Schwanger mit 12

Hallo.
Gestern kam mein 12-jähriger Sohn nach Hause und erzählte, eine KLassenkameradin sei schwanger. Der Vater ist 15.
Seitdem beschäftigt mich die Frage: Wie geht man damit um? Wie reagieren Eltern darauf? Lässt man ein Mädchen in dem Alter ein Kind bekommen und warum muss sowas passieren? Seit dem 2. Schuljahr werden die Kinder heute beinahe jährlich aufgeklärt.
Welchen Wert hat die Sexualität bei Jugendlichen heute? Ist das eigentlich auch schon so eine Ex- und Hopp-Mentalität, die dahinter steht oder „nur“ Naivität und Unvermögen,die Konsequenzen abzusehen:

Grüße
T

Hallo Tritonus,

Welchen Wert hat die Sexualität bei Jugendlichen heute? Ist
das eigentlich auch schon so eine Ex- und Hopp-Mentalität, die
dahinter steht oder „nur“ Naivität und Unvermögen,die
Konsequenzen abzusehen:

das hat mit ‚heute‘ nichts zu tun. In der Klasse meines Bruders war vor über 30 Jahren ein Mädchen mit 13 schwanger, Du siehst, es ist kein ‚Problem‘ der heutigen Zeit.
Zudem gibt es Quellen, die darlegen, daß z.B. Maria etwa 14 Jahre war, als sie Jesus gebahr.

Nur so am Rande bemerkt.

Gandalf

auch nur eine Bemerkung
Hi!

Seit dem 2. Schuljahr werden die Kinder heute beinahe jährlich
aufgeklärt.

Tja, wenn die Eltern sich einzig und allein darauf verlassen, passiert sowas…

Hast du dir mal angeguckt, wie so ein Aufklärungsunterricht in den meisten Fällen abläuft? Dazu sag ich lieber nix…

Meine Eltern waren auch literweise erleichtert, daß ihnen die „Arbeit“ abgenommen wurde von der Schule. Meine elterliche „Aufklärung“ sah so aus: als ich die erste Periode bekam, kam meine Mutter mit einer Damenbinde und zeigte, wie man sie benutzt. Das wars auch schon. Keine Erklärung, kein Gespräch, nix, niente! Alles, was auch nur im entferntesten das Thema tangierte, wurde mühevoll ignoriert und totgeschwiegen.

Warum bin ich trotzdem nicht schwanger geworden?
Tja, lag neben der intensiven Bravo-Lektüre *ggg* auch an unserem Bio-Lehrer, der uns aufklären sollte. Der Gute fing auch erst mit den ganzen Theorien und biolog. Zeugs an, hielt das aber kurz (weil man das eh in jedem Buch nachlesen kann) und nutzte mehrere Stunden, um uns viele Tipps und Tricks zu geben, sowie auch einige praktische Anleitungen (nein, nicht was ihr jetzt denkt *g*).

Z.b. erzählte er uns Mädels, daß wir uns zu nichts überreden lassen sollten, und daß wir, wenn wir es wollen, mit dem ersten Mal auch bis zum Alter von wat-weiss-ich warten können - auch wenn der Junge noch so sehr den Hampelmann macht. Er riet uns zu mehr Selbstgewußtsein in dieser Hinsicht!! Also auch nicht auf den Jungen hören, wenn er sagt „da passiert schon nix, ich pass auf“ oder „Kondome mag ich aber nicht“. Er erwähnte auch, daß Gruppenzwang („wie du hast noch nicht?“) wie auch Neugierde nicht unbedingt ein treffender Grund fürs erste Mal sei - und warnte uns, daß es dann eher enttäuschend sein würde…usw…usw…

Keine Ahnung, ob es wirklich daran lag, aber er machte den Aufklärungsunterricht für alle Klassen und während meiner Schulzeit gab es keine schwangeren Mädels!?

Fazit:
Eine „halber“ Aufklärung bringt IMHO nix, wenn man es ordentlich macht - und hier sind besonders die Eltern gefragt (!) -, versteh ich nicht, wie es dazu kommen kann.
Da sollten sich die Eltern an die eigene Nase packen!

Gruß,
Sharon

Hallo

Ich find’s persoenlich ja auch viel zu frueh, wer wohl nicht. Allerdings finde ich dass man das Maedchen in so einer Situation unterstuetzen muss, denn es ist mental noch ganz sicher nicht reif genug um die Verantwortung selbst zu uebernehmen.

Lässt man ein Mädchen in dem Alter
ein Kind bekommen und warum muss sowas passieren?

Was macht man sonst? Man kann ja mit dem Kind ueber Abtreibung reden, zwingen kann man sie nicht. Man kann sie ja nicht gewaltsam in eine Abtreibungsklinik reinschleppen.

Seit dem 2.
Schuljahr werden die Kinder heute beinahe jährlich aufgeklärt.
Welchen Wert hat die Sexualität bei Jugendlichen heute? Ist
das eigentlich auch schon so eine Ex- und Hopp-Mentalität, die
dahinter steht oder „nur“ Naivität und Unvermögen,die
Konsequenzen abzusehen:

Hmm schwere Frage. Also ich kenn einen 19 Jaehrigen der nicht weiss wie HIV uebertragen wird. Aufgeklaert wird wohl schon, bloss ist das meist ein: „Jungs haben einen Penis, Maedchen haben eine Vagina Geschichte“ wo nicht genug auf Geschlechtskrankheiten und sich schuetzen eingegangen wird, besonders bei so jungen Schuelern.
Meine Chefin hat ihr erstes Kind mit 14 gekriegt und scheint so aber ganz zufrieden zu sein. Die Kindheit hoert aber ganz sicher bei so einer Verantwortung auf und Jugend gibt’s auch keine. Ob eine 12 Jaehrige genug Autoritaet hat um ein Kind grosszuziehen stell ich mal als Frage in den Raum.
Tschuessi

Hallo Tritonus,

Welchen Wert hat die Sexualität bei Jugendlichen heute?

das kommt darauf an, aus welcher Sichtweise man die Frage stellt - wem auch immer. Aus meiner Warte aus, verheiratet, 2 Kinder - Große bald 12, denke ich manchmal mit Schaudern an die Zeit als ich 15 war, und bin froh über meine heutige Gelassenheit - da sind Jugendliche wirklich nicht zu beneiden. Und so versuche ich mir lieber nicht vorzustellen, was den Meinen alles passieren kann bis zum und beim ersten Mal. Davon abgesehen habe ich den Eindruck, dass Sexualtität viel zu präsent ist, und dass Druck auf die Jugendlichen ausgeübt wird, weil ein werbender Markt dahinter steckt, der den Zielgruppen gar nicht die Chance gibt sich in Gelassenheit zu üben. Wer dabei sein und dazu gehören will, muss so schnell wie möglich sexuelle Erfahrungen sammeln. Ob der Druck mehr dann je ausgeübt wird, da kann ich nur spekulieren.
Doch das sind die Hintergründe für unsere Jugendlichen: Pubertät (im Sinne von Geschlechtsreife) und schwer entrinnbare Gegenwart der Sexualtität durch die Medien.

Und auf der anderen Seite wird Aufklärungsunterricht wie eh und je gehalten. Es hängt z.Teil von den unterrichtenden Lehrern ab, so hat es mir eine Realschullehrerin aus meinem Bekanntenkreis erzählt. Die „Kinder“ wissen ganz genau, wie die Geschlechtsorgane heißen und wie Fortpflanzung funktioniert. Doch wäre es meiner Ansicht nach wichtig z.B. einmal einen Kondom auszupacken und ihn an einer Möhre oder Gurke auszuprobieren. Es geht um´s Handling und darum die Scheu vor einem Gebrauchsgegenstand zu verlieren.
Was nützt all das Reden über Verhütung und Tod bringenden Krankheiten, wenn Worte von den Jungen so weit außen vor bleiben, dass sie nicht einmal einen Gummi in der Handtasche oder Jackentasche haben.
So denke ich, dass Aufklärungsunterricht nicht zeitgemäß ist, dass praxisnahe Gespräche, also Dialoge, mit den Jugendlichen noch viel wichtiger sind, als das Bemühen um ihre Kenntnisse über die menschliche Anatomie.

viele Grüße
claren

Hallo Gandalf,

Zudem gibt es Quellen, die darlegen, daß z.B. Maria etwa 14
Jahre war, als sie Jesus gebahr.

in manchen Kulturen war/ist es aber sowieso generell üblich, dass Frauen bereits sehr früh ihr erstes Kind bekommen - unter anderem auch deshalb, weil die Lebenserwartung nicht so hoch ist wie bei uns (erst mit etwa Mitte 20 mit dem Kinderkriegen zu beginnen, wäre dann nicht sehr sinnvoll).

Zurück zum Hauptthema:
Außer „Abtreibung oder Kind behalten“ gibt es ja immer noch die Möglichkeit, das Kind zur Adoption freizugeben. Sicherlich ein schwerer Schritt, aber wenn das Mädchen weit genug für eine Schwangerschaft entwickelt ist und das auch möchte, bestimmt eine bessere Alternative als „Abtreibung, da sie zu jung ist um sich um das Kind zu kümmern“.

Ob eine Abtreibung medizinisch notwendig (!) ist, hängt auch davon ab, wie weit die werdende Mutter körperlich entwickelt ist - bei sehr jungen Müttern kann es sein, dass der Körper einfach noch nicht weit genug entwickelt ist, um eine Schwangerschaft durchzustehen.

Grüße, Nina

Hallo

ich habe letzens in einem Fachblatt gelesen, das Mädchen immer früher fruchtbar
werden, und zwar wegen der guten Ernährung.
Die erste Periode setzt im normalfall ab 45 Kilo ein, das ist das Gewicht, ab dem
der Körper ein Kind ernähren kann.
Und durch die bessere Ernährung wird dieses Gewicht viel früher erreicht.
Es gibt Studien, das vor 50 Jahren das Durchschnittsalter für die erste Periode
bei 14 bis 16 lag, jetzt bei 13 bis 15.

Abgesehen davon finde ich es viel zu früh das ein 12jähriges Mädchen schon Sex
hat. Sowohl körperliche als auch geistige Reife sind nicht vorhanden, und die
aufklärung läuft ja in dem Alter auch eher über die Bravo oder über die Freunde,
als durch " wissende" Erwachsene. Und der Aufklärungsunterricht in der Schule, na
danke, da gruselts mich wenn ich zurückdenke.
Ich finde Kinder werden immer früher mit Sexualität konfrontiert, was auf der
einen Seite gut ist, damit ein natürlicher Umgang damit ensteht, aber
andererseits dazu führt, das man mit 12 schon sein erstes mal erlebt haben
muss,sonst ist man ausgeschlossen.
Als Tutorin für die 5ten Klassen in meiner Schule ist mir aufgefallen, sie sind
immer früher dran. Haben wir als 10-12 jährige noch gespielt und Jungs waren
„bähh“ so haben die meisten jetzt einen Freund, oder leiden darunter keinen zu
haben.
Für einen Teil dieser Entwicklung mache ich dich Bravo verantwortlich,die immer
jüngere Kinder anspricht und sie mit einer Art von Sex konfrontiert, den sie
glaube ich noch gar nicht wirklich verstehen können. Schon alleine die Fragen an
das Dr. Sommer-Team, wie „ich bin 13 und immer noch Jungfrau was soll ich tun“
oder „wie befiedige ich mich am besten selber“ von einer 10jährigen vermitteln
oft den Eindruck das man „hinterher“ ist wenn man eben keinen Sex hatte.
Und dann sich mit 12 Gedanken über Verhütung machen zu müssen? das überfordert
doch viele, man kennt sich nicht wirklich aus, die Pille nimmt man nicht, der
Freund weiss nix mit dem Kondom anzufangen… Ergebniss: Kindsschwangerschaften.
Ich finde das eine erschreckende Entwicklungr wie Gegensteuern? Da müssen die
Eltern eingreifen, was auch wieder schwierig ist, weil Eltern in dem Alter eh
uncool sind.

Hui das ist jetzt aber lang geworden, sorry

LG

Julia

Hi T.,

Gestern kam mein 12-jähriger Sohn nach Hause und erzählte,
eine KLassenkameradin sei schwanger. Der Vater ist 15.

Schon heftig, aber leider keine Ausnahme heutzutage. Die Schwangerschaftsrate bei Kids hat in den letzten Jahren extrem zugenommen - die der Schwangerschaftsabbrüche bei unter 15jährigen sogar um 75 Prozent (das muß man sich erstmal reinziehen!).

Wie geht man damit um?

Trotz des Schocks für alle Beteiligten: möglichst sachlich und entspannt. Brüllen, Hausarrest & Co. bringen nichts mehr - das Kind ist schwanger; da ist nichts daran zu rütteln - es muß eine konstruktive Lösung her. Und weil alle gewaltig durch den Wind sind, muß man sich professionelle Hilfe holen - und zwar nicht nur die Eltern der werdenden Frau Mama sondern auch die Eltern des Herrn Papa. Sprich: auch wenn man sich nicht ausstehen kann: es bleibt nichts anderes übrig, als das man sich gemeinsam in einer großen Runde mit einem neutralen Berater zusammensetzt.

Wie reagieren Eltern darauf?

Hmmm… Meine Mom hätte mich mit Sicherheit als Erstes gepflegt zusammengeschissen - nicht weil ich schwanger bin, sondern weil zu dämlich zum Verhüten war (nach dem Motto 'wie oft habe ich dir das erklärt???).

Lässt man ein Mädchen in dem Alter ein Kind bekommen

Hier muß man zwei, nein drei, Punkte berücksichtigen:

  1. Auch eine 12jährige kann in Deutschland eine Schwangerschaft ohne das Wissen der Eltern abbrechen lassen. Sie darf in ihrer Entscheidung auch weder von den Eltern noch von sonst jemandem beeinflußt oder bedrängt werden, was uns allerdings zu Punkt

  2. bringt: ist eine 12jährige überhaupt in der Lage (Stichwort: geistige Reife), die Tragweite der Entscheidung, die sie - und nur sie treffen muß - zu erkennen? Und da sage ich: Nein! Und hier beißt sich die Katze in den Schwanz: meine Eltern dürfen mich nicht beeinflussen, meine Beraterin auch nicht, an wenn soll ich mich also wenden? Freundinnen? Na Allerherzlichsten aber auch: die sind alle mehr oder weniger auf dem geistigen Niveau einer Achtjährigen.

Und nun stehst Du als 12jährige absolut allein da.

Das wiederum bringt uns zu Punkt

  1. Warum muß das passieren…

Es würde nicht passieren, wenn die Eltern ihre Kids aufklären würden. Die traurige Wahrheit ist, daß es die Schule auf die Eltern und die Eltern bequemerweise auf Schule abschieben. Halloooooo? Hat die Schule die Kids in die Welt gesetzt?! Als Gyn bzw. als Berater ist man wirklich schockiert, wie wenig die ach so aufgeklärten Kids über die Sexualität wissen. Vögeln können sie - keine Frage; aber keinen blassen Schimmer, wie das Vergnügen - in jeglicher Hinsicht - folgenlos bleibt. Und wenn einer aus der 12. keine Peilung hat, wie man(n) mit einem Gummi umgeht - na danke…

Was tun wir aber mit der immer noch allein herumstehenden 12jährigen?

Das Beratungsnetz - und zwar konfessionsneutral! - für die Mädels muß ausgeweitet werden; ich habe mir nämlich sagen lassen, daß die Damen von der Caritas & Co. meistens darauf drängen, daß das Kind ausgetragen wird. Wenn sich die Kleine dafür entscheidet, sollte das Kind nicht - außer sie wünscht es ausdrücklich - zur Adoption sondern in eine Pflegefamilie gegeben werden; alternativ käme ggf. eine offene Adoption in Frage.

Schwieriges Themna, also bitte nicht gleich auf mich eindreschen…

Gruß

Renee

Hallo Renee,

Es würde nicht passieren, wenn die Eltern ihre Kids aufklären
würden. Die traurige Wahrheit ist, daß es die Schule auf die
Eltern und die Eltern bequemerweise auf Schule abschieben.
Halloooooo? Hat die Schule die Kids in die Welt gesetzt?!

Wenn man den Erfolg einer Aufklärung ins Auge fast, dann sollte man sich fragen, wer das besser kann, Eltern oder im Unterricht erteilen geübte Schulen. Davon abgesehen wie man das findet, kenne ich nicht wenig Leute, die sich richtig schwer tun ihren Kindern etwas von Sexualität zu erzählen. Oder anders, auf Eltern generell ist kein Verlaß, wenn es um die Übermittlung dieser Info geht - das ist ein gesellschaftliches Problem. Es gibt kein Tabuthema mehr wenn es um Sex geht, selbst für die kleinen Hosenmätze in der Volksschule. Aber mit Verhütung oder Verhinderung von Ansteckung mit AIDS will sich niemand befassen, selbst die Eltern nicht.
Aber es gibt Lehrer, die einen recht guten Aufklärungsunterricht machen, und das mit einem Schlag für 25-30 Schüler.

Das Beratungsnetz - und zwar konfessionsneutral! - für die
Mädels muß ausgeweitet werden; ich habe mir nämlich sagen
lassen, daß die Damen von der Caritas & Co. meistens darauf
drängen, daß das Kind ausgetragen wird.

In unserer schwarz-katholischen Stadt bietet eine Kirchengemeinde nur für Mädchen ein Aufklärungswochenende an, das legendär gut sein soll. Konfessionsbehaftete Institutionen sind nicht immer schlecht, selbst bei den Katholiken :wink:

Schwieriges Themna, also bitte nicht gleich auf mich
eindreschen…

ei warum, dazu sind doch die Bretter da.

viele Grüße
claren
PS. Letztens habe ich beim Kaffeekränzchen erzählt, dass ich meiner Tochter zeigte wo bei uns im Kosmetikschrank die Kondome sind. Ich weiß nicht was mich an deren Schrecken mehr nervte, weil das Gummithema offensichtlich nicht zu den Eclairs paßte oder diese Prüderie.

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Hallo Renee,

Schon heftig, aber leider keine Ausnahme heutzutage. Die
Schwangerschaftsrate bei Kids hat in den letzten Jahren extrem
zugenommen - die der Schwangerschaftsabbrüche bei unter
15jährigen sogar um 75 Prozent (das muß man sich erstmal
reinziehen!).

Die Zahlen steigen sicher, aber gerade mit Prozentangaben würde ich immer vorsichtig umgehen, solange ich die Grundgesamtheit nicht kenne. Wenn letztes Jahr 4 Mädchen eine Schwangerschaft abgebrochen haben und dieses Jahr 7, dann war die Ziwachsrate auch schon 75 Prozent.

Nix für ungut, Karin

  1. Auch eine 12jährige kann in Deutschland eine
    Schwangerschaft ohne das Wissen der Eltern abbrechen
    lassen. Sie darf in ihrer Entscheidung auch weder von den
    Eltern noch von sonst jemandem beeinflußt oder bedrängt
    werden, was uns allerdings zu Punkt

Hallo ehrlich gesagt ich finde das sehr gut, das es ohne das Wissen der Eltern
möglich ist.
So wird den Mädchen wenigstens eine Angst genommen, und nicht alle Eltern sind
tolernat und liberal, ich denke viele haben da Angst vor Schlägen oder Strafe
oder sogar Familienausschluss.

Es gab letzens eine Sendung im Fernsehen, bei einem der kulturell ( Ironie)
hochwertigen Sendern, da wurde angeprangert, das so junge Mädchen ohne der Wissen
Abtreiben dürfen.
Wie gesagt ich finde das sehr sehr gut, wenn ich mir vorstelle ich wäre 13 und
will abtreiben und meine Mutter verbietet es mir, nein Danke!
Ich will das Kind nicht und werde gezwungen es zu bekommen? Erscheint mir
fragwürdig.

Lg

Julia

Was hast Du vergessen?
Hallöchen Julia,

Hallo ehrlich gesagt ich finde das sehr gut, das es ohne das
Wissen der Eltern
möglich ist.

Keine Frage! Aber Du vergisst in der Tat etwas: eine 12jährige ist nicht in der Lage, diese - bisweilen traumatische - Erfahrung allein zu verarbeiten. Selbst erwachsene Frauen haben nach einem Schwangerschaftsabbruch ärgste Probleme damit - an wen soll sich da ein Kind wenden?

So wird den Mädchen wenigstens eine Angst genommen, und nicht
alle Eltern sind
tolernat und liberal, ich denke viele haben da Angst vor
Schlägen oder Strafe
oder sogar Familienausschluss.

Richtig, aber Du sprichst über ‚vor dem Abbruch‘…

[…]

Ich will das Kind nicht und werde gezwungen es zu bekommen?
Erscheint mir
fragwürdig.

Ich finde das absolut OK - wenn die junge Dame sagt ‚ich will kein Kind‘, dann gibt es keine Diskussion darüber. Sie hat ihre Entscheidung getroffen und Punktum.

Allerdings muß das Beratungsangebot entsprechend dem Alter der Mädels angepaßt werden. Es geht nicht an, daß jemand (möglichst um die 50 oder 60), der seit 20 Jahren erwachsene Frauen berät, plötzlich auf Teenies losgelassen wird.

Was das Einverständnis der Eltern angeht: fragt eine Muslimin, die sich das Hymen von einem Gynäkologen rekonstruieren läßt, ihre Eltern um Erlaubnis? Natürlich nicht! Aber auch hier ist Angst im Spiel…

Grüßle

Renee

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Hello

also ich finde es schon wichtig das die Kinder mit ihren Eltern drüber sprechen,
aber ich finde es auch gut, das es die Möglichkeit gibt, das sie ohne Wissen
ihrer Eltern einen Abruch machen können.

Wenn du schon die Hymen-Rekonstruktion ansprichst, stell dir vor ein 14 jähriges
türkisches Mädl wird schwanger. Und sie hat so einen Vater wie die arme Sibel,
dann finde ich es gut, wenn sie ohne Wissen der Eltern abtreiben kann.

Nicht jeder hat ein gutes Verhältniss zu seinen Eltern, da ist natürlich viel im
Vorfeld falschgelaufen, aber leider ist das oft Realität.

Wer im endeffekt für so eine Beratung geeignet wäre? Vieleicht Sozialpädagogen
oder ähnliche, die Erfahrung mit Jugendlichen haben und denen vertraut wird.

Als ich Jugendleitung in einem Jugendheim war hab ich oft gemerkt, das die
Mädchen sich mit Fragen, Sorgen und Ängsten lieber an mich wenden, als an ihre
Eltern.

da die Zahl von Kinderschwangerschwangerschaften wirklich sehr ansteigt wird es
zukünftig nötig sein, das sich bei der Beratung was ändert, aber die Mühlen
mahlen sehr langsam in diesem Staat.

Ich wollte dich übrigens nicht angreifen oder so, weil mir deine Antwort fast wie
eine empörte Erwiederung vor kam.

Lg

Julia

re: Adoption
Hallo Nina,

Zurück zum Hauptthema:
Außer „Abtreibung oder Kind behalten“ gibt es ja immer noch
die Möglichkeit, das Kind zur Adoption freizugeben. Sicherlich
ein schwerer Schritt, aber wenn das Mädchen weit genug für
eine Schwangerschaft entwickelt ist und das auch möchte,
bestimmt eine bessere Alternative als „Abtreibung, da sie zu
jung ist um sich um das Kind zu kümmern“.

Ich moechte an dieser Stelle davor warnen, so einfach eine
Adoption ohne weitere Qualifizierung als „die bessere Alternative“
darzustellen. In vergleichenden Stufen wurde festgestellt (muesste
ich raussuchen, ist irgendwo in einem grossen Stapel aus Papier,
sorry), dass etwas mehr als die Haelfte der Frauen, die abgetrieben
haben, das im spaeteren Leben bereuen. Aber ueber 90% der Frauen,
die ihr Kind zur Adoption freigegeben haben, bereuen das.
Gerade bei einer 12jaehrigen Mutter ist dies durchaus zu bedenken.

Gruesse, Elke
(selbst Adoptivmutter, den abgebenden Muettern fuer immer
dankbar - aber sich durchaus bewusst, dass Adoption keine
‚happy end‘-Loesung ist - weder fuer die abgebenden Eltern
noch fuer das Adoptivkind selbst)

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Die Gesellschaft entstauben
Hi Claren,

klasse geschrieben und Du hast soooooo Recht damit!

Prüderie & Co. werden keine Gesellschaft vor einer HIV-Infektions-Explosion retten. Dumm nur, daß sowohl Eltern als auch Lehrer häufig nicht wissen, daß ein Gummi nicht nur vor einer ungewollten Schwangerschaft und/oder HIV schützt…

Anders ausgedrückt: wenn ich als erwachsener Mensch nicht weiß, daß ich mich beim Sex mit Hepatitis anstecken kann - wie soll ich es meinem Kind beibringen?!

Grüßle

Renee

PS. Ich wußte mir 5 oder 6 was Kondome sind und wozu sie gut sind (HIV war seinerzeit - 1965/1976 - noch kein Thema); den Umgang damit habe ich dann mit 10 oder so auch von meiner Mom gelernt…

Hallo Karin,

wenn es um diese Zahlen hier

Wenn letztes Jahr 4 Mädchen eine
Schwangerschaft abgebrochen haben und dieses Jahr 7, dann war
die Ziwachsrate auch schon 75 Prozent.

ginge, müßten wir uns keine Gedanken machen… Bzw. schon, weil eine 12jährige nicht schwanger zu werden hat. Aber es geht in die Tausende.

Wenn Du mich nach den Statistiken fragst: müßte ich in Ruhe nachsehen.

Grüße

Renee

Dazu ein kleiner Beitrag!
Hallo Nina! Hallo Elke! Hi WW-lers!

Dazu möchte ich eine „kleine“ Geschichte aus meinem Dorf:

Es gab ein Mädchen A, das ein langjähriger Freund B hatte. Die waren so um die 16 Jahre alt. Sie waren immer zusammen und unternahmen alles gemeinsam. Als es wieder Sommer wurde, waren sie, wie jedes Jahr auch, täglich am Strand (mein Dorf liegt direkt am Mittelmeer -Costa Brava). Und da tauchte sie gelegentlich mit Freund aber immer mit PULLI auf!!!

Und ca Herbst (so september/Oktober) verschwand A aus dem Dorf und wurde einigen Monaten lang nicht mehr gesehen. B, ihren Freund wußte auch von ihren Aufenthalt gar nichts. Als sie zurückkam machte sie plötzlich, ohne weitere Angaben, Schluß mit B.

Mehrere jahren gingen ins Land. Aus dem schönen, lebenslustigen A wurde eine sehr traurige Frau. Sie hatte nie ein Freund, weder langjährig noch für kurze Zeit. Und irgendwann bekamen wir die Antwort dazu:

Ihre eltern, eigentlich gar nicht so konservativ denkend, wie man vermutete, hatten sie gezwungen, das Kind zur Adoption freizugeben. Als Minderjährige blieb ihr nichts anders übrig. Aber zusätzlich wurde A von ihren eigenen Eltern dazu verpflichtet, zu behaupten, das Kind wäre totgeboren. Die Eltern von B sind seitdem zutiefst verfeindet mit den Eltern von A und nun reden sie kein einziges Wort miteinander. Denn: sie hätten das Kind selbst behalten wollen! Doch das schien in Francos Zeit nicht möglich. Doch die Eltern von A hätten auf den „Rufschädigung“ der Familie bestanden. A redet auch nicht mehr mit ihren Eltern.

Jetzt ist A psychisch gar nicht in der Lage weder eine Schwangerschaft auszutragen noch eine Beziehung einzugehen.

A ist das traurigste Mensch was ich je gesehen habe.

Schöne Grüße
Helena

Zurück zum Hauptthema:
Außer „Abtreibung oder Kind behalten“ gibt es ja immer noch
die Möglichkeit, das Kind zur Adoption freizugeben. Sicherlich
ein schwerer Schritt, aber wenn das Mädchen weit genug für
eine Schwangerschaft entwickelt ist und das auch möchte,
bestimmt eine bessere Alternative als „Abtreibung, da sie zu
jung ist um sich um das Kind zu kümmern“.

Ich moechte an dieser Stelle davor warnen, so einfach eine
Adoption ohne weitere Qualifizierung als „die bessere
Alternative“
darzustellen. In vergleichenden Stufen wurde festgestellt
(muesste
ich raussuchen, ist irgendwo in einem grossen Stapel aus
Papier,
sorry), dass etwas mehr als die Haelfte der Frauen, die
abgetrieben
haben, das im spaeteren Leben bereuen. Aber ueber 90% der
Frauen,
die ihr Kind zur Adoption freigegeben haben, bereuen das.
Gerade bei einer 12jaehrigen Mutter ist dies durchaus zu
bedenken.

Gruesse, Elke
(selbst Adoptivmutter, den abgebenden Muettern fuer immer
dankbar - aber sich durchaus bewusst, dass Adoption keine
‚happy end‘-Loesung ist - weder fuer die abgebenden Eltern
noch fuer das Adoptivkind selbst)

Schwanger mit 12
Hallo
Bekannte von mir hatten ein Kleinstheim (bis zu 8 Pflegekindern ).Als sie in Urlaub fuhren ,liessen sie mir zur Betreuung eine "Tochter " da,12 Jahre alt und kurz vor der Geburt. Der Vater dazu 21 Jahre alt.

Als das Kind 1 1/2 Jahre alt war wurde es von der Mutter freiwillig in eine Pflegefamilie gegeben. Das ist ca. 13 Jahre her . Heute hat die Mutter selber eine Familie und kämpft immer noch um das Sorgerecht für ihr erstes Kind.

Das Mädchen (die Mutter ) ist zuhause rausgeflogen und in dem Heim gelandet.Das war mit Sicherheit für das Mädchen absolut traumatisch.

Gruss
Kosmokatze

Hallo Helena,

Eine traurige Geschichte erzaehlst du da.
Erzwungene Kinder-Weggabe ist bestimmt der Extrem-
fall. Doch selbst, wenn die abgebenen Eltern nach
reiflicher Ueberlegung sich zu diesem Schritt ent-
scheiden (der „Idealfall“) ist die Situation natuerlich
nie ‚ideal‘.
Zu oft wird von Aussenstehenden vergessen, dass eine auch
jede ‚erfolgreiche‘ Adoption auf drei grossen Verlusten
aufgebaut ist:
der Verlust der abgebenden Eltern, die ihr Kind verlieren;
der Verlust der adoptierenden Eltern, die ihren Wunsch
nach biologischem Nachwuchs aufgeben mussten;
der Verlust des Adoptivkindes, das ein Elternpaar verliert.

Diese Verluste finden zu unterschiedlichen Zeiten statt -
zum Zeitpunkt, wenn das Kind zu den Adoptiveltern kommt,
haben diese ihren Verlust (hoffentlich) schon verarbeitet
(ist schon klar, dass es Adoptionen gibt, wo die Adoptiveltern
nicht unfreiwillig kinderlos geblieben sind, aber das ist
heute mehr denn je eine Ausnahme bei Fremdadoptionen);

  • das Adoptivkind wird sich seines Verlustes erst spaeter mit
    zunehmendem Alter bewusst.
    Die Verdraengung dieser Vorgaenge sind wohl ein Hauptgrund,
    dass bei den Personen in diesem Dreieck nicht nur Friede-
    Freude-Eierkuchen herrscht.

Gruesse, Elke

Hallo Elke!

Eine traurige Geschichte erzaehlst du da.

Stimmt! Und wahr von A bis Z. Ich könnte sogar die Namen von allen Beteiligten geben, samt Adressen und Telf. Werde ich mich aber sehr davon hütten, aus verständlichen Gründen.

Erzwungene Kinder-Weggabe ist bestimmt der Extrem-
fall. Doch selbst, wenn die abgebenen Eltern nach
reiflicher Ueberlegung sich zu diesem Schritt ent-
scheiden (der „Idealfall“) ist die Situation natuerlich
nie ‚ideal‘.

Ich denke so wie Du. Und noch ein Stückchen weiter: Wer sich in der Lage fühlt, sein Kind oder gar sein Enkelkind zur Adoption freizugeben, hat schon Probleme im Sinne daß der Normalfall ist, das eigene Kind zu behalten. (Uuups! Ich hoffe ich habe mcih verständlich ausgedrückt!)

Zu oft wird von Aussenstehenden vergessen, dass eine auch
jede ‚erfolgreiche‘ Adoption auf drei grossen Verlusten
aufgebaut ist:
der Verlust der abgebenden Eltern, die ihr Kind verlieren;
der Verlust der adoptierenden Eltern, die ihren Wunsch
nach biologischem Nachwuchs aufgeben mussten;

Das glaube ich nciht unbedingt. Es gibt genügend Eltern die nach 2 oder 3 biologischen Kindern noch eins adoptieren wollen. Und dann kommen noch weitere biologischen dazu. Wenn ich mich nicht irre ist das der Fall bei zB Günther Jauch.

der Verlust des Adoptivkindes, das ein Elternpaar verliert.

Diese Verluste finden zu unterschiedlichen Zeiten statt -
zum Zeitpunkt, wenn das Kind zu den Adoptiveltern kommt,
haben diese ihren Verlust (hoffentlich) schon verarbeitet
(ist schon klar, dass es Adoptionen gibt, wo die Adoptiveltern
nicht unfreiwillig kinderlos geblieben sind, aber das ist
heute mehr denn je eine Ausnahme bei Fremdadoptionen);

  • das Adoptivkind wird sich seines Verlustes erst spaeter mit
    zunehmendem Alter bewusst.

Jop! Davon gibt es zahlreiche Filme. Ich persönlich würde es meinem Kind sofort sagen, daß er adoptiert ist…

Die Verdraengung dieser Vorgaenge sind wohl ein Hauptgrund,
dass bei den Personen in diesem Dreieck nicht nur Friede-
Freude-Eierkuchen herrscht.

Stimmt wieder!

Gruesse, Elke

Ganz liebe Grüße auch
Helena