Hallo Mellochen!
Vorab:
1.) Ich habe die andere Antworten noch nicht gelesen.
2.) Ich habe NICHT abgetrieben, bin aber eine starke Befürworterin der Abtreibung.
3.) Ich bin auch Mutter eines 3-jährigen Davids.
4.) Als ich schwanger wurde, verlies mich mein Freund aufgrunddessen und somit stellte ich mich ein Leben als Alleinerziehende Mutter in Deutschland vor. Erst viel später lernte ich mein jetzigen Freund kennen, mit dem ich eine Familie habe. Doch Abtreibung kam für mich NICHT in Frage (wohl deshalb weil ich es für mich NICHT verantworten konnte und wollte). Diese Entscheidung habe ich niemals bereut und ich bin sehr stolz darauf und auf dem was ich bis jetzt mit David erreicht und erlebt habe. Das will ich keineswegs mehr missen und ich bin mir sicher, in so einen (wiederholten) mal, würde ich mich genauso entscheiden.
Also ich weiß nicht in wie fern Du dich für meine Meinung interessierst.
Ich denke, du möchtest abtreiben in erster Linie deshalb, weil Du DEINE Zukunft mit dem Kind nur sehr, sehr schwer vorstellen kannst. Das wäre für mich, als Schwangere, gewiß kein Grund zur Abtreibung.
Deine Zukunft mit Kind (angenommen du kriegst ihn) wird sich grundsätzlich ändern und kaum was wird so sein wie es jetzt ist. Doch hierzulande hat du Anspruch auf Sachen/Leistungen, die zB in Spanien (meine Heimat) undenkbar sind. Schon jetzt bist du unkündbar und darfst bis zum 3. Geburtstag des Kindes daheim bleiben, ohne daß Dein Job verloren geht. Danach kann Dein Kind in einem Kindergarten gehen und Du wieder arbeiten. Doch bis dahin hast du gewiß andere Mütter kennengelernt, die in einem ähnlichen Fall sind und die Dir sagen können wie sie es in Deiner Stadt gehandhabt haben. Ich denke für alles gibt es eine Lösung.
Ausserdem, du sagst jetzt daß Dein Freund in 2 Jahre fertig ist mit dem Studium. Dann kann er Dir bestimmt helfen, mit der Erziehung des gemeinsamen Kindes! (und bis dahin bist du im Elternzeit -ehem. „Erziehungsurlaub“- mit Kündigungsschutz) und kriegst Kinder- und Erziehungsgeld.
Ansonsten, wenn Du unbedingt abtreiben willst, so ist das Deine freie Entscheidung und es ist zu akzeptieren. Mir wird den Teufel jagen, bevor ich hier vorwürfe (o.Ä.) los schreibe. Nur denk daran, welche Gefühle Du hinterher haben wirdst. Du wirst dir selbst gegenüber immer im klaren sein, daß es absolut kein andere Weg für dich gab. Du wirst es mit Dir selbst verantworten müssen. Da geht kein Weg daran vorbei. Und ich weiß daß es mehrere Frauen gibt, die daran zerbrechen.
Mit diesem Beitrag will ich Dir nicht zu einer Mutterschaft überreden. Mir liegt nichts daran. Keineswegs. Ich möchte Dir nur klar sagen, womit du hinterher beschäftigen wirst. Ich kenne das aus sehr engen Kreise in meiner unmittelbaren (familiären und Freundes-) Umgebung.
Da ich Dir nur meine Meinung sagen wollte, suche ich nicht nach Links.
Ich bin mir sicher, daß meine Vorredner das bereits getan haben.
Ah! Und solltest Du dich doch für die Abtreibung entscheiden, wirdst Du unbedingt zu einem Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle (Buah! Was für ein Wort!!!) gehen müssen. Mit einem Mensch aus diesem Verein muß du reden und sie wird Dir erzählen, u.a. was für Möglichkeiten Dir zustehen, wenn Du das Kind nicht abtreibst. Am Ende des Gesprächs geben sie Dir einen Zettel (daß du dabei warst) und frühestens 3 tage danach, darfst Du den Eingriff vornehmen lassen. Ohne dieses Zettel wird dir kein Arzt in Deutschland operieren. Ah! Und du hast max. 12 Wochen um dich zu entscheiden. Danach sind nur sehr bedingt Abtreibungen möglich (nur noch nach medizinischen Gründen).
Ich hoffe ich habe Dir damit ein bißchen weiter geholfen!
Ich wünsche Dir viel Kraft, Verantwortungsgefühl und viele gute Freunde mit denen Du darüber reden kannst.
Ganz besonders liebe Grüße aus Nürnberg!
Helena