeit nicht zu tun.
Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen lösten sich imho viele Probleme, denn wenn niemand mehr arbeiten muss,
Dieser Ansatz ist falsch. Es muss ja auch erstmal jemand dieses Grundeinkommen erarbeiten und es muss denen weggenommen werden, damit es verteilt werden kann.
Un würden Leute mit einem Mindesteinkommen sich leichter was anderes suchen bzw. da die Unternehmen (Friseurgeschäfte, Einzelhandel, einfache Arbeiter-/innen…) weiterlaufen müssen, würden diese Menschen dann sicherlich vielfach angemessener gezahlt werden.
Das ist in der Tat wahrscheinlich, wobei dann natürlich diese angemessenere Bezahlung sicher eine Wirkung auf die Preise hätte, womit dann die nur Grundeinkommensbezieher sicher nicht viel besser daständen als heute.
diese sich selbst nicht mehr finanzieren können und auf Sozialleistungen angewiesen sind? Wo bleibt hier die Würde
Diese Sozialleistungen tragen doc genau dazu bei. Allerdings stellt sich wohl auch hier die Frage, wo man die Menschenwürde festmacht.
Beispielsweise daran sich selbst finanzieren zu können, ohne jedwede Sozialleistungen, nicht auf das finanzielle Unterstützungen angewiesen zu sein.
Es gibt nunmal Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind, da sie ihren Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten können. In anderen Systemen fallen die unten durch. Hier werden sie von Sozialleistungen aufgefangen. Das Grundeinkommen wäre auch „nur“ eine staatliche Sozialleistung. Oder gehen wir davon aus, dass es vom Himmel fallen wird?
und wo sind hier alle Menschen gleich?
Naja, zumindest haben alle die gleichen Rechte auf diese Sozialleistungen.
Jein, doch was ich so höre und lese, werden teils Leute
unterschiedlich von ihren ARGE-Sachbearbeitern gut oder
schlecht behandelt.
Das Gesetz ist für alle gleich. Dass Menschen Fehler machen, ist auch nichts Neues. Spätestens vor Gericht werden solche Fehler behoben. Ansonsten gehört das SGB II ganz klar zum von mir genannten: Gut gemeint aber schlecht gemacht.
Und teils wird sich da auch immer wieder zu Ungunsten der Leute verrechnet beim anrechenbaren Einkommen. Nicht umsonst auch wird teils gut und gerne geklagt.
Und dann wird der Fall am für alle gleichen Gesetz gemesen.
Und ist es nicht ärgerlich, sich selbst etwas nicht leisten zu können, und aber nicht zu wissen dass man ein Recht über die ARGE darauf hätte, doch die Mitarbeiter/-innen wissen das auch nicht bzw. sagen das von sich aus den Leuten nicht?
Ja. Ein klarer Fall von gut gemeint und schlecht gemacht.
Müsste es nicht ein Gesetz geben, dem nach (Wirtschafts-)unternehmen nur geführt werden dürfen, wenn all deren Mitarbeiter/-innen, nicht nur die Manager/-innen, von ihren Verdiensten sich und ihr Leben selbst versorgen können müssen?
Und die anderen würden dann zwangsweise geschlossen?
Ja oder die Unternehmen würden angemessene Löhne zahlen.
O.K. Dann beschäftigen wir uns erstmal mit denen, die geschlossen werden.
Angenommen man würde allen Unternehmen sagen, insbesondere den Konzernen, alle ihre Mitarbeiter/-innen müssen von ihrem Verdienst sich selbst finanzieren können, denkst Du wirklich, die würden schließen?
Wenn diese Forderung so pauschal wäre, dann fielen mir mehrere Option bzw. Fragen ein.
Was ist mit Leuten, die nur halbtags arbeiten wollen? Bekommen die einen doppelt so hohen Stundenlohn wie ihrer Vollzeitkollegen?
Wer legt das Niveau von selbst versorgen fest? Arbeiten dann alle bis zu ihrem Tod bzw. haben solange gegen ihren Arbeitgeber Anspruch auf ihren Lebenunterhalt? Bekommen Eltern einen höheren Stundenlohn, da ja die Kinder auch einen Lebensunterhalt bedürfen?
Wenn dem so wäre, wie würden wohl die Arbeitgeber reagieren? Die würden keine Teilzeit mehr anbieten und würden es vermeiden, dass Leute angestellt werden, die Kinder bekommen könnten.
Wie schnell wäre da auf einmal ausreichend Geld für Löhne da?! Es ist ja meist nicht so, dass das Geld nicht da ist, sondern dass es in Managertaschen fließt bzw. sonstwie investiert wird. Und nicht alle Investittionen sind nötig. Bzw. wieviele Scheinfirmen gibt es und Tochterfirmen, an die Geld abfließt?..
Der Arbeitsmarkt ist vor allem zunächst ein Markt. Da gibt es Angebot und Nachfrage. Wenn das auseinanderfällt, gibt es Reaktionen. Ein hohes Angebot führt zu niedrigen Preis, eine hohe Nachfrage zu höheren. Das sind die Ansatzpunkte für die Politik und nicht das Marktergebnis selbst.
Wäre dann den davon betroffenen Mitarbeitern geholfen?
Ja, ich hoffe, z.B. eben dadurch dass sie dann mehr Geld verdienen würden.
Wenn ihre Firma dichtmacht, sind sie erstmal arbeitslos. Die verdienen dann erstmal gar nichts.
Wer eh durch Sozialleistungen aufstocken muss, würde ja nichts an Geld verlieren können.
Doch. Wer arbeitet hat in Deutschland immer mehr, auch wenn es nicht immer viel mehr ist. Das gehört für mich dann schon wieder zum Thema gut gemeint und schlecht gemacht.
Was wäre mit denen, die gar keinen Job haben? Es müsste dann ja auch noch ein Gesetz geben, dass jedem einen Arbeitsplatz garantiert.
Nein, ich denke sich mittels Erwerbsarbeit selbst finanzieren zu können, ist ein Auslaufmodell. Wenn jetzt schon nicht genug Arbeitsplätze da sind, und eine 100 % Beschäftigung hat es wohl eh noch nie gegeben, was sollen dann mal 9 Milliarden Menschen arbeiten, vor allem schreiten Technologien weiter voran und wird immer mehr automatisiert.
Also am anfang argumetierst du, dass die Leute von ihrem Job so leben können sollen, dass sie keine staatlichen Leistungen brauchen. Was ist nun Dein Lösungsvorschlag für die, die mangels Arbeitsplatz von Mindestlöhnen profitieren könnten?
Und der müsste nitfalls künstlich geschaffen werden, wenn es den unter wirtschaftlichen Bedingungen nicht gibt. Was machen die dann? Wer bezahlt das?
Wolfgang Dreyer nannte es schon: Bedingungsloses Grundeinkommen. Bzw. Arbeit ist neu zu definieren. Muss niemand mehr in seinem Job arbeiten, ist nicht nur Müssiggang möglich, sondern es können auch spannende neue Jobs entwickelt werden. Leute können sich ehrenamtlich betätigen oder ein eigenes Unternehmen gründen, z.B. über Crowdfunding.
Das sind ja ganz tolle Ansätze, um jeden eine auskömmliches Einkommen zu verschaffen. Fehlt noch die Finanzierung.
Wirft ein Unternehmen keine ausreichenden Gewinne ab, wird dies das Finanzamt nicht auf Dauer hinnehmen.
??? Sondern wird was tun?
Ich meinte, wenn ein Unternehmen dauerhaft Minus macht.
Ist mir schon klar. Ich frage mich, was da ein Finanzamt tut? Ich vermute eher, dass so ein Unternehmen irgendwann Insolvenz anmelden muss.
Und wer sich selbst nicht versorgen kann, macht ja in gewisser Weise selbst auch laufend ein Minus.
So ist es. Und ihm wird vom Sozialstaat geholfen.
Doch wie sieht das aus, wenn Mitarbeiter/-innen sich auf Dauer nicht finanzieren können und trotz Vollzeitarbeit Sozialleistungen benötigen? Da stimmt doch was im Unternehmenskonzept bzw. -system nicht.
Inwiefern? Das Unternehmen ist doch nicht für den Lebenunterhalt seiner MA zuständig, sondern zahlt etwas für deren Arbeit.
Das sehe ich komplett anders. Ein Unternehmen sollte auch ein soziales Gewissen haben und dafür Sorge tragen, dass es deren Mitarbeiter/-innen gut geht, auch finanziell gut. Klar, es wird Arbeit bezahlt, doch nicht angemessen.
Hatten wir schon geklärt, was angemessen ist?
Ist der Job einer Bedienung z.B. tatsächlich nur 3,-- € wert?
Wenn sie zu diesem Preis nachgefragt bzw. angeboten wird, sage ich erstmal ja.
Und wie passt das zusammen, wenn man seinen Mitarbeitern einen Lohn bezahlt von dem sie nicht leben können, indes man selbst sich satte Millionenverdienste einräumt?
Welcher Arbeitgeber einer Bedienung, die einen Stundenlohn von 3€ bekommt, verdient selbst Millionen?
Ergo, gibt es ein Gesetz das Menschen vor (finanzieller) Ausbeutung schützt oder gibt es wenigstens Bestrebungen dahingehende etwas zu ändern?
Gerade in Deutschland gibt es da eine unglaubliche Fülle von Gesetzen, verordnungen und Vereinbarungen, wobei ich zugeben will, dass viele zwar gut gemeint aber letztlich schlecht gemacht sind.
Wo im Grundgesetz ist denn verankert, dass man durch z.B. Erwerbsarbeit nicht ausgebeutet werden darf bzw. dass Unternehmen ihre Mitarbeiter/-innen so entlohnen müssen, dass diese sich selbst finanzieren können, insbesondere wenn die Manager/-innen selbst wie die Made im Speck leben?
Wenn Du schon mal ins Grundgesetz geschaut hast, dann steht da auch nicht drin, dass ich nachts um 12.00 Uhr nicht meiner 35jährige nachbarin mit dem Küchenmesser in den Rücken stechen darf, nur weil mir gerade danach ist.
Ist aber trotzdem verboten.
Das Grundgesetz beinhaltet Grundsätzliches für das staatliche Handeln. Da können keine Details für privatrechtliche Verträge behandelt werden. Der Staat erlässt dafür Gesetze auf der Grundlage der ihm im Grundgesetz verliehenen Kompetenzen und Forderungen. Dass jeder aus privatwirtschaftlich orientierter Arbeit ein Einkommen erzielt, dass die Erfüllung aller seiner Bedürfnisse ermöglicht, kann daraus aber keineswegs abgeleitet werden.
Am ehesten kann man da noch etwas aus dem Artikel 14 (2) GG ableiten. Aber auch nur über Umwege. Dann noch Artikel 20 (1) GG, wo etwas von sozial steht.
Das Grundgesetz bindet ja zunächst mal nur unmittelbar den Staat, der dann natürlich Gesetze usw. erlassen kann. Da kommen da dann solche Sachen wie Bundesurlaubsgesetz, Mutterschutzgesetz, Arbeitszeitgesetz, Kündigungschutzgesetz … raus. Daneben noch die Fülle an Sozialgesetzen, die Rente, Krankengeld, Arbeitslosengeld I + II regeln. Alles Dinge, die dazu beitragen, dass den Menschen hier in Deutschland ein Lebensstandard gesichert wird, der in vielen Teilen der Welt noch Wunschvorstellungen sind. Andererseits wird keines dieser Gesetze ein Individuum davon abhalten können noch größere Bedürfnisse zu haben.
Es geht ja auch nicht darum nicht größere Bedürfnisse haben zu wollen oder nach deren Erfüllung zu streben, sondern darum sich selbst finanzhieren zu können, was insbesondere in Unternehmen locker möglich wäre, die Millionen- und Milliardengewinne einsacken.
Welche sind das? In welcher Relation stehen Einsatz und Gewinn zueinander? Wieviele Menschen arbeiten da? Und was wird da so verdient? Wieviel würde da mehr verdient, wenn man mal pauschal den Jahresgewinn auf die Arbeitsplätze verteilt? Oder erst wenn man dies auf alle Bewohner verteilte?
Überschlägig kann man ja mal die Gewinne der DAX-Unternehmen durch 82MillioneEinwohner Deutschlands teilen. Das wird sehr ernüchternd und zeigt dann so langsam die Spielräume auf.
Grüße