Schwäbisch - Wortwitz

Mir fällt auf, im Schwäbischen ist der Wortwitz oder etwas genau zu bezeichnen üblich. Schlagfertig, ohne zu verletzen. Ziemliche Neigung zu Untertreiben, gewisses Unterstatement. Schwobameggel sind eher ruhig und bescheiden, das Herz am rechten Fleck, man muss sie einfach mögen, aber wehe man reizt sie. Jähzorn ist weit verbreitet. Der größte Wortschatz macht Schimpfworte aus. Spätestens da vergessen sie die Fremdsprache Hochdeutsch, die sie eh nicht können.

Ich liebe Wortwitz! Meisterin darin war meine Oma. Mein Gegenüber guckt mich meist so seltsam an. Kennt ihr das auch?

Servus,

abgesehen davon, dass Du hier ziemlich unterschiedliche Kulturräume (Altwürttemberg, Alb und Oberschwaben) über einen Kamm scherst, zählst Du eine Reihe von Stereotypen auf, die vielleicht für Dich oder Deine Familie oder Deine Nachbarschaft gelten mögen, aber keinesfalls für „die Schwaben“, wer auch immer das sein mag - vgl. oben.

Alle evangelischen Schwaben können von klein auf die Sprache der Schrift und Paul Gerhardts. Die Behauptung, Schwaben könnten kein Hochdeutsch, ist eine saudumme und völlig falsche Behauptung einer Werbeagentur, die leider aus irgendwelchen öffentlichen Kassen noch Geld für diese Eselei bekommen hat.

ist Unsinn, ich verwahre mich entschieden dagegen.

ist eine Dummheit, wie ich sie selten gehört habe.

ist, wie gesagt, die Eselei einer Werbeagentur.

Dann solltest Du Dich zu den Nachbarn im Hohenlohischen begeben. Deren Fränkisch ist vom Neckarschwäbischen aus recht leicht zu verstehen, und dort kannst du etwas zum Thema Wortwitz (den Dein Beitrag zu meinem Leidwesen nicht einmal in Spuren enthält) lernen.

Schöne Grüße

MM

Was du schreibst klingt wie das Äquivalent von Persönlichkeitsbeschreibungen aufgrund von Tierkreiszeichen.

Grüße
Siboniwe

Wer ist das ???

Glaub, du bist koi Schwoba

Wußte ich doch, das euch fremd! :slight_smile:

Hallo,

würdest Du mal zwei, drei Beispiele für diesen „Wortwitz“ anführen, damit wir sehen, was Du darunter verstehst?

Gruß
Kreszenz

Und welcher Dialekt soll das nun sein?

K.

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Wortwitze funktionieren nur, wenn das Gegenüber den Dialekt spricht oder zumindest versteht.
Ein uralter schwäbischer ist dieser (seit einiger Zeit wieder anwendbar, viele Jahre lang schlicht witzlos, weil nicht existent und es keiner mehr kannte!):

Vorne Hôr on hendâ Hôr, on dâzwischâ â Modoorle.

Hôr = schwäbische Aussprache von „Haar“.

Servus,

Du wirst aber zugeben müssen, daß es bei der Aussprache ganz häufig am „hochdeutschen Slang“ hapert, selbst wenn die typische schwäbische Grammatik nicht vorkommt.

Ich kannte eine Englisch-Lehrerin, deren Englisch frei von jeglichem schwäbischen Klang war, Auf Hochdeutsch hat sie das aber nicht hinbekommen, was mir eigentlich ein Rätsel war. Natürlich nicht so ausgeprägt wie Oettinger, aber eben so, daß die schwäbische Muttersprache schon nach drei Wörtern erkennbar war.

Gruß

Erstmal nimmst Du jetzt bitte das überflüssige t und das falsche a zurück.

Und dann erklär ich Dir, dass es außer dem vorderösterreichischen Oberschwaben und dem dito Rottenburgischen noch ein sehr großes Gebiet im Schwäbischen gibt, konkret das eigentliche Herzogtum Württemberg, das bis zu dem unter der Ägide von Konrad Adenauer systematisch durch Ansiedlung von Re-Migranten in Gebieten mit jeweils anderer Konfession betriebenen Politik des konfessionellen Ausgleichs zu annähernd einhundert Prozent evangelisch war. Wenn da in einer Kleinstadt zwei Katholiken wohnten, war es viel - Juden gab es mehr als Katholiken. Kein Wunder, die taugten ja auch ebbes und man konnte sie brauchen.

Und jetzt zeig mir einen Evangelischen, der noch nie etwas von Paul Gerhardt gesungen hat.

Nein, ein Schwabe bin ich nicht, sondern wie heute ziemlich üblich von einer bunt gemischten Herkunft: Von Vatersseite Abrlausitzer Leineweber (teils Sachsen, teils Sorben) und Tuchverleger (Sachsen), von Muttersseite Weißgerber aus dem Houwelouischen und Schullehrer aus dem Württembergischen Schwarzwald. Wie es sich für einen ordentlichen württembergischen Pfarrer gehört, wurde deren Vater der Reihe nach rund herum im evangelischen Altwürttemberg (dem eigentlichen kulturellen und historischen Kern Schwabens) von Stelle zu Stelle versetzt, wärend der andre Großvater als Schlosser für Damast-Automaten (heute würde man sagen „Feinmechaniker“) en da Hafa na kam, weil es ihn reizte, für den Maybach Motoren für Luftschiffe, die ersten Dieseltriebwagen und den „deutschen Rolls Royce“ zu bauen. Als Expertin für den schwäbischen Dialekt sind dir sicherlich schon die besonderen Stellungen aufgefallen, die Friedrichshafen und Ravensburg jeweils in Bezug auf den Dialekt ihrer Umgebung einnehmen.

So, und aufgewachsen bin ich ziemlich bhäb an der Grenze zwischen dem schwäbischen und dem alemannischen Sprachraum. Gelernt habe ich zuerst Schwäbisch (und, wie oben beschrieben, natürlich auch Hochdeutsch - das ist wie gesagt keine Fremdsprache für einen evangelischen Schwaben), dann aber in der Lehre zwischen Tettnang und Kressbronn auch Seealemannisch. Heute kann ich beides reaktivieren, wenn ich in die entsprechende Umgebung komme, und mit etwas Geduld und Übung auch ein bitzle von dem Neckarschwäbisch meiner Mutter und dem Houwelouisch meiner Nahne.

Das Beschriebene ist Grund genug, dass ich mit den von Dir ausgeführten Stereotypen auch mich gemeint finde und dazu eigentlich bloß sagen kann: ‚Ha no, säll hätt’s etz graad et brauchd.‘

In diesem Sinne

MM

Ja - wobei da nix zuzugeben ist.

Schlicht deswegen, weil es außerhalb von Bühne und Radio keinen einzigen Deutschen gibt, der Standarddeutsch in der Bühnenaussprache spricht.

Die hier schon oft ausgeführte Geschichte, wie Hannover zu seiner angeblich „dialektfreien“ Sprache gekommen ist, will ich nicht wiederholen. Bloß einfach mal empfehlen, mal ein wenig mit der ÜSTRA hin- und herzufahren und einfach nur zu hören, wie die Sprache dort klingt. Und siehe da bzw. hoschemol: Deutsch klingt anders.

Standarddeutsch ist eine Schriftsprache. Es ist vollkommen normal und gehört zu dieser Sprache, dass man an der Aussprache überall den regionalen Dialekt hört.

Man muss es ja nicht so übertreiben wie z.B. die Oldenburger, denen ein Kemptener Chorleiter vergebens versucht hat, beizubringen, dass das Wort „Berg“ aus insgesamt einer Silbe besteht und auch so zu singen ist.

Schöne Grüße

MM

Sagte ich bereits, meine Worte!

Die Katholiken wurden aus Württemberg rausgeschmissen und kehrten später zurück. Was hat mein Thema mit der Religion zu tun? Die besagte Person sagt mir gerade nichts.

Als ich kleiner war, sprach ich schwäbisch. Dann kam ich zur Schule, da war es verpönt und man galt als blöd, dumm und zurückgeblieben. Ich bin trotzdem im SChwäbischen zuhause. Der Ausdruck ist ein anderer, die Satzstellung. Ja, Englisch hatten wir auch, die Lehrer im breiten schwenglisch wie der Oetinger. Cassetten waren verpönt.

Pfarrer wie Mörike usw. oder Schiller Das war völlig anderes. Seh schon, keine Ahnung von nichts und sicher nie damit auseinandergesetzt, geschweige gelesen, gelle? Ohne den SChwäbischen Hintergrund ist es schwer zu verstehen.

Wir spielen gerne mit der Sprache, suchen das passende Wort. Vieles ist doppeldeutig. Man muss schon etwas zwischen den Zeilen hören. So wortwörtlich was interpretieren, das ist nicht. Wir neigen zu Untertreibung und Ironie. Das versteht man. Es ist weniger die Sprache als der Ausdruck. Das ist so typisch.

So überall Schwaben sind, jau. Das geht im Osten in Bayern rein, in Norden ins Hohenloherische, im Westen ins Badische, im Süden grenzt der Bodensee bzw. hinter der Alb ist schon anders. Da ist man mehr katholisch während die Württemberger Engelisch, Calwisten oder Piotisten sind. Schwaben = Evangeln stimmt nicht. Aus in Württemberg gibt’s katholische Hochburgen.

Nö.

Die katholischen Teile Schwabens gehörten jahrhundertelang zu Österreich und wurden von Napoleon Bonaparte dem von ihm erfundenen Königreich Württemberg zugeschlagen.

Und die nach 1945 systematisch in Gebiete der „gegenteiligen“ Konfession angesiedelten Donauschwaben, Siebenbürger Sachsen, Bessarabiendeutschen, Sudetendeutschen usw. usf. kehrten eben nicht zurück, sondern wurden in Gebieten angesiedelt, in denen ihre Vorfahren, die Jahrhunderte vorher ausgewandert waren, nicht gelebt hatten.

Die Religion ist die selbe, es geht um verschiedene Konfessionen. Eine davon macht es beinahe unmöglich, Paul Gerhardt nicht zu kennen. Und alle Schwaben, die ihr angehören (das sind die aus dem Altwürttembergischen und von der Alb) lernen wie ausführlich dargelegt die Sprache der Schrift und der evangelischen Kirchenlieder (so, jetzt hast Du den Schlüssel zu Paul Gerhardt) von Kindesbeinen an und eben nicht als Fremdsprache, sondern als zweite Muttersprache.

D.h. die Schule lag irgendwo außerhalb Schwabens. Jo, das ist halt so, wenn man als Kind woanders hinkommt - es ist ziemlich mühsam, sich da einzugewöhnen. Das geht jedem so, egal ob er Westfale, Moselfranke, Ostfriese, Niederbayer oder Hotzenwälder ist.

Das war Württemberg at its best. Nirgendwo sonst gab es so früh schon eine höhere Schul- und daran anschließend Hochschulbildung unabhängig von Vaters Herkunft und Geldbeutel als eben in Württemberg. Schwaben ohne seine Stiftler wäre etwas vollkommen anderes.

Hier breche ich ab. Es ischd Hai honda.

Das hier:

ist ahnungsloses Geschwalle, in jedem zweiten Wort ist ein Fehler, Du hast nichts von dem kapiert, was ich geschrieben habe und keine Ahnung von Deiner vorgeblichen Heimat.

Besser, ich breche jetzt ab, bevor ich beleidigend werde. Das

von Dir ist eine Beleidigung für jeden Schwaben.

Ich wünsch Dir weiterhin ein erträgliches Leben - Kürbis gedeihe!

MM

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Ich seh schon, von Geschichte usw. keine Ahnung. Da wird einiges mit einander vermischt. Mir ging es hier um Wortwitz, nicht Geschichte, Religion oder diesen Typen, den keiner kennt.

Württemberg war lange ein Herzogtum. Unter Napi wurde es ein Königreich. btw.